Aktuelle Termine


»Theologische Existenz heute« - Impulse Karl Barths für die Kirche in der Gegenwart
11.-15. März 2019, Pastoralkolleg in Villigst
Pastoralkolleg der EKiR und der EKvW mit Prof. em. Dr. Michael Beintker.


»Gottes fröhlicher Partisan«
26. Februar 2019 - Basel/CH - Zwinglihaus - 19.30 Uhr.
Filmabend, Dokumentarfilm von Peter Reichenbach, Schweiz 2017.


Karl Barth und die Ökumene
19. Februar 2019 - Basel/CH - Titus Kirche, 19.30 Uhr.
Seminarabend mit Dr. Hans-Anton Drewes.


»Der Kosmos singt«
17. Februar 2019 - Basel/CH - Titus Kirche, 17.00 Uhr.
Ein literarisches Kammerkonzert mit Musik von Wolfgang Amadeus Mozart und Texten von Karl Barth; Manuel Oswald (Violine), Lea Boesch (Viola), Judith Gerster (Violoncello), Mischa Sutter (Klavier), Christian Sutter (Konzept und Lesung).


«Zentrifugale Christozentrik»
13.-15. Februar 2019 - in Augst bei Basel/CH
Karl Barths Beitrag zur Verständigung der theologischen Disziplinen.


Karl Barth als Seelsorger
12. Februar 2019 - Basel/CH - Titus Kirche, 19.30 Uhr.
Seminarabend mit Prof. em. Dr. Albrecht Grözinger.


»Vater unser im Himmelreich«
10. Februar 2019 - Basel/CH, Titus Kirche, 17.00 Uhr,
Die meisterhaften Vertonungen von J. S. Bach und F. Mendelsohn Bartholdy und Lesungen aus Predigten von Barth.


Karl Barth als bekennender Christ
5. Februar 2019 - Basel/CH - Titus Kirche, 19.30 Uhr.
Seminarabend mit Dr. Peter Zocher.


»›Genosse Pfarrer‹ - Der politische Karl Barth«
31. Januar und 1. Februar 2019 in Bonn
Friedrich-Ebert-Stiftung, Godesberger Allee 149, 53175 Bonn


Besuch der Karl Barth-Ausstellung
29. Januar 2019 - Universitätsbibliothek Basel, 17.30 Uhr
Führung von Dr. Matthias Gockel, Schönbeinstraße 18-20


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Frommer Spruch

Mittwochskolumne von Paul Oppenheim

In diesem Jahr geht es in der Jahreslosung um den Frieden © Pixabay

Es gibt sie seit 1930, eine deutsche Erfindung, eigentlich protestantisch aber inzwischen ökumenisch: die Jahreslosung. Sie prägt das kirchliche Leben zur Jahreswende mit der Andacht im Gemeindebrief, als Predigttext im Neujahrsgottesdienst, als Motto des Neujahrsempfangs. Zum Jahresspruch gesellen sich die zwölf Monatssprüche der Ökumenischen Arbeitsgemeinschaft für Bibellesen.

Der isolierte Bibelspruch gehört zum deutschen Protestantismus wie die Lutherbibel und das ist kein Zufall, denn typisch für die Lutherbibel sind die fett gedruckten Verse, die sogenannten „Kernstellen“. In keiner anderen deutschen Bibelübersetzung und in keiner anderen Sprache hat sich diese Praxis durchgesetzt, einzelne Bibelverse hervorzuheben. Der Brauch soll auf Martin Luther selbst zurückgehen, der damit besonders wichtige Aussagen der Bibel unterstreichen wollte. Im Laufe der verschiedenen Revisionen hat es da Veränderungen gegeben, aber auch in der Lutherbibel von 2017 sind 1.082 Kernstellen markiert.

Die isolierten Bibelsprüche sind ein typisches Merkmal deutscher protestantischer Frömmigkeit, die evangelische Christen von der Wiege bis zur Bahre als Tauf-, Konfirmations-, Trau-und Begräbnisspruch begleiten. Für Pastoren gibt es auch noch den Bibelspruch zur Ordination und zur Einführung. Die Eigenartigkeit dieser deutschen Tradition wird einem erst bewusst, wenn man feststellt, dass es sie anderswo auf der Welt kaum gibt. Hie und da hat sich der Gebrauch des Bibelspruchs in lutherischen Kirchen jenseits der deutschen Grenzen ausgebreitet, aber nirgends prägen die Sprüche derartig das kirchliche Leben wie in Deutschland.

Mit den täglichen Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine hat diese deutsche Sitte seit dem 18. Jahrhundert eine besondere Art der Frömmigkeit hervorgebracht, die protestantische Sprüchefrömmigkeit, die trotz der Übersetzung der Losungen in über 60 Sprachen nirgends so prägend und verbreitet ist wie unter deutschen Protestanten. Ob Geburtstag, Abschied, Einweihung, Morgen- oder Abendandacht die Tageslosung und der passende Lehrtext sind immer angebracht.

Mit dem Wochenspruch, den die Michaelsbruderschaft in den 1920er Jahren erschuf, ist der isolierte Bibelvers in den meisten evangelischen Kirchen in Deutschland sogar zum festen Bestandteil der Sonntagsliturgie geworden.

Der aus dem Kontext gerissene Vers mag manchem als Unsitte und theologischer Irrweg erscheinen. Dasselbe gilt für die gegoogelten Tauf- und Trausprüche und für alle biblischen Spruchsammlungen ob auf Papier (Textbuch für Prediger seit 1903!) oder im Netz. Der isolierte Bibelvers ist aber immer eine Einladung zur Bibellektüre und bietet eine Chance zur Wiederentdeckung der „Gantzen Heiligen Schrift“ als den eigentlichen Quell evangelischer Frömmigkeit.

In diesem Jahr umfasst die Jahreslosung nur einen halben Bibelvers. Warum eigentlich die zweite Hälfte und nicht die erste? Wie verhält sich die erste zur zweiten Hälfte? Wir haben ein ganzes Jahr vor uns, um darüber nachzudenken und danach zu leben. Allen Leserinnen und Lesern wünsche ich viel Erfolg dabei!


Paul Oppenheim
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