Gebet
Tagesaktuelles Gebet
Kathrin Rehmat, Zürich
Karl Barth (1886-1968)
Gudrun Kuhn, Nürnberg
Demut
Zu tausenden schlüpfen die Termiten / Nach dem grossen Regen / Nach der grossen Dürre / Emsig bauen sie ihre Türme / Um dann Futter zu werden für viele / Die sie lustvoll verspeisen / Ohne sie gäbe es kein Leben in der Savanne / Durch sie werden andere satt und vermehren sich / Und werden ihrerseits wieder Futter im Lebenslauf / Wie ich es betrachte: / Es ist ein grausamer Automatismus des Lebens / Oder es ist das pulsierende Grundmuster / Wir leben alle von anderen / Wer gibt sich hin für andere / Die Anfrage kommt vom Leben selbst / Aus Demut wird Mut /
Marianne Reifers, Luxor, Egypt
Du freundlicher Gott, / wir danken dir. / In aller Not hilft deine Gnade. / In aller Angst tröstet dein Wort. / In aller Verzweiflung schenkst du Mut und Zuversicht.
Du starker Gott, / der du mächtig bist / über alle Herrscher und Gewalten / im Himmel und auf Erden, / wir bitten dich: / lass uns allein dir vertrauen; / gib Mut zu Versöhnung und Frieden; / erleuchte, die in deinem Namen reden.
Du barmherziger Gott, / der du die Schwachheit kennst, / den Tod und das Leiden, / wir bitten dich: / für die Einsamen und Alten, / für die Kranken und Sterbenden, / für die Arbeitslosen und die Hungernden, / für die Gefangenen, / für die von Krieg und Katastrophen Bedrohten, / für diese Erde und alle Kreatur: / erhalte das Leben, / errette aus Leiden, / sei gnädig im Sterben.
Du, ewiger Gott, / warst vor aller Zeit, / und du wirst bleiben, / wenn unsere Namen vergessen sind. / Dich loben wir. / Dir danken wir. / Dich beten wir an: / den Vater und den Sohn und den Heiligen Geist, / Gott jetzt und immerdar / und von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen
RefLit
29. Juli 2023
Barmherziger Gott, / wir erschrecken beim Lesen der Worte aus Micha 3: / Die ›Mächtigen aus dem Haus Israel‹ sollten das Recht kennen, lesen wir da. / In der Zeit des Propheten haben sie Dein Volk aber bedrängt und das Recht missachtet (V. 1-4) / Und auch die Berufstheologen haben Dein Volk nur in die Irre geleitet. / Darum hast Du sie ins Dunkle geführt und sie mit Schweigen gestraft (v. 5-7). / Nur Micha war mit prophetischer Kraft erfüllt, in ihm hast Du das Recht wieder stark gemacht und Israel seine Vergehen aufgezeigt (V. 8). //
Auch in unseren Tagen führst Du in Israel Menschen gegen die Missachtung des Rechts auf die Straße. / Hilft, dass ihre Stimme nicht vergeblich erklingt. / Hilf, dass die Botschaft des Micha (V. 9-12) wieder gehört wird. / Denn es steht so viel auf dem Spiel: der Frieden im Land und der zerbrechliche Frieden im Nahen Osten. / Amen
AD
Barmherziger Gott, / Du hast uns erlaubt und geboten, / mit allem zu Dir zu kommen, / was uns auf dem Herzen liegt.
Wir spüren, dass unsere Welt im Umbruch ist. / Wir wissen nicht, wohin sie treibt. / Viele machen sich Sorgen, / dass Mitmenschlichkeit und Toleranz auf dem Rückzug sind. / Der Ton in den Diskussionen verschärft sich / eine Atmosphäre von Wut und Angst macht sich breit. / Wir können darin Deinen Geist nicht mehr erkennen, / der zur Wahrheit führt / und doch ein Geist der Versöhnung und Liebe bleibt.
Wir brauchen Dich, gnädiger Gott. / Schon immer war das so, / aber es gibt Zeiten, / in denen wir uns noch mehr danach sehnen, / dass Du uns und unsere Welt zurechtbringst.
Wir beten für die Verfolgten dieser Welt. / Für unsere Geschwister, / die das Bekenntnis zu Jesus Christus / Freiheit und manchmal sogar das Leben kostet. / Wir reden von dem Kreuz, das wir auf uns nehmen, / wenn wir Dir folgen. / Sie tragen die echten Kreuze! / Wir bitten Dich / um Kraft und Trost und Gnade für sie.
Wir beten für die Heimatlosen. / Für die, deren Hoffnung in seeuntüchtigen Booten / im Meer versinkt. / Für die Kinder, / deren Augen schon sehen mussten, / was keine Seele erträgt. / Schütze, heile und berge sie. / / Wir beten für die Kranken und Schwachen / um Hilfe, Kraft und Geborgenheit.
Wir beten für Deine Kirche / und alle, die in ihr Verantwortung tragen / um Glaubensmut, Demut und Deinen Geist. / Amen
Jochen Denker, Ronsdorf
Karl Barth (1886-1968)
Georg Rieger, Nürnberg
Sonja aus Neuß (2. Kl.)
aus: Regine Schindler "Was Kinder von Gott erwarten"
Peter Marshall (1902-1949)
Du Gott Israels, / Herr der Welt, / durch deinen Sohn / hast du uns dein Haus geöffnet, / und weist uns ein / in deine Regeln des Zusammenlebens. / Aber es fällt uns oft schwer zu ertragen, / dass wir dich nicht für uns allein haben, / dass noch andere zu dir gehören / mit älteren Rechten, / dazu auch Menschen, / die ganz anders sind als wir, / und die uns mit ihrer Fremdheit verstören.
Wir stehen deiner Freundlichkeit oft im Weg, / schließen uns gegen andere ab / und stoßen sie mit unserem Gehabe / auch ungewollt manchmal vor den Kopf.
Gott, hilf, dass wir im Geist deiner Liebe / mit allen zusammenfinden, / die du zu dir eingeladen hast / mach unsere Gemeinschaft / offen und gastfrei für viele Neue. / Segne dein Weltenhaus mit Frieden.
Sylvia Bukowski, Wuppertal
22. Juli 2023
Als Kind waren meine Ferien eine wundervolle Endlosigkeit lang.
Frei von Zeitgefühl und Sorgen, plätscherte der Sommer dahin. Ich ließ mich treiben, spielte, lachte und genoss.
Eine wundervolle Endlosigkeit lang.
Auch heute fühle ich manchmal Endlosigkeit.
Doch ohne das Wundervoll ist Endlosigkeit schwer auszuhalten.
Endlos lang diskutieren wir wichtige Themen, ohne zu handeln.
Endlos lang schon wüten viel zu viele Kriege.
Endlos lang brauchen Friedensprozesse.
Endlos lang leiden Menschen auf der Erde Hunger.
Endlos lang ...
Ach Gott, hilf uns, das Wundervolle wieder zu entdecken und einander zu ermöglichen.
Wenigstens ein wenig von dieser wundervollen Endlosigkeit mitten in unserer Zeit.
Carolin Springer, Leer
Gerhard von der Heyden, Ronsdorf
Untergang
Welt geht unter / Welt geht in Flammen auf / Und wir mit ihr / Verzicht auf Kinder / Auf Zukunft / Auf Liebe / Gott / Verzicht auf dich / Auf Sinn / Nein! / Wir verzichten nicht / Noch im Untergehen wirst du für uns aufgehen / Uns den Weg weisen aus dem Tod / In ein sinnvolles Leben / In ein Land wo Milch und Honig fliesst / Unser Lachen wird aufblühen / Wie die Wüste / Wie die erschöpfte Erde nach dem Regen / Wir werden jubeln / Wir werden dir noch danken / Du / Unser Gott / Wir leben dank dir
Marianne Reifers, Luxor, Egypt
Gott, wir vertrauen darauf, / dass du in deiner grossen Güte und ewigen Treue / uns nicht vergisst.
Darum kommen wir vor dich / und bitten dich für die,
die trauern / um Menschen, mit denen sie ihr Leben geteilt haben / und die ihnen weggestorben sind, / richte du sie wieder auf mit deinem Trost; / wir bitten dich: erhöre uns!
die erschöpft und müde sind / von der Arbeit und von den Zumutungen des Lebens, / gib ihnen neue Kraft, / dass sie der Kraft des Lebens wieder trauen können; wir bitten dich: erhöre uns!
die nicht wissen, / woher sie zu essen und zu trinken / und ein Dach über dem Kopf bekommen sollen, / gib, was sie nötig haben; / wir bitten dich: erhöre uns!
deren Denken gefangen ist / von ihnen selbst, / weil andere die Gedanken kontrollieren und bestimmen wollen, / sei du die Freiheit, die wir brauchen; wir bitten dich: erhöre uns!
die oben sind und das Geschick der Welt / zu lenken und bestimmen haben, / sei du ihr Herz und ihre Seele, / dass es zum Wohle aller wird, was sie entscheiden; / wir bitten dich: erhöre uns!
Gott, wir danken dir, / dass du uns hörst / und gibst, was wir brauchen, / durch Christus Jesus. Amen.
Walter Wickihalder, Winterthur, Schweiz
Gott, segne und behüte deine Welt, deine Menschenkinder, sieh genau hin in jeden dunklen Winkel, auf jede staubige Straße und auch in die neonerleuchteten Zimmer der Krankenhäuser.
Gott, lass dein Angesicht leuchten, lass deine Augen strahlen und funkeln, dass wir dich und einander ebenso anlachen und strahlen. Lass uns Freude schenken. Lass uns Zuversicht ausstrahlen und aufeinander achten während dieser Pandemie. Lass dein Angesicht leuchten und sieh uns mit all unseren Fehlern und Versäumnissen gnädig an.
Gott, erhebe dein Angesicht und erhebe uns aus der Not, aus der Angst, aus der Hoffnungslosigkeit. Schenke deinen Frieden, Frieden in den Wohnungen und Städten, Frieden zwischen Menschen und Völkern. Wir brauchen deinen Frieden dringend, an so vielen unterschiedlichen Orten dieser Welt. / Amen
Meike Waechter, Berlin
Gnädiger, geduldiger Gott, / offen von unserer Sünde zu reden / gelingt uns selten. / Schuld einzugestehen / fällt uns schwer, / und die Bitte um Vergebung / will kaum über die Lippen. / Lieber reden wir uns heraus, / sagen: So schlimm war es doch gar nicht, / oder: Andere sind noch schlechter als ich.
Du hast es schwer mit uns, Gott. / Wir machen dir sehr viel Mühe. / Du hast mit dem Leben deines Sohnes bezahlt, / um uns zu gewinnen.
Lass uns im Licht deiner Güte anfangen, / ehrlich mit uns selber zu sein. / Und wenn wir vor den Abgründen in uns erschrecken, / dann lass dein Gnadenwort stärker sein / als die anklagende Stimme unseres Gewissens. / Gott, hilf uns, deiner Vergebung zu trauen / und einen neuen Anfang zu machen. Amen
RefLit
Gott, / zwei Jahre ist es her, da hat in der Nacht vom 14. auf den 15. Juli / die verheerende Flut im Ahrtal, in Teilen der Eifel und Trier / mehr als 100 Frauen, Männer und Kinder getötet, / Überlebende und Angehörige traumatisiert / und vielen Menschen ihre Existenzgrundlagen weggerissen.
Wir denken heute an alle, die heute noch unter dieser Katastrophe zu leiden haben. / Sei du bei ihnen und auch bei allen, die bis heute nicht nachlassen in ihren Bemühungen, / den Opfern der Flut zu helfen.
Wir denken auch an alle, die derzeit in Indien unter extremen Unwettern / und Überflutungen zu leiden haben. / Gott wir haben es so gerne bequem / am liebsten soll alles so bleiben, wie es ist. / Dabei schauen wir gern über das hinweg, / was wir zu den Veränderungen im Weltklima beitragen. / Mache uns unruhig und wach, Gott.
Leo Deisenhofer, Thurnau
15. Juli 2023
Vor Dich, Ewiger, Herr über Abend und Morgen, / bringen wir die Sommerzeit. Und all das, was jetzt in der Luft liegt.
Wir bringen Dir Kleine und Große. Und wie ihre Herzen weit werden: / Aufatmen in der Sommerferien-Sonne. Sand zwischen den Zehen. / Ahnung von Gleichheit der sonst gar nicht so Gleichen am Strand. / Musik noch spät in der Nacht.
Zur Dir bringen wir die Sehnsucht dieser Wochen: / Weil die Sommerwelt hinterm Klinikfenster gähnt. / Weil sie nur ein anderer Rahmen rund um die gleichen Nöte und Sorgen ist, die schrecklichen Nachrichten von zu Hause zu jeder Stunde auf dem Handy- oder Computerbildschirm.
Vor Dich bringen Dir die Sommersorgen: / Den überhitzten Planeten. Den Durst der Wälder und Felder. / Seufzende Kreaturen.
Ewiger, nach Deinem Ruf zum Aufbruch sehnen wir uns. / Sprich zu uns in dieser und durch diese Sommerzeit. / Dass wir über uns hinaus sehen. / Hinaus gehen. / Hinaus denken und handeln. / Wir sehnen uns danach, dass die Zeit anbricht, in der Du in der Luft liegst.
Durch Jesus Christus, Amen!
(nach dem Sommer-Fürbittengebet in der Schlosskirche zu Wittenberg)
Stefan Maser, Kamp-Lintfort
Abendgebet
Herr, wir danken dir am Abend, / dass wir unter deinem Schutz diesen Tag vollendet haben, / dass du uns Kraft gegeben hast zu unserer Arbeit, zu unserer Geduld, zu unserer Feier, zu unserer Kreativität, zu unserem Miteinander. / Wir danken dir, dass du immer bei uns bist und uns in allem und durch alles hindurch trägst. Amen.
Selma Dorn, Stuttgart
Living God of Peace, we bring you all that is troubling us: The pressures at work, the pressure to find work, strained relationships, hurt and betrayal. Give us the ability to forgive, to reconcile, to be witnesses of your love and makers of peace.
Lebender Gott des Friedens, wir bringen dir alles, was uns beunruhigt: der Druck bei der Arbeit, der Druck, Arbeit zu finden, angespannte Beziehungen, Verletzungen und Verrat. Gib uns die Fähigkeit zu vergeben, sich zu versöhnen, Zeugen deiner Liebe und Friedensmacher zu sein.
Catherine McMillan, Schweiz
Gerhard von der Heyden, Ronsdorf
Georg Rieger, Nürnberg
Gott, unsere Hoffnung - / Wir wollen nichts schönreden. / Wir sind nicht für alles Unrecht, das um uns herum geschieht, verantwortlich, / aber es bleibt genug, was unser Gewissen bewegen muss.
Gott, unsere Hoffnung – / Wir wollen nichts schönreden. / Wir müssen nicht an die Hölle glauben, / aber wir spüren doch genau, / dass wir unsere Verantwortung / nicht zusammen mit den alten Bildern abstreifen können.
Gott, unsere Hoffnung – / Wir wollen nichts schönreden. / Wir müssen uns nicht ängstigen und wir müssen niemandem Angst machen, / aber wir dürfen den Ernst deiner Weisungen deswegen nicht missachten.
Sei uns ein gnädiger Richter, / wenn wir in Selbstvorwürfe oder in Selbstmitleid verfallen, / wenn wir selbstgerecht sind gegenüber anderen, / wenn wir hinter unseren Gaben und Möglichkeiten zurückbleiben, / wenn wir an deiner Gerechtigkeit zweifeln oder an deiner Strenge verzweifeln.
Schenke uns deinen Trost / Und hilf uns, andere zu trösten, ohne sie zu vertrösten. / AMEN
Gudrun Kuhn, Nürnberg
