'Genosse Pfarrer': Der politische Karl Barth

Symposium in der Friedrich-Ebert-Stiftung Bonn – 130 Gäste

© Johannes Voigtländer

Gemeinsam mit der Friedrich-Ebertstiftung und der EKD lud der Reformierte Bund im Rahmen des Karl-Barths-Jahrs 2019 mehrere Prominente, um über das Verhältnis von Politik und Kirche zu diskutieren.

Nach einer feierlichen Begrüßung durch den Vorsitzenden der Friedrich-Ebert-Stiftung Kurt Beck (SPD, Ministerpräsident a.D.) und den Moderators des Reformierten Bundes Martin Engels fanden vergangenen Donnerstag und Freitag mehrere Vorträge und Diskussionen um Karl Barth und seine Positionen in seiner politischen Bedeutung statt. Dabei ging es insbesondere um die Frage, was die Gesellschaft, stellvertretend die Politik, von der Kirche erwartet und umgekehrt, was die Kirche heute von der Politik erwartet. Gemeinsam mit Politiker_innen und Kirchenvertreter_innen wird das Gespräch geführt.

Zu Gast war u.a. Wolfgang Thierse (SPD, Bundestagspräsident a. D.), mit einem Vortrage zum „Verhältnis von Politik von Kirche, von Bürgergemeinde und Christengemeinde“. Außerdem Präses Annette Kurschus, stellvertretende Ratsvorsitzende der EKD, die in ihrem Vortrag über das „Verhältnis von Kirche und Politik, von Rechtfertigung und Recht“ sprach. Kurschus warnte davor, Gott in menschliche Kategorien zu zwängen und ihn für eigene Vorlieben zu instrumentalisieren: „Gott ist nicht der engelumschwebte, vollbartberauschte Inbegriff des je aktuellen common sense darüber, was menschlich, vernünftig oder machbar sei.“ Gott sei unbequem, gerade und zuerst für die Kirchen. „Gott, der Erhabene, ist zugleich der Menschenfreundliche und – so glauben wir Christen – der Menschgewordene.“



Im Anschluss diskutierten mehrere Experten zur der Frage: Was erwartet die Gesellschaft heute von der Kirche? Und: Was erwartet die Kirche heute von der Politik? Beteiligt waren Kurt Beck, Prälat Dr. Martin Dutzmann (Bevollmächtigter des Rates der EKD), Angelica Dinger (AK Christen_innen in der SPD), Jessica Rosenthal (Vorsitzende Jusos NRW), Kirchenpräsident Christian Schad (Vorsitzender der UEK) und Martina Wasserloos-Strunk (Präsidentin des europäischen Gebiets der Weltgemeinschaft reformierter Kirchen).

Am Freitag gingen die Vorträge vertiefter auf die Positionen Karl Barths zum Verhältnis von Kirche und Politik ein, mit einem einleitenden Vortrag von Dr. Johannes Voigtländer (Karl-Barth-Beauftragter des Reformierten Bundes) zum Thema „Karl Barth für Nichttheologen“. Dr. Ulrich Peter sprach über Karl Barths „Positionierung zur Politik in Deutschland“. Dr. Hartmut Ruddies diskutierte im Anschluss mit den Teilnehmern zum Thema „Karl Barth und der Sozialismus – Auf dem Weg zu einer „besseren Gerechtigkeit““.



Begleitet wurde das Programm durch eine Stadtführung durch Bonn, auf den Spuren Karl Barths. Michael Schwyter gab außerdem mit seinem TransportTheater eine Kostprobe von seiner Inszenierung des Lebens von Karl Barth.

Die Tagung fand im Rahmen des Karl-Barthes 2019 statt. Zum 50. Todestag des Schweizer evangelischen Theologen sind mehrere Tagungen und Symposien an Barths (1886-1968) historischen Wirkungsorten in Deutschland und der Schweiz geplant. Weitere Informationen finden Sie hier.


ime/RB
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