Gebet
Tagesaktuelles Gebet
Sylvia Bukowski
wir leben in einer Welt, / in der sich viele nach politischer Führung sehnen, / nach Ordnung, nach Sicherheit und nach Menschen, / die wissen, wo es langgeht. / Doch dein Wort erinnert uns an die Gefahr, / wenn wir Menschen die Krone aufsetzen, / die allein dir gebührt. / Wir bringen vor dich unser Misstrauen gegenüber der Macht: / Wir sehen, wie schnell Menschen hochmütig werden, / wenn sie über andere bestimmen können. / Wir sehen die Versuchung, / den eigenen Vorteil über das Wohl aller zu stellen. / Wir sehen, / wie leicht Gerechtigkeit der Gier nach Besitz und Prestige weicht. //
Gott, wir fragen dich: / Wie sieht eine Herrschaft aus, / die dir gefällt? / Wo ist der Platz für die Schwachen, / wenn sich die Mächtigen verabreden? / Wo bleibt die Freiheit, / wenn wir uns in Abhängigkeiten begeben, / die uns schleichend zu Knechten machen? //
Bewahre uns davor, / Heil von Menschen zu erwarten, / die sich wie Götter gebärden. / Erinnere uns daran, / dass jede Macht auf Erden nur geliehen ist und sich vor dir verantworten muss. / Schenke uns den Mut, / dort zu widersprechen, / wo Menschen unterdrückt werden. / Schenke uns die Weisheit, / Strukturen zu schaffen, / die dem Leben dienen und nicht dem Ego der Herrschenden. / Und lass hin und wieder einen König aufstehen, / der seine Lektion gelernt hat, und der dem selbsternannten Gold-Held, Ewig-Regent und Friedefürst mit Witz und Ironie die Leviten liest. //
Denn wir blicken auf Jesus, den König ohne Thron und ohne Schwert. / Er zeigt uns: / Wahre Größe liegt im Dienen, / und wahre Macht erweist sich in der Liebe. / Lass sein Reich unter uns wachsen – / ein Reich der Gerechtigkeit, / des Friedens und der Würde für jeden Menschen.
Amen
Achim Detmers, Hannover
Gott // Singen mag ja noch gehen. / Aber wie soll ich mit dir sprechen? / Und wie kann ich Antwort erwarten? / „Lust“ soll ich „haben an deinem Wort“. / Glauben, dass du durch die Heilige Schrift zu uns sprichst. / Aber wie finde ich dein Wort / zwischen den vielen Wörtern? // So schwer zu übersetzen ist die Sprache / der biblischen Autoren. / So selten passt sie auf unsere Fragen und Ängste. //
Singen mag ja noch gehen. / Aber wie soll ich mit anderen von dir sprechen? / Und wie kann ich ihnen deine Antwort versprechen? / „Lust“ sollen sie kriegen „an deinem Wort“. // Glauben und Weisung und Trost bekommen. / Aber wie finden sie dein Wort / zwischen den vielen Deutungen? / So schwer zu übertragen sind die Bilder / der biblischen Autoren. / So oft fordern sie unseren Widerspruch heraus. //
„Fröhlich“ und „fruchtbar im Geist“ soll ich sein. / Aber mein „finstres Herz“ / fühlt sich leer und ausgetrocknet. / Ach lass doch deinen Mai aufblühen in unser aller Herzen! AMEN
Marianne Reifers, Luxor, Egypt
Natur / Gott / Deine Schöpfung / Handarbeit / Mit grosser Kelle geschöpft aus dem Nichts / Oder hast du nur gerade die Zelle des Lebens erfunden / Und wunderst dich selber / Wie es sich entwickelt vom Wasser aufs Land // Wir sind Teil davon / Zugeordnet zu den Säugetieren / Wir erforschen und reflektieren die Natur und uns / Nehmen sie auseinander und setzen sie neu zusammen //
Wir staunen / Milliarden von Jahren lebt und webt sie schon / Entfaltet sich frisst und kotet / Blüht auf und verwelkt / Wächst und verrottet / Duftet und stinkt / Lebt leidet vergeht und sprosst //
Und in allem drin wesen wir und fragen nach dir / Wir tragen deine Gene in uns / Die Leidenschaft für das Leben / Wir suchen dich / Und fragen: Wie weiter mit uns allen / Gott
Marianne Reifers, Luxor, Egypt
Lea, 9 Jahre
Gudrun Kuhn
Sylvia Bukowski
Carolin Springer, Leer
Jürgen Kaiser
Marianne Reifers, Luxor, Egypt
Marianne Reifers, Luxor, Egypt
Georg Rieger
Georg Rieger
Herr der Welt, / du guter Hirte, / sieh doch den Mangel, / den so viele leiden: / den Mangel an Nahrung, / den Mangel an Liebe, / den Mangel an Hoffnung / und Vertrauen zu dir. / Herr erbarme dich! // Sieh die Müden, / sieh die Getriebenen, / und die Ausweglosen, / die auf falschen Wegen gehen / immer weiter weg von dir: / Herr erbarme dich über sie. //
Vergiss nicht, / die in Angst leben müssen, / deren Leben Unheil bedroht, / und die nirgendwo einen Trost finden, / auch nicht bei dir: / Herr, erbarme dich über sie! // Denk an die Zerstrittenen, / an die Ungeliebten, / an die, die keine Bleibe haben, / auch nicht in deinem irdischen Haus: / Herr, erbarme dich über sie. //
Herr der Welt, / du guter Hirte, / an Nichtiges haben wir uns verloren! / Suche uns, / bring uns zurück zu dir / und erbarme dich über uns! // Amen
Sylvia Bukowski
EWIGER, Herr meiner Sinne, meines Herzens und Verstandes! / All die Nachrichten und Berichte. / Einige positiv, sie machen mir Hoffnung. / Viele wieder negativ, gefährlich, sie nähren schlimme Befürchtungen. / Andere einfach unglaublich, ich merke Empörung und Zorn. / Und viel zu viele so schrecklich, dass ich sie am liebsten nie gehört hätte. / Dazwischen ich, haltlos, wie ein kleines Blatt im Wind. //
Draußen die Natur und die Jahreszeit. / Die Hänge leuchtend vom Weißdorn. / Reichlich gelbe Blüten dazwischen. / Das schönste Grün des Jahres, das es nur in diesen Wochen gibt. / Und auch hier in dieser Gegend die ersten blühenden Kirschbäume. / Das alles im schönsten Licht. / Lauter Leben aus deiner Hand und Liebe und Treue. //
EWIGER, Herr meiner Sinne, meines Herzens und Verstandes! / Lass das bei mir wirken,blühen und Früchte tragen, / was du da tust und schenkst. / Mit Mut zum Hinschauen und Standhalten. / Zur Wahrheit und zur Konsequenz. / ZurFreude und Hoffnung, die einen Grund haben. //
„Mach in mir deinem Geiste Raum,
dass ich dir werd ein guter Baum
und lass mich Wurzel treiben!“ (Paul Gerhardt, EG 503)
Stefan Maser
Gudrun Kuhn
Marianne Reifers, Luxor, Egypt
Jürgen Kaiser
Gott / Warum bist du eigentlich in den entscheidenden Momenten so weit weg? / Warum fühle ich mich dir so fern? // Das ist unfair. / Du hast versprochen, da zu sein. / Vor allem wenn es hapert. // Lass mich nicht allein. / Ich will ja auf dich vertrauen. / Ich versuche es. / So wie der Beter des Psalms 42. / Aber komm mir doch auch ein Stück entgegen. // Amen.
Selma Dorn
Meike Waechter
Ja, Gott - / „Wir wollen alle fröhlich sein / in dieser österlichen Zeit.“ / Doch wie soll uns das gelingen? // Manche blicken voller Sorgen in ihren Geldbeutel, / weil sie vom Auto abhängig sind, um in die Arbeit fahren zu können. / Und weil die Nahrungsmittel immer teurer werden. // Manche bangen um Angehörige im Ausland. / Manche können die Berichte vom Leid der Menschen / in der Ukraine und im Nahen Osten kaum mehr ertragen. / Manche fürchten um den Fortbestand der Demokratie. // Wie können wir da fröhlich sein? / Dabei hatten wir doch früher auf die Osterbotschaft vertraut? / Sieg des Lebens über den Tod. / Hoffnung für Frieden und Gerechtigkeit / im Himmel und auf Erden ... // Ach Gott – reiß uns aus den Ängsten! / Heile unsere Erschöpfung! / Lass uns miteinander und füreinander Vertrauen und Zuversicht finden! // AMEN
Gudrun Kuhn
Gott, Vater, Sohn, Heiliger Geist, / wir sollen nicht Thermometer sein, sondern Thermostat. / Hat Martin Luther King gesagt. / Aber wir sind nur Thermometer. / Wir reagieren. // Wir erleben, wie die Welt aufgeheizt wird. / Durch Wirrköpfe, Kriegstreiber und Lügner an den Hebeln der Macht. / Durch Kurzsichtigkeiten, Ausbeutung und Gier. / Durch Aufgeregtheiten und Empörungen, / die unsere Seelen mit Nichtigkeiten und Belanglosigkeiten beschäftigen. / Durch das Verschwinden der Ehrfurcht vor dem Leben. //
Wir reagieren. / Wir sind nicht Thermostat, nur Thermometer. / Da helfen keine Analysen und keine Kommentare. / Da scheint auch das Wissen um Dich nichts auszurichten. / Wir beraten, appellieren, tagen, / zeigen uns als Menschen guten Willens. / Aber wir beschäftigen uns in all dem nur mit uns selbst / und erweisen uns als zu schwach für die, / die nach Weisung, Führung und Lösung
verlangen. //
Schlimm, wie sehr uns die Vollmacht ausgegangen ist. / Als Kirche. Und in der Gesellschaft erst recht. / Schlimm, wie sehr es unsere Politiker nicht schaffen, / längst fällige Entscheidungen zu treffen. / Warum nur diese Ängstlichkeit, / diese Mutlosigkeit und dieses Verquatschen von fast allem? / Man kann es nicht mehr hören. / Es tut den Ohren weh. / Und dem Kopf auch. Was bremst da so sehr? / Warum wird Verantwortung dauernd abgeschoben? / Fehlt da das Vertrauen auf Dich? / Ja, vermutlich fehlt es. / Und der Geist fehlt. / Und auch der Glaube. //
Wir sind nicht Thermostat, nur Thermometer. / Um den Mond herumfliegen – kein Problem. / Aber einen gestrandeten Wal ins tiefe Meer ziehen – unmöglich. / Eine Weltmeisterschaft in drei Ländern – kein Problem. / Aber die Zuwanderung so regeln, dass sie bereichert - unmöglich. / Hochsicherheits-spiele polizeilich absichern - kein Problem. / Aber Polizisten, Sanitäter, Zugpersonal und Rettungskräfte vor Übergriffen schützen – unmöglich. / Es ist zum Heulen. //
Warum hat sich alles nur so sehr verschoben? / Zum Bösen hin verschoben? / Zum Unfrieden? / Beten wir die falschen Götter an? / Wir bekennen Dir, Herr, unsere Ohnmacht. // Wir sind nicht Thermostat, nur Thermometer. / Das ist unsere Klage. / Unsere Klage vor Dich bringen, das ist das, was wir können. // Amen.
Klaus Bröhenhorst
Georg Rieger
Gott, was immer uns bewegt, / im Auf und Ab der Welt - / auf dich vertrauen wir / und bitten dich um alles, was wir brauchen, / für die,
die krank sind und im Sterben liegen, / lass sie Geborgenheit erfahren; / wir bitten dich: erhöre uns! // für die, / die leiden, wie die Welt / und wie das Leben ist, / lass sie vertrauen, dass du hilfst; / wir bitten dich: erhöre uns! // für die, / die auf der Flucht sind / vor den Kriegen, / vor den Katastrophen dieser Welt, / lass sie Zuflucht finden; / wir bitten dich: erhöre uns! // für die, / die zu bestimmen haben / in Wirtschaft, Wissenschaft und Politik, / lenke du ihr Herz und ihren Sinn; / wir bitten dich: erhöre uns! // Gott, wir danken dir, / dass du uns hörst / und gibst, was wir brauchen, / durch Christus Jesus. // Amen.
Walter Wickihalder
