Gebet/Psalmen/Gottesdienst

Der Genfer Psalter - Johannes Calvin in Predigt und Gebet

©Andreas Olbrich

Wissenswertes, Informatives, CD-Tipps, Materialien, Texte für den Gottesdienst im 21. Jahrhundert

 

 

 

 

 

''Darum, wenn wir gut hier und da gesucht haben, finden wir keine besseren noch geeigneteren Gesänge als die Psalmen Davids'' (Johannes Calvin)
Die Reformatoren wollten – anders als in der katholischen Messe üblich – die Gemeinde der Gläubigen während des Gottesdienstes singen lassen. Dazu griffen sie auf die biblischen Psalmen zurück. Nachgedichtet und vertont wurden die alten Gebete zu populären Liedern - und sind mittlerweile z.T. im world wide web zu hören.
Von Lili Wieruszowski
Im Jahr 1940 erschien im „Kirchenblatt für die reformierte Schweiz“ eine Folge von Aufsätzen zur Entstehungs- und Rezeptionsgeschichte des reformierten Psalters. Verfasserin war Lili Wieruszowski, eine seit 1933 in Basel lebende deutsche Emigrantin jüdischer Abstammung, von Beruf lutherische Kirchenmusikerin. Die auch heute noch lesenswerte lebendige Darstellung hat der Schweizerische Kirchengesangsbund (SKGB) auf seiner Homepage veröffentlicht, ergänzt mit Anmerkungen aus der neuesten wissenschaftlichen Forschung zum Genfer Psalter.
Calvins Predigtpraxis in Genf am Beispiel der Predigten zum Deuteronomium. Von Albrecht Thiel, Dortmund
"Lektor der Heiligen Schrift an der Genfer Kirche" nannte Calvin sich selbst. Eine seiner Haupttätigkeiten war das Predigen - sonntags und werktags. So wie Gott in seiner Majestät sich erniedrigt, um zu den Menschen zu sprechen, sollte nach Calvin auch die Sprache der Predigt einfach sein und Bilder aus dem menschlichen Alltag aufnehmen. Calvin erfand den "kurzen Satz" für die Predigt mit dem einen großen Ziel: "das Wort Gottes muss unser Leben erneuern".
von Pfr. Dr. Jochen Denker, Ronsdorf
Was es heißt, Calvin zu Weihnachten zu hören? fragt Jochen Denker und antwortet: ''Calvin will in Gottes Namen Mut machen.''
»Ich sehe, es sind heute mehr als gewöhnlich zur Predigt gekommen. Warum? Heute ist Weihnachten.«
Psalmen singen in reformierten Gemeinden
Wissenswertes zum Genfer Psalter, seiner Geschichte und Lebendigkeit bis heute. Eine Sammlung von Texten und CD-Tipps auf reformiert-info.
von Matthias Freudenberg
Impulsreferat im Reformierten Zentrum beim 32. Deutschen Evangelischen Kirchentag am 22. Mai 2009
»Und so ist es auch zweckmäßig und vernünftig, dass alle wissen und verstehen, was im Gotteshaus gesagt und getan wird; nur so können sie daraus Frucht und Erbauung gewinnen.«
Mit der Rückkehr nach Genf 1541 stand Calvin vor der Aufgabe, die begonnenen Reformen weiter voranzutreiben. Nach dem Straßburger Vorbild reformierte er den Gottesdienst und führte den Psalmengesang ein.
von Pfarrerin Elisabeth Griemsmann, Hannover
»Nicht uns, Herr, nicht uns, sondern deinem Namen gib Ehre, um deiner Güte und Wahrheit willen. Warum sollen die Heiden sagen: Wo ist nun ihr Gott? Aber unser Gott ist im Himmel, er kann schaffen, was er will.« (Psalm 115,1-3)
von Dr. Jan R. Luth, Rijksuniversiteit Groningen (NL)
Calvin hatte das große Ideal vom liturgischen Gesang als lebendiger Verkündigung, nicht weniger wichtig als die Predigt. Aber wie sah die Praxis aus? Gebrüll, grässliche Harmonien ohne erkennbaren Rhythmus. Und auch die reformierten Gemeinden liebten Lieder aus lutherischer Tradition, die ihre Synoden verboten hatten. Die Melodien des Genfer Psalters galten in den Niederlanden des 17. Jahrhunderts als altmodisch und schwierig. Den Gemeindegesang nachhaltig zu verbessern gelang erst Mitte des 20. Jahrhunderts.
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