Kirchengeschichtliche Forschung

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Anhang I: Die Ausgaben des Heptameron

zu: Theologie als Erzählung - erzählte Theologie: Das Heptameron

von Merete Nielsen, Göttingen

Marguerite von Navarra hat zu ihrer Lebenszeit nur 1531 und 1533 „Le miroir de l´âme pécheresse“ und 1547 zwei Bände mit Gedichten, „Les Marguerites de la Marguerite des Princesses“ und „Suyte des Marguerites“, herausgegeben.

Die Königin hat das Heptameron nicht zu Ende führen können. Da sie sich im Prolog ausdrücklich auf Boccaccio als Vorbild beruft, darf man annehmen, sie hatte vor, 100 Novellen zu sammeln und herauszugeben. Man weiß, dass sie im September 1546 in Cauterets, einem Badeort in den Pyrenäen, war. Dort kann die Idee für den Prolog entstanden sein (so Renja Salminen). Eine Erzählung im Heptameron, Novelle 66 >>>, handelt von der Hochzeitsreise ihrer Tochter, Jeanne d´Albret. Diese Hochzeit fand 1548 statt, die Königin starb  aber schon im Dezember 1549. Man darf deshalb annehmen, dass sie bis zum Ende ihres Lebens am Heptameron arbeitete.

Es existieren 19 Manuskripten des Heptameron und die modernen Ausgaben stützen sich meistens auf das eine oder das andere Manuskript. Die zeitgenössischen gedruckten Ausgaben erschienen fast zehn Jahre nach dem Tod Marguerites. 1558 gab ihr früherer Sekretär, Pierre Boaistuau, eine Novellensammlung heraus, allerdings mit nur 67 Erzählungen, in willkürlicher Reihenfolge, ohne den Namen ihrer Verfasserin und ohne Rahmenhandlung. Diese Ausgabe ist der Herzogin von Nevers, einer Nichte des ersten Gatten Marguerites, gewidmet:
„Histoires des Amans fortunez. Dédiés à très illustre princesse, Mme. Marguerite de Bourbon, Duchesse de Nivernois. Ed. Pierre Boaistuau, Paris, Gilles Robinot, 1558.“

Im folgenden Jahr, 1559, erschien noch eine Ausgabe, diesmal der Tochter Marguerites, Jeanne d´Albret gewidmet, mit 72 Novellen in der jetzt üblichen Reihenfolge. Drei der Novellen, die Nr. 11, 44 und 46, sind jedoch gegen andere Erzählungen ausgetauscht. Es ist möglich, dass diese drei Novellen zu derb waren, zumal alle drei die Franziskaner lächerlich machen. Außerdem nahm der Herausgeber Pierre Gruget, wie oben gezeigt, etliche Kürzungen vor, wenn die Manuskriptvorlage ihm zu protestantisch vorkam. Nichts desto weniger erhob Gruget  den Anspruch auf Vollständigkeit und Korrektheit. Er gab als erster den Novellen den heute üblichen Titel, Heptameron, und gab den Namen ihrer Verfasserin an:
„L´Heptaméron des Nouvelles de très illustre et très excellente Princesse Marguerite de Valois, Royne de Navarre, remis en son vray ordre, confus auparavent en sa première impression, et dédié à très illustre et très vertueuse Princesse Jeanne de Foix, Royne de Navarre. Ed. Pierre Gruget, Paris J. Caveillier, 1559“ ( = Das Siebentagewerk der Novellen der hochberühmten Exzellenz, die Prinzessin Marguerite de Valois, Königin von Navarra, wieder in seiner richtigen Ordnung gebracht, die in seiner ersten Ausgabe verdorben worden war, und gewidmet der hochberühmten und tugendhaften Prinzessin Jeanne de Foix, Königin von Navarra durch P. Gruget).
Diese Ausgabe wurde nochmals 1560 gedruckt und war während der folgenden Jahrhunderte die bekannte Ausgabe des Heptamerons.

Im 19. und 20. Jahrhundert gab man die Manuskripte heraus, um eine Text zu erhalten, der näher am Original war. Die am meisten benutzte Ausgabe ist die von Michel François, erste Ausgabe 1943. Andere Forscher druckten andere Manuskripte, so Yves Le Hir und Renja Salminen.

Die von mir benutzte Ausgabe ist von Nicole Cazauran und Sylvie Lefèvre, die den Text von Gruget zu Grunde legt, aber die Auslassungen und Änderungen angibt:

Marguerite de Navarre: L´Heptaméron, Édition présentée et annotée par Nicole Cazauran, Texte établi par Sylvie Lefèvre, Paris, Gallimard, 2000


Merete Nielsen, Göttingen
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Religiöse Aspekte in den Novellen der Marguerite d'Angoulême, Königin von Navarra (1492–1549)

Von Merete Nielsen, Göttingen