Reformierte Liturgie in neuer Fassung beschlossen

Veröffentlichung für 2026 geplant

Die Reformierte Liturgie, seit 1999 Grundlage reformierter Gottesdienstgestaltung, erscheint bald in neuer Form. Nach einer mehrjährigen Überarbeitung unter Beteiligung von Gemeinden, Arbeitsgruppen und Nutzerinnen und Nutzern hat die Projektgruppe nun die neue Fassung verabschiedet.

Es ist beschlossen: Im Frühjahr 2026 wird die Neuauflage der Reformierten Liturgie für die reformierten Gemeinden der Landeskirche einzuführen und ihre Verwendung in Gottesdiensten empfohlen. Damit wird die bisherige Ausgabe von 1999 ersetzt. 

Die Überarbeitung der Liturgie wurde vor fünf Jahren auf Initiative des Moderamens des Reformierten Bundes begonnen, der auch Herausgeber ist. In den letzten dreieinhalb Jahren leiteten Pfarrerin Dr. Annette Müller und Pastorin Barbara Schenck das Projekt. Anlass war zunächst die Notwendigkeit, liturgische Texte an neue Entwicklungen – insbesondere die kirchliche Trauung gleichgeschlechtlicher Paare – anzupassen. Zudem spiegeln Gebetssprache und Themen heute andere gesellschaftliche und geistliche Erfahrungen wider. Ziel war keine völlige Neufassung, sondern eine behutsame Fortschreibung und Aktualisierung.

Das neue Werk bleibt eine Komplettagende mit dem Schwerpunkt auf dem reformierten Gemeindegottesdienst. Es enthält Gestaltungen für Predigt-, Tauf-, Abendmahls-, Trau-, Konfirmations- und Bestattungsgottesdienste sowie umfangreiche Gebetssammlungen für das Kirchenjahr und besondere Anlässe. Neu sind kürzere liturgische Formate, ökumenische Gottesdienste und eine stärkere internationale Perspektive.

Die Überarbeitung erfolgte in enger ökumenischer Zusammenarbeit: Vertreter*innen reformierter und unierter Landeskirchen aus Deutschland, der Schweiz und weiteren reformierten Kirchen diskutierten und entwickelten Texte gemeinsam weiter. Alle Entwürfe durchliefen ein Resonanzverfahren, in dem Rückmeldungen eingearbeitet wurden. 2024 wurde eine Erprobungsfassung in reformierten Gemeinden im deutschsprachigen Raum eingeführt; die Rückmeldungen flossen bis Mitte 2025 in die Endfassung ein.

Gegenüber der Testversion kamen neue Elemente hinzu, darunter Sakristeigebete, Texte zur Segnung von Kindern, Abendmahl mit Kindern, Trauerfeiern für Nichtkirchenmitglieder, ein Segensgottesdienst für interprofessionelle Teams, Gebete für Synodaleinführungen, liturgische Formen aus charismatischen und afrikanischen Traditionen sowie zusätzliche Gebete jüngerer Autor*innen. Die liturgiedidaktischen Einleitungen wurden erweitert und präzisiert.

Nach den Beschlüssen der beteiligten Synoden wird der Druck der Reformierten Liturgie 2026 beauftragt. Sie soll Pfarrerinnen, Prädikantinnen, Lektorinnen, Presbyterinnen und anderen liturgisch Verantwortlichen als verbindliche Grundlage für die Vorbereitung und Feier reformierter Gottesdienste dienen.


RB