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Wochenrückblick

Lieber Gott, ich möchte am Ende dieser Woche für mehr Gerechtigkeit beten. Ich will dafür keine Prophetensprüche, die Bergpredigt oder das Gebot der Nächstenliebe bemühen. Nein, ich weiß nicht, was dein Wille ist und welche Sozialpolitik du machen würdest. Aber so kann es doch nicht gehen: Behinderte, Kinder, Alleinerziehende, Arbeitslose, Arme und Geringverdienende werden gerade dafür bestraft, dass Machtbesessene und Verrückte Kriege anzetteln und unseren Wohlstand in Gefahr bringen. 
Warum können nicht die, die viel oder sogar zu viel haben, in so einer Situation solidarisch sein oder zur Solidarität gezwungen werden? Warum muss bei denen gespart werden, die eh wenig oder fast nichts oder es schwer im Leben haben? Was sind wir für eine erbärmliche Gesellschaft, die das mitmacht? Wir trauen uns nicht, den Mund aufzumachen, weil wir Angst haben, ausgelacht zu werden; dass wir Gutmenschen oder Sozialromantiker genannt werden. 
Ich weiß, dass auch ich ungerecht bin in meiner Wut und meiner Enttäuschung. Aber ich muss es dir so sagen. Ich bete dafür, dass es anders wird – wie auch immer. Und ich schäme mich und bitte dich, dass du mich mutiger machst. Amen


Georg Rieger, Nürnberg