1182 Vertreibung des Petrus Valdes
Die Waldenser verbreiten sich in Südfrankreich und Oberitalien. Während der Reformation schließen sie sich dem reformierten Bekenntnis an.
1415 Verbrennung von Jan Hus
Verbrennung von Jan Hus (1369–1415) als Irrlehrer beim Konzil von Konstanz. Aus den sog. ›Hussiten‹ entwickeln sich verschiedene hussitische Bewegungen, die sich später teilweise der reformierten Kirche anschließen.
1517 Die 95 Thesen Martin Luthers
Die Thesen und Frühschriften Luthers werden in ganz Europa gelesen und führen zu ersten reformatorischen Auseinandersetzungen.
1519 Amtsantritt Huldrych Zwinglis
Zwingli beginnt seinen Dienst als Leutpriester in Zürich und verbindet eigene Ansätze mit den Ideen Luthers.
1522 Wurstessen in Zürich
Der gezielte Verstoß Zürcher Bürger (u. a. Zwinglis) gegen das Fastengebot in der Passionszeit führt zu ersten reformatorischen Auseinandersetzungen in Zürich.
1523 Zürcher Disputation
In zwei Disputationen im Zürcher Rathaus kann Zwingli den Stadtrat von der Reformation überzeugen. Der Stadtrat ordnet die Umsetzung erster Reformen an.
1529 Marburger Religionsgespräch
Zwingli und Luther entzweiten sich im Blick auf das Verständnis des Abendmahls. Infolge des Streites kommt es trotz zahlreicher Bemühungen zur Bildung zweier getrennter Konfessionen – den lutherischen und reformierten Kirchen.
1531 Tod Zwinglis
Heinrich Bullinger (1504–1575) wird Zwinglis Nachfolger.
1536 Institutio Jean Calvins
Calvin veröffentlicht die 1. Auflage seines Hauptwerks. Im Vorwort an König François I. rechtfertigt er das Anliegen der französischen Protestanten.
1538 Calvin in Straßburg
Martin Bucer (1491–1551) holt den aus Genf vertriebenen Calvin nach Straßburg und wird zu seinem theologischen Lehrer. 1541 kehrt Calvin nach Genf zurück.
1549 Consensus Tigurinus
Calvin und Bullinger einigen sich auf ein gemeinsames Abendmahlsverständnis. Der ›Zürcher Konsens‹ trägt wesentlich zur Entstehung der ›reformierten‹ Konfession bei.
1555 Augsburger Religionsfrieden
Nach dem Schmalkaldischen Krieg kommt es zur reichsrechtlichen Anerkennung der lutherischen Konfession und damit zur Spaltung der westlichen Christenheit. Die Reformierten sind von dem Religionsfrieden ausgeschlossen.
1559 Genfer Akademie
Calvin gründet die Akademie, die zum Vorbild reformierter Akademien in ganz Europa wird. Théodor de Bèze (1519–1605) wird deren erster Rektor.
1562 Massaker von Vassy
Der katholische Herzog François de Guise (1519–63) verübt mit seinen Truppen ein Blutbad bei einem nicht genehmigten reformierten Gottesdienst. Das Massaker markiert den Beginn der ›Hugenottenkriege‹ in Frankreich (1562–98).
1563 Heidelberger Katechismus
Kurfürst Friedrich III. wendet sich dem Calvinismus zu und gibt für die Pfalz einen Katechismus in Auftrag, der zu der bedeutendsten Bekenntnisschrift der Reformierten wird.
1566 Zweites Helvetisches Bekenntnis
Das von Bullinger privat verfasste Bekenntnis schafft einen weitgehenden Konsens der Schweizer Reformierten und trägt zu deren Einigung bei. Viele reformierte Kirchen in Europa übernehmen es.
1572 Bartholomäusnacht
Anlässlich der Hochzeit des späteren Königs Henri IV. (1553–1610) werden in Paris 3.000 hugenottische Gäste und anschließend in ganz Frankreich nochmals 20.000 Hugenotten ermordet. Durch die Tötung vieler hugenottischer Adliger sind die französischen Protestanten nachhaltig geschwächt. Viele verlassen das Land.
1598 Edikt von Nantes
Das Toleranzedikt von Henri IV. (1553–1610) beendet die ›Hugenottenkriege‹ und stellt Katholiken und Protestanten in zivilrechtlicher Hinsicht gleich; die Ausübung des reformierten Glaubens bleibt jedoch eingeschränkt.
1618 Dordrechter Synode
Niederländische Synode, bei der die innerreformierten Streitigkeiten um die Prädestinationslehre entschieden werden. Die Synode ist ein entscheidendes Datum der reformierten Orthodoxie.
1648 Westfälischer Friede
Europäischer Friedensvertrag, der den 30-jährigen Krieg beendet. Neben Katholiken und Lutheranern werden die Reformierten erstmals reichsrechtlich als dritte Konfession anerkannt.
1685 Edikt von Fontainebleau
Durch Louis XIV. (1638–1715) wird das Edikt von Nantes aufgehoben. Es kommt zum Verbot des reformierten Glaubens in Frankreich. In den Folgejahren verlassen etwa 160.000 Hugenotten das Land.