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Widerstand gegen Unrecht und Gewalt
Predigt zur Jahreslosung Offb 21,5

»Gnade sei mit Euch und Friede von Gott, unserm Vater, und dem Herrn Jesus Christus.« (Röm 1,7) Amen.
I.
Liebe Gemeinde,
seit 1930 gibt es die Jahreslosungen. Der schwäbische Pfarrer Otto Riethmüller hat sie erfunden. Damals waren die Nationalsozialisten mit ihren Parolen eine rasant aufstrebende Partei. Auf ihren wütenden Plakaten stand 1928 z.B. »Zerschmettert den Weltfeind« und 1930 »Haut sie zusammen!« Gemeint waren die ›internationale Hochfinanz‹ und die demokratische Weimarer Regierung. Otto Riethmüller wollte diesen Hass-Parolen ein Bibelwort entgegensetzen. 1930 wählte er für die erste Jahreslosung: »Ich schäme mich des Evangeliums von Christus nicht.« 1931 lautete die Losung »Dein Reich komme«. Und als die Nazis 1943 die Parole ausgaben »Unaufhaltsam vorwärts bis zum Endsieg!«, da mahnte die Jahreslosung mit Jesaja 33[,22]: »Der Herr ist unser Richter, der Herr ist unser Meister, der Herr ist unser König; der hilft uns!«
Bis heute gibt es diese Jahreslosungen. Die Mitglieder der ›Ökumenischen Arbeitsgemeinschaft für Bibellesen‹ (ÖAB) reichen dafür jährlich ihre Vorschläge ein. Diese werden dann intensiv diskutiert bis man einen leitenden Gedanken für das betreffende Jahr gefunden hat.
II.
Diese Aufgabe ist gar nicht so einfach, denn die Jahreslosung wird schon 2½ Jahre vorher ausgewählt. Die Künstler und Verlage brauchen nämlich Zeit, um entsprechende Materialien zu erstellen: Postkarten, Lesezeichen, Kugelschreiber usw. Im Mai ’23 saß also eine Kommission beieinander und musste ein Bibelwort für ’26 auswählen. Damals gingen jeden Tag Bilder aus dem Ukraine-Krieg um die Welt. Das verheerende Erdbeben in der Türkei und Syrien forderte 60.000 Menschenleben. Im ›Heiligen Land‹ verschärften sich die Konflikte zwischen Israelis und Palästinensern. Und ein ehemaliger Präsident stand in New York wegen Vergewaltigung vor Gericht und verdichtete immer mehr die öffentliche Wahrnehmung auf seine Person.
Ich stelle mir vor, wie die Mitglieder der Kommission damals nach einem Hoffnungswort gesucht haben – ein Bibelwort, das in diesem ganzen Chaos und den Katastrophenmeldungen den Blick auf auf etwas anderes lenken konnte: Was sagt Gott eigentlich zu einer Welt, die so aus den Fugen geraten ist? Die Erdschollen verschieben sich mit ungeheuerlicher Wucht. Das Gleichgewicht der Weltmächte wird neu austariert. Das Wettrüsten beginnt von Neuem. Das Klima ändert sich rasant. Die Demokratie der USA ist schwer angeschlagen. Und das Heilige Land findet einfach keine Ruhe. Mancher aus der Bibel-Kommission wird gedacht haben: »Das fühlt sich fast so an, als wären wir in den Tagen der Endzeit.«
Putin gibt die Losung aus »Alles für den Sieg«. Bei Trump heißt es »Alles für Amerika«. Und ›A.f.D‹ übersetzt man in Thüringen mit einer verbotenen Losung der SA »Alles für …« na, Sie wissen schon. Da lag es auf der Hand, an das Gotteswort aus dem Schluss der Offenbarung zu denken: »Siehe ich mache alles neu« (Offb 21,5). Denn bei so viel Chaos und Durcheinander brauchte es mehr als die Jahreslosung von ’24 »Alles, was ihr tut, geschehe in Liebe.« (1. Kor 16,14) oder die von ’25 »Prüft alles und behaltet das Gute.« (1. Thess 5,21). Irgendwie kann der Mensch mit dem Wort ›alles‹ nicht richtig umgehen. Und er muss wieder lernen, dass ›alles‹ von Gott kommt, und dass dieser Gott irgendwann ›alles‹ neu machen wird.
III.
»Siehe ich mache alles neu« (Offb 21,5) – Nachdem wir jetzt eine Idee haben, warum ausgerechnet dieses Bibelwort als Jahreslosung gewählt wurde, stellt sich die Frage: Was ist damit am Schluss der Johannes-Offenbarung eigentlich gemeint? Wenn Gott verheißt, dass er alles neu macht, dann kann das zweierlei bedeuten: Entweder ist alles bereits kaputt – wie bei uns 1945. Oder alles geht in die falsche Richtung und muss neu ausgerichtet werden. Beim Verfasser der Johannes-Offenbarung ist es wohl das erstere. Für ihn ist eine ganze Welt zusammengebrochen – seine vertraute Welt ist untergegangen. Er sitzt gefangen und verbannt auf der griechischen Mittelmeer-Insel Patmos.
Das war damals kein Urlaubsparadies mit herrlichen Sandstränden und prächtigen Lagunen. Patmos, das war damals nicht der Traum eines Urlaubers, sondern für Johannes eher ein Albtraum – der Vorhof des Grauens. Felsig, schroff, ohne nennenswerte Vegetation, knallend heißt, und nur ein paar Höhlen spendeten leichten Schatten.
Dorthin haben die römischen Machthaber Johannes verbannt. Er wurde verschleppt, ist isoliert und getrennt von seinen Gemeinden. Zudem steckte Johannes etwas in den Knochen, das fast 30 Jahre zurücklag. Vielleicht war er selbst dabei, damals in Jerusalem. Das war, als die Römer zu einem Strafgericht gegen die aufständischen Judäer ausholten. Diese hatten es nämlich im Jahr 67 n. Chr. gewagt, den römischen Besatzern die Stirn zu bieten – anfangs mit einem gewissen Erfolg.
Dann aber zeigte sich die Überlegenheit der römischen Armee. Der Krieg dauerte 42 Monate. Am Ende lag Jerusalem in Schutt und Asche. Der Tempel, wo Gottes Name wohnt, war geplündert und dem Erdboden gleich gemacht. Johannes fiel es nicht leicht über die Erfahrungen zu reden, die ihn umtreiben. Wie viele Traumatisierte gebrauchte er Bilder, in denen er das Erlebte verarbeitete. Für ihn war die römische Staatsmacht wie ein gefährliches Tier aus dem Abgrund. Er schrieb: »13,5 Dem Tier wurde ein Maul gegeben, um (...) Gott zu lästern. Es bekam die Vollmacht, das 42 Monate lang zu tun. 6 Das Tier riss sein Maul auf, um Gott zu lästern. Es spottete über dessen Namen und dessen Wohnung (...). 7 Dann wurde es ihm erlaubt, gegen die Heiligen zu kämpfen und sie zu besiegen.«
Ein zweiter Grund, warum Johannes in verschlüsselten Bildern schrieb, ist der Umstand, dass es gefährlich war, mit antirömischem Schriftgut erwischt zu werden. Er hätte schreiben können, dass Kaiser Vespasian und dessen Sohn Kaiser Titus bösartige Raubtiere und Monster sind, weil sie den Feldzug gegen Jerusalem so brutal geführt haben. Aber das wollte Johannes nicht riskieren, stattdessen beließ er es bei Anspielungen, die aber für seine Leser leicht zu entschlüsseln waren. Er schrieb z.B. über die Hauptstadt Rom:
»17,3 Dort sah ich eine Frau (...) 4 Sie trug purpur-und scharlachrote Gewänder und war mit Gold, Edelsteinen und Perlen geschmückt. In ihrer Hand hatte sie einen goldenen Becher. (...). 5 Auf ihrer Stirn stand ein Name, der ihr Geheimnis enthält: »Babylon, die Große, die Mutter aller Huren und aller abscheulichen Dinge auf der Erde.« 6 Ich sah, dass diese Frau betrunken war (...) vom Blut der Heiligen und vom Blut der Zeugen für Jesus.« Die purpur- und scharlachroten Gewänder verweisen auf die Uniformen der höchsten römischen Offiziere. Der Goldene Becher ist ein Symbol der kaiserlichen Herrschaft. Und die Wölfin, die einst den Stadtgründer Romulus gesäugt hatte, kann im Lateinischen auch ›Prostituierte‹ (›lupa‹) bedeuten.
Rom und deren Kaiser waren für Johannes also verantwortlich für alle Abscheulichkeiten im römischen Reich. Und dazu gehörte auch das, was in Jerusalem passiert war und was den christlichen Märtyrern angetan wurde. Denn schon unter Kaiser Nero wurden Christen und Christinnen in Tierhäute gehüllt und Hunden zum Fraß vorgeworfen. Sie wurden ans Kreuz geschlagen oder für den Flammentod bestimmt. Und das, was in der belagerten Stadt Jerusalem geschehen ist, darüber fiel es Johannes besonders schwer zu schreiben: Von dem jüdischen Schriftsteller Flavius Josephus haben wir eine ausführliche Schilderung, wie die Römer Jerusalem belagerten und aushungerten: Die gefangenen Einwohner Jerusalems, ob sie nun jüdisch waren oder christlich, wurden öffentlich gefoltert und dann gegenüber der Stadtmauer gekreuzigt.
Josephus schreibt von täglich 500 und mehr Getöteten. Feldherr Titus wollte durch den Anblick der Hingerichteten die Belagerten zur Aufgabe zwingen. Zum Hohn wurden die Gefangenen sogar in verschiedenen Haltungen ans Kreuz genagelt.i Johannes hatte also nicht nur einen Gekreuzigten vor Augen, sondern tausende. Nicht nur Pontius Pilatus als Gewalttäter, sondern auch Kaiser Vespasian und dessen Söhne Titus und Domitian. Titus ließ sogar einmal zum Geburtstag seines Bruders Domitian in Caesarea 2.500 Juden hinrichten. Auch mussten sie zum Schauspiel mit wilden Tieren kämpfen oder gegeneinander.
IV.
Die Römer feierten natürlich den Sieg über die Judäer. In großer Auflage wurden Münzen geprägt, die die Nachricht vom Fall Judäas und Jerusalems in alle Provinzen des Reiches trugen. Die Losung »IVDAEA CAPTA« stand auf diesen Münzen: »Judäa ist erobert und besiegt.« Noch viel schlimmer aber war es, dass der Tempel in Jerusalem nicht nur zerstört war. Die Römer hatten auch den gesamte Tempelschatz entwendet. Und, damit das niemand vergaß, errichtete Kaiser Domitian seinem Bruder den berühmten Titusbogen in Rom. Darauf zu sehen ist, wie Soldaten den 7-armigen Menora-Leuchter und den vergoldeten Tisch für die Schaubrote in einem Triumphzug nach Rom bringen. Domitian feierte mit dem Titusbogen zudem die Aufnahme seines verstorbenen Bruders unter die Götter.
Und auch ein weiteres Bauwerk erinnerte an die Niederlage: Das gigantische Kolosseum in Rom wurde mit Geldern aus dem erbeuteten Tempelschatz erbaut. Jerusalem hatte keinen Tempel mehr, aber Rom jetzt ein Kolosseum, in dem Menschen und Tiere gequält wurden. Und am Ort des jüdischen Tempels in Jerusalem standen jetzt Statuen mit römischen Götterbildern. Schlimmer konnte man Menschen jüdischen Glaubens nicht demütigen. Der Tempel, zu dem jährlich viele hunderttausende Juden und auch Jesus und seine Jünger gepilgert waren, er war dem Erdboden gleichgemacht.
Wenn das mit dem Jerusalem Tempel geschehen konnte, was war dann mit dem Gott Israels, der seinen Namen in diesem Tempel wohnen ließ? Was war mit der Errettung Israels, auf die auch schon die Anhänger Jesu, aber noch viel mehr die aufständischen Judäer gehofft hatten? War das alles hinfällig angesichts der erdrückenden militärischen Übermacht der Römer? Waren die römischen Götter letztlich überlegen – Jupiter, Juno, Minerva, Mars, Venus, Neptun, Apollo, Diana, Merkur und Vulcanus?
V.
Liebe Gemeinde,
irgendwie muss Johannes der Hölle in Jerusalem entkommen sein. Irgendwie muss er für sich eine neue Wirkungsstätte gefunden haben in den Gemeinden Kleinasiens an der ägäischen Küste. Doch auch dort stieß er auf Widerstand durch die römischen Behörden. Kaiser Domitian ließ nicht nur seinen verstorbenen Bruder Titus, sondern auch sich selbst als Gott verehren. Unter ihm wurden Juden und Christen zunehmend genötigt, am Kaiserkult und an der Opferpraxis teilzunehmen. In den 7 Gemeinden des Johannes gab es bedeutende Tempel, an denen sie Fleisch für die Götter opfern und es essen mussten – in Ephesus, Smyrna, Pergamon, Thyatira, Sardes, Philadelphia und Laodizea. Für einen Christen jüdischen Glaubens wie Johannes war das undenkbar – fremden Göttern Opfer zu bringen. »Thron des Satans« (2,13) nannte er darum den gigantischen Altar in Pergamon, der im nächsten Jahr in Berlin wieder zugänglich sein wird.
Johannes forderte darum die Gläubigen in seinen 7 Gemeinden auf, standhaft zu bleiben und nicht dem Druck der römischen Behörden nachzugeben. Schon im ersten Kapitel der Johannes-Offenbarung erfahren wir, mit welchen Argumenten er das versuchte: Die römischen Kaiser Nero, Vespasian, Titus und auch Domitian – sie haben einst die Welt beherrscht und sich selbst als Götter verstanden. Sie sind inzwischen alle tot. Jesus Christus aber, der von Römern getötete, ist als erster auferstanden von den Toten. Er regiert in Herrlichkeit (vgl. Jak 2,1). Er ist somit »Herrscher über die Könige der Erde« (1,5). Die römischen Kaiser regierten nur wenige Jahre, aber Christus »regiert in Herrlichkeit und Macht für immer und ewig« (1,6). Die Römer mögen den 7armigen Leuchter aus dem Tempel geraubt haben.
Aber die 7 Gemeinden des Johannes sind der neue Leuchter im Tempel Gottes. Denn anstelle des zerstörten Tempels wird es einen neuen Tempel geben. Seine Säulen bestehen aus Menschen, die standhaft geblieben sind. Das irdische Jerusalem ist zerstört. Aber das neue Jerusalem wird von Gott aus dem Himmel auf die Erde herabkommen. Und niemand wird die Gläubigen wieder daraus vertreiben können. Die Römer wollten den Namen ›Jerusalem‹ auslöschen und ihre Götternamen an die Stelle des Gottes Israels setzen. Aber Gott wird seinen Namen und den der Stadt wieder auf den Tempel schreiben (3,12).
VI.
Liebe Gemeinde,
für diese widerständige Verkündigung wird Johannes als Staatsfeind behandelt. Die Behörden wollen den unbequemen Prediger loswerden. Und so entsorgt man ihn auf der Felseninsel Patmos (1,9), wo der aufrührerische Geist verstummen soll. Doch es kommt anders. Patmos bleibt für Johannes nicht ein Ort der Verbannung, sondern wird zu einem Ort der Offenbarung. Der Traumatisierte und Verbannte findet Worte und schreibt sie auf. Er sendet einen Brief an seine 7 Gemeinden. Der beginnt nicht mit den Worten: »Dies sind die traurigen Gedanken eines Verbannten auf Patmos«. Sondern: »Dies ist die Offenbarung Jesu Christi, die ihm Gott gegeben hat, seinen Knechten zu zeigen, was in Kürze geschehen soll.« (1,1).
Patmos, so wird deutlich, ist kein gottverlassener Ort. Der Herr des Himmels und der Erde meldet sich auch in Patmos zu Wort. Und keine Macht der Welt, kein römischer Kaiser und keine seiner Legionen können Gott daran hindern, zu Wort zu kommen. Und mit Hilfe der Offenbarungen wird Johannes klar, dass es nicht so bleiben kann, wie es jetzt ist im römischen Reich – mit seiner abscheulichen Machtpolitik, mit den Kaisern, die über Leichen gehen und sich selbst zum Gott erklären.
Die schlimmsten Kaiser sind jetzt tot: Nero, Vespasian und Titus. Und auch Kaiser Domitian ist Geschichte. Er starb 96 n. Chr. Von ihm hatten die Römer die Nase so voll, dass alles, was an ihn erinnern konnte, vernichtet wurde. Für Johannes ist dies ein hoffnungsvolles Zeichen. Und er verbindet das mit einer Verheißung: »21,4 Gott wird jede Träne abwischen von ihren Augen. Es wird keinen Tod und keine Trauer mehr geben, kein Klagegeschrei und keinen Schmerz. Denn was früher war, ist vergangen.« 5 Der auf dem Thron saß, sagte: »Siehe, ich mache alles neu.«
VII.
»Siehe, ich mache alles neu.« Das ist nun unsere Jahreslosung, mit der wir den ungeheuerlichen Verrücktheiten begegnen, die wir bereits in den ersten drei Wochen dieses Jahres erleben mussten. Ja, es wird Zeit, dass alles neu wird. Dass alle Tränen abgewischt werden. Dass wir morgens bei den Nachrichten nicht mehr erschrecken. Dass wir wieder Hoffnung haben, wenn wir an die Zukunft unserer Kinder denken. Dass setzt aber voraus – und das macht Johannes immer wieder deutlich – , dass wir den ›Thron des Satans‹ nicht länger heraufkriechen, sondern ihm widerstehen. »Und der Friede Gottes, der höher ist als alle menschliche Vernunft, bewahre unsere Herzen und Sinne in Christus Jesus.« (Phil 4,7) Amen.
Fürbittgebet
Barmherziger Gott,
wir sehen sie wieder, die scharlach-roten Reiter,
die gottgleichen Kaiser, die ihr Reich ausdehnen wollen.
Heute greifen sie nach Kiew und Venezuela,
morgen gelüstet ihnen nach Kuba, Kolumbien, Grönland.
Nato-Staaten fangen an, sich zu misstrauen.
Wie weit sind wir gekommen in diesem irrsinnigen Spiel,
dem wir jetzt in der Verlängerung zuschauen müssen?
Der ›Thron des Satans‹ bekommt einen neuen Ostflügel,
und auch ein Triumphbogen ist schon im Plan.
Wir können es kaum noch ertragen,
wie das ›Tier aus dem Abgrund‹ täglich sein Maul aufreißt.
Barmherziger Gott,
lass uns standhaft bleiben,
wenn uns die Macht des Stärkeren gepredigt wird,
wenn Gewalt auf den Straßen zur Normalität zu werden droht,
wenn Algorithmen das Schlechte im Menschen nach oben spülen
und Wendehälse zu spät erkennen,
wem sie ihre Medaillen um den Hals hängen.
Barmherziger Gott,
wir denken an die Menschen, die es nicht verdient haben,
immer weiter unter dem zu leiden,
was das Tier und seine Schergen schon jetzt angerichtet haben.
Wir denken an:
- hungernde Menschen in aller Welt, denen die Nahrungsmittelhilfen gestrichen wurden,
- Händler, die unter immer neuen Zolldrohungen verzweifeln,
- junge Menschen, die beim Kampf gegen den Klimawandel keine Hoffnung mehr sehen
- Männer, Frauen, Kinder in der Ukraine, die nach 46 Monaten Krieg erschöpft sind,
- Menschen auf den Straßen, die wegen ihrer Hautfarbe aufgegriffen und verbracht
werden.
Barmherziger Gott,
wisch Du ihre Tränen ab,
lass sie wieder Hoffnung schöpfen,
wenn Du verheißt:
»Siehe ich mache alles neu!« Amen
Achim Detmers


