Gebet
Tagesaktuelles Gebet
Gott, ich danke dir, daß du alles erfunden hast. Gabriele, Adlingenswil (3. Kl.)
aus "Was Kinder von Gott erwarten", Autorin Regine Schindler, Verlag Kaufmann
Jürgen Kaiser, Berlin
Ach Gott, geh doch mit, / wenn wir jetzt / durch die leeren Straßen / hasten. / Das Alleinesein wird uns so schwer. / Und so vielen anderen / in den Heimen und Kliniken / noch viel schwerer.
Ach Gott, gib uns einen Anstoß, / wenn wir jetzt / die Freude am Schenken / verloren haben. / Die Angst vor der Zukunft wird uns so schwer. / Und so vielen anderen / ohne sichere Einkünfte / noch viel schwerer.
Ach Gott, bleib doch bei uns, / wenn wir jetzt / keine frommen Gedanken / mehr haben. / Die Zweifel werden uns so schwer / Und so vielen anderen / Die Tote betrauern / Noch viel schwerer.
Wir brauchen Vertrauen in dich, / damit wir wieder Vertrauen / in uns setzen können. / Sei uns nicht ferne. AMEN
Gudrun Kuhn, Nürnberg
in den letzten Wochen ist klar geworden,
dass unsere Adventsroutinen ins Leere laufen:
die last-minute-Käufe in den Innenstädten,
die Reisen und das Festessen in den Familien.
Und auch die Gottesdienste zu den Feiertagen
werden in diesem Jahr ganz anders sein oder gar nicht stattfinden.
Und dennoch singen wir:
»Freut Euch, freut Euch, der Herr ist nah.«
Wir müssen in den nächsten Tagen von Vielem absehen:
von gewohnten und austarierten Abläufen
von Kindheitserinnerungen, die damit verbunden sind.
Und es werden Viele einsam sein über Weihnachten.
Auch unsere Zuversicht für das Neue Jahr wird brüchig.
Wie wird das alles weiter gehen?
Wie lange noch? Wie schlimm wird es noch?
Und dennoch singen wir: »Freut Euch, freut Euch, singt Halleluja.«
Barmherziger Gott, gib uns die Zuversicht zurück
und schenke uns den Blick auf das Wesentliche.
Lass uns entdecken, wie viele kleine Dinge uns Freude bereiten können.
Und lass uns um die kümmern, die es schlimmer trifft.
Lass Deinen Morgenstern hell leuchten
in unserer dunklen Nacht.
Lass uns Bethlehem wiederfinden,
wo alles begann.
Georg Rieger / Achim Detmers
19. Dezember 2020
Lieber Gott,
diese Woche war geprägt
von der Vorschau
auf die nächste
auf Weihnachten
und wie es werden soll.
Die Vorfreude ist getrübt
von Vorsicht und Angst.
Wie spreche ich es an,
was mir zu nah und zu viel wird?
Sind es die Regeln
oder meine Befürchtungen?
Bin ich spießig,
wenn ich darauf bestehe?
Gestehe ich mir und anderen
meine Angst nicht ein?
Was ist Weihnachten für mich?
Wie will ich es feiern?
Mich treiben Fragen um,
die ich mir noch nie gestellt habe.
Manchmal fühle ich mich
in diesen Gedanken nah bei dir
aber fern von den Menschen
um mich.
Es wird hoffentlich
am Ende heilsam sein.
Das wünsche ich mir von dir.
Das vor allem.
Georg Rieger, Nürnberg
Gerhard von der Heyden, Ronsdorf
RefLit
Jochen Denker, Ronsdorf
Bereitet dem Herrn den Weg; denn siehe, der Herr kommt gewaltig. (Jes 40,3.10)
Ja, Gott, ich möchte dir den Weg bereiten, möchte mich auf dein Kommen vorbereiten. Ich möchte nicht überrascht werden, sondern bereit sein, wenn du kommst. Ich möchte dich nicht verpassen, sondern für dich da sein. // Was soll ich tun? Wie kann ich dir den Weg bereiten? Amen
Meike Waechter, Berlin
Jürgen Kaiser, Berlin
Sylvia Bukowski, Wuppertal
12. Dezember 2020
„Bleib behütet!“
Mit diesen Worten nehmen wir Abschied,
immer wieder in diesen Wochen.
„Bleib behütet!“
vor Ansteckung und Krankheit,
in Angst und Leid.
"Bleibt behütet!"
Auf Euren Wegen,
in Euren Familien,
in Eurem Vertrauen auf Gott.
Dass ER diese Welt
und meine kleinen Wege als Mensch
und unsere Wege als Kirche
und sogar all unsere Irrwege
lenkt und bedenkt.
Dieses Vertrauen möge Euch nie verlassen,
davon lasst Euch künden zum Fest der Geburt.
"Bleibt behütet!"
unter Gottes Schutz und Segen!
Simon Froben, Bayreuth
Wo fängt Frieden an?
Wenn der Starke die Kräfte des Schwachen sieht
Wenn der Laute beim Stummen verweilt und begreift was der Stumme meint
Wenn das Leise laut wird, und das Laute still
Wenn das Bedeutungsvolle bedeutungslos und das scheinbar Unwichtige gross
Wenn mitten im Dunkel ein winziges Licht Geborgenheit, helles Leben verspricht.
Und du zögerst nicht, sondern gehst darauf zu
dann Ja dann, fängt der Frieden an
Autor unbekannt
O Heiland, reiß die Himmel auf –
Bist du auch eingeschlossen im Lockdown?
Dürfen wir uns dir nicht nähern?
Müssen wir selber eingeschlossen bleiben?
In unserer Angst
In unserer Ratlosigkeit
In unserer Trauer.
Wo bleibst du, Trost der ganzen Welt –
Unser kleiner Glaube reicht nicht einmal aus,
Uns selbst zu trösten.
Was sollen wir anderen sagen,
wenn sie uns nach dir fragen?
In unseren Zweifeln
In unserer Sprachlosigkeit
In unserer Ohnmacht.
O Heiland, aus der Erden spring –
Lass dich sehen, wo wir es nicht vermuten!
Lass dich hören, wo wir nichts mehr hoffen!
Lass dich spüren, wo wir Begegnung scheuen!
Sprich in unser Herz dein „Fürchtet euch nicht!“
AMEN
Gudrun Kuhn, Nürnberg
Gott, wir danken dir, dass du dich bei uns angekündigt hast. Damals wie heute. Wir lassen uns durch das Warten allzu oft entmutigen. Wir lassen uns in einen Schicksalsglauben fallen und zweifeln an deiner Macht. Statt mit deinem Kommen zu rechnen, richten wir uns selber alles und allein nach unseren Bedürfnissen ein. Du lässt uns warten, aber du gibst uns auch immer wieder Grund zur Hoffnung - mehr noch: Du lässt uns spüren, dass du eigentlich schon da bist - jetzt und in alle Ewigkeit.
Georg Rieger, Nürnberg
Gerhard von der Heyden, Ronsdorf
Schöpfer Gott,
bevor ich mich auf dem Weg in die Welt mache,
hilf mir, die Zeichenhaftigkeit im Tragen dieses Stück Stoff zu erkennen.
Lass es eine greifbare und sichtbare Weise sein,
meinen Nächsten zu lieben wie mich selbst.
Jesus Christus,
da meine Lippen bedeckt sind, öffne mein Herz,
dass Menschen mein Lächeln in den Lachfältchen sehen,
die um meine Augen spielen.
Da meine Stimme gedämpft sein mag,
hilf mir, klar zu reden - nicht nur mit Worten,
sondern auch mit meinen Taten.
Heiliger Geist,
wenn das Gummiband meine Ohren berührt,
erinnere mich daran,
aufmerksam und mitfühlend all denen zuzuhören,
denen ich begegne.
Möge dieses Stück Stoff ein Schutz und ein Banner sein,
und möge jeder Atemzug, den es aufnimmt,
gefüllt sein mit deiner Liebe.
Das bitte ich in deinem Namen und in dieser Liebe.
Amen
(Rev. Richard Bott, Moderator der Presbyterian Church)
übersetzt von Friederike Ursprung
Sylvia Bukowski, Wuppertal
5. Dezember 2020
Advent.
Wir bitten dich, Gott,
komm in unsere Welt.
Sieh, was aus ihr geworden ist.
Unsere Lichter leuchten stumpf.
Die Lieder trösten heuer nicht.
Die Zeit des Wartens wird uns lang.
Komm in unsere Welt.
Rette, was zerbrochen ist.
Ermutige, die verzweifelt sind.
Nimm denen die Macht, die sie missbrauchen.
Wir bitten dich, Gott,
Lass deine Botschaft lauter,
deine Güte sichtbarer,
und deine Liebe spürbarer werden.
Sei Du für uns bei denen,
für die niemand ein Licht angezündet hat,
die vergessen sind und am Rande leben.
Advent.
Wir bitten dich, Gott,
komm in unsere Welt.
Sieh, was aus ihr geworden ist. Amen.
AD
aus "Was Kinder von Gott erwarten", Autorin Regine Schindler, Verlag Kaufmann
Georg Rieger, Nürnberg
Karl Barth (1886-1968)
Gerhard von der Heyden, Ronsdorf
RefLit
Barmherziger Gott, / es ist Advent, die Zeit der Erwartung. / „Macht hoch die Tür!“, heißt es in einem Adventslied. / Doch viele Türen bleiben in diesem Jahr verschlossen.
Ein anderer Advent, ein anderes Weihnachten erwarten uns: / Ohne die Lichter auf den Weihnachtsmärkten, / ohne die Besuche bei Freunden und Verwandten.
Hilf uns, dass wir nicht einsam werden, / wenn wir unsere Kontakte verlieren. / Sei du mit Deinem Licht um uns, / wenn es dunkel wird in unseren Herzen.
Lass uns in diesem Jahr anders feiern, / weniger gehetzt, weniger lieblos, / mit mehr Wertschätzung für das, was wir haben.
Und lass uns die anderen Themen / und vor allem die Menschen nicht vergessen, / deren Schicksale gerade in den Hintergrund rücken.
Wir wünschen, dass sich unsere Welt ändert, / dass Frieden einkehrt, dass jeder Hoffnung haben kann. / Mach dem Misstrauen, der Verzweiflung und der Aggression ein Ende, / die wir jetzt so viele Jahre erlebt haben.
Wir sehnen uns nach Wahrheit und Gerechtigkeit / aber auch nach Gemütlichkeit und Sicherheit. / Du kannst unsere so unterschiedlichen Wünsche und Träume verstehen. / Bitte sei für uns da.
Georg Rieger / Achim Detmers
