Lass es Weihnachten werden

Gottesdienst am Küchentisch. Auf der Couch. Oder sonstwo


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Von Kathrin Oxen

Wo zwei oder drei versammelt sind, da ist Jesus Christus mitten unter ihnen. Gott sei Dank. Das heißt: Auch, wenn derzeit nicht wie gewohnt Gottesdienste stattfinden, wird überall auf der Welt weiter gebetet, gesungen, hört Gott zu und ist nah. Wir möchten Ihnen hier ein paar Anregungen geben, wie Sie diese Zeit gestalten können.

Was man braucht: Mindestens eine Person. Eine Kerze. Eine Bibel. Vielleicht ein Gesangbuch. Ein kleiner Tipp: Es fällt leichter, wenn man sich einen festen Zeitpunkt setzt. Zum Beispiel am Sonntagmorgen.

Zu Beginn: Kerze anzünden

Eine*r:
Die Glocken läuten und laden ein zum Gebet. Jesus sagt: „Wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, da bin ich mitten unter ihnen.“ – Wir sind versammelt. An unterschiedlichen Orten, zu unterschiedlichen Zeiten, miteinander verbunden über alle Entfernung. Im Namen Gottes, des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes.

Alle:
Amen.

Eine*r:
Lasst uns beten:

Alle:
Du treuer Gott,
wie gut, dass aufgeschrieben ist, was du an Israel getan hast,
an Sara und Abraham und ihren Kindern und Kindeskindern.
Die ganze heilige Schrift ist unsere Quelle der Hoffnung
auf deine Gerechtigkeit und dein Erbarmen.
Wir stimmen ein in die alten Sätze von Sehnsucht,
vom Warten und nicht enden wollender Hoffnung.
Gott, du hörst das Seufzen der Bedrückten und ihr befreites Lachen.
Besuche uns in diesen Tagen, Gott,
so wie du Sara und Abraham besucht hast
und gib uns neue Hoffnung.
Amen.
(nach einer Vorlage von Sylvia Bukowski)

Psalmgebet
Magnificat (Lukas 1, 46-55)

Eine*r:
Und Maria sprach:

Alle:
Meine Seele erhebt den Herrn,
und mein Geist freut sich Gottes, meines Heilandes;
denn er hat die Niedrigkeit seiner Magd angesehen.

Eine*r:
Siehe, von nun an werden mich
selig preisen alle Kindeskinder.
Denn er hat große Dinge an mir getan,
der da mächtig ist und dessen Name heilig ist.

Alle:
Und seine Barmherzigkeit
währt von Geschlecht zu Geschlecht
bei denen, die ihn fürchten.
Er übt Gewalt mit seinem Arm
und zerstreut, die hoffärtig sind
in ihres Herzens Sinn.

Eine*r:
Er stößt die Gewaltigen
vom Thron und erhebt die Niedrigen.
Die Hungrigen füllt er mit Gütern
und lässt die Reichen leer ausgehen.

Alle:
Er gedenkt der Barmherzigkeit
und hilft seinem Diener Israel
auf, wie er geredet hat zu unsern
Vätern, Abraham und seinen
Kindern in Ewigkeit.

Heute kann gesungen werden: EG 9 Nun jauchzet all ihr Frommen
oder EG 19 O komm, o komm, du Morgenstern

Eine*r liest das Evangelium für den Sonntag: Lukas 1, 26-38

Eine*r liest die Predigt zu Gen 18, 1-2.9-15

Glaubensbekenntnis (nach Dietrich Bonhoeffer):

Ich glaube, dass Gott aus allem, auch aus dem Bösesten, Gutes entstehen lassen kann und will. Dafür braucht er Menschen, die sich alle Dinge zum Besten dienen lassen. Ich glaube, dass Gott uns in jeder Notlage soviel Widerstandskraft geben will, wie wir brauchen. Aber er gibt sie nicht im
Voraus, damit wir uns nicht auf uns selbst, sondern allein auf ihn verlassen. In solchem Glauben müsste alle Angst vor der Zukunft überwunden sein. Ich glaube, dass auch unsere Fehler und Irrtümer nicht vergeblich sind, und dass es Gott nicht schwerer ist, mit ihnen fertig zu werden, als mit unseren vermeintlichen Guttaten. Ich glaube, dass Gott kein zeitloses Schicksal ist, sondern dass er auf aufrichtige Gebete und verantwortliche Taten wartet und antwortet.

Fürbittengebet

In dieser Zeit bitten wir dich, Gott:
Lass es Weihnachten werden in uns,
dass wir dein Lob singen können wie Maria.
Lass es Weihnachten werden
für die vielen Kranken und auch für die Sterbenden.
Lass uns erkennen, dass du in die Welt gekommen bist,
um uns den Weg zu zeigen durch den Tod ins Leben.
Lass es Weihnachten werden
für die Gefangenen und Unterdrückten,
denen so viele Möglichkeiten genommen sind.
Lass uns erkennen, dass du Mensch geworden bist,
damit wir lernen, menschlich zu handeln.
Lass es Weihnachten werden
für die Hungernden und Armen
die Mangel leiden und sich nach Gerechtigkeit sehnen.
Lass uns erkennen, dass du unser Leben geteilt hast,
damit wir lernen zu teilen,
was wir zum Leben brauchen.
Lass es Weihnachten werden
für die Streitenden und Kämpfenden,
die so leicht dem Hass und der Gewalt verfallen.
Lass uns erkennen, dass mit deinem Kommen
der Frieden begonnen hat,
der zu allen Menschen kommen soll.
Lass es Weihnachten werden für die Schöpfung,
die dem Hochmut und der Gewalttätigkeit des Menschen unterworfen ist.
Lass uns erkennen, dass du gekommen bist,
um die ganze Schöpfung zu erlösen.
Wir bitten dich: Lass es Weihnachten werden für die ganze Welt,
für unsere Nächsten und für uns selbst,
durch Jesus Christus, deinen Sohn, unseren Bruder.

Vater unser

Segen

Alle öffnen die Hände. Eine*r oder alle gemeinsam sagen:
Gott, segne uns und behüte uns.
Lass dein Angesicht leuchten über uns und sei uns gnädig.
Erhebe dein Angesicht auf uns und gib uns Frieden.
Amen.

Hier könnte man gut noch ein Lied singen, z.B.
EG 17 Wir sagen euch an denlieben Advent
EG 18 Seht, die gute Zeit ist nah

Kerze auspusten

Nehmen Sie sich ein bisschen Zeit nach dem Gottesdienst. Widerstehen Sie der Versuchung, sofort zur Tagesordnung überzugehen. Vielleicht ist jetzt gerade eine gute Gelegenheit, weiter über das zu sprechen, was Sie bewegt.


Kathrin Oxen
Jeden Sonntag: Gemeinsam unterwegs in besonderen Zeiten - von Kathrin Oxen

In Pandemie-Zeiten dürfen in Kirchen in Deutschland Zusammenkünfte nur mit Einschränkung stattfinden. Der Gottesdienst aber geht weiter! Kathrin Oxen, Moderatorin des Reformierten Bundes, gibt Ihnen auf reformiert-info.de jeden Sonntag Materialien für den Gottesdienst für Zuhause, dazu eine aktuelle Predigt.