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Siehe, ich mache alles neu...
Zur Jahreslosung 2026

Die Jahreslosung für 2026 entstammt dem letzten Buch der Bibel. Dazu später mehr.
Bleiben wir erst einmal bei der Vorstellung, dass - wann und durch wen auch immer - “alles” neu werde!
Aufs erste Hören womöglich ein verführerischer Gedanke: Alles, was man gern anders haben möchte, wäre dann nicht mehr so, wie man es kennt. Nichts würde einen länger einengen, festlegen, unfrei machen.
Siehe, ich [Gott spricht hier] mache alles neu.
Für wen gilt das eigentlich?
Wer das Gefühl hat, auf der Stelle zu treten, dem ewigen Hamsterrad nicht mehr zu entkommen, der oder die mag darauf hoffen, dass vieles neu werde.
Aber tatsächlich alles? Das ist ein großes Wort - und stürzt uns alsbald in große Ungewissheit: Worauf ist denn dann überhaupt noch Verlass?
Leben wir nicht ohnehin in einer Zeit multipler Krisen, die von ständigem Wandel geprägt und voller Unwägbarkeit ist: Corona, Ukraine-Krieg, Inflation, Zuwanderung in hohem Maße, Klimawandel...?! Da möchte man doch eigentlich lieber ein paar Fixpunkte behalten, an denen wir uns orientieren können, die uns Halt geben.
In der Offenbarung an Johannes (einem auf die Insel Patmos verbannten christlichen Prediger) ist tatsächlich davon die Rede, dass sogar Himmel und Erde neu werden sollen. Gott verheißt also nicht weniger als eine neue Schöpfung. Einen neuen Himmel und eine neue Erde soll es geben, und auch das Meer ist nicht mehr, heißt es. Wow!
Ich schaue noch einmal in den Text und lese nun von Verheißungen, die nicht weniger umwälzend sind, aber nicht so spektakulär klingen wie große kosmische Ereignisse: Er wird alle ihre Tränen abwischen. Es wird keinen Tod mehr geben, kein Leid und keine Schmerzen, und es werden keine Angstschreie mehr zu hören sein. Denn was früher war, ist vergangen.
Das ist übrigens gar nicht NEU, sondern das sind uralte Verheißungen Gottes. Neu ist allerdings die Aussicht, dass nun wahr werden soll, worauf viele (aber durchaus nicht alle) gehofft, worum sie Gott immer wieder angefleht haben. Nämlich, dass ein neuer Himmel und eine neue Erde werden sollen, in denen nach Gottes Willen Gerechtigkeit herrscht. Wo also Frieden ist und jede/r bekommt, was er oder sie zum Leben benötigt.
Das haben (fast) alle, die bei uns im reichen Norden des Globus wohnen, auch wenn es hier ebenfalls große Ungleichheiten gibt und einiges an Umverteilung nötig wäre.
Johannes aber lebte im Römischen Reich, im IMPERIUM, wo es einzig darauf ankam, stärker zu sein als alle anderen; nur die, die sich mit dem Ellenbogen gegen die übrigen durchsetzten, überlebten, und nicht nur das: Sie lebten in Saus und Braus, während die anderen sich (bestenfalls) irgendwie durchwurschtelten.
Das kommt uns irgendwie bekannt vor?
ICH MACHE ALLES NEU verspricht Gott denen, die nichts haben und alles erhoffen: den Gequälten, Unterdrückten, Ausgegrenzten, Chancenlosen.
Wird für sie “alles” neu, dann freilich auch für alle anderen - für jene (zu denen wir gehören), die bisher so leben, als gehörte ihnen die Welt samt allem Reichtum von Gottes Schöpfung.
Gibt uns das Hoffnung?
Ja, wenn wir es ernst meinen mit unserem Bekenntnis zu einer weltweiten Gemeinschaft in Jesus Christus.
Ein gesegnetes Jahr 2026 wünscht Ihnen
Pfarrer Stephan Schaar


