Gebet
Tagesaktuelles Gebet
Marianne Reifers, Luxor, Egypt
So selig führt der Herr die lieben Seinen, / Dass jedermann darob erstaunen muss: Bald giebt er ihnen Thränen gnug zu weinen, / Bald labt er sie mit seinem Ueberfluss. / Sein Vaterherz ist immer gut für sie, / Und wenn ihr Fuss nur seine Wege geht, – / Wenn schon der Sinn nicht viel davon versteht, – / So merkt man bald, dass uns die Liebe zieh’.
Liederschatz 78,1
1. Januar 2022
Mein Gott
was war das
für ein Jahr
Meinem Optimismus
traue ich nicht mehr
Meine Menschenkenntnis
hat mich enttäuscht
Meine Toleranz
kommt an Grenzen
Mein Gott
ich bitte dich
für das neue Jahr
Ich brauche Mut
und will Mut machen
Ich will vertrauen
und gelassen sein
Lass mich die Anderen sehen
hinter ihren Masken
Mein Gott
wie froh ich bin
dich zu haben
Georg Rieger, Nürnberg
Guter Gott, unsere Zeit steht in deinen Händen. / Wieder ist ein Jahr vergangen. Wir bringen vor dich, was es uns gebracht hat: / Unsere schönen Erlebnisse, / das Glück, das du uns geschenkt hast, / gelungene Begegnungen, / neue Freunde, / alte Weggefährten, / neugeborene Kinder / und was immer unser Herz froh gemacht hat.
Wir bringen dir auch unsere Traurigkeit, / den Schmerz über das Sterben lieber Menschen, / die Angst vor dem was kommt / und die Unsicherheit, ob wir damit zurechtkommen werden, / auch den Zweifel, ob du denn wirklich alles in deiner Hand hast.
Wir bringen dir unser Versagen und unsere Schuld, / die vielen Gelegenheiten Gutes zu tun, / die wir ungenutzt gelassen haben. / Wem sollten wir unseren Dank bringen / und wem unsere Klage – wenn nicht dir, dem Herrn aller Herren / und Vater von uns allen / der täglich seine Hand nach uns ausstreckt, / um uns zu tragen, zu heben und zu erretten. / Amen
Jochen Denker, Ronsdorf
aus: Regine Schindler "Was Kinder von Gott erwarten"
RefLit
Wir danken dir, daß wir wissen dürfen: wir beten nicht umsonst und werden nie umsonst zu dir beten. / Wir danken dir, daß du dein Licht hast aufgehen lassen, / daß es scheint in der Finsternis und daß die Finsternis es nicht überwältigen wird. / Wir danken dir, daß du unser Gott bist und daß wir dein Volk sein dürfen. / Amen.
Karl Barth (1886-1968)
Du, / heiliger, / gerechter, / langmütiger, / huldreicher, / treuer und / geduldiger Gott. / Vergiss uns nicht. / Tröste uns. / Lass uns bei Dir geborgen sein. / Schenke uns Ruhe. / Du führst uns aus der Gefangenschaft heraus. / Deine Güte reicht so weit wie der Himmel. / Du weisst, was wir brauchen. / Du bist grösser als unser Herz. / Gibst hoffnungslosen Hoffnung. / Bist Sündern und Sünderinnen gnädig. / Dein Erbarmen rettet uns / aus dem Tod ins Leben. / Amen
Kathrin Rehmat, Zürich
Judith L. Watt, Fourth Presbyterian Church, Chicago, Homepage 10.3.20
25. Dezember 2021
Großer Gott!
Nun ist es Weihnachten!
Auf dieses Fest hin haben wir gelebt,
die einen mit Vorfreude,
andere mit Sorgen,
wieder andere mit Betriebsamkeit.
Doch nun ist es Weihnachten,
all unsere Reiche fallen.
Im Stall von Bethlehem
beginnt das Leben neu.
Lass uns die Botschaft hören
- „Fürchte dich nicht!“ -,
dass wir in dem Neugeborenen
„runzlig rot“ in der Krippe
tatsächlich Deinen Sohn erkennen.
Lass uns die Botschaft hören
- „Fürchte dich nicht!“ -,
dass wir zu einem neuen Miteinander aufbrechen,
wie Du selbst, Gott, zu uns aufgebrochen ist.
Nun ist es Weihnachten!
Alles kann fallen,
wir dürfen ankommen im neuen Leben,
weil Du bei uns schon längst angekommen bist.
„Fürchte Dich nicht!“
- wie sehr wir genau das brauchen!
Dank sei Dir, o Gott!
Amen!
Simon Froben, Bayreuth
Heiliger Gott,
wie sehr sehnen wir uns
nach einer heilen Welt,
in der kein Streit mehr herrscht
und alle Angst zur Ruhe kommt.
Wie sehr wünschen wir uns,
dass wenigstens heute, am Heiligen Abend,
sich diese Sehnsucht einmal erfüllt
und wir in Frieden miteinander
die Geburt deines Sohnes feiern können.
Aber wir wissen,
selbst wenn unsere eigene Weihnachtswelt heil ist,
geht woanders das Leiden weiter,
herrschen auch heute Hunger,
Angst und Gewalt.
An vielen Orten fehlt der Frieden,
den die Engel verkündet haben.
Gott,
gebiete den Gewalttätern Einhalt,
weise menschliche Gier in Grenzen,
heile die Wunden deiner Schöpfung
im Geist deines Sohnes
durch Liebe und Sanftmut.
Sylvia Bukowski, Wuppertal
Gott, du kommst bei uns an, / bist Mensch geworden in unserer Welt. / Du willst bei uns ankommen / mit deiner Liebe, die wir leben sollen. / Doch es kommt bei uns nicht richtig an. / Was steht uns im Weg? Wahrscheinlich wir selbst, oder? / Bitte hilf uns, dass wir uns dir öffnen können. / Mit deiner Hilfe kommen wir bei uns selbst an. / Danke dafür!
Georg Rieger, Nürnberg
Gott, Ewiger, / aus den Träumen der Nacht komme ich zu dir und will sehen, ob du nicht bessere Träume für mich hast. Enttäusche mich nicht. / Tue heute an mir und an vielen anderen, was du kannst und versprochen hast: / Trockne Tränen, heile Wunden, mache Münder voll Lachens. Lass die Saat deines Wortes aufgehen und gib uns Freude zur Ernte, Trost zur Nahrung, Hoffnung zur Stärkung. / Amen.
Jürgen Kaiser, Berlin
Komm, Herr Jesu, sei der Gast derer, die dich nicht eingeladen haben. Wärme ihre Herzen. Zeige ihnen, wie du bist, auch wenn sie dich nicht kennen. Gib ihnen gute Ideen, wie sie freundlich zu sich selbst und den anderen sein können. // Komm Herr Jesu, sei der Gast derer, die dich aus Tradition eingeladen haben. Wärme ihre Herzen. Zeige ihnen, wie du bist, auch wenn sie dich zu kennen meinen. Gib ihnen gute Ideen, wie sie deine Lebendigkeit ganz neu erfahren und weitergeben können. AMEN
Gudrun Kuhn, Nürnberg
RefLit
Presbyterian Church, Fredericksburg VA, Homepage 10.3.20
Advent.
Wir bitten dich, Gott,
komm in unsere Welt.
Sieh, was aus ihr geworden ist.
Unsere Lichter leuchten stumpf.
Die Lieder trösten heuer nicht.
Die Zeit des Wartens wird uns lang.
Komm in unsere Welt.
Rette, was zerbrochen ist.
Ermutige, die verzweifelt sind.
Nimm denen die Macht, die sie missbrauchen.
Wir bitten dich, Gott,
Lass deine Botschaft lauter,
deine Güte sichtbarer,
und deine Liebe spürbarer werden.
Sei Du für uns bei denen,
für die niemand ein Licht angezündet hat,
die vergessen sind und am Rande leben.
Advent.
Wir bitten dich, Gott,
komm in unsere Welt.
Sieh, was aus ihr geworden ist. Amen.
AD
Draussen
Weit draussen
Mein Ich in den Sand gesetzt
Ich leere mein Herz
Blind
Höre hin
Ich warte
Ich warte
Es tut sich nichts
Ich schaue auf
Himmel über Sand
Strenge Sonne
Ein kleiner Wind in meinem Haar
Ich bin daneben
Wo bist du
Drinnen?
Marianne Reifers, Luxor
Seht auf und erhebt eure Häupter, weil sich eure Erlösung naht. (Lk 21,28)
Gott, da stehe ich zwischen Weihnachtsplätzchen, Wunschzetteln, To-Do-Listen. Es blinkt und glitzert um mich herum. Ich verliere dich aus dem Blick. Erinnere mich daran, warum wir Weihnachten feiern: Weil unsere Erlösung naht! Erlösung von dem Zwang, alles richtig machen zu müssen. Erlösung von dem Getrieben sein. Erlösung von den einengenden Konventionen. Wenn ich das glaube, kann ich erhobenen Hauptes auf dich blicken. Amen
Meike Waechter, Berlin
Barmherziger Gott, / in der Kälte dieser Zeit / suchen wir Wärme. / In den düsteren Stunden / zünden wir Kerzen an, / deren Flammen / unsere Gesichter geheimnisvoll / zum Leuchten bringen. / Die festlich geschmückten Räume und Straßen / sollen uns ein Gefühl von / kindlicher / Geborgenheit und Vorfreude geben. / Manche nennen das alles hohl, / und deinem Kommen nicht angemessen. / Aber wir vertrauen darauf, / dass du die Sehnsucht wahrnimmst, / die sich hinter den Äußerlichkeiten verbirgt, / und dass du die Bitten hörst, / mit denen der Heilige Geist uns vertritt in der Sprachlosigkeit unserer Seele. / Wir können dir nicht den Weg bereiten / wie es recht wäre. / Überwinde du alles, / was uns von dir trennt / und komm! / Komm! / Heile uns und unsere Welt / mit deiner Liebe!
Sylvia Bukowski, Wuppertal
Gott, Du Macht über aller Macht, Du Weisheit über allem Rat: Statte die neue Regierung mit Weisheit aus.
Gib Annalena Baerbock Mut und Weisheit für klare Worte, wenn sie auf schwierigem Terrain landet. / Sicherheit bei der Beurteilung der Sicherheit verleihe Nancy Faeser. / Robert Habeck mache glücklich mit vielen neuen Windrädern – und uns auch. / Christian Lindner gib gute Einnahmen und dann auch viel Freigiebigkeit. / Christine Lambrecht lass gut kämpfen für den Frieden in der Männerwelt des Militärs. / Verhindere, dass Marco Buschmann im Dschungel der Gesetze den Blick verliert für das, was Recht ist. / Hilf Karl Lauterbach, sein Fachwissen in kluges Regierungshandeln umzusetzen. / Zwei glückliche Hände gib dem Cem Özdemir, damit er das rechte Maß beim Düngen und beim Ernten, beim Züchten und beim Schlachten, bei den Preisen und den Mengen finde. / Und was sonst noch grün und wild und sauber bleiben soll, lass bei Steffi Lemke in guten Händen sein. / Gib allen gute Arbeit und gerechten Lohn, auch dem Hubertus Heil. / Verschaffe Anne Spiegel stets Gehör für die Kinder und für die Frauen und bewahre sie vor Männern, die das für Gedöns halten. / Stärke Bettina Stark-Watzinger im Kampf für Bildung, und erinnere Sie daran, dass Bildung mehr ist als Ausbildung für die Wirtschaft. / Viele Elektroautos, viel Strom und viele Chips schenke dem Volker Wissing. / Svenja Schulze verschaffe am Kabinettstisch und bei Christian Lindner genug Gehör für die Regionen in der Welt, mit denen wir noch solidarischer werden müssen. / Klara Geywitz gib viele Bauarbeiter in Stadt und Land. / Mache Wolfgang Schmidt zum treuen Haushalter der Geheimnisse der Regierung und des Kanzleramtes. / Und Olaf Scholz hüte vor Geheimnissen, lass ihn offen sprechen, gut zuhören und weise entscheiden. Und sei bei ihm und allen. Sei es auch dann, wenn sie nicht an Dich glauben. // Amen
Jürgen Kaiser, Berlin
Gudrun Kuhn, Nürnberg
Carla A. Grosch-Miller, Psalms Redux 2014
11. Dezember 2021
Gott, wenn du vom Himmel herab schaust, wen siehst du da?/ Siehst du diejenigen, die Verantwortung übernehmen? / Siehst du die, die regieren, forschen, heilen, pflegen? / Siehst du die, die lehren, unterstützen, fördern, versorgen?
Gott, wenn du vom Himmel herab schaust, wen siehst du da? / Siehst du diejenigen, die ihr eigenes Wohl über das anderer setzen?
Siehst du die, die sich nicht mehr berühren lassen vom Leid in der Welt? / Siehst du die, die ihre Macht missbrauchen?
Gott, wenn du vom Himmel herabschaust, wen siehst du da? / Siehst du diejenigen, die wir übersehen? / Siehst du die, die wir nicht mehr sehen wollen?
Gott, wenn du vom Himmel herab schaust, wen siehst du da? / Siehst du uns?
Ja, Gott, ich glaube, du siehst!
Carolin Springer, Berlin
Jürgen Kaiser, Berlin
