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Gebet

Tagesaktuelles Gebet

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Täglich finden Sie in dieser Rubrik ein Gebet, das auch in der from... App zu finden ist.

5. Mai 2026 Danke, Gott, dass du Menschen für dich begeisterst. / Sie feiern mit uns den Sonntag. Sie helfen uns, die Schrift zu verstehen. Sie begleiten Sterbende und versuchen, Trauernde zu trösten. Sie setzen sich öffentlich für verantwortungsvolle Mitmenschlichkeit ein. Sie helfen Gestrauchelten – nach der Flucht oder im Großstadtdschungel. / Sie machen die Hoffnung stark. / Zeige uns allen den Ort, an dem du uns brauchst und brauchen kannst. AMEN
Gudrun Kuhn
4. Mai 2026 Lieber Gott, / ich bitte dich, / auf die Menschen aufzupassen, / die in Not sind. / Gib ihnen genügend zu essen / und einen sicheren Halt. / Amen
Meike Waechter
3. Mai 2026 Barmherziger Gott, / wir singen dir / dankbar für deine große Güte / und glücklich über diesen Tag. / Wir stimmen mit ein / in den Gesang des Universums / zu deiner Ehre. // Wir klammern uns an den Trost der Lieder, / wenn unser Herz schwer ist, / und wir protestieren / mit dem Lob deiner Barmherzigkeit / gegen die Unbarmherzigkeit / unserer Welt. // Gott, höre alles, / was wir uns vom Herzen singen / und in unsere Töne legen. / Nimm unsern Gesang / als Zeichen unserer Liebe / zu dir. // Amen
Sylvia Bukowski
Wochenrückblick Guter Gott,
wir leben in einer Welt, / in der sich viele nach politischer Führung sehnen, / nach Ordnung, nach Sicherheit und nach Menschen, / die wissen, wo es langgeht. / Doch dein Wort erinnert uns an die Gefahr, / wenn wir Menschen die Krone aufsetzen, / die allein dir gebührt. / Wir bringen vor dich unser Misstrauen gegenüber der Macht: / Wir sehen, wie schnell Menschen hochmütig werden, / wenn sie über andere bestimmen können. / Wir sehen die Versuchung, / den eigenen Vorteil über das Wohl aller zu stellen. / Wir sehen, / wie leicht Gerechtigkeit der Gier nach Besitz und Prestige weicht. //
Gott, wir fragen dich: / Wie sieht eine Herrschaft aus, / die dir gefällt? / Wo ist der Platz für die Schwachen, / wenn sich die Mächtigen verabreden? / Wo bleibt die Freiheit, / wenn wir uns in Abhängigkeiten begeben, / die uns schleichend zu Knechten machen? //
Bewahre uns davor, / Heil von Menschen zu erwarten, / die sich wie Götter gebärden. / Erinnere uns daran, / dass jede Macht auf Erden nur geliehen ist und sich vor dir verantworten muss. / Schenke uns den Mut, / dort zu widersprechen, / wo Menschen unterdrückt werden. / Schenke uns die Weisheit, / Strukturen zu schaffen, / die dem Leben dienen und nicht dem Ego der Herrschenden. / Und lass hin und wieder einen König aufstehen, / der seine Lektion gelernt hat, und der dem selbsternannten Gold-Held, Ewig-Regent und Friedefürst mit Witz und Ironie die Leviten liest. //
Denn wir blicken auf Jesus, den König ohne Thron und ohne Schwert. / Er zeigt uns: / Wahre Größe liegt im Dienen, / und wahre Macht erweist sich in der Liebe. / Lass sein Reich unter uns wachsen – / ein Reich der Gerechtigkeit, / des Friedens und der Würde für jeden Menschen.
Amen
Achim Detmers, Hannover
1. Mai 2026

Gott // Singen mag ja noch gehen. / Aber wie soll ich mit dir sprechen? / Und wie kann ich Antwort erwarten? / „Lust“ soll ich „haben an deinem Wort“. / Glauben, dass du durch die Heilige Schrift zu uns sprichst. / Aber wie finde ich dein Wort / zwischen den vielen Wörtern? // So schwer zu übersetzen ist die Sprache / der biblischen Autoren. / So selten passt sie auf unsere Fragen und Ängste. // 

Singen mag ja noch gehen. / Aber wie soll ich mit anderen von dir sprechen? / Und wie kann ich ihnen deine Antwort versprechen? / „Lust“ sollen sie kriegen „an deinem Wort“. // Glauben und Weisung und Trost bekommen. / Aber wie finden sie dein Wort / zwischen den vielen Deutungen? / So schwer zu übertragen sind die Bilder / der biblischen Autoren. / So oft fordern sie unseren Widerspruch heraus. //

„Fröhlich“ und „fruchtbar im Geist“ soll ich sein. / Aber mein „finstres Herz“ / fühlt sich leer und ausgetrocknet. / Ach lass doch deinen Mai aufblühen in unser aller Herzen!  AMEN

30. April 2026 Bild von Gott / Was immer ich mir auch einbilde / Du passt nicht / Du willst nicht passen / Wie gut / Dass du nicht willst / Das gibt mir den Mut / Auch mein Bild aus dem Rahmen zu lösen / Mich von meiner Einbildung zu erlösen / Ich will Mensch werden / Nach deinem Bild / Amen
Marianne Reifers, Luxor, Egypt
29. April 2026

Natur / Gott / Deine Schöpfung / Handarbeit / Mit grosser Kelle geschöpft aus dem Nichts / Oder hast du nur gerade die Zelle des Lebens erfunden / Und wunderst dich selber / Wie es sich entwickelt vom Wasser aufs Land // Wir sind Teil davon / Zugeordnet zu den Säugetieren / Wir erforschen und reflektieren die Natur und uns / Nehmen sie auseinander und setzen sie neu zusammen // 

Wir staunen / Milliarden von Jahren lebt und webt sie schon / Entfaltet sich frisst und kotet / Blüht auf und verwelkt / Wächst und verrottet / Duftet und stinkt / Lebt leidet vergeht und sprosst //

Und in allem drin wesen wir und fragen nach dir / Wir tragen deine Gene in uns / Die Leidenschaft für das Leben / Wir suchen dich / Und fragen: Wie weiter mit uns allen / Gott


Marianne Reifers, Luxor, Egypt
28. April 2026 Liber Gott, / du tust uns ser gut beschützen, / alle anderen Menschen bitte auch. / Amen
Lea, 9 Jahre
27. April 2026 Du lebendiger Gott – / deine Jüngerinnen und Jünger sind in die Nachfolge aufgebrochen. / Uns aber fällt das schwer. Hilf uns, aufzustehen. // Gegen die eigene Trägheit und Mutlosigkeit. / Gegen die Angst und Resignation. / Gegen die öffentlichen Beschönigungen. / Gegen die allgemeinen Vorurteile. / Gegen die Blindheit angesichts von ungerechten Verhältnissen. / Gegen die Neigung von uns allen zu Verschwendung und Besitzgier. // Hilf uns, aufzustehen. / AMEN
Gudrun Kuhn
26. April 2026 Gott, / wir sind hier, / um uns an dich und deine Taten / erinnern zu lassen. / Was wir heute hören / soll uns tragen / über die Abgründe unserer Sorgen, / soll uns Halt geben / im Strudel unsrer trüben Gedanken, / soll uns bewahren, / in unserm Selbstmitleid zu versinken. // Du, unser Gott, / hast schon früher / die tiefen Kerker der Trauer geöffnet, / hast die Meere der Angst geteilt / und Menschen in die Weite / neuen Freiheit geführt. / Gott, was du früher getan hast, / das tu auch an uns, / damit das Jubellied von früher / auch zu unsrem Jubellied wird. // Amen
Sylvia Bukowski
Wochenrückblick Puh – ist das schon ein Gebet, Gott? / Ein lautes "Puh" stoße ich gen Himmel, wenn mir die Worte fehlen für das, was ich sehe. / Für das, was ich nicht verstehe. / Puh – wenn Schicksale gegeneinander ausgespielt werden. / Puh – wenn Angst lauter wird als Mitgefühl. / Puh – wenn Menschen sich selbst größer machen und andere kleiner. / Und mit jedem Puh geht mir mehr die Puste aus. / Gib mir deinen Atem, Gott. / Dass ich nicht nur ausstoße, was mich beschwert, sondern auch empfange, was mich stärkt. // Amen
Carolin Springer, Leer
24. April 2026 Großer Gott! / du hast geredet mit Abraham, mit Isaak und mit Jakob. / Du hast geredet durch Mose und die Propheten und durch Jesus mit uns. / Du gabst dein Wort und du hieltst dein Wort. Halte weiter Wort! // Mein Kopf ist so voll mit Wörtern, von überall dringen sie auf mich ein, / leere, nichtssagende, hohle Wörter, falsche Worte, / halbwahre und verwirrende Worte, so wenig Worte, die stimmen und tragen. // Deine Stimme, Herr, lassen wir untergehen, können sie kaum mehr hören. / Uns fehlt die Kraft und manchmal auch die Lust, deinem Wort zu folgen. // Komm uns zu Hilfe und hilf unserer Unlust auf durch deinen heiligen Geist, / der die Freude und die Lust an deinem Worte ist. // Amen.
Jürgen Kaiser
23. April 2026 Ich bete für dich / Gott / Dass dein Verstummen gehört werde / Amen
Marianne Reifers, Luxor, Egypt
22. April 2026 Du lieber Gott / Kannst du auch böse werden / Ich muss dir beichten / Ich habe mein Selbstbild zeitlebens auf Hochglanz poliert / Die Meinung über mich sollte gut sein und auch du solltest lieb sein // Nun bin ich alt geworden und das Polieren ermüdet mich / Ich mag nicht mehr / Mein Bild hat Risse bekommen / Ich brause auf / Ich schimpfe / Mein Ton ist ungehalten / Wo ist die liebe Liebe hin / Du lieber Gott / Was ist aus mir geworden // Ich bin kein Held ich bin verletzlich / Ich sehe ein dass ich nicht so bin wie ich schien / Ich bin unbarmherzig und sogar böse // Diese Wahrheit schmerzt / Jammern und Klagen bringt wenig / Einsichtiger will ich werden denen gegenüber / deren Geduldfaden brüchig ist / So brüchig wie meiner / Weil wir Menschen sind und es bleiben bis zum Ende // Darum Gott / Ich verzeihe mir / Amen
Marianne Reifers, Luxor, Egypt
21. April 2026 Guter und gerechter Gott, / wir danken dir für die Freiheit, / die du uns schenkst: / die Freiheit im Denken, / das uns von falschen Urteilen befreit / und uns die Augen und Ohren öffnet; / die Freiheit im Handeln, / für das du uns Mut schenkst, / damit wir Grenzen überwinden / und Schritte auf Menschen zugehen können. // Amen
Georg Rieger
20. April 2026 Herr, / wir bitten dich um den Frieden in der Welt, / um Vernunft in den Köpfen derer, / die im Streit alles Maß verlieren, / die keinen Sinn für Menschlichkeit mehr zu haben scheinen. // Nur du, Gott, kannst den Hass überwinden / in den Herzen vieler Menschen, / die sich dem Krieg und der Gewalt verschrieben haben. / Wir bitten dich darum. / Tu es. / Schaffe Versöhnung, wo es uns Menschen nicht mehr zu gelingen scheint. // Amen
Georg Rieger
19. April 2026

Herr der Welt, / du guter Hirte, / sieh doch den Mangel, / den so viele leiden: / den Mangel an Nahrung, / den Mangel an Liebe, / den Mangel an Hoffnung / und Vertrauen zu dir. / Herr erbarme dich! // Sieh die Müden, / sieh die Getriebenen, / und die Ausweglosen, / die auf falschen Wegen gehen / immer weiter weg von dir: / Herr erbarme dich über sie. //

Vergiss nicht, / die in Angst leben müssen, / deren Leben Unheil bedroht, / und die nirgendwo einen Trost finden, / auch nicht bei dir: / Herr, erbarme dich über sie! // Denk an die Zerstrittenen, / an die Ungeliebten, / an die, die keine Bleibe haben, / auch nicht in deinem irdischen Haus: / Herr, erbarme dich über sie. //

Herr der Welt, / du guter Hirte, / an Nichtiges haben wir uns verloren! / Suche uns, / bring uns zurück zu dir / und erbarme dich über uns! // Amen


Sylvia Bukowski
Wochenrückblick

EWIGER, Herr meiner Sinne, meines Herzens und Verstandes! / All die Nachrichten und Berichte. / Einige positiv, sie machen mir Hoffnung. / Viele wieder negativ, gefährlich, sie nähren schlimme Befürchtungen. / Andere einfach unglaublich, ich merke Empörung und Zorn. / Und viel zu viele so schrecklich, dass ich sie am liebsten nie gehört hätte. / Dazwischen ich, haltlos, wie ein kleines Blatt im Wind. //

Draußen die Natur und die Jahreszeit. / Die Hänge leuchtend vom Weißdorn. / Reichlich gelbe Blüten dazwischen. / Das schönste Grün des Jahres, das es nur in diesen Wochen gibt. / Und auch hier in dieser Gegend die ersten blühenden Kirschbäume. / Das alles im schönsten Licht. / Lauter Leben aus deiner Hand und Liebe und Treue. //

EWIGER, Herr meiner Sinne, meines Herzens und Verstandes! / Lass das bei mir wirken,blühen und Früchte tragen, / was du da tust und schenkst. / Mit Mut zum Hinschauen und Standhalten. / Zur Wahrheit und zur Konsequenz. / ZurFreude und Hoffnung, die einen Grund haben. //

„Mach in mir deinem Geiste Raum,
dass ich dir werd ein guter Baum
und lass mich Wurzel treiben!“ (Paul Gerhardt, EG 503)


Stefan Maser
17. April 2026 Ewiger Gott – / du bist Schöpfer der sichtbaren und unsichtbaren Dinge, / dir verdanken wir auch Kunst und Musik. / Du sprichst durch Bilder und Töne zu uns. / Du lässt Maler und Musiker zu dir sprechen. / Sie helfen uns, all das auszudrücken, / was sich nur schwer sagen lässt: / was uns überschwänglich glücklich macht, / was uns grauenvoll ängstigt, was uns tröstet. // Ewiger Gott – / wir danken dir, / dass wir in Frieden und Wohlstand leben dürfen, / dass wir uns den Reichtum von Kunst und Musik leisten können, / dass es viele junge Menschen gibt, / die sich für ein Leben als Musikerinnen und Musiker entscheiden / oder sich der Schulmusik widmen, damit unsere Traditionen nicht verloren gehen / und damit wir auch in neuen Liedern loben und danken können. // AMEN
Gudrun Kuhn
16. April 2026 In den Arm nehmen  / Festhalten  / Herzelen   / Wieder lassen  / Ins Leben entlassen  / Vertrauen  / Zuschauen  / Zulassen  / Mit pochendem Herzen   / Das Nein zurückhalten  / Aufatmen  / Zuwinken  / Gott ist da  / Sei da Gott  / Auch für mich  // Amen
Marianne Reifers, Luxor, Egypt
15. April 2026 Gott, / lass leuchten dein Antlitz über uns, / in dieser Stunde, / an diesem Tag, / in dieser Woche. / Unsere eilige Zeit halte fest in deiner Hand, / dass unser Leben nicht ein Flüchten sei / vor dir und vor uns selbst. // Wir suchen etwas. / Den Glauben suchen wir. / Wir suchen die Hoffnung. / Und die Liebe suchen wir. // Gib uns einen größeren Glauben, / eine mutigere Hoffnung / und eine wärmere Liebe, / durch deinen Sohn Jesus Chris­tus, unsern Herrn. // Amen.
Jürgen Kaiser
14. April 2026

Gott / Warum bist du eigentlich in den entscheidenden Momenten so weit weg? / Warum fühle ich mich dir so fern? // Das ist unfair. / Du hast versprochen, da zu sein. / Vor allem wenn es hapert. // Lass mich nicht allein. / Ich will ja auf dich vertrauen. / Ich versuche es. / So wie der Beter des Psalms 42. / Aber komm mir doch auch ein Stück entgegen. // Amen. 
 


Selma Dorn
13. April 2026 Gütiger Gott, / manchmal muss ich meiner Seele gut zureden und sie beruhigen. / Denn manchmal kann ich es nicht ertragen, / dass du mir so fern und weit weg erscheinst. / Manchmal kann ich es nicht ertragen, / dass wir dich, dass wir Jesus Christus oder den heiligen Geist nicht sehen können. // All das Gute, das du getan hast, / wird von dem Bösen, den Ängsten, den vielen Schrecken dieser Welt überlagert. // Gott, wie können wir wieder zu dir finden? / Wie können wir uns beruhigen? / Wie können wir dich wahrnehmen? / Gütiger Gott, komm zu uns mit deinem Segen. // Amen
Meike Waechter
12. April 2026

Ja, Gott - / „Wir wollen alle fröhlich sein / in dieser österlichen Zeit.“ / Doch wie soll uns das gelingen? // Manche blicken voller Sorgen in ihren Geldbeutel, / weil sie vom Auto abhängig sind, um in die Arbeit fahren zu können. / Und weil die Nahrungsmittel immer teurer werden. // Manche bangen um Angehörige im Ausland. / Manche können die Berichte vom Leid der Menschen / in der Ukraine und im Nahen Osten kaum mehr ertragen. / Manche fürchten um den Fortbestand der Demokratie. // Wie können wir da fröhlich sein? / Dabei hatten wir doch früher auf die Osterbotschaft vertraut? / Sieg des Lebens über den Tod. / Hoffnung für Frieden und Gerechtigkeit / im Himmel und auf Erden ... // Ach Gott – reiß uns aus den Ängsten! / Heile unsere Erschöpfung! / Lass uns miteinander und füreinander  Vertrauen und Zuversicht finden! // AMEN


Gudrun Kuhn
Wochenrückblick

Gott, Vater, Sohn, Heiliger Geist, / wir sollen nicht Thermometer sein, sondern Thermostat. / Hat Martin Luther King gesagt. / Aber wir sind nur Thermometer. / Wir reagieren. // Wir erleben, wie die Welt aufgeheizt wird. / Durch Wirrköpfe, Kriegstreiber und Lügner an den Hebeln der Macht. / Durch Kurzsichtigkeiten, Ausbeutung und Gier. / Durch Aufgeregtheiten und Empörungen, / die unsere Seelen mit Nichtigkeiten und Belanglosigkeiten beschäftigen. / Durch das Verschwinden der Ehrfurcht vor dem Leben. //

Wir reagieren. / Wir sind nicht Thermostat, nur Thermometer. / Da helfen keine Analysen und keine Kommentare. / Da scheint auch das Wissen um Dich nichts auszurichten. / Wir beraten, appellieren, tagen, / zeigen uns als Menschen guten Willens. / Aber wir beschäftigen uns in all dem nur mit uns selbst / und erweisen uns als zu schwach für die, / die nach Weisung, Führung und Lösung 
verlangen. //

Schlimm, wie sehr uns die Vollmacht ausgegangen ist. / Als Kirche. Und in der Gesellschaft erst recht. / Schlimm, wie sehr es unsere Politiker nicht schaffen, / längst fällige Entscheidungen zu treffen. / Warum nur diese Ängstlichkeit, / diese Mutlosigkeit und dieses Verquatschen von fast allem? / Man kann es nicht mehr hören. / Es tut den Ohren weh. / Und dem Kopf auch. Was bremst da so sehr? / Warum wird Verantwortung dauernd abgeschoben? / Fehlt da das Vertrauen auf Dich? / Ja, vermutlich fehlt es. / Und der Geist fehlt. / Und auch der Glaube. // 

Wir sind nicht Thermostat, nur Thermometer. / Um den Mond herumfliegen – kein Problem. / Aber einen gestrandeten Wal ins tiefe Meer ziehen – unmöglich. / Eine Weltmeisterschaft in drei Ländern – kein Problem. / Aber die Zuwanderung so regeln, dass sie bereichert - unmöglich. / Hochsicherheits-spiele polizeilich absichern - kein Problem. / Aber Polizisten, Sanitäter, Zugpersonal und Rettungskräfte vor Übergriffen schützen – unmöglich. / Es ist zum Heulen. // 

Warum hat sich alles nur so sehr verschoben? / Zum Bösen hin verschoben? / Zum Unfrieden? / Beten wir die falschen Götter an? / Wir bekennen Dir, Herr, unsere Ohnmacht. // Wir sind nicht Thermostat, nur Thermometer. / Das ist unsere Klage. / Unsere Klage vor Dich bringen, das ist das, was wir können. // Amen. 


Klaus Bröhenhorst
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