Leben, Sterben, Selbstbestimmung

Lippe: Gespräch der Lippischen Landeskirche zum assistierten Suizid


Kerstin Vieregge, Robin Wagener, Fred Salomon und Bartolt Haase (v.l.) © Lippe

Rund 80 Interessierte diskutierten im Gemeindehaus der Erlöserkirche in Detmold über Leben, Sterben und Selbstbestimmung. Die Lippische Landeskirche hatte zu dem Podiumsgespräch eingeladen.

Seit dem BVG-Urteil 2020 ist ein Suizid in eigener Verantwortung möglich, wenn die Entscheidung wohlüberlegt und freiwillig getroffen wird. In der Praxis bleibt die Umsetzung kompliziert. Bundestagsabgeordneter Robin Wagener (Grüne) betont die Notwendigkeit einer gesetzlichen Regelung ohne Fraktionszwang; eine neue Vorlage ist in Arbeit. Kerstin Vieregge (CDU) sieht den klaren, selbstbestimmten Sterbewunsch als oberstes Kriterium.

Die Mobile Ethikberatung Lippe (MELIP) unterstützt Menschen in fortgeschrittenen Erkrankungen bei Entscheidungen, Behandlung und Pflege. Rund ein Viertel der bisher 50 Anfragen endete tatsächlich in einem assistierten Suizid, der rechtlich und ethisch zulässig ist. Beratungsgespräche finden zeitnah zu Hause statt, prüfen medizinisch und psychiatrisch, ob der Wunsch frei und selbstbestimmt ist, und grenzen sich von kommerziellen „Sterbehilfe“-Anbietern ab.

Auch Einrichtungen wie die von Bodelschwinghschen Stiftungen Bethel beschäftigen sich mit dem Thema. Vorstandsvorsitzender Bartolt Haase betont, dass man Menschen begleite, sich aber nicht aktiv beteilige. Moderator Horst-Dieter Mellies resümierte, dass das Thema des selbstbestimmten Todes offen diskutiert werden müsse.


Quelle: Lippe