Evangelium wendet Blick nach unten

Kirchenpräsident Martin Heimbucher hat zur Solidarität mit den Menschen am Rand unserer Gesellschaft aufgerufen.

Kirchenpräsident bezeichnet Umgang mit Armen als Prüfstand für Glaubwürdigkeit

Heimbucher sagte am Sonntag, 8. Januar, in seiner Predigt zum neuen Jahr in der Großen Kirche in Leer: „Das Evangelium ist eine Hoffnung für die Armen. Aber für die Klugen, Reichen und Mächtigen ist es eine Chance.“

Heimbucher bezeichnete es als notwendig, dass auch arme Menschen zu einer Kirchengemeinde dazugehören. Das Evangelium wende unseren Blick nach unten. „Es schmückt eine Kirche und eine Gemeinde, wenn Arme zu ihr kommen, wenn einfache Leute sich ihr zugehörig fühlen, Habenichtse, Kranke und Behinderte“, sagte er. Die Art und Weise wie mit diesen Menschen umgegangen werde, sei eine Art Prüfstein für die Glaubwürdigkeit von Kirche und Kirchengemeinde.

Dieser Kern des christlichen Glaubens sei im Urchristentum formuliert und von den Reformatoren vor 500 Jahren wiederentdeckt worden. Vor diesem Hintergrund dürfe es im Reformationsjubiläumsjahr 2017 auch nicht darum gehen „Lutherfestspiele“ oder ein „Heldengedenken an Zwingli, Calvin und A Lasco“ zu feiern. „Das wäre auch das Letzte, was unsere Reformatoren selber gewollt hätten!“, sagte er. Heimbucher forderte, das Reformationsjubiläum als eine Chance zur Besinnung, zur Einkehr und Umkehr zu nutzen.

Die Predigt im Wortlaut

9. Januar 2017
Ulf Preuß, Pressesprecher

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