Gebet
Tagesaktuelles Gebet
Gott, du Quelle des Lebens! / Wieviel Gutes könnte ich aufzählen, / das du mir getan hast. / Kein Tag vergeht ohne dein Geleit. / In jeder Stunde bist du mir nahe / mein Leben lang. / Von allen Seiten umgibst du mich / und hältst deine Hand über mir. / Aber wie oft verstellt der Betrieb des Alltags / mir den Blick für deine tägliche Güte, / und erst bei besonderen Anlässen merke ich, / wie wichtig du für mein Leben bist. / Warum entdecke ich erst in Krankheit und Not, / was es bedeutet, / jeden Morgen aufstehen zu können / und das zu tun, was ich gewohnt bin. / Kummer und Angst bleiben mir nicht erspart, / doch du lässt mich erfahren, / dass du mich auch dann nicht loslässt. / Du lässt mir Worte zukommen, die mich aufrichten, / und Menschen, die mich trösten. / Und wenn ich zurückschaue, / kann ich nur sagen: Es ist wie ein Wunder, / dass es mit mir nicht aus und vorbei ist. / Es ist wie eine kleine Auferstehung, / dass ich mich wieder am Leben freuen kann / und an jedem neuen Tag. / Ja, ich habe Grund genug, / dich täglich zu loben. / Deine Wohltaten an mir / kann ich gar nicht alle aufzählen. / Vergib mir, Herr, wenn ich das vergaß, / und lass es mir jetzt / und für immer vor Augen stehen. Amen.
RefLit
Hüter des Lebens, / du siehst, / wie oft wir uns verloren fühlen: / in einer Zeit, / in der alles möglichst schnell gehen muss, / in einer Gesellschaft, / die gnadenlos urteilt über Menschen, / in einer Welt, / deren Probleme uns immer mehr fordern. / / Du weißt, / wie leicht wir uns verirren / in trübe Gedanken, / die jede Hoffnung lähmen, / oder in großartige Reden, / die zu keinen Taten führen. / / Wir bitten dich: / Suche uns, / wenn wir nicht mehr wissen, / wohin wir gehören. / Finde uns auf den Irrwegen, / die uns wegführen von deinem Willen. / Verliere nicht die Geduld mit uns!
SB
Gott, es gibt so viel ungestillte Sehnsucht, / Sehnsucht nach Beachtung, nach Anerkennung, nach Liebe, / Sehnsucht nach dir. / Es gibt so viele unbeantwortete Fragen, / Fragen nach dem Sinn des Lebens / und nach dem Sinn unbegreiflichen Sterbens, / Fragen nach unserer Zukunft, / Fragen nach dir. / Es gibt so viel Schuld, / Schuld, die wir wissen, / Schuld, die wir verdrängen, / Schuld, die uns verzweifeln lässt, / weil sie uns trennt von anderen Menschen / und von dir. / Gott, wir bitten dich, / sieh uns an, / sieh hinter die Masken, die wir tragen, / und trenne dich nicht von uns. Amen
RefLit
Gnädiger Gott, / du setzst alles daran, / dass wir unseres Lebens froh werden / und uns freuen an dir. / Du umgibst uns mit deiner Liebe, / du vertreibst unsere Angst, / eigenen und fremden Ansprüchen / nicht zu genügen, / denn du kündigst uns die Freundschaft niemals auf, / auch wenn wir versagen und dich enttäuschen. / / Gott, mach uns zu einem Spiegel deiner Liebe / und unsere Gemeinde zu einem Ort, / der vielen gut tut, / weil sie in der Gemeinschaft unter deinem Wort / stärker, mutiger und fröhlicher werden, / als sie es vorher waren / und sich den Problemen des Alltags besser gewachsen fühlen / durch deinen Zuspruch.
SB
Allmächtiger Gott, / in dir ist Gelassenheit, Frieden und Eintracht. / Wir bitten dich, / überwinde du die Schranken, / die deine Kinder voneinander trennen, / und befähige sie, / die Eintracht des Geistes durch das Band des Friedens zu / bewahren. / In allen Unterschieden der Erkenntnis und des Glaubens / und in aller Verschiedenheit unseres Denkens / lass uns eins werden in geschwisterlicher Liebe / und in Hingabe an deinen heiligen Willen. / Befreie uns von aller Blindheit und von allem Vorurteil, / von allem Aufruhr und von bösen Worten, / damit wir durch die Nächstenliebe / in unserem ganzen Wesen, Denken und Leben / die Macht und Herrlichkeit des Glaubens, den wir bekennen, / zum Vorschein bringen, / zur Ehre deines heiligen Namens, / durch Jesus Christus, unseren Herrn.
RefLit
Herr der Welt, / wo bist du in den blutigen Konflikten, / die an so vielen Orten toben? / Wo zeigst du deine Macht / und dein Erbarmen? / Siehst du nicht das Leiden der Opfer? / Rühren dich nicht die Tränen der Kinder, / die unsägliches Grauen erleben? / Gott, verbirg deine Güte nicht vor uns! / Lass nicht alles so weiter gehen! / Stopfe den Hasspredigern aller Religionen das Maul! / Mach dem Gemetzel der Fanatiker überall ein Ende! / Lass nicht zu, dass Krieg und Zerstörung um sich greifen, / und so viele Unschuldige sterben! / Gott, du hast versprochen, / die Gebete der Deinen zu hören: / Verschließ deine Ohren nicht / vor den Klagen der verfolgten Christen! / Gib sie nicht ihren Feinden preis! / Erbarme dich aller, die in Ängsten leben! / / Steh auf, Gott! / Bringe die Menschheit zur Besinnung! / Schaffe Frieden auf unserer Erde!
SB
Geist Gottes, leiser, zärtlicher Atem / und starker kräftiger Sturmwind, / komm und belebe uns neu. / Geist Gottes, fege hinein in unser Leben und unsere Kirche, / fege hinweg, was darin falsch und verlogen ist. / Geist Gottes, kehre in uns ein, / damit wir einsehen, wo wir umkehren und neu anfangen müssen. / Geist Gottes, leuchte uns, / damit wir klar sehen, wo unser Licht und unser Dunkel ist. / Geist Gottes, entzünde uns neu, / damit das Feuer in uns wieder brennen kann / und der Funke überspringt, auf den es ankommt. / Geist Gottes, berate uns gut, / damit wir erkennen, was zu tun und zu lassen ist. / Geist Gottes, treib uns an, / damit wir neuen Antrieb in uns haben. / Geist Gottes, beflügele uns, / damit wir es wagen zu träumen / und uns trauen zu kämpfen. Amen.
RefLit
Du Gott der Wahrheit / so offen würden wir niemals behaupten, / wir seien so sicher, was richtig ist / und was falsch im Glauben. / Als Suchende möchten wir uns sehen, / als Menschen, die offen sind zu lernen. / Aber oft lassen auch wir / nur unseren eigenen Glaubensweg gelten / und ohne zu merken werden wir, / was wir anderen unterstellen: / selbstgerecht und intolerant. / Gott, dein Wort leuchte uns heraus / aus allen frommen Lebenslügen / und leite uns in Wahrheit / zu dir.
SB
Gott, Ewiger! / Mose hat Dich gesehen. / Wir sehen dich nicht. / Aber wir hören dich. / Deine Weisungen legst Du uns ans Herz. //
Und wenn das Herz hart geworden ist / und verschlossen oder ängstlich und blass, / wenn es kalt geworden ist / und blutleer oder vergiftet und böse - / dann, barmherziger, gütiger Gott - / dann verzeih uns / und gib uns ein neuen Herz, / ein besseres, ein weicheres, ein reines, / das dir gehört. / Amen.
Jürgen Kaiser, Berlin
