Gebet
Tagesaktuelles Gebet
Meike Waechter
Marianne Reifers, Luxor, Egypt
Sylvia Bukowski
Lieber Gott, ich möchte am Ende dieser Woche für mehr Gerechtigkeit beten. Ich will dafür keine Prophetensprüche, die Bergpredigt oder das Gebot der Nächstenliebe bemühen. Nein, ich weiß nicht, was dein Wille ist und welche Sozialpolitik du machen würdest. Aber so kann es doch nicht gehen: Behinderte, Kinder, Alleinerziehende, Arbeitslose, Arme und Geringverdienende werden gerade dafür bestraft, dass Machtbesessene und Verrückte Kriege anzetteln und unseren Wohlstand in Gefahr bringen.
Warum können nicht die, die viel oder sogar zu viel haben, in so einer Situation solidarisch sein oder zur Solidarität gezwungen werden? Warum muss bei denen gespart werden, die eh wenig oder fast nichts oder es schwer im Leben haben? Was sind wir für eine erbärmliche Gesellschaft, die das mitmacht? Wir trauen uns nicht, den Mund aufzumachen, weil wir Angst haben, ausgelacht zu werden; dass wir Gutmenschen oder Sozialromantiker genannt werden.
Ich weiß, dass auch ich ungerecht bin in meiner Wut und meiner Enttäuschung. Aber ich muss es dir so sagen. Ich bete dafür, dass es anders wird – wie auch immer. Und ich schäme mich und bitte dich, dass du mich mutiger machst. Amen
Georg Rieger, Nürnberg
Herr Gott, bitte gib uns Frieden./ Wir haben es satt mit den Kriegen./ All der Hunger um Brot,/ Gib es ihnen, den Menschen in Not./ Amen
Meike Waechter, Berlin
Himmelfahrt - Gottes Wort verlässt die Erde und lässt uns sprachlos zurück?! / Gott, so fühlte es sich diesmal an. / Sprachlos verfolge ich Nachrichten aus Kriegsgebieten, / höre von ermordeten Grundschulkindern, / lese Berichte über Rassismus, / sehe den Prozessausgang / nach menschenverachtenden Worten eines Pfarrers. / Sprachlos macht mich all das. //
Ich will aber nicht sprachlos sein. / Ich will gegen den Krieg anschreien und vom Frieden singen. / Ich will erzählen von Vielfalt, Liebe und Toleranz. / Ich will reden für die, die sich nicht trauen, und die, die nicht mehr können. / Ich will, dass Schweigeminuten nicht mehr nötig sind / und wir stattdessen Kinderlachen, Greisenkichern, Liebeslieder in allen Sprachen hören. //
Gott, du sagst, dein Wort war und ist und bleibt in Ewigkeit. / Daran ändert Himmelfahrt nichts. / Daran ändert auch unsere Sprachlosigkeit nichts. / Erinnere uns daran, / wenn uns die Worte fehlen / und das Elend in der Welt uns die Sprache verschlägt: / Dein Wort bleibt und damit auch unsere Hoffnung. // Amen.
Carolin Springer
Gott! // Ein Schutz bist du uns, wenn andere uns drängen, / ein Schirm, ein Schild, eine Burg, / wenn Arges naht, / wenn Schlimmes kommt, / wenn Böses droht. // Du gibst Acht auf uns, / das kann keiner wie du. / Führe uns nur nicht in Versuchung / und lass nicht zu, / dass andere es tun. // Und dann, wenn wir weitergehen müssen, / raus aus der Burg, wenn wir den Schirm verlassen / und aus deinem Schatten treten müssen, / dann werden uns deine Engel tragen, / wohin du willst. // Amen.
Jürgen Kaiser
Klaus Bröhenhorst
Allmächtiger Vater, /wir wünschen uns, dass es auf der Welt keinen Rassismus gibt. /Wir beten für die Menschen in der Türkei, die ohne Grund eingesperrt wurden./Bitte hilf allen Menschen, ihre Freude am Leben nicht zu verlieren.
Gütige Herrin, Schöpferin der Welten,/wir wünschen uns, dass es keine Radikalisierung mehr gibt und keine Terroranschläge mehr verübt werden.
Unser Vater, Gott,/wir bitten dich für andere Menschen z.B. die Armen, die kein Geld haben, um richtiges Essen zu kaufen und für Kinder und Erwachsene, die auf der Straße wohnen. /Bitte zeige uns Menschen den richtigen Weg. /Bitte kümmere dich um die Kinder, dass sie ein zuhause haben, wo sie sich wohl fühlen. /Bitte pass auf die Kranken auf./Ich liebe und lobe dich.
Allmächtige Mutter,/wir wünschen uns, dass jeder Mensch ein zuhause hat, in dem er sich wohl fühlt./Wir wünschen uns auch, dass jeder zu seiner eigenen Meinung stehen kann, ohne sich dafür zu schämen./Amen
Meike Wächter
Gudrun Kuhn
Simon Froben
Marianne Reifers, Luxor, Egypt
Jürgen Kaiser
Herr des Himmels und Erden. / Mache dich auf und eile uns zur Hilfe. / So viel Gewalt, / so viel Krieg, / so viel Zerstörung. // Tod gebiert Tod. / Herrenlose Gewalten sind am Werk, / denen wir das uns menschenmögliche entgegenstellen. // Aber unsere Kräfte sind zu klein HERR. / Die lebensfeindlichen Kräfte sind stärker als wir. / Allein Du kannst ihnen Einhalt gebieten. // Komm in unsere Mitte, / gieß deinen Geist aus. / Vertreib die Mächte der Finsternis. / Und leite unser Denken und Handeln auf deine Wege. // Unsere Mütter und Väter haben dich so erlebt: / als Retter, als Friedefürst, als Heiland. / Wir würden diese Erfahrung gerne auch machen. // Amen
Klaus Bröhenhorst
Gudrun Kuhn
Meike Waechter
Sylvia Bukowski
wir leben in einer Welt, / in der sich viele nach politischer Führung sehnen, / nach Ordnung, nach Sicherheit und nach Menschen, / die wissen, wo es langgeht. / Doch dein Wort erinnert uns an die Gefahr, / wenn wir Menschen die Krone aufsetzen, / die allein dir gebührt. / Wir bringen vor dich unser Misstrauen gegenüber der Macht: / Wir sehen, wie schnell Menschen hochmütig werden, / wenn sie über andere bestimmen können. / Wir sehen die Versuchung, / den eigenen Vorteil über das Wohl aller zu stellen. / Wir sehen, / wie leicht Gerechtigkeit der Gier nach Besitz und Prestige weicht. //
Gott, wir fragen dich: / Wie sieht eine Herrschaft aus, / die dir gefällt? / Wo ist der Platz für die Schwachen, / wenn sich die Mächtigen verabreden? / Wo bleibt die Freiheit, / wenn wir uns in Abhängigkeiten begeben, / die uns schleichend zu Knechten machen? //
Bewahre uns davor, / Heil von Menschen zu erwarten, / die sich wie Götter gebärden. / Erinnere uns daran, / dass jede Macht auf Erden nur geliehen ist und sich vor dir verantworten muss. / Schenke uns den Mut, / dort zu widersprechen, / wo Menschen unterdrückt werden. / Schenke uns die Weisheit, / Strukturen zu schaffen, / die dem Leben dienen und nicht dem Ego der Herrschenden. / Und lass hin und wieder einen König aufstehen, / der seine Lektion gelernt hat, und der dem selbsternannten Gold-Held, Ewig-Regent und Friedefürst mit Witz und Ironie die Leviten liest. //
Denn wir blicken auf Jesus, den König ohne Thron und ohne Schwert. / Er zeigt uns: / Wahre Größe liegt im Dienen, / und wahre Macht erweist sich in der Liebe. / Lass sein Reich unter uns wachsen – / ein Reich der Gerechtigkeit, / des Friedens und der Würde für jeden Menschen.
Amen
Achim Detmers, Hannover
Gott // Singen mag ja noch gehen. / Aber wie soll ich mit dir sprechen? / Und wie kann ich Antwort erwarten? / „Lust“ soll ich „haben an deinem Wort“. / Glauben, dass du durch die Heilige Schrift zu uns sprichst. / Aber wie finde ich dein Wort / zwischen den vielen Wörtern? // So schwer zu übersetzen ist die Sprache / der biblischen Autoren. / So selten passt sie auf unsere Fragen und Ängste. //
Singen mag ja noch gehen. / Aber wie soll ich mit anderen von dir sprechen? / Und wie kann ich ihnen deine Antwort versprechen? / „Lust“ sollen sie kriegen „an deinem Wort“. // Glauben und Weisung und Trost bekommen. / Aber wie finden sie dein Wort / zwischen den vielen Deutungen? / So schwer zu übertragen sind die Bilder / der biblischen Autoren. / So oft fordern sie unseren Widerspruch heraus. //
„Fröhlich“ und „fruchtbar im Geist“ soll ich sein. / Aber mein „finstres Herz“ / fühlt sich leer und ausgetrocknet. / Ach lass doch deinen Mai aufblühen in unser aller Herzen! AMEN
Marianne Reifers, Luxor, Egypt
Natur / Gott / Deine Schöpfung / Handarbeit / Mit grosser Kelle geschöpft aus dem Nichts / Oder hast du nur gerade die Zelle des Lebens erfunden / Und wunderst dich selber / Wie es sich entwickelt vom Wasser aufs Land // Wir sind Teil davon / Zugeordnet zu den Säugetieren / Wir erforschen und reflektieren die Natur und uns / Nehmen sie auseinander und setzen sie neu zusammen //
Wir staunen / Milliarden von Jahren lebt und webt sie schon / Entfaltet sich frisst und kotet / Blüht auf und verwelkt / Wächst und verrottet / Duftet und stinkt / Lebt leidet vergeht und sprosst //
Und in allem drin wesen wir und fragen nach dir / Wir tragen deine Gene in uns / Die Leidenschaft für das Leben / Wir suchen dich / Und fragen: Wie weiter mit uns allen / Gott
Marianne Reifers, Luxor, Egypt
Lea, 9 Jahre
Gudrun Kuhn
Sylvia Bukowski
Carolin Springer, Leer
