Aktuelle Termine


Einfach frei – nicht nur am 31. Oktober 2017
Die westfälische Landeskirche auf dem Weg zum 500-jährigen Reformationsjubiläum
Westfalen. Mit der Kampagne »Einfach frei« nimmt die Evangelische Kirche von Westfalen den einmaligen Feiertag am 31. Oktober 2017 zum Anlass, die aktuelle Bedeutung der Reformation vor 500 Jahren zu unterstreichen.


500 Jahre später: Luther zu Gast bei uns
4. Mai und 2. November in Osnabrück
Reformation - Weg in die Freiheit. Ein Blick auf den täuferisch-pazifistischen Zweig der Reformation (in Kooperation mit der ACK OS) - Ferne Folgen. Reformation und Orthodoxe Kirche: Gegenseitige Beeinflussung am Beispiel Siebenbürgens (in Kooperation mit der ACK OS)


Blick zurück auf das Reformationsjubiläum
18. November 2017
auf der Herbsttagung der Reformierten Konferenz Bentheim - Steinfurt - Tecklenburg
mit Prof. Dr. Okko Herlyn
in der Grafschaft Bentheim


UEK: 200 Jahre Union zwischen lutherischen und reformierten Kirchen
Veranstaltungen zum 200. Jubiläum im Jahr 2017
Im Jahr 2017 wird nicht nur 500 Jahre Reformation, sondern auch 200 Jahre Unionen zwischen lutherischen und reformierten Kirchen gefeiert.


500 Jahre Reformation - 200 Jahre preußische Union
27. und 28. Oktober 2017
Wissenschaftliche Kolloquium der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland und der Theologischen Fakultät der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg; Verein Kg-KPS, Reformierter Kirchenkreis


Potsdamer Lehrhaus
24. April bis 18. Dezember 2017
die Hebräische Bibel studieren


Reformation und Flucht - Emden und die Glaubensflüchtlinge im 16. Jahrhundert
14. Mai bis 05. Nov. 2017
Gemeinsame Ausstellung der Johannes a Lasco Bibliothek und des Ostfriesischen Landesmuseums Emden


Viel-fältiges Lächen - Lebensfreude im Alter
20. Mai bis zum 20. Oktober: Ausstellung in Groothusen
Bilder der Lebensfreude, fotografiert von Marina Franssen-Triebner/Emden




Ferne Folgen. Reformation und Orthodoxe Kirche
Donnerstag, 2. November 2017 - 19:30 Uhr in Osnabrück
Dr. Alexandru Ionița (Orthodoxe Fakultät, Uni Sibiu/ Hermannstadt) spricht zum Thema: Ferne Folgen. Reformation und Orthodoxe Kirche: gegenseitige Beeinflussung am Beispiel Siebenbürgens


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Auferstehung ist kaum zu glauben

Einspruch! - Mittwochs-Kolumne von Georg Rieger

(Foto: G. Rieger)

Anstoß ohne Puck auf dem glatten Eis österlicher Theologie

Im Ostergottesdienst gibt es bei uns in Nürnberg vor dem Segen immer noch einen Witz. Das diesjährige Osterlachen hatte folgenden Anlass:

Nach der Kreuzigung Christi kommt Nikodemus zu Josef von Arimathäa und bittet ihn, sein Grab für Jesus zur Verfügung zu stellen, doch dieser nennt Ausflüchte: „Ich brauche das Grab für mich und meine Familie.“  –  Darauf Nikodemus: „Stell dich nicht so an – ist doch nur übers Wochenende!“

Der Witz ist nicht neu, ich kannte ihn aber noch nicht und finde ihn gut. Weil er das Osterthema so herrlich unverkrampft rüberbringt.

Unverkrampft ist es ja sonst nicht. Wie an keinem der anderen großen christlichen Ereignisse scheiden sich die Geister an der Auferstehung. Zwar wird in den meisten Gottesdiensten um Ostern gepredigt, dass das Grab tatsächlich leer gewesen sei. Doch auf die Sitzreihen springt der Funke nicht über. Da hilft auch die theologische Überfrachtung mit symbolischen Deutungen wenig. Natürlich erleben wir in unserem Leben Auferstehungssituationen, Wendungen des Schicksals. Doch wirklich nachhaltig sind die nicht. Und die „Überwindung des Todes“ wird bei jedem Gang zum Friedhof aufs Neue eine fragwürdige Sentenz.

Nein, die Auferstehung wird wohl den Verdacht nie los, nur erfunden worden zu sein, um den Religionsgründer nicht tot sein lassen zu müssen. Als historisches Ereignis ist sie kaum zu glauben. Anderseits entsteht unmittelbar nach dem gewaltsamen Tod Jesu eine Bewegung, die für damalige Verhältnisse befreiender nicht sein konnte. Also muss etwas passiert sein. Und es passiert ja bis heute Einiges, das auf das Wochenende in Jerusalem Bezug nimmt.

Der zuletzt in Marburg lehrende Philosoph und Theologe Rudolf Bultmann ist in der deutschen Theologie unter die Räder der Jahrzehnte bestimmenden Theologie-Schulen geraten. Sehr zu Unrecht. Denn er hat dem modernen Menschen Brücken zu einem Verständnis der Bibel gebaut, indem er Fakten und Mythen unterschieden hat und  dann herausgearbeitet, was eigentlich die Kernbotschaft und der Grund unseres Glaubens ist.

Seine Deutung von Jesu Leben, Tod und Auferstehung macht sich von der Frage frei, ob das denn alles genau so oder auch nur irgendwie so damals geschehen sei. Dass es geglaubt würde, sei genug. Kreuz und Auferstehung eröffne dem Menschen eine radikal neue Interpretation seiner Existenz, mache uns unabhängig von der Vergänglichkeit, befreie uns von Sicherheitsdenken und mache uns frei für ein Leben in der Liebe Gottes. Auch ohne ein tatsächlich leeres Grab.

Ich behaupte einmal, dass dieses Verständnis in vielen Köpfen herumschwirrt - auch solcher Menschen, die weniger theologisch gebildet sind als es Bultmann war. Deshalb fände ich wert, solche Thesen mal wieder zu diskutieren und den Nebel österlicher Sentenzen zu lichten.

Überhaupt muss die Diskussion über das Verstehen der Bibel neu in Gang kommen. Der jüngste Streit zwischen EKD und Universität über die Rolle der Theologie im Jahr der Reformation könnte dazu ja ein weiterer Anstoß sein. Auch die Auseinandersetzung mit dem Islam und dessen heiligem Buch, dem Koran, macht unsere eigenen Unsicherheiten deutlich: Wie wörtlich, wie historisch und wie interpretationsbedürftig verstehen wir die Bibel?

Es ist Ostern, die Sonne wird wärmer. Aber das Eis ist immer noch glatt, auf dem wir uns theologisch bewegen. Hinfallen. Aufstehen. Eben wie ER an Ostern. In diesem Sinne: Auf in den Diskurs!

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