Die Entdeckung des Bundes

Reformierte Reformatoren auf dem Weg einer Bundestheologie


Bei ihrer Auslegung der Bibel entdeckten reformierte Reformatoren, wie im Alten und Neuen Testament auf besondere Weise die Beziehung zwischen Gott und seinem Volk als „Bund“ erzählt wird.

Zwingli deutete die Taufe als Zeichen des Bundes, Bullinger entwarf eine Bundestheologie.

Als erster reformatorischer Entdecker des biblischen Bundeszeugnisses gilt Huldrych Zwingli. Er verstand die Kindertaufe als Fortsetzung des "Bundeszeichens" der Beschneidung. Dieses Verständnis der Taufe nimmt der Heidelberger Katechismus auf und nennt die Taufe "das Zeichen des Bundes" (Frage 74). Auch Johannes Calvin übernahm den Bundesgedanken von 1539 an in seine "Institutio". Im 20. Jahrhundert entwarf Karl Barth in seiner Kirchlichen Dogmatik (KD IV/1,57-70) eine "Bundestheologie".

Literatur

Peter Opitz, Das neue Verstehensmuster: Der Bundesgedanke, in: Die Reformierten. Suchbilder einer Identität, hrsg. von Matthias Krieg und Gabrielle Zangger-Derron, Zürich 2002, 48-50

 


Barbara Schenck
Die Taufe in der Sicht einer Bundestheologie

Zwinglis Deutung der Taufe als "Zeichen des Bundes" fand auch Eingang in den Heidelberger Katechismus und ist somit ein noch heute im reformierten Konfirmandenunterricht gelehrtes Taufverständnis.