'In dir ist Freude in allem Leide'

Gottesdienst am Küchentisch am 17. Januar 2021 (2. Sonntag nach Epiphanias)


© Pixabay

Kathrin Oxen

Wo zwei oder drei versammelt sind, da ist Jesus Christus mitten unter ihnen. Gott sei Dank. Das heißt: Auch, wenn derzeit nicht wie gewohnt Gottesdienste stattfinden, wird überall auf der Welt weiter gebetet, gesungen, hört Gott zu und ist nah. Wir möchten Ihnen hier ein paar Anregungen geben, wie Sie diese Zeit gestalten können.

Was man braucht: Mindestens eine Person. Eine Kerze. Eine Bibel. Vielleicht ein Gesangbuch. Ein kleiner Tipp: Es fällt leichter, wenn man sich einen festen Zeitpunkt setzt. Zum Beispiel am Sonntagmorgen.

Zu Beginn: Kerze anzünden

Eine*r:
Die Glocken läuten und laden ein zum Gebet. Jesus sagt: „Wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, da bin ich mitten unter ihnen.“ – Wir sind versammelt. An unterschiedlichen Orten, zu unterschiedlichen Zeiten, miteinander verbunden über alle Entfernung. Im Namen Gottes, des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes.

Alle:
Amen.

Gebet zum Eingang

Eine*r:
Lasst uns beten:

Gott, es ist schwer, in das Lob der Psalmen miteinzustimmen.
Sie besingen deine Treue zu Israel,
sie preisen dich für die Wunder,
mit denen du dein Volk gerettet hast,
sie rufen auf zur Hoffnung auf dich.
Das wird uns schwer in diesen Tagen.
Aber auch dein geliebtes Volk ist durch Wüstenzeiten gegangen.
Ihr Vertrauen auf dich soll uns Vorbild sein.
Du bist unser Gott und du gedenkst ewiglich an deinen Bund.
Amen

Psalmgebet Psalm 105 (Bereimung von Matthias Jorissen)

Eine*r:
Dank, dank dem HERRN, du, Jakobs Same,
denn hoch und herrlich ist sein Name.
Geht, kündigt allen Völkern an
die Taten, die sein Arm getan.
Singt, spielt und redet froh von ihm,
dass alles seine Wunder rühm.

Alle:
Sein Nam ist heilig, preist ihn, rühmet,
freut euch des Namens, wie’s euch ziemet.
Gott, der euch sich zum Volke schafft,
ist euer Leben, Licht und Kraft.
Wer je nach dem Erbarmer fragt,
des Herz sei froh und unverzagt.

Eine*r:
Fragt nach dem HERRN und seiner Stärke,
der HERR ist groß in seinem Werke.
Sucht doch sein freundlich Angesicht:
Den, der ihn sucht, verlässt er nicht.
Denkt an die Wunder, die er tat,
und was sein Mund versprochen hat.

Alle:
Er will stets seines Bunds gedenken,
nie wird er seine Treue kränken.
An tausend nach uns immerfort
erfüllt er sein Verheißungswort.
Der Bund, der Abrams Hoffnung war,
steht jetzt noch da unwandelbar.

Eine*r:
O seht, wie Gott sein Volk regieret,
aus Angst und Not zur Ruhe führet.
Er hilft, damit man immerdar
sein Recht und sein Gesetz bewahr.
Ja, wer ihn kennet, dient ihm gern.
Gelobet sei der Nam des HERRN!

Heute kann gesungen werden:
EG 74 O Jesus Christe, wahres Licht
oder EG 398 In dir ist Freude

Eine*r liest die alttestamentliche Lesung für den Sonntag: Jeremia 14, 1-9
Eine*r liest die Predigt zu Johannes 2, 1-11

Glaubensbekenntnis (nach Dietrich Bonhoeffer)

Ich glaube, dass Gott aus allem, auch aus dem Bösesten, Gutes entstehen lassen kann und will. Dafür braucht er Menschen, die sich alle Dinge zum Besten dienen lassen. Ich glaube, dass Gott uns in jeder Notlage soviel Widerstandskraft geben will, wie wir brauchen. Aber er gibt sie nicht im
Voraus, damit wir uns nicht auf uns selbst, sondern allein auf ihn verlassen. In solchem Glauben müsste alle Angst vor der Zukunft überwunden sein. Ich glaube, dass auch unsere Fehler und Irrtümer nicht vergeblich sind, und dass es Gott nicht schwerer ist, mit ihnen fertig zu werden, als mit unseren vermeintlichen Guttaten. Ich glaube, dass Gott kein zeitloses Schicksal ist, sondern dass er auf aufrichtige Gebete und verantwortliche Taten wartet und antwortet.

Fürbittengebet

„In dir ist Freude in allem Leide" -
darauf vertrauen wir, Gott.
Dein Wort sagt es uns zu.
Und wir entdecken Spuren deiner Güte.
Für die Menschen danken wir,
die unser Leben hell machen:
Freunde, die uns verstehen
und Vertraute, die uns begleiten.
Für sie und uns bitten wir,
dass Gott uns füreinander erhält
und unsere Freude bewahrt.
Über Menschen freuen wir uns,
die ein Hoffnungsschimmer sind für andere
durch ihr Lachen, durch ihr Reden,
auch durch ihr stilles Mittragen
oder ihren mutigen Einsatz,
gerade in diesen schwierigen Zeiten.
Für die Menschen bitten wir,
die aufeinander angewiesen sind
Wir leben von den Beziehungen, die wir haben,
egal, wie wir leben, allein, zu zweit, in Familie,
als Kinder, Eltern und Großeltern,
als Nachbarn nebenan oder als Kolleginnen und Kollegen im Beruf,
als Gesunde und Kranke, trostlos oder voll Hoffnung:
Gib, dass die Freude nicht versiegt.
Lass uns die Fülle erleben
auf unserem Weg miteinander.
Du bist unsere Freude, auch
noch an schweren Tagen.
Du gehst mit uns und bist unsere Hoffnung.
"Durch dich wir haben himmlische Gaben,
du der wahre Heiland bist".
Wir beten mit Jesu Worten:

Vater unser

Segen

Alle öffnen die Hände. Eine*r oder alle gemeinsam sagen:
Gott, segne uns und behüte uns.
Lass dein Angesicht leuchten über uns und sei uns gnädig.
Erhebe dein Angesicht auf uns und gib uns Frieden.
Amen.

Hier könnte man gut noch ein Lied singen, z.B. EG 66 Jesus ist kommen oder EG 171 Bewahre uns, Gott

Kerze auspusten

Nehmen Sie sich ein bisschen Zeit nach dem Gottesdienst. Widerstehen Sie der Versuchung, sofort zur Tagesordnung überzugehen. Vielleicht ist jetzt gerade eine gute Gelegenheit, weiter über das zu sprechen, was Sie bewegt.


Kathrin Oxen
Jeden Sonntag: Gemeinsam unterwegs in besonderen Zeiten - von Kathrin Oxen

In Pandemie-Zeiten dürfen in Kirchen in Deutschland Zusammenkünfte nur mit Einschränkung stattfinden. Der Gottesdienst aber geht weiter! Kathrin Oxen, Moderatorin des Reformierten Bundes, gibt Ihnen auf reformiert-info.de jeden Sonntag Materialien für den Gottesdienst für Zuhause, dazu eine aktuelle Predigt.