Ausstellungen


Die verpasste Reformation: das Konzil von Konstanz vor 600 Jahren
Fünf Jahre lang will die Stadt Konstanz des größten Kongresses des Mittelalters gedenken
ref.ch. Vor 600 Jahren kamen in Konstanz die Mächtigen Europas zusammen. Am Bodensee wurde ein Papst gewählt - der einzige nördlich der Alpen. Wo sich damals Geistliche, Politiker, Händler und Huren trafen, wird ab Sonntag gefeiert.


Mächtig. Verlockend – Frauen der Welfen

16. Februar bis 15. August 2010, Ausstellung des Residenzmuseums im Celler Schloss

Sophie Dorothea von Braunschweig-Lüneburg, mit ihren Kindern Georg August und Sophie Dorothea d. J., Jacques Vaillant (1625–1695) zugeschrieben, Öl auf Leinwand, um 1690, Residenzmuseum im Celler Schloss

Unter diesem Motto, das den Blick für viele Antworten öffnen soll, stellt das Residenzmuseum im Celler Schloss in einer Sonderausstellung das Leben zweier Frauen vom Celler Welfenhof vor: Eléonore Desmier d’Olbreuse (1639-1722), Herzogin zu Braunschweig und Lüneburg, und ihre Tochter Sophie Dorothea (1666-1726), Kurprinzessin von Hannover.

Eléonore d’Olbreuse, hugenottische Landadelige und eine der bedeutendsten reformierten Frauen in Norddeutschland, erlebte an der Seite ihres lutherischen Gemahls Georg Wilhelm, Herzog zu Braunschweig und Lüneburg, einen vielgeneideten Aufstieg zur Herzogin und verhalf der Celler Residenz zu beeindruckender Blüte. Die „Stammmutter“ mehrerer europäischer Königshäuser brachte im 17. Jahrhundert französischen Esprit nach Celle und beeinflusste dadurch Hof- und Stadtleben. Sie gilt als Gründerin der Französisch-reformierten Gemeinde in Celle.

Das Leben ihrer Tochter Sophie Dorothea nahm hingegen einen tragischen Verlauf. Die auf dem Heiratsmarkt des europäischen Hochadels begehrte Prinzessin wurde aus politischen Gründen mit ihrem hannoverschen Cousin Georg Ludwig verheiratet. Sie widersetzte sich den höfischen Regeln und wurde nach einer Affäre mit dem schwedischen Grafen Königsmarck schuldig geschieden und auf das Schloss Ahlden verbannt. Dort verbrachte sie ihre letzten 31 Lebensjahre. Seelsorgerlich betreut wurde sie dort von dem französisch-reformierten Pfarrer Joseph (de) Casaucau.
Sophie Dorothea wäre die erste Königin Großbritanniens aus dem Hause Hannover geworden, denn ihr geschiedener Gemahl bestieg 1714 in Personalunion den englischen Thron. Ihre beiden Kinder, den britischen König Georg II. und die preußische Königin Sophie Dorothea, sah sie nie wieder, ihren Enkel Friedrich den Großen lernte sie nie kennen.

Die spannenden und bewegenden Lebenswege beider Frauen führen den Ausstellungsbesucher in die Welt barocker Fürstenhöfe und lassen ihn hinter die glanzvolle Außenansicht auf persönliche Schicksale schauen, ohne diese zu verklären. Dabei steht die weibliche Perspektive im Vordergrund: Herkunft, Ebenbürtigkeit, Heiratspolitik, Ehe, Affären und Mutterschaft – diese Themen lassen aus tragischen Einzelschicksalen Spiegelbilder ihrer Zeit werden. Zugleich bilden sie Anknüpfungspunkte, die emotional ansprechen und dabei aus der Befangenheit heutiger Lebensvorstellungen heraus in die Geschichte hineinführen.

Zahlreiche Exponate aus der Sammlung des Bomann-Museums und der Stadt Celle sowie kostbare Leihgaben aus europäischen Adelshäusern, Museen wie auch seitens der Evangelisch-reformierten gemeinde Celle geben Einblick in Hofleben und Zeremoniell der Epoche. Ein umfangreiches Begleitprogramm mit Vorträgen und Lesungen, einem Ballett, Konzerten, szenischen Führungen und museumspädagogischen Aktionen bietet vielfältige Möglichkeiten, sich dem Thema zu nähern.

Residenzmuseum im Celler Schloss
Schlossplatz 1
29221 Celle
residenzmuseum@celle.de
www.residenzmuseum.de

Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag 10.00 bis 17.00 Uhr (Änderungen an Feiertagen vorbehalten) / Öffentliche Führungen in der Sonderausstellung Di, Mi, Do, Fr 15.30 Uhr, So 11.30 Uhr; Sa 15.30 Uhr Kostümführung /Informationen und Buchung von Gruppenführungen unter Tel. 05141/12372.

Eleónore d’Olbreuse,
Gedeon Romandeau (auch Romandon) (1667-1697),
Öl auf Leinwand, um 1675, Privatbesitz


Andreas Flick, Celle
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Hugenottin Eléonore d’Olbreuse (1639-1722) engagiert für Meinungsfreiheit und Wohlfahrt

Celle. Mit zahlreichen Aktionen soll künftig an ihrem Hochzeitstag, dem 12. April, an die letzte Celler Herzogin und hugenottische Landadelige Eléonore d’Olbreuse (1639-1722) erinnert werden, hat die Initiative FrauenOrte des Landesfrauenrates Niedersachsen in einer Feierstunde im Celler Schloss beschlossen.
, Eleonore d’
(1639- 1722)

Eléonore d’Olbreuse, hugenottische Landadelige und eine der bedeutendsten reformierten Frauen in Norddeutschland, erlebte an der Seite ihres lutherischen Gemahls Georg Wilhelm, Herzog zu Braunschweig und Lüneburg, einen vielgeneideten Aufstieg zur Herzogin und verhalf der Celler Residenz zu beeindruckender Blüte. Die ''Stammmutter'' mehrerer europäischer Königshäuser brachte im 17. Jahrhundert französischen Esprit nach Celle und beeinflusste dadurch Hof- und Stadtleben. Sie gilt als Gründerin der Französisch-reformierten Gemeinde in Celle.
 

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