Abendmahl/Taufe

Die Sakramente - Zeichen und Siegel für den Bund Gottes mit den Menschen, Zeugnis für Gottes Verheißung

Für Johannes Calvin waren die Sakramente Mittel, ''den Glauben zu erwecken, zu nähren und zu bekräftigen'' (Institutio IV,15,14)

Die "sicherste Regel" bei den Sakramenten: "Wir sollen in leiblichen Dingen die geistlichen empfangen, als ob sie uns vor Augen gestellt wären; denn es hat dem Herrn gefallen, sie unter solchen Bildern zur Darstellung zu bringen. Das beruht nun nicht darauf, dass solche Gnadengaben [Reinigung, Austilgen der Erinnerung an unsere Missetaten, dem Satan das Reich wegnehmen, Schwächung der Kräfte unserer Begehrlichkeit, Gotteskindschaft] etwa an das Sakrament angebunden oder in es eingeschlossen wären, damit sie uns durch die Kräfte des Sakraments zuteil würden; nein, es geschieht nur darum, weil der Herr uns unter diesen Merkzeichen seinen Willen bezeut, nämlich eben dies, dass er uns das alles gewähren will". (Institutio IV, 15,14 (Übersetzung von O. Weber, bearb. von M. Freudenberg))

Taufe und Abendmahl nach Johannes Calvin. Von Georg Plasger, Siegen
Die Sakramente sollen Menschen zu Christus hinführen. Das Besondere an ihnen im Unterschied zur Predigt? Sie sprechen neben dem Hören auch andere Sinne des Menschen an: den Geruchs-, den Tast- und den Geschmackssinn. Mit dieser "ganzheitlichen Pädagogik" passt Gott sich den begrenzten menschlichen Fähigkeiten an, sein Wort aufzunehmen.
Sakrament: ein Zeichen, das hilft, den Glauben zu nähren
Das reformierte Verständnis der Taufe drückt sich aus in den Worten „Hilfsmittel“, „sichtbares Zeichen“, „Siegel“, „Unterpfand“, „Wahrzeichen“, „Zeichen des Bundes“.

Barbara Schenck
in Abgrenzung zu Martin Luthers Lehre
Die Gegenwart des Heiligen Geistes als "verbindendes Band" ist grundlegend für Calvins Verständnis des Abendmahls, das somit als eine vermittelnde Position sich anbietet: zwischen Zwinglis Verständnis des Mahls als Zeichenhandlung und Luthers Auffassung von der räumlichen Gegenwart Christi in den Elementen.

Barbara Schenck
Von Christoph Rehbein, Göttingen
Ein Geschenk Calvins: ''Den Anfang von Vers 5 übersetzt er wörtlicher als Luther und damit sachgemäßer. Eine ganz unscheinbare Stelle: 'Wenn wir mit Christus verbunden sind', sagt Luther. Im griechischen Urtext steht da das Wort sümphütoi, wörtlich: zusammengepflanzt. Calvin sagt: 'Wenn wir in ihn eingepflanzt sind...'. Das Fundament (der Gande, an dem die Taufe Anteil gibt) besteht somit nicht aus Beton! Hören wir wiederum den Reformator mit Worten aus seinem Kommentar: „Das kraftvolle Bild vom Einpflanzen zeigt deutlich, dass der Apostel nicht nur ermahnt, sondern vielmehr von der Güte Christi predigt. …''

©Pastor Christoph Rehbein
Unterschiede und Gemeinsamkeiten

Ch. Scheidegger (6. März 2001)