Global Players für Gott und die Welt - Wanderausstellung für Kirchen

Eine Wanderausstellung für Kirchengemeinden und andere Räume des öffentlichen Lebens

Reformierte weltweit in Geschichte und Gegenwart - in 11 Kapitel auf 22 Stellwänden, erzählt von Margit Ernst-Habib, grafisch gestaltet von Uwe-C. Moggert-Seils

Zur 26. Generalversammlung der reformierten Weltgemeinschaft im Reformationsjubiläumsjahr 2017 hat Margit Ernst-Habib die Ausstellung Global Players für Gott und die Welt / Global Players for God and World erstellt.
Vom globalen Network der Glaubenden erzählt die Ausstellung
methodisch: in Bildern, Geschichten, Gedanken,
regional: aus dem südlichen Afrika, Australien, Chile, Indonesien, der Republik Korea, Kuba, Norindien, der Schweiz , den USA und Venezuela,
diachron: vom 12. bis zum 21. Jahrhundert.
Migration und Mission, verstanden als missio dei, als Einladung Gottes, Grenzen zu überschreiten und Verantwortung zu übernehmen zum Wohle anderer Menschen, kennzeichnen in diesem universalen Blick die Ausbreitung der reformierten Reformation. Dabei haben die Reformierten eine besonders bittere Spaltung in viele Kirchen erfahren und müssen heute erkennen, dass diese nicht nur in theologischen Faktoren liegen, sondern auch im unterschiedlichen gesellschaftlichen und ethnischen Hintergrund der Glaubenden.

Neues entdecken, Bekanntes schätzen

Locker und spannend geschrieben bieten die einzelnen Tafel neben (vermeintlich) Altbekanntem auch einige entdeckerische Aha-Erlebnisse. Etwa zum Thema Frauenordination. Ihre Geschichte reicht bis ins 12. Jahrhundert zurück. Dem Laienprediger Petrus Waldus und seinen Nachfolgern wurde die zunächst von Rom gewährte Erlaubnis zu predigen, wieder entzogen, u.a. weil in der Waldensischen Armenbewegung auch Frauen predigten.
Italienischen Migranten ist es übrigens zu verdanken, dass es Waldenser auch in Argentinien, Uruguay und den USA gibt.
Manchmal waren es wohl eher weltliche Belange, die der offiziellen Anerkennung eines Reformers im Weg standen. John Wycliff etwa war seiner Zeit weit voraus, als er im 14 Jahrhundert die Sklaverei verurteilte.

Sprache

Zitate, die es verdienen als Bonmot in aller Munde zu sein, müssen nicht von Luther stammen, wie Marie Dentière zeigt:
"Haben wir zwei Evangelien, eins für die Männe rund eins für die Frauen?" Zu Schade, dass kein Spruch der reformierten Global Players in Deutschland den Rang eines "Hier stehe ich..." erreicht hat.

Flucht und Zuflucht

Eine Stadt der Zuflucht, wie sich das Genf Calvins nannte, bräuchten heute Christ*innen außerhalb Europas, wie die Dalit- und Adivasi-Christen Indiens. Im Distrikt Odisha wurde 2008 50.000 von ihnen aus ihren Dörfern, von ihrem Land vertrieben.

Reformation aktuell

Weltweit hat die Reformation von Europa ausgehend gewirkt, nun aber ist es längst an der Zeit, dass "afrikanisierte" oder "asiatisierte" Theologie sowie Liturgie etwa aus Lateinamerika und der Karibik einziehen in die innerhalb Europas geführten theologischen Diskurse und die hier gefeierten Gottesdienste.

Die Autorin Margit Ernst-Habib promovierte über reformierte Bekenntnisse und Identität weltweit. Neben Artikeln rund um postkoloniale, feminstische reformierte Theologie, veröffentlichte Ernst-Habib eine Einführung zum Heidelberger Katechismus. Sie ist Lehrbeauftragte am Institut für evangelische Theologie in Hildesheim.

Die Ausstellung in der eigenen Kirche

Zur Wanderausstellung in zwei Varianten (mit englischem oder deutschem Text) gehört ein 50seitiges Begleitheft, das alle Texte in sechs Sprachen dokumentiert: Englisch, Deutsch, Französisch, Spanisch, Indonesisch und Koreanisch sowie 10 Fahnen mit Zitaten berühmter reformierter Theolog*innen.

Die Ausstellung samt Broschüre können für eine Ausstellung in den eigenen Kirchenräumen in der Geschäftsstelle der Weltgemeinschaft Reformierter Kirchen angefragt werden. Die PDFs für Plakate und Begleithefte werden Mitgliedskirchen kostenlos zur Verfügung gestellt.

Kontakt:
wcrc@wcrc.eu

 

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