Gebet
Tagesaktuelles Gebet
Achje, ach Jesus – seufzt es in uns, / wenn unser Herz doch ab und an auch so brennen würde / vor Begeisterung, weil Du selbst mit uns redest, / als der Auferstandene. // Die Mächte und Gewalten, die gerade miteinander ringen, / schnüren uns die Luft ab, drängen uns zum Rückzug ins Private. // Wir sind auf dem Weg zurück nach Emmaus, / unsere Hoffnung auf eine Welt, die dem Frieden nachjagt, haben wir begraben. / brich dein Schweigen, Herr – Bitte! / oder liegt es an uns? / dann öffne uns Ohr und Herz, damit wir deine Gegenwart wahrnehmen / und dann wachgerüttelt, gestärkt und getröstet aufbrechen. //
Wir legen Dir vor die Füße, was uns bedrückt, / all das Leid, an dem wir nichts ändern können: / weit weg in Myanmar oder im Sudan, / das Leid derer, die noch in den Händen der Hamas-Jünger sind, / die Geiseln und deren Mama und Papa, oder der oder die Liebste, / und all die hilflosen Menschen im Gazastreifen. // das Elend des Kriegs in der Ukraine, legen wir dir vor die Füße, / die Menschen dort werden zermalmt von zwei Männern, / die auch dich verhöhnen. //
Tu nach deinem Willen HERR, aber tu was. / Darum bitten wir dich von Herzen. / Du hast immer wieder rettend eingegriffen, / davon erzählen die heiligen Schriften, / davon haben unsere Eltern und Großeltern uns erzählt / und wir haben es auch selbst erlebt. / Deshalb stehen wir hier betend vor Dir, / weil wir deinen Verheißungen glauben und wissen, dass Du es gut mit uns meinst. //
Deshalb bitten wir auch für die Regierenden in unserem Land, / darum, dass sie sich Johannes Rau zum Vorbild nehmen / und auf Versöhnung aus sind und das rechte Maß finden. / An deiner Hand gehen wir in die kommende Woche, / in guter Hoffnung, dass Du dein Schweigen brichst / und so mit uns redest, dass uns das Herz brennt. //
Du bist mein Gott, dich will ich loben, erheben deine Majestät. / Dein Ruhm, mein Gott, werd hoch erhoben, der über alle Himmel geht. / Rühmt, rühmt den Herrn! Schaut, sein Erbarmen bestrahlet uns in trüber Zeit, / und seine Gnade trägt uns Arme von Ewigkeit zu Ewigkeit. / Amen
Gerhard von der Heyden
Ewiger, wir preisen dich mit unsren Gedanken, / wir loben dich mit unsren Worten, / wir singen dir mit unsern Versen. / Auch mit unseren Taten wollen wir dich loben. / Wenn es aber zählt, dann sind wir wie gelähmt. / Löse uns die Hände, lockere uns die Füße, / damit auch, was wir tun, / dich preist und dem Nächsten guttut. / Amen.
Jürgen Kaiser
Sylvia Bukowski, Wuppertal
Simon Froben, Bayreuth
Mein Gott, wie endlos ist deine Liebe! / Deine Gaben sind neu; / Und Morgen Barmherzigkeit von oben / Sanft destillieren wie frühen Tau //
Du hast die Vorhänge der Nacht verbreitet, / Großer Wächter meiner Schlafstunden; / Dein souveränes Wort stellt das Licht wieder her, / Und beschleunigt alle meine wachen Kräfte. //
Ich gebe meine Befehle zu deinem Befehl, / Zu dir weihe ich meine Tage; / Ewiger Segen von deiner Hand / Fordere ewige Lieder des Lobes.
Isaak Watts (1674-1748)
Gudrun Kuhn, Nürnberg
Frühling, Sonne, Knospen, frisches Grün, erste Früchte. / Das tut so gut nach all den Wochen und Monaten, / die von Sorgen, großen Gefahren / und negativen Nachrichten geprägt waren. //
Nein, du gibst deine Welt und deine Menschen nicht auf. / Unser Kopf weiß das, / aber das Herz fühlt manchmal anders. / Da regen sich Zweifel und Fragen. / Ja, wir kommen von Ostern her und kennen die Osterbotschaft - umwerfend. / Dennoch ist nach Ostern nicht einfach alles einfach. //
Danke, dass du auch mit unseren Zweifeln gnädig, fast zärtlich umgehst / und uns immer wieder so wunderbare Zeichen deiner Macht vor die Füße legst. / Hilf uns, sie wahrzunehmen, diese Zeichen, / die uns momentan in der erwachenden Natur förmlich ins Auge springen. / Amen
Annegret Lambers, Osterwald
Georg Rieger, Nürnberg
The Iona Community
Gott, / schreib uns die Freude dieses Tages / ins Herz, / damit sie nicht verfliegt, / wenn wir zurückkehren in unsern Alltag. //
Gott, / präge uns ein, / dass du den Tod überwunden hast, / damit wir nicht in Trauer versinken, / wenn wir begraben müssen, / die wir lieben. //
Gott, / spiel uns ins Ohr / das Lied vom Leben / das du neu erschließt, / damit wir Hoffnung ausbreiten / wenn wir Verzweifelten begegnen. //
O Herr, hilf, lass wohlgelingen, / dass das Licht des Ostermorgens / die Schatten der Sinnlosigkeit vertreibt. // Amen
Sylvia Bukowski, Wuppertal
Jesus Christus, / ich will jetzt an dein Leiden denken. / Es führt kein Weg daran vorbei. / Ich will an dein Alleinsein denken, / an die Schritte, / die du auf deinem Weg ans Kreuz gehen musstest. / Ich möchte es nachempfinden, / was du getragen hast. / Was hat dich die Liebe gekostet hat, / die dich zu mir führte? //
Hilf mir, / ruhig zu werden, mir Zeit zu nehmen. / Öffne mich so, / dass mich nichts daran hindert, / bei dir zu sein: / nicht die Angst vor dem Leiden, / nicht die Abscheu vor allem, / was mir die dunkle Seite des Lebens zeigt. / Hilf mir, im Schatten des Kreuzes zu stehen. / Hilf mir, das auszuhalten. / Amen.
Catherine MacMillan
Barmherziger Gott, / Ostern wird in Europa gefeiert, in Amerika, in Russland und in der Ukraine. / Es ist das höchste Fest in der Kirche, / das Fest der Auferstehung von den Toten. / Doch wie fühlt sich dieses Ostern an / nach dem Gemetzel an den Börsen, / in den Schützengräben, / in den Militärbaracken und Bunkern? / Dort steht nicht der Sieg über den Tod vor Augen, / sondern die Auferstehung des Hasses. //
Barmherziger Gott, / Du hast schon so viele Karfreitage erlebt / und bist für uns in den Tod gegangen. / War das alles umsonst, / wenn Brüder und Schwestern im Glauben sich zum Hass treiben lassen? / Wenn die Osternacht von Sirenenlärm begleitet wird? //
»Er ist wahrhaftig auferstanden!« / Lass diesen Ruf zu diesem gemeinsamen Osterfest stärker sein als jede Kriegspropaganda, / als jede Zolldrohung, / sodass nur einen Augenblick lang eine andere Botschaft im Raum steht: / die Deiner Verheißung vom Ende der Tränen, des Todes, des Leides, des Geschreis und der Schmerzen (Offb 21,4). / Amen
Achim Detmers, Hannover
Erlöser, Christus, Du / Dein Weg leuchtet ins Dunkel dieser Welt. / Deine Fussstapfen und die Deines Eselfüllens funkeln auf schwarzem Grund. / Lass mich weder hohe noch tiefe Sterne vergessen. Lass sie leuchten. //
Vor irdischer Unbarmherzigkeit, trotz aller, die den Skandal verschlafen, / bitten, der Kelch möge vorbeigehen, das hast Du getan. / Hast angenommen, was nicht vorbeiging / – den Wandel – die Verwandlung in den Tod hinein / durch den Tod ins Leben vollzogen. //
Kann und soll ich Dir dafür danken? / Heute? Angesichts der Gegenwart? / Wenn ich es kann, dann danke ich. / Denke ich ... heute noch / Amen.
Kathrin Rehmat, Zürich
Meike Waechter, Berlin
Jürgen Kaiser, Berlin
Marianne Reifers, Luxor (Egypt)
Barmherziger Gott, / wir kennen Menschen, / die den Boden verlieren unter den Füßen, / denen so ist, / als würden sie / immer nur fallen, / in einen Abgrund / ohne Ende. //
Wir ahnen, / was sie mit Worten / nicht ausdrücken können: / ihre Verzweiflung, / aber auch den Kampf um Hoffnung, / und mitten in der Düsternis ihrer Seele / die Sehnsucht nach der Buntheit des Lebens //
Gott, manchmal geht es uns ganz ähnlich, / weil auch wir manchmal irre werden / an der Normalität des Schrecklichen. / Wir bitten dich Gott, / sei nicht fern mit deiner Hilfe!
Sylvia Bukowski, Wuppertal
Carolin Springer, Leer
Gudrun Kuhn, Nürnberg
Georg Rieger, Nürnberg
Simon Froben, Bayreuth
Wach auf meine Seele und spüre / die zärtliche Nähe Gottes. // Wach auf meine Seele und höre / auf die unendliche Stille der Schöpfung. // Wach auf meine Seele und singe / trotz des Missklangs unserer Zeit. // Wach auf meine Seele und lebe / in der Gewissheit, dass deine Melodie / einzigartig und unverzichtbar ist.
Brigitte Wedderburn, München
Meike Waechter, Berlin
Gott, / wie fremd scheinst du manchmal, / wie fern und wie kalt! / Wir fühlen uns allein gelassen / womit wir täglich zu kämpfen haben. / Wir kommen nicht an gegen das Böse / das in uns und in anderen lauert, / das Beziehungen vergiftet / und Schönes zerstört. // Wir sind verzweifelt, / dass wir so vieles nicht ändern können, / nicht einmal uns selbst / und ohnmächtige Wut verzehrt auch manchmal / unser Vertrauen zu dir. // Gott, warum tust du nichts dagegen! / Warum lässt du uns so lange warten / auf deine Hilfe! / Erbarm dich des Aufruhrs in unserer Seele!
Sylvia Bukowski, Wuppertal
Wieder eine Woche im Bann der Nachrichten. / Ich hänge an Radio und Computer. / Ja, gilt und hält und trägt denn gar nichts mehr? / Und so viele Menschen werden zu Opfern. / Von Krieg und Gewalt, Terror und Staatswillkür, / Angriffen auf ihre Freiheit oder die verletzliche Ökonomie ihres Landes, / entzogenem Schutz und entzogener Hilfe / bis zum Ausfall von Lebensmiteln, Impfungen und Medikamenten. //
Jesus, Heilmacher, Bruder, Lehrer! / In diesen Wochen hören und reden wir viel von deinem Opfer. / Und das war so anders. / Es war "Ich gehe da hin. / Ich bin da. / Ich halte aus. / Ich lade mir auf und trage, / damit du nicht zerbrichst. / Ich bleibe, und du gehst frei." //
Jesus, mein Heilmacher, / Bruder und Lehrer, / befreie mich aus dem Bann der bösen Nachrichten. / Lass mich auf dich sehen. / Heile du mein Leben, / mach mich geschwisterlich, mitfühlend mit den Leidenden / und, wenn es sein kann, etwas klüger. //
"Jesus, ordne meine Sinne, / dass die Seele nicht zerrinne / in den Bildern dieser Welt. / Sei du selbst die gute Wache, / die im innersten Gemache des Gemütes Ordnung hält." / Amen.
Stefan Maser
