Chronik
Weltgeschehen und reformierte Gedenktage
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Reformierte Chronik
18.9.1699 - Hugenottenstadt Carlshafen
Sein hugenottischer Hofbaumeister Jean Paul du Ry hat die barocke Planstadt entworfen und gezeichnet. Heute unterzeichnet Landgraf Carl von Hessen-Cassel die Gründungsurkunde. Merkwürdigerweise fällt weder ihm noch seinem Architekten auf, dass sie eine Stadt ohne Kirche bauen. In neun Jahren wird man die Kapelle des Invalidenhauses für den reformierten Gottesdienst nutzen, aber erst in 263 Jahren eine Kirche haben.
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17.9.1917 - Erste Pfarrerin Englands
Constance Todd ist vor 28 Jahren in einer presbyterianischen Familie geboren. Vor vier Jahren hat sich W. B. Selbie, der Principal des kongregationalistischen Mansfield College in Oxford, davon überzeugt, dass ihre Berufung zum Pfarramt authentisch ist, und sie zum Studium zugelassen. Heute wird Constance Coltman zusammen mit ihrem Verlobten Claud Coltman im King’s Weigh House in London ordiniert. Morgen werden sie heiraten. 27 Jahre lang werden sie nacheinander in fünf Parishes gemeinsam das Pfarramt betreuen.
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16.9.1692 - Salem Witch Hunt
Vor drei Jahren hat die streng puritanische Gemeinde von Salem im Norden der Massachusetts Bay einen Erweckungsprediger angestellt, der oft über den Satan predigt. Merkwürdigkeiten bei einzelnen Einwohnern haben zu einer religiösen Hexenhysterie geführt, in deren Folge 200 Menschen verdächtigt, 150 inhaftiert, 55 gefoltert und 20 hingerichtet werden. Heute wird als letzter der achtzigjährige Bauer Giles Corey durch Zerquetschung mit Steinen hingerichtet, weil er die Aussage verweigert hat. (16.9.22)
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15.9.1648 - Westminster Catechisms
In der Westminster-Synode treffen sich seit vier Jahren englische und schottische Presbyterianer, um im Auftrag des englischen Parlaments, das im Streit liegt mit dem konservativen Königshaus, Fragen des neuen nachrömischen Glaubens verbindlich zu klären. Vor zwei Jahren ist die Confession fertig geworden. Im vergangenen November ist der Shorter, im vergangenen April der Larger Catechism dem Parlament überreicht worden. Heute wird das Tripelwerk ratifiziert und in Kraft gesetzt. Weltweit werden Menschen den Anfang auswendig können: What is the chief end of man? Man’s chief end is to glorify God, and to enjoy him for ever.
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13.9.1931 - Greti Caprez-Roffler
Vor drei Jahren hat die Bündner Pfarrersynode die Zulassung von Frauen zum vollen Pfarramt beschlossen, sofern sie ledig bleiben. Im nächsten April aber ist in einer kantonalen Volksabstimmung die Zulassung auch unverheirateter Frauen zum Pfarr-amt abgelehnt werden. Entgegen diesen beiden Vorgaben wählt die Bündner Berggemeinde Furna heute als erste Schweizer Gemeinde eine Frau ins Pfarramt. Furna wird an der Wahl festhalten, Greti Caprez das Jahresgehalt aber vorsichtshalber im Voraus auszahlen. Vier Jahre lang wird sie Pfarrerin von Furna sein. In 32 Jahren wird sie in Zürich nachträglich ordiniert werden. (13.9.23)
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13.9.1542 - Zweiter Einzug Calvins in Genf
Vor sechs Jahren hat Guillaume Farel, der Reformator von Neuchâtel, ihn in Genf festgehalten, als er auf der Durchreise war. Zusammen haben sie die Reformation in-haltlich vorangetrieben, sich aber wegen überrissener Kirchenzucht und Streits um Berner Kirchenbräuche mit den Behörden verkracht. Nach zwei Jahren haben die Genfer ihren Reformator verbannt. Nun aber haben sie ihn wieder gerufen. Heute zieht er als Genfer in Genf ein. 23 Jahre lang wird er wirken und Genf nach Zürich zum zweiten Quellort der reformierten Reformation machen.
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12.9.1532 - Waldensersynode in Chanforan
Wie die Hussiten in Böhmen haben die Waldenser im Alpenraum schon lange vor der Reformation reformatorische Ideen. Heute schließen sie sich auf einer Wiese im Piemont der Westschweizer Reformation an. Die Reformatoren Farel und Olivétan sind aus Neuchâtel angereist. Mit einer Sammlung von 500 écus d'or als Einstand er-möglichen vor allem die Waldenser die erste Übersetzung der Bibel ins Französische.
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7.9.1920 - Schweizerischer Evangelischer Kirchenbund
Heute treffen sich im Stadthaus von Olten 32 Abgeordnete aus fünfzehn Kantonalkirchen und zwei Diasporaverbänden. Als Traktandum 2 nehmen sie die Statuten des neuen SEK-FEPS an. Damit ist der zweisprachige Kirchenbund gegründet. Ein siebenköpfiger Rat wird gewählt, darunter als erster Ratspräsident Wilhelm Hadorn. Er ist Pfarrer, Professor und Verfasser einer Kirchengeschichte der reformierten Schweiz, die 1907 in Zürich erschienen ist.