Gebet
Tagesaktuelles Gebet
Liederschatz 1799,17
Georg Rieger, Nürnberg
Allmächtiger Gott, / wir danken dir für dein Wort. / Es ist gesagt, es ist geschrieben, / es ist gedruckt, als wäre es ewig unveränderlich. / Doch Du bist anders. / Du bist lebendig. / Lass uns das nie vergessen! / Daraus erwächst uns Hoffnung!
Immer wieder neu eröffnest Du uns Dein Wort. / Immer wieder neu rufst Du uns als Deine Gemeinde zusammen. / Lass uns auf der Suche bleiben, jeden Tag neu. / Lass uns die Gemeinschaft suchen, / im Hören und Sprechen, jeden Tag neu. / Daraus erwächst uns Orientierung und Halt für unser Leben.
Mit Deinem Wort rufst Du uns auch in den Widerspruch. / Gegen das Unrecht und Leiden dieser Welt, / gegen Fremdenhass und Antisemitismus, / gegen Gewalt und Kriege, / Habgier und Hunger. / Lass uns Deinen Ruf hören und / gib uns Kraft und Mut, / und immer wieder neu die Achtsamkeit / zum genauen Hinhören und Hinsehen, / dass wir einstehen für unseren Nächsten in der Not.
Und wo wir zu verzweifeln drohen / an der Unabänderlichkeit der Dinge, / an Krankheit und Katastrophen, / an Einsamkeit und verworrenen Beziehungen, / Unglück und Schmerz. / Da schenke uns Trost / und lass unser Vertrauen nicht sinken, / dass Du uns jeden Tag zu einem neuen Anfang rufst / durch Dein Wort / und durch das Mahl der Versöhnung.
Simon Froben, Bayreuth
Selma Dorn, Jerusalem
RefLit
Catherine McMillan, Schweiz
Der Fluss vertrocknet
Sein Bett liegt bar in der Sonne / Wir wünschten Regen Regen ist nicht in Sicht / Wolken lösen sich auf sobald sie erscheinen / Wenn Fische weinen könnten sie würden weinen / Wir stehen am Fluss mit unseren Angeln und den Würmern in kleinen Büchsen / Wir sind entsetzt am falschen Ort so hilflos / Was können wir jetzt für die Fische tun / Unser Duschwasser ins Flussbett leiten / Unsere Wäsche nicht mehr waschen / Unsere Tränen nicht mehr weinen / Was kannst du tun Gott / Für die Fische und für uns / Und für das Leben das eben austrocknet / Du weinst mit den Fischen
Marianne Reifers, Luxor, Egypt
Liederschatz 1797,2
Allmächtiger Gott!
Die große Welt bedroht / mein kleines Leben: / Krieg und Hunger, / Klimawandel und Katastrophen. / Das große Wechselspiel / von menschlicher Allmacht und Ohnmacht / legt dunkle Schatten auf meine Tage.
Rüttle mich auf, Gott, / wecke mein Vertrauen neu: / Mit dem Genießen des ersten Sonnenstrahls am Morgen, / mit der Dankbarkeit für die Lebensfülle am Mittag / mit dem Staunen beim Zählen der Sterne am Abend. / So groß und wunderbar ist diese Welt, / die Du geschaffen hast! / Du kennst auch all meine Sorgen / und die Schatten unserer Tage. / Du bist nicht fern, / schenke mir Zuversicht!
Amen!
Simon Froben
Georg Rieger, Nürnberg
Mein Trauergewand lösen -
mich mit Freude gürten -
Klage in Lob verwandeln -
Zorn durch Güte mildern
Du kannst das.
Du hilfst mir dabei.
Heute und Morgen.
Danke dafür.
Kathrin Rehmat, Zürich
Brigitte Wedderburn, München
Sylvia Bukowski, Wuppertal
RefLit
Liederschatz 1703,3
Barmheriger Gott, / nach Wochen der Dürre kündigt sich heute nun der erste Regen an. / In der Ferne grollt das Wetter, / Wind zieht auf, / erste Tropfen benetzen das ächzende Feld. //
Nach Tagen der sengenden Hitze steht nun der Sturm bereit, / das Land zu plagen. / Begleitet von Gewitter, Hagel und Regen ertrinkt das verdorrte Land. / Wassermassen fluten Keller und Straßen. //
Ist das schon das Ende des unerträglichen Sommers? / Kommen nach der Hitze nun die Tage des Fröstelns? / Der ängstliche Blick auf den Gas- und Stromzähler? / Die Tage der Wolldecken und Waschlappen? //
Barmherziger Gott, / wohin wird das alles führen? / Zerrt es uns auseinder, / die VerliererInnen und GewinnerInnen der Krise? / Bringt es uns wieder zueinander? / Entsteht neue Solidarität und Hoffnung unter uns Menschen / - nach all den entmutigenden Schlagzeilen der letzten Jahre? //
Guter Gott, / wir alleine schaffen das nicht, / noch einmal neu anzusetzen, / unsere Lebensentwürfe neu zu zeichnen. / Wir warten, / bis die anderen beginnen, / und verharren aus diese Weise im Weiterso. //
Führe uns da heraus! / Begleite uns! / Zeige uns, / wo wir gebraucht werden. // Amen.
Achim Detmers, Hannover
„Ich lobe meinen Gott, der aus der Tiefe mich holt …“
Gott – du hast deine Welt uns Menschen anvertraut. / Unsere Vorfahren im Glauben erzählen davon und machen uns Mut. // Wir müssen keine Heiligen sein. Du kannst uns brauchen mit all unseren Eigenheiten und Schwächen. // Manchmal schämen wir uns / Manchmal sind wir träge / Manchmal versagen wir / Manchmal sind wir ungeduldig / Wir stolpern auf dem Weg der Gerechtigkeit. // Bitte lass uns nicht allein. Sei du mit uns und schick uns Begleiterinnen und Begleiter. / Wir wollen gemeinsam an der Hoffnung festhalten, dass Gewalt und Betrug und Selbstsucht nicht siegen werden. // Hol uns aus der Tiefe zum Leben / Weise uns neue Wege zum Handeln / Und wenn wir aufgeben und umkehren wollen: Trockne unsere Tränen!
Vertreibe unsere Angst!
AMENGudrun Kuhn, Nürnberg
Catherine McMillan, Schweiz
Matthäus 10, 16 "Seht, ich sende euch wie Schafe mitten unter die Wölfe. Seid aber klug wie die Schlangen und ohne Falsch wie die Tauben!"
Gott, immer wieder sendest du uns aus, im Sinne deines Sohnes Jesus Christus zu wirken. / / Wir danken dir, dass wir dabei auf dich vertrauen dürfen, wie Schafe ihren guten Hirten. Sei bei uns, auch wenn du uns unter Wölfe schickst - und hilf uns, zu erkennen, welche Aufträge du uns anvertraust. / / Klug wie die Schlangen sollen wir sein. Und wir bekennen: Manchmal halten wir uns selbst für klüger, als wir sind. Hilf uns zu erkennen, was klug ist und was nicht - und hilf uns, Möglichkeiten zu erkennen und kluge Entscheidungen zu treffen / / Gott, verleih uns auch die Aufrichtigkeit der Tauben: anderen und vor allem uns selbst gegenüber. Dass wir uns nicht irgendwo herum winden, dass nicht giftig wirkt, was wir sagen und tun - also, dass wir in deinem Geist und bei deinem Auftrag bleiben.
Friederike Ursprung, Leipzig
Jürgen Kaiser, Berlin
Bei dir will ich anlegen ausruhen und neue Entscheidungen treffen / Ich bin voll Sorgen und meine ich müsse sie alle auflösen können / Wie Salz in Wasser / Das geht nicht / Es werden doch nur Tränen daraus bittere / Deshalb bin ich hier um abzuladen und sie vor dir zu betrachten / Mit deinen Augen von deiner Warte aus / Damit sich der Horizont weite und die Geduld wachse / Hernach wage ich es wieder in See zu stechen / Und dem Sturmwind zu trotzen / Auf Hoffnung hin / Danke Gott für die gute Ruhe für die Erholung / Amen /
Marianne Reifers, Luxor, Egypt
Liederschatz 1657,1
20. August 2022
Seit Tagen klebt mir die Zunge am Gaumen.
Durstig, erschöpft, sehnsuchtsvoll.
Schwer fällt mir mein Gebet.
Und wie auch reden, wenn die Zunge am Gaumen klebt?!
Vielleicht musst du dieser Tage besonders gut hinhören, Gott.
Verstehst du, was ich müde nuschele?
Verstehst du, was meinem Herzen zu schaffen macht?
Zu viel Hitze für Mensch und Tier.
Zu viel Hitze in manch politischen Debatten.
Zu viel Hitze in Diskussionen.
Zu viel Hitze in unserm Gemüt.
Hitzig geht’s zu und vielerorts brennt es bereits.
Ach, lass es doch regnen, Gott.
Lass regnen Segen und Liebe.
Lass regen Nachsicht und Weitsicht.
Lass regnen Visionen und Träume.
Lass es regnen, Gott.
Keinen strömenden Regen.
Lieber einen feinen, beständigen Sommerregen,
der einsickern kann in die ausgetrockneten Böden.
Ein warmer Sommerregen, der die Herzen erweicht.
Ein Regen, der uns wie die Kinder durch die Pfützen tanzen lässt.
Lass es regnen, Gott.
Carolin Springer, Leer
Gott, Geber aller Gaben, / du hast uns reich gemacht / an Erfahrungen und Möglichkeiten, / an Beziehungen und auch an Besitz. / Wir möchten anderen Anteil geben / an dem, was wir haben und was wir können, / aber wir sind oft ratlos, / auf welche Weise. / Wir haben Sorge, / dass unser Geld / nicht bei den Richtigen ankommt. / Wir wollen wir niemanden / mit unserer Hilfe beschämen, / nicht lästig fallen / mit klugem Rat.
Bewahre uns davor, / uns aus übertriebener Vorsicht / lieber aus allem herauszuhalten. / Gib uns Weisheit, / richtig zu entscheiden / und unseren Reichtum / sinnvoll zu teilen.
Sylvia Bukowski, Wuppertal
Mega
Bist du mega
Gott
Mega gross mega gütig mega
Alle wollen mega sein
Mega fromm
Ich kann nichts vorweisen
Ich bin ich
Ich denke mir den Himmel blau
Ich glaube nah
Ich bin dir
Nah
Sei uns Kleinen nah
Amen
Marianne Reifers, Luxor, Egypt
