von Johannes Calvin

''... daß das Evangelium wie ein Blitz im Augenblick seines Aufzuckens von einem Pol der Erde bis zum andern drang; damit beweist Christus nicht von ungefähr seine himmlische Herrlichkeit. Und indem er ein solches Bild von der Größe seines Reiches entwarf, wollte er zeigen, daß auch die Zerstörung Judäas seine Herrschaft nicht zu hindern vermochte.''
von Johannes Calvin

''Zweifellos schätzen alle in ihrem Urteil die Glückseligkeit nach den gegenwärtigen Verhältnissen ein. Christus stellt diese verkehrte Ansicht richtig, als ob die glücklich seien, denen es jetzt, nach dem Fleisch, gut und wunschgemäß geht''
von Johannes Calvin

''In zwei Hauptgedanken faßt Christus das ganze Thema zusammen: Die Ordnung der Schöpfung müsse als Gesetz gelten; nach ihr hat ein Mann seiner Ehefrau das ganze Leben Treue zu halten. Die Ehescheidungen aber seien gestattet, nicht weil sie etwa erlaubt wären, sondern weil man es mit einem starrköpfigen, unbelehrbaren Volk zu tun hatte.''
von Johannes Calvin

''Je nachdem, wie Christus sich dem Verständnis der Menschen anpaßt, offenbart er bald seine Gottheit vor aller Augen und nimmt für sich in Anspruch, was Gott zusteht, bald gibt er sich damit zufrieden, als Mensch zu handeln, und überlaßt die ganze Ehre der Gottheit, dem Vater. Beides verbindet der Evangelist hier aufs beste in einem Wort, indem er sagt, Christus werde vom Vater erhört, aber er danke ihm, damit die Menschen wüßten, er sei vom Vater gesandt.''
von Johannes Calvin

''Wir wissen ja, daß sich die Evangelisten gar nicht so sehr darum kümmern, was Christus alles getan hat; im Gegenteil, sie sind bei der Erzählung von Wundern so sparsam, daß sie nur auf wenige Beispiele eingehen. Markus hielt darum ein Beispiel für genügend, in dem Christi Macht genauso deutlich wird wie in all den übrigen dieser Art, die wenig später folgten.''
von Johannes Calvin

''Wenn es jemandem jedoch befremdlich vorkommt, daß Christus hier über einen Mißstand Schmerz empfindet, dem er hätte abhelfen können, so ist leicht darauf zu antworten. Wie er aus dem Himmel zu uns kam, um in der Gestalt menschlichen Fleisches Zeuge und Diener des göttlichen Heils zu sein, so hat er auch, ganz unsere menschlichen Empfindungen angenommen, soweit das mit dem übernommenen Auftrag zusammenhing.''
von Johannes Calvin

''… so wird hier deutlich, daß ohne offene, grobe Beleidigung Gottes der freie Wille nicht gepriesen werden kann; als ob seine Tugend die guten Werke ganz oder teilweise hervorbrächte. Andererseits ist zu beachten, wie wohlwollend Gott mit uns handelt: er nennt unsere Werke gut, wo doch von Rechts wegen alles Lob ihm gebührt.''
von Johannes Calvin

''Christus erwählte sich schwerfällige, einfältige Leute, die genauso wenig gebildet wie in der Verkündigung erfahren waren. Er wollte sie ausbilden, ja, er wollte ihren Geist mit seiner Gnade erneuern, damit sie allen Weisen der Welt überlegen wären. Denn auf diese Art wollte er den Hochmut des Fleisches demütigen und an ihnen ein besonderes Beispiel für die geistliche Gnade geben''
von Johannes Calvin

"In der Person des Nikodemus stellt uns jetzt der Evangelist vor Augen, wie flüchtig und hinfällig der Glaube der Leute war, die der Wunder wegen plötzlich Christus die Ehre gegeben hatten."
von Johannes Calvin

„Und wenn die ganze Welt lärmt und tobt, besteht unser einziger Schutz ohne Zweifel darin, daß durch den Heiligen Geist Gottes Wahrheit in unsere Herzen gesenkt ist und verächtlich auf alles herabschaut, was der Welt angehört.“
von Johannes Calvin

''So erinnert auch Augustin sehr klug daran, daß nicht petra, der Fels, von Petrus abgeleitet wurde, sondern daß Petrus von petra herkommt, so wie wir Christen alle unseren Namen von Christus haben. Um mich kurz zu fassen: Wir halten uns unbeirrt an das Wort des Paulus (1. Kor. 3, 11), daß die Gemeinde außer Christus allein keinen andern Grund haben kann''.
von Johannes Calvin

''Die Worte scheinen zu besagen, daß Gott uns erst dann zu lieben beginnt, wenn wir Christus liebgewonnen haben. Daraus aber würde folgen, daß wir selbst den Anfang unseres Heils wirken, weil wir der Gnade Gottes zuvorkommen. Diesem Satz widersprechen aber sehr viele Zeugnisse der Schrift. Gottes Verheißung lautet: Ich werde bewirken, daß sie mich lieben. Und Johannes sagt: Nicht, als ob wir ihn zuerst geliebt hätten (1. Joh. 4, 10) … nichts ist gewisser als diese Lehre: daß Gott ruft, was nicht ist; daß er Tote auferweckt; daß er Menschen, die ihm fernstehen, an sich bindet; daß er aus steinernen Herzen fleischerne macht, daß er denen erscheint, die ihn nicht suchen.''
Von Johannes Calvin

''Ich preise dich, Vater.'' Mit diesen Worten bezeugt er, daß er mit jenem Beschluß des Vaters einverstanden sei, der doch von unserem menschlichen Urteil so weit abweicht. Denn diesem Lob, das er an den Vater richtet, liegt zwischen den Zeilen der Gegensatz zugrunde; es fällt dadurch Licht auf die böswilligen Störversuche und auch auf das unverschämte Bellen der Welt.
von Johannes Calvin

"Wenn Christus übrigens die Apostel an seine Stelle treten lässt, so bedeutet das nicht seinen Verzicht auf das oberste Lehramt: er allein sollte es nach dem Willen des Vaters innehaben. Persönlich bleibt er der einzige Lehrer der Kirche und wird es ewig bleiben..."
von Johannes Calvin

"Darum müssen auch heute noch Mose und die Propheten als Vorläufer für uns wichtig sein, damit Christus uns durchs Evangelium offenbar wird. Es ist wichtig, die Leser daran zu erinnern, damit sie nicht Schwärmern ihr Ohr leihen, die durch Beiseitelassen von Gesetz und Propheten das Evangelium in gottloser Weise verstümmeln."
von Johannes Calvin

"Nun sind wir an den letzten Punkt unserer Erlösung gekommen. Denn die lebendige Zuversicht, daß wir mit Gott versöhnt sind, entspringt daraus, daß Christus als der Überwinder des Todes aus dem Totenreich wiederauftauchte, um zu zeigen, daß er die Macht über das neue Leben besitzt."
von Johannes Calvin

''Übrigens besteht der Ruf Hosianna aus zwei hebräischen Worten und bedeutet soviel wie „Errette" oder „Heile doch bitte". Mit Absicht aber behielten die Evangelisten, obwohl sie doch Griechisch schrieben, das hebräische Wort bei, um deutlicher zu machen, daß die Menge sich einer feierlichen Gebetsformel bedient habe, die zuerst von David überliefert und in ununterbrochener Folge der Geschlechter vom Volke Gottes übernommen war ...''
von Johannes Calvin

''Ich meine dazu, daß, genau betrachtet, auch die Könige eigentlich nach Recht und Gesetz nicht herrschen, sondern nur dienen dürften. Doch darin unterscheidet sich gerade das Apostelamt von irdischer Herrschaft, daß Könige und Behörden trotz ihres Dienens nicht daran gehindert werden, auch zu herrschen und mit prächtigem Glanz und Pomp über ihre Untertanen erhaben zu sein.''
Was uns der Sohn Gottes durch die Frauen am Grab lehrt

Jesus Christus machte Frauen zu Lehrmeisterinnen der Jünger und lehrt uns damit, „von Gott gesandtes Zeugnis anzunehmen, auch wenn die verkündenden Menschen niedern Standes, ohne Ansehen und Weltruf sind.“ Aus einer Osterpredigt von Johannes Calvin
von Johannes Calvin

''Einige Leute erwägen bei dem Wort 'Eckstein' tiefsinnig, Christus werde darum als Eckpunkt gesetzt, weil er zwei verschiedene Mauern, nämlich die Heiden und die Juden, miteinander verbinde. Meiner Ansicht nach wollte David nur feststellen, daß ein Eckstein die Hauptlast eines Gebäudes trägt.''
von Johannes Calvin

''Die Leute, die heute vierzig Tage lang täglich fasten, stellen sich vor, sie folgten damit Christus nach. Sie stopfen sich den Magen beim Frühstück so voll, daß sie mühelos die übrigen Mahlzeiten ohne Nahrungsaufnahme übergehen können. Worin soll dann ihre Ähnlichkeit mit dem Sohn Gottes bestehen?''
von Johannes Calvin

''Diese tödliche Seuche herrscht überall in der Welt, daß die Menschen wahnsinnig sind in unersättlicher Gier nach Besitz. Christus zeiht sie wahrlich der Torheit, weil sie ihr Glück, die in so viel Mühe angehäuften Reichtümer, den Würmern und dem Rost darbieten, den Dieben zur Beute ausliefern.''
von Johannes Calvin

"Ich leugne nicht, daß ihre Kunst den Weisen hilfreich war. Aber ohne eine neue und außerordentliche Offen­barung hätte sie ihnen nicht genügen können..."
von Johannes Calvin

"...Die Engel reden nicht von dem äußeren Frieden der Men­schen untereinander, sondern dann ist Friede auf Erden, wenn die Menschen mit Gott versöhnt sind und damit in ihrem Herzen Frieden haben."
Von Johannes Calvin

... Jetzt begreifen wir, weshalb Maria sagt, Gott stoße die Gewaltigen vom Thron und erhebe die Schwachen. Sie will nämlich zeigen, daß die Welt nicht durch den blinden Drang des Zufalls bewegt werde, sondern daß aller Wechsel, den wir sehen, unter der Vorsehung Gottes steht; daß Gott zu­gleich nach seiner wunderbaren Güte maßhält in seinen Gerichten ...
Gebete Calvins

''Allmächtiger Gott! Wir sind ferne von dir auf der Pilgerschaft; so wollest du uns verleihen, dass wir dennoch, durch dein Wort unterwiesen, den rechten Weg innehalten ...''
''Kraft vom Himmel erflehen''

Als aber Jesus sah, dass er traurig geworden war, sprach er: Wie schwer kommen die Reichen in das Reich Gottes! 25 Denn es ist leichter, dass ein Kamel durch ein Nadelöhr gehe, als dass ein Reicher in das Reich Gottes komme. 26 Da sprachen, die das hörten: Wer kann dann selig werden? 27 Er aber sprach: Was bei den Menschen unmöglich ist, das ist bei Gott möglich. Lukas 18, 24-27
Johannes 14,19 - ausgelegt von Johannes Calvin

''Es ist noch eine kleine Zeit, dann wird mich die Welt nicht mehr sehen. Ihr aber sollt mich sehen, denn ich lebe und ihr sollt auch leben. An jenem Tage werdet ihr erkennen, dass ich in meinem Vater bin und ihr in mir und ich in euch.'' Johannes 14, 19f.
Von Johannes Calvin

'' ...wenn (das Evangelium) von einem Großteil der Menschen verschmäht wird, so brauchen wir uns gar nicht darüber zu wundern, denn von hundert gibt es kaum einen, der sich nicht in falschem Selbstvertrauen bespiegelt.''
Von Johannes Calvin

''Wie im Frühling die Bäume lange nicht so stark erscheinen wie im Winter, wenn sie von eisiger Kälte erstarrt sind ... so ist es auch mit der Kirche: mögen Bedrängnisse auch den Anschein haben, als könnten sie sie aufweichen, nichts kann ihrer Kraft Widerstand leisten.''
Mit Johannes Calvin durch das Kirchenjahr 2008/09

''Damit also das ärmliche Auftreten Christi nicht zum Hindernis für uns wird, daß wir in diesem Schauspiel seine geistliche Herrschaft erkennen, soll uns diese himmlische Weissagung (Sacharja 9,9) vor Augen stehen, womit Gott seinen Sohn auch in dieser häßlichen Bettlergestalt mehr geschmückt hat, als wenn alle Abzeichen von Königen an ihm geprangt hätten. Ohne diese Würze würde uns diese Geschichte niemals geschmeckt haben.''