Glauben, gegen den Augenschein

Gebet zum Sonntag Quasimodo geniti


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Von Stephan Schaar

Lieber himmlischer Vater,

manche glauben nur das, was sie sehen.

Sie sehen das Blaue des Himmels und glauben - an die Unendlichkeit, die eine leere, trostlose Grenzenlosigkeit ist ohne Gegenüber, ohne jede Geborgenheit.

Uns fällt es schwer, gegen den Augenschein zu glauben; denn man bringt uns von Kindesbeinen an bei, alles zu überprüfen, zu untersuchen, wissenschaftlich zu beweisen.

Alles andere, heißt es, zählt nicht, darf nicht zählen.

Und das hat durchaus sein Gutes. Denn mit einer gesunden Portion Skepsis schützen wir uns vor Manipulation, mit kritischem Verstand setzen wir uns zur Wehr gegen Demagogen und Verschwörungsphantasten.

Und doch wollen und können wir nicht stehen bleiben bei kopfschüttelnder Neutralität und Tatenlosigkeit.

Glaube will gewagt sein. An dich zu glauben, heißt: dir zu vertrauen.

Dem Auferstandenen nachzufolgen vermögen wir nur, wenn wir das Wagnis eingehen, auch gegen den Augenschein zu glauben und darauf zu vertrauen, daß du, Gott, den Tod besiegt hast, und Leben aus dem Tode schenkst um Jesu Christi willen.

Trotz allem Zweifel, trotz aller Zurückhaltung: Hilf uns, guter Gott, zu einem solchen fröhlichen und getrosten Osterglauben, der den Tod hinter sich läßt und dir entgegengeht.

Amen


Stephan Schaar