Bibel
Durchgehende Lesung biblischer Bücher
Matthäus 21,9-13
Als er in Jerusalem einzog, verfiel die ganze Stadt in Aufregung. Man rief «Wer ist das?» Die Leute antworteten: « Das ist der Prophet Jesus aus Nazareth in Galiläa.» Jesus aber ging in den Tempel, verjagte die Händler und Käufer und trieb sie alle hinaus. Dann stiess er die Tische der Geldwechsler um und zertrümmerte die Stände der Taubenverkäufer. «Es ist geschrieben worden», rief er aus: «’Mein Haus soll heissen: Haus des Gebets. Ihr aber habt daraus eine Räuberhöhle gemacht, ein Versteck für die Beute!’»
Übersetzung Walter Jens 1972
Matthäus 21,6-8
Da gingen die Schüler fort und taten, was er ihnen gesagt hatte. Sie brachten die Eselin und das Füllen, und Jesus setzte sich auf die Kleider, die sie über die Tiere gelegt hatten. Die Menschen breiteten Gewänder auf die Strasse, schnitten Zweige von den Bäumen, streuten sie auf den Weg. Einige liefen voraus, andere folgten dem Zug. Und die Menge begann zu schreien und rief: Hosianna dem Sohn Davids. / Gepriesen sei, / der im Namen des Herrn kommt. / Hosianna in den Höhen der Himmel!
Übersetzung Walter Jens 1972
Matthäus 21,4-5
Dies geschah, damit sich das Wort des Propheten erfüllte: Sagt Zion, der Tochter: / Sieh, dein König kommt zu dir. / Er ist freundlich / und reitet auf einem Lasttier, / der Eselin und ihrem Füllen.
Übersetzung Walter Jens 1972
Matthäus 21,1-3
Als sie in die Nähe von Jerusalem kamen, nach Bethphage am Ölberg, schickte Jesus zwei seiner Schüler voraus und sagte ihnen: «Das Dorf dort! Wenn ihr hinein geht, werdet ihr angepflockt eine Eselin finden und bei ihr ein Füllen: Die bindet los und bringt sie zu mir, und wenn jemand euch anspricht, erklärt ihm: «Der Herr braucht sie und bringt sie zurück.»
Übersetzung Walter Jens 1972
Matthäus 20,29-34
Als sie Jericho verliessen und die Scharen von Menschen ihnen folgten, sassen zwei Blinde am Weg. Die schrien, als sie hörten, dass Jesus vorbeiging: «Herr! Sohn Davids! Hab Erbarmen mit uns!» Aber die Menschen wurden zornig und befahlen ihnen zu schweigen. Da schrien die beiden noch lauter: «Herr! Sohn Davids! Hab Erbarmen mit uns!», und Jesus blieb stehen, rief die beiden zu sich und fragte: «Was soll ich tun? Was wollt ihr von mir?» Sie sagten: «Wir wollen, dass unsere Augen sich öffnen». Und Jesus hatte Mitleid und berührte die Augen. Da blickten die Blinden auf und folgten ihm nach.
Übersetzung Walter Jens 1972
Matthäus 20,24-28
Als die zehn anderen Schüler das hörten, wurden sie ärgerlich über die Brüder, aber Jesus rief sie zu sich und sagte: «Ihr wisst, die Herrscher unterjochen die Völker, und die Grossen der Erde missbrauchen die Macht über die Menschen. Nicht so bei euch! Wer unter euch mächtig sein will, sei euer Diener, und wer der Erste sein möchte, sei euer Knecht! Denn auch der Menschensohn ist nicht als Herr, sondern als Diener gekommen und gibt sein Leben als Lösegeld hin, damit viele losgekauft werden.»
Übersetzung Walter Jens 1972
Matthäus 20,20-23
Da kam die Frau des Zebedäus mit ihren Söhnen zu ihm, fiel auf die Knie und flehte ihn an. «Was willst du?», fragte Jesus, und die Frau antwortete ihm: «Hier meine beiden Söhne! Lass sie in deinem Reich neben dir sitzen – den einen zur Rechten, den andern zur Linken!» Aber Jesus sagte: «Ihr wisst nicht, worum ihr bittet. Könnt ihr den Becher trinken, den ich trinken muss?» «Wir können es», sagten die Brüder. Und Jesus antwortete ihnen: «Ihr werdet ihn trinken. Doch zu bestimmen, wer an meiner Rechten und an meiner Linken sitzen wird, steht mir nicht zu, denn das wird jenen gewährt, die mein Vater auserwählt hat: Sie sind schon bereit.»
Übersetzung Walter Jens 1972
Matthäus 20,17-19
Als Jesus auf dem Weg nach Jerusalem, in die Berge hinauf, mit seinen Schülern allein war, sagte er zu ihnen: «Gebt acht, wir gehen nach Jerusalem – dort wird der Menschensohn den Grossen Priestern und Schriftauslegern in die Hände fallen: Die werden ihn zum Tode verurteilen, ihn den Heiden ausliefern und zu ihnen sagen: ‘Lacht in aus! Peitscht ihn! Schlagt ihn ans Kreuz!’ Aber am dritten Tag wird er auferweckt werden.»
Übersetzung Walter Jens 1972
Matthäus 20,1-16
Das Reich der Himmel
Ein Gutsherr zog am Morgen aus, um Männer zu finden, die gegen Lohn in seinem Weinberg arbeiteten, und als er sie fand und handelseinig mit ihnen wurde – ein Denar für einen Tag –, schickte er sie zu seinem Garten. Um die dritte Stunde ging er wieder hinaus und sagte zu den Männern, die auf dem Markt herumstanden und keine Beschäftigung hatten: ‘Kommt, geht auch ihr in meinen Weinberg. Ich will euch geben, was recht ist’, und die Männer gingen hin. Auch um die sechste und neunte Stunde ging er wieder hinaus und machte es genauso wie vorher, und als er um die elfte Stunde immer noch Männer fand, die herumstanden, sagte er zu ihnen: ‘Was steht ihr hier den ganzen Tag herum, ohne etwas zu tun?’ Die Männer antworteten ihm: ‘Uns hat niemand Arbeit gegeben.’ Da sagte der Herr: ‘Kommt, geht auch ihr in meinen Weinberg.’ Später, als es Abend wurde, sagte der Gutsherr zu seinem Verwalter: ‘Ruf die Arbeiter und zahle ihnen den Lohn; den letzten zuerst, den ersten zuletzt.’ Da kamen die Arbeiter, die in der elften Stunde eingestellt wurden, und erhielten ihren Lohn: jeder einen Denar. Und als die ersten an der Reihe waren, glaubten sie, ihr Lohn wäre höher, doch als auch ihnen nur ein Denar ausgezahlt wurde, wurden sie unwillig und murrten über den Gutsherrn: ‘Die letzten hier haben nur eine einzige Stunde gearbeitet, und dennoch hast du ihnen das gleiche gegeben wie uns, die wir die Last des Tags getragen haben und die Hitze aushalten mussten.’ Da sagte der Gutsherr zu einem von ihnen: ‚Hör, Freund, ich tu dir kein Unrecht. Sind wir nicht handelseinig geworden? Ein Denar für den Tag: So war es ausgemacht zwischen uns! Also nimm dein Geld und geh! Ich aber will den letzten hier das gleiche geben wie dir. Darf ich mit meinem Geld nicht tun, was ich will? Oder blickst du deshalb so böse, weil ich grosszügig bin?‘ Die Letzten: die Ersten, die Ersten: die Letzten – so wird es sein.
Übersetzung Walter Jens 1972
Matthäus 19,27-30
Da sagte Petrus: «Sieh uns an! Wir haben alles verlassen und sind dir nachgefolgt: Was ist unser Lohn?» Jesus antwortete ihnen: «Ich sage euch, und das ist wahr: Am Tage der Wiedergeburt, wenn der Menschensohn auf dem Thron seiner Herrlichkeit sitzt, werdet auch ihr, die ihr mir nachgefolgt seid, auf zwölf Thronen sitzen und die zwölf Stämme Israels richten. Wer um meinetwillen verlässt, was er hat, Häuser und Äcker, Brüder und Schwestern, Eltern und Kinder: Hundertfach wird er alles wieder empfangen und das ewige Leben gewinnen. Aber viele, jetzt die Ersten, werden dann die Letzten sein und die Letzten die Ersten.»
Übersetzung Walter Jens 1972
