Unser Leben - ein Weg

Gottesdienst am Küchentisch. Auf der Couch. Oder sonstwo


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Von Kathrin Oxen

Wo zwei oder drei versammelt sind, da ist Jesus Christus mitten unter ihnen. Gott sei Dank. Das heißt: Auch, wenn derzeit keine regulären Gottesdienste stattfinden, wird überall auf der Welt weiter gebetet, gesungen, hört Gott zu und ist nah. Wir möchten Ihnen hier ein paar Anregungen geben, wie Sie diese Zeit gestalten können.

Was man braucht: Mindestens eine Person. Eine Kerze. Eine Bibel. Vielleicht ein Gesangbuch. Ein kleiner Tipp: Es fällt leichter, wenn man sich einen festen Zeitpunkt setzt. Zum Beispiel am Sonntagmorgen.

Zu Beginn: Kerze anzünden

Eine*r:
Die Glocken läuten und laden ein zum Gebet. Jesus sagt: „Wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, da bin ich mitten unter ihnen.“ –
Wir sind versammelt. An unterschiedlichen Orten, zu unterschiedlichen Zeiten, miteinander verbunden über alle Entfernung.

Im Namen Gottes, des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes.

Alle:
Amen.

Eine*r:
Lasst uns beten.

Alle:
Dennoch bleibe ich stets an dir.
Gott, das fällt uns schwer nachzusprechen,
wenn uns das Leben wie ein Rätsel erscheint,
wenn eigenes oder fremdes Leid
alles in Frage stellt, was einmal Halt bot,
wenn andere mir schnelle Lösungen
für alle Probleme versprechen.
Dennoch bei dir bleiben
gegen den Zeitgeist,
gegen die Zweifel,
gegen die Ungeduld,
Gott, das möchten wir versuchen.
Aber wenn wir damit scheitern,
dann bleibe du dennoch bei uns.
Amen.

Psalmgebet Psalm 73
(alle) Gott ist dennoch Israels Trost für alle, die reinen Herzens sind.
       Ich aber wäre fast gestrauchelt mit meinen Füßen;
       mein Tritt wäre beinahe geglitten.
Denn ich ereiferte mich über die Ruhmredigen,
da ich sah, dass es den Frevlern so gut ging.
       Sie höhnen und reden böse,
       sie reden und lästern hoch her.
Was sie reden, das soll vom Himmel herab geredet sein;
was sie sagen, das soll gelten auf Erden.
       Darum läuft ihnen der Pöbel zu
       und schlürft ihr Wasser in vollen Zügen.
Sie sprechen: Wie sollte Gott es wissen?
Wie sollte der Höchste etwas merken?

(alle) Gott ist dennoch Israels Trost für alle, die reinen Herzens sind.

Dennoch bleibe ich stets an dir; denn du hältst mich bei meiner rechten Hand,
       du leitest mich nach deinem Rat
       und animmst mich am Ende mit Ehren an.
Wenn ich nur dich habe,
so frage ich nichts nach Himmel und Erde.
       Wenn mir gleich Leib und Seele verschmachtet,
       so bist du doch, Gott, allezeit meines Herzens Trost und mein Teil.

Heute kann gesungen werden:
EG 241 Wach auf, du Geist der ersten Zeugen
oder EG 311 Abraham, Abraham

Eine*r liest das Evangelium für den Sonntag: Lukas 5,1-11

Eine*r liest die Predigt zu 1. Mose 12, 1-4

Glaubensbekenntnis
(nach Dietrich Bonhoeffer)

Ich glaube, dass Gott aus allem, auch aus dem Bösesten, Gutes entstehen lassen kann und will. Dafür braucht er Menschen, die sich alle Dinge zum Besten dienen lassen. Ich glaube, dass Gott uns in jeder Notlage soviel Widerstandskraft geben will, wie wir brauchen. Aber er gibt sie nicht im Voraus, damit wir uns nicht auf uns selbst, sondern allein auf ihn verlassen. In solchem Glauben müsste alle Angst vor der Zukunft überwunden sein.

Ich glaube, dass auch unsere Fehler und Irrtümer nicht vergeblich sind, und dass es Gott nicht schwerer ist, mit ihnen fertig zu werden, als mit unseren vermeintlichen Guttaten. Ich glaube, dass Gott kein zeitloses Schicksal ist, sondern dass er auf aufrichtige Gebete und verantwortliche Taten wartet und antwortet.

Fürbittengebet

Unser Leben - ein Weg:
ein langer, schöner und schwerer Weg
durch blühendes und durch ödes Land,
nicht immer mit klarem Ziel und oft in die Irre.
Wir danken dir, Gott:
Du hast uns nicht allein gelassen auf dem Weg.
Dein Wort hat uns geleitet
durch gute und böse Zeiten, auch durch die Irre.
Bleibe bei uns und bring uns ans Ziel.
Lass uns die Hoffnung nicht ausgehen auf der letzten Strecke des Weges.
Umgib uns mit deiner Liebe,
jetzt und in der Stunde unseres Todes.
Wir bitten dich für die Menschen,
die uns begleiten auf unserem Weg,
für unsere Angehörigen und Freunde,
dass wir in Liebe mit ihnen verbunden bleiben
und ihnen beistehen, wenn sie Hilfe brauchen.
Wir rufen: Herr, erbarme dich.
Wir bitten dich für unsere Gemeinde und die ganze Kirche,
dass sie den Fragenden Antwort,
den Unsicheren Halt
und den Leidenden Trost gibt.
Wir rufen: Herr, erbarme dich.
Wir bitten dich für unser Volk
und die Gemeinschaft der Völker,
dass alle Hoffnung auf Frieden und Gerechtigkeit erfüllt wird.
Wir rufen: Herr, erbarme dich.
Auf dein Erbarmen, Gott, sind wir angewiesen,
jeder für sich und alle gemeinsam.
Hilf uns, auf dein Wort zu hören
und uns dir anzuvertrauen,
heute wie gestern und morgen wie heute,
bis an das Ende unseres Lebens.

Vater unser

Segen

Alle öffnen die Hände. Eine*r oder alle gemeinsam sagen:

Gott, segne uns und behüte uns.
Lass dein Angesicht leuchten über uns und sei uns gnädig.
Erhebe dein Angesicht auf uns und gib uns Frieden.
Amen.

Hier könnte man gut noch ein Lied singen, z.B.
EG 171 Bewahre uns, Gott
EG 65 Von guten Mächten

Kerze auspusten.

Nehmen Sie sich ein bisschen Zeit nach dem Gottesdienst. Widerstehen Sie der Versuchung, sofort zur Tagesordnung überzugehen. Vielleicht ist jetzt gerade eine gute Gelegenheit, weiter über das zu sprechen, was Sie bewegt.


Kathrin Oxen
Jeden Sonntag: Gemeinsam unterwegs in besonderen Zeiten - von Kathrin Oxen

Seit dem 18. März 2020 dürfen wegen der Corona-Pandemie in Kirchen in Deutschland Zusammenkünfte nur mit Einschränkung stattfinden. Der Gottesdienst aber geht weiter! Kathrin Oxen, Moderatorin des Reformierten Bundes, gibt Ihnen ab sofort auf reformiert-info.de jeden Sonntag Materialien für den Gottesdienst für Zuhause, dazu eine aktuelle Predigt.