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Impuls

Kurzer theologischer Impuls

Täglich finden Sie hier eine Anregung: am Montag Zitate des Theologen Martin Bucers (1491-1551) aus seinem Straßburger Katechismus; am Dienstag Fotografien von Waldenser-Kirchen weltweit, anlässlich 850 Jahre Waldenserbewegung; am Mittwoch Zitate der Hugenottin Marie Durand (1711-1776) aus Briefen, die sie während ihrer Gefangenschaft schrieb; am Donnerstag Lebensweisheiten zum Grübeln; am Freitag Gemälde Claude Monets (1840-1926) zu seinem 100. Todestag (Wikicommons); am Samstag Weisheiten prominenter Denker*innen aus dem Buch „Zähl nicht die Schafe, sondern sprich mit dem Hirten!“ (Luther-Verlag) und am Sonntag Zitate Martin Luther Kings, der vor 60 Jahren in Chicago in einem symbolischen Thesenanschlag gleiche bürgerliche Rechte für alle forderte.

Impuls

Martin Luther King: Forderungen der Friedensbewegung

From the Banks and Savings Institutions: Public statements of a non-discriminatory mortgage policy so that loans will be available to any qualified borrower without regard to the racial composition of the area, or the age of the area, a policy that takes into account years of discrimination against Negro borrowers.

(Von den Banken und Sparkassen: Öffentliche Erklärungen zu einer Hypothekenpolitik ohne Diskiminierung, sodass Kredite jedem qualifizierten Kreditnehmer unabhängig von der ethnischen Struktur oder dem Alter der Region gewährt werden – eine Politik, die der jahrelangen Diskriminierung schwarzer Kreditnehmer Rechnung trägt.)

Im Jahr 1966 Jahren heftete der Friedensaktivist Martin Luther King - ähnlich wie Martin Luther - Thesen an die Rathauswand von Chicago. Der zitierte Text gibt zentrale Forderungen der Friedensbewegung von Chicago wieder: Gleichberechtigung für alle und eine Aufhebung der Rassentrennung.


Chicago, 10. Juli 1966
Lebenskunst - Fragen zum Nachdenken
Geschöpflichkeit - Fingerspitzengefühl
Gehören Sie eher zu den Leuten, die zu viel fragen und dadurch gelegentlich einen zudringlichen Eindruck machen. - Oder zu den Leuten, die zu wenig fragen und dadurch gelegentlich einen gleichgültigen Eindruck machen? - Sind Sie in manchen Situationen im Ungewissen, ob Nähe oder Distanz gefragt ist? - Wie denken Sie über den Gebrauch von „du“ und „Sie“? - ist Ihnen diese Unterscheidung überhaupt wichtig? - Wie reagieren Sie, wenn Ihnen eine Person, die Sie lieber siezen möchten, das „Du“ anbietet? - Und umgekehrt: Was empfinden Sie, wenn eine Person, der Sie das „Du“ anbieten, Ihnen sagt, dass sie lieber beim „Sie“ bleiben möchte? - Was könnte es bedeuten, dass mit „Fingerspitzengefühl“ (wie übrigens auch mit „Takt“) auf den Tastsinn verwiesen wird? - Macht es Sinn für Sie, dass „Fingerspitzengefühl“ unter „Geschöpflichkeit“ aufgeführt ist?
Gabrielle Zangger-Derron (1998) aus Lebenskunst - Stücke für jeden Tag
Briefe von Marie Durand (1711-1776) Erlauben Sie mir zu sagen, dass es mich nicht wundert, wenn Gott die Gläubigen unserer elenden Provinz so schrecklich züchtigt, denn sie befolgen nicht die Gebote dieses göttlichen Meisters. Er empfiehlt, sich um die Gefangenen zu kümmern, und sie scheren sich nicht darum.
Brief an Justine Pechaire de Vallon, 21. Mai 1740
850 Jahre Waldenserbewegung Waldenserkirche in Nordhausen (Fotograf: P. Schmelzle)
Martin Bucer (1491-1551): Straßburger Katechismus - Für die Jungen

Vater:
Was verstehst du unter dem Namen „Gott“?

Kind:
Dass er alles Gute ist, gibt und tut.

Vater:
Sieh, wenn dir das gewiss und wahr wäre, könntest du doch nichts mehr lieben oder begehren als Gott allein.


Aus: Martin Bucer: Straßburger Catechismus (1534), in neuhochdeutscher Übersetzung
Zitat zum Sonntag Menschliche Ziele können nicht durch unmenschliche Mittel erreicht werden. (Richard von Weizsäcker, 1920–2015, Bundespräsident)
Aus: Bernd Becker, Hans Möhler (Hg.): Zähl nicht die Schafe, sondern sprich mit dem Hirten: 365 inspirierende Zitate und Sprüche
Impressionen von Claude Monet (1840-1926)

Vétheuil im Winter (ca 1878-1879)