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Ist Weihnachten zu politisch?

Einspruch! - Kolumne von Georg Rieger

Der WELT-Chefredakteur Ulf Poschardt schafft es, an Weihnachten mehrere Weihnachtsgottesdienste gleichzeitig zu besuchen und sich so ein repräsentatives Bild zu machen: Wie bei den Jusos oder einem Treffen der Grünen Jugend habe er sich gefühlt.

Nein! Stimmt nicht. So hat er es nicht getwittert. Er hat vielmehr gefragt, wer noch freiwillig in eine Christmette gehe, wenn … Also hat er die vielen Weihnachtsgottesdienste nicht nur besucht, sondern auch noch repräsentative Umfragen durchgeführt. Mit dem Ergebnis, dass die Besucher (jetzt bloß nicht gendern!) gar nicht so richtig freiwillig da sind, sondern sich gezwungenermaßen Parteitagsreden von der Kanzel anhören müssen.

Schon wieder falsch! Nicht einmal an Parteitage fühle er sich erinnert, sondern an die Treffen der Jugendorganisationen. So unreif sind die Worte von der Kanzel. Oder wollte er auf den Altersdurchschnitt der Gottesdienstbesucher/innen anspielen?

Natürlich sind das jetzt bewusste Verzeichnungen des Textes an sich. Doch Poschardt schreibt ja ebenso bewusst nicht von einem singulären Erlebnis, sondern verallgemeinert. Er nimmt auch in keinem Wort auf eine bestimmte Predigt Bezug, sondern stellt alle protestantischen Christmetten unter Generalverdacht. Das untermauert er übrigens durch weitere Retweets in seinem Account.

Das kommt halt dabei heraus, wenn einer wie Ulf Poschardt einmal im Jahr – und dann offensichtlich mehr aus Verpflichtung als aus echtem Interesse – in den Gottesdienst geht und dann das, was er da erlebt, für repräsentativ hält. Das jedenfalls lässt sein Tweet vermuten.

Sicher, es gibt schlechte Weihnachtspredigten. Und die der WELT-Chefredakteur gehört hat, ist nicht eine der besten. Aber definitiv keine Berechtigung für diesen Tweet. Es lohnt sich, diese zu lesen, um zu sehen, wie schief gewickelt Poschardt ist.

http://www.bento.de/today/ulf-poschardt-evangelium-hier-ist-die-predigt-ueber-die-alle-streiten-1975527/

 

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