Gebet
Tagesaktuelles Gebet
Annegret Lambers
Gudrun Kuhn, Nürnberg
Gott, wir vertrauen darauf, / dass du in deiner grossen Güte / und ewigen Treue / uns nicht vergisst. / Darum kommen wir vor dich / und bitten dich für die, / die trauern / um Menschen, mit denen sie ihr Leben geteilt haben / und die ihnen weggestorben sind, / richte du sie wieder auf mit deinem Trost; // eir bitten dich: erhöre uns! //
die erschöpft und müde sind / von der Arbeit und von den Zumutungen des Lebens, / gib ihnen neue Kraft, / dass sie der Kraft des Lebens wieder trauen können; / wir bitten dich: erhöre uns! //
die nicht wissen, / woher sie zu essen und zu trinken / und ein Dach über dem Kopf bekommen sollen, / gib, was sie nötig haben; / wir bitten dich: erhöre uns! / Amen
Walter Wickihalder
Selma Dorn
Gott, / deine Stimme reist / von einem Ende der Erde / zum anderen. / Unhörbar ist deine Stimme, / deren Schall / sich überall verbreitet. /Dein Wort ist ein Geheimnis. / Wir versuchen, / auf dich zu hören, / dich zu verstehen, / dir zu folgen. //
Aber oft sind unsere Ohren verschlossen, / unsere Herzen träge / und unsere Blicke / anderen Dingen zugewandt. / Unsicherheit und Sorgen / sind unsere lauten Begleiter. //
Öffne unsere Ohren, / öffne unsere Herzen, / schärfe unseren Blick. / Dass wir dich wahrnehmen / und hören wie der Himmel / von deiner Herrlichkeit erzählt / und das Werk deiner Hände verkündet. / Amen
Meike Waechter, Berlin
Dennoch bleibe ich stets an dir. / Gott, das fällt mir schwer nachzusprechen, / wenn mir das Leben wie ein Rätsel erscheint, / wenn eigenes oder fremdes Leid / alles in Frage stellt, / was einmal Halt bot, / wenn andere mir schnelle Lösungen / für alle Probleme versprechen. //
Dennoch bei dir bleiben / gegen den Zeitgeist, / gegen die Zweifel, / gegen die Ungeduld, / Gott, das möchte ich versuchen. / Aber wenn ich damit scheitere, / dann bleibe du dennoch bei mir!
Sylvia Bukowski, Wuppertal
Gott, / wegen der vielen Dinge, / die gerade falsch laufen, / vergesse ich dankbar zu sein / und klage lieber. / Das ist nicht fair, / denn es gibt viele Gründe, / dir dankbar zu sein und das auch laut werden zu lassen. //
Es ist immer noch so, / dass ich mich an der Natur freuen kann, / mich an ihrer Schönheit ergötzen / und mich über ihr Zusammenspiel wundern. / Auch die Kraft, die in der Natur steckt, / beeindruckt mich und macht mir Mut. / Gott, ich will dir dafür danken! //
Es läuft so vieles in unserer Welt gut: / Bewährtes, aber auch Innovationen, / die das Leben leichter machen. / Was für ein Erfindungsgeist / und was für Erkenntnisse, / die wir von unsere Vorfahren lernen dürfen. / Gott, ich danke dir dafür! //
Auch was das Zusammenleben angeht, / profitiere ich von den vielen Werten, / die unsere Gesellschaft prägen. / Auch wenn die gerade so massiv in Frage gestellt werden – / ja genau deshalb will ich dir dafür danken / und mich dafür einsetzen, / dass sie erhalten bleiben / und für alle gelten. //
Gott, / ich danke dir auch für die vielen Menschen, / die ich kenne / und die sich nach wie vor Mühe geben, / ein gutes Leben zu führen, / sich anderen Menschen zuzuwenden. / Die mir ein Vorbild sind. / Die mich ermutigen. //
So viele kluge und nachdenkliche Dinge / lese und höre ich jeden Tag / und wünsche mir, / dass diese Stimmen lauter werden. / Nicht schrill und nicht manipulativ, / sondern bedächtig und überzeugend. / Ich bin dankbar dafür, / dass du mir dieser Erfahrungen und Begegnungen schenkst. / Sie machen mir Mut. / Amen
Georg Rieger, Nürnberg
Gott, / überall sind deine Werke. / Doch wir sehen sie nicht. / Wir starren nur auf unsere Werke. //
Öffne unsere Augen für deine Werke. / Dass wir all das Gute wahrnehmen, / es registrieren, / es vermerken, / es berichten, / es erzählen, / es uns merken. / Denn es geschieht: / So viel Gutes, / du wirkst es. / Menschen werden gesund, / Leute haben Glück, / Jung verlieben sich, / Alte genießen ihre Tage, / Fremde werden heimisch, / Heimische werden freundlich. / Öffne uns dafür die Augen / und für vieles mehr, / was du machst. // Amen.
Jürgen Kaiser, Berlin
Gütiger Gott, / schärfe unsere Ohren, / dass wir deine Stimme hören, / dass wir sie hören können / zwischen alle den vielen lauten / und leisen Stimmen, / die uns umgeben, / uns fordern, / uns tadeln, / uns umschmeicheln / und werben wollen. //
Deine Stimme ist einzigartig. / Lass sie uns hören. / Erreiche mit deiner Stimme unsere Herzen, / dass wir uns dir zuwenden. / Erreiche mit deiner Stimme unsere Herzen, / dass sie uns Trost schenke, / wenn uns Furcht und Angst plagen. / Erreiche mit deiner Stimme unsere Herzen, / dass wir mit der Gewissheit leben dürfen, / dass du uns nicht verlässt. // Amen
Meike Waechter, Berlin
Ewiger Gott – Wir danken dir für den Strom der Tradition, durch den auch wir zum Glauben kommen konnten. / Wir danken dir für die mutigen Glaubenszeugen und Glaubenszeuginnen vor uns. Wir danken dir für unsere Kirche, die für uns Heimat geworden ist. //
Rüste uns aus mit kritischer Vernunft, um zu prüfen, was uns überliefert ist. / Hilf, dass wir nichts leichtfertig über Bord werfen, was Glaubende vor uns als dein Wort erkannt haben und in ihr Leben wirken ließen. / Hilf aber auch, dass wir nicht in blindem Gehorsam alles für wahr halten, was sie als Lehre formuliert haben. //
Ewiger Gott – Du bist unsere Zukunft. / Zeige uns, wie wir deine Kirche immer wieder erneuern können durch waches politisches Urteil, durch rückhaltlosen Einsatz für Gerechtigkeit, durch tätige Liebe. AMEN
Gudrun Kuhn, Nürnberg
Allmächtig / Mein Gott / Allmächtig / Ich erschrecke / Die ganze Verantwortung für alles / Liegt auf dir //
Wenn du nur wolltest du könntest das Leid wegzaubern / Die Ungerechtigkeit ins Lot bringen / Allen gerecht werden / Sonne wo Sonne nötig / Regen wo Wasser das Land netzen soll / Krankheit verhindern / Den Tod besiegen aber richtig //
O Gott / Ob so ein Leben Leben wär / Lass ab / Bleib mächtig in der Liebe / Lass uns zusammen Wege finden / Verantwortung teilen / Amen
Marianne Reifers, Luxor, Egypt
Gerhard von der Heyden, Ronsdorf
Gott, es gibt so viel ungestillte Sehnsucht, / Sehnsucht nach Beachtung, nach Anerkennung, nach Liebe, / Sehnsucht nach dir. //
Es gibt so viele unbeantwortete Fragen, / Fragen nach dem Sinn des Lebens / und nach dem Sinn unbegreiflichen Sterbens, / Fragen nach unserer Zukunft, / Fragen nach dir. //
Es gibt so viel Schuld, / Schuld, die wir wissen, / Schuld, die wir verdrängen, / Schuld, die uns verzweifeln lässt, / weil sie uns trennt / von anderen Menschen und von dir. //
Gott, wir bitten dich, / sieh uns an, / sieh hinter die Masken, die wir tragen, / und trenne du dich nicht von uns. / Amen.
Sylvia Bukowski, Wuppertal
Großer Gott! // Wir suchen Wahrheit / und werden doch immer wieder verstrickt in / Wahrheiten und Halbwahrheiten / Glaubenssätze und ideologische Kämpfe / Meinungen und Belanglosigkeiten. // Wir sehnen uns nach Trost / und werden doch immer öfter / konfrontiert mit / Lügen und Hetze, / Populismus und Propaganda, / Diffamierungen und Hass. // Wir wollen dem Frieden nachjagen / und befinden uns doch mitten in Kriegen um / Geld und Macht, / Glaube und Kultur, / Territorien und Menschenleben. // Lass uns, Gott, in alledem / nicht verzweifeln, / nicht verwirrt werden und nicht entmutigt. / Gib uns Kraft, / immer wieder neu Orientierung zu finden an Deinem Wort, / an der Hoffnung und der Orientierung, / die es für unser Leben und unser Zusammenleben gibt. // Amen!
Simon Froben, Bayreuth
Du, Gott, / wir preisen und loben dich / und danken dir. / Wir danken dir für das Leben, / dass du uns schenkst. / Wir danken dir für das Wort, / das du zu uns sprichst. / Wir danken dir für die Freude / und die Kinder, / für die Sonne und das Lachen. //
Du, Gott, / hilf und erhöre uns, / wir bringen vor dich unsere Not. / Wir leiden an Unrecht, / Ungerechtigkeit und Gewalt / in der Welt. / Wir leiden / unter der Einsamkeit, / der Trauer und der Angst. / Wir leiden / unter der Unsicherheit / und unserer Schuld. //
Du, Gott,/ wir sagen danke! / Und wir sagen hilf! / Erbarme dich unser. / Amen
Meike Waechter, Berlin
Kathrin Rehmat, Zürich
Kathrin Rehmat, Zürich
Gudrun Kuhn, Nürnberg
Gott! / Ein Schutz bist du uns, / wenn andere uns drängen, / ein Schirm, / ein Schild, / eine Burg, / wenn Arges naht, / wenn Schlimmes kommt, / wenn Böses droht. //
Du gibst Acht auf uns, / das kann keiner wie du. / Führe uns nur nicht in Versuchung / und lass nicht zu, / dass andere es tun. //
Und dann, / wenn wir weitergehen müssen, / raus aus der Burg, / wenn wir den Schirm verlassen / und aus deinem Schatten treten müssen, / dann werden uns deine Engel tragen, / wohin du willst. / Amen.
Jürgen Kaiser, Berlin
Sylvia Bukowski, Wuppertal
Barmherziger Gott, / du handelst nicht mit uns nach unserer Sünde / sondern überwindest das Böse mit Gutem. / Du vergiltst uns nicht nach unserer Missetat, / sondern schenkst uns einen neuen Anfang. //
Mach uns auch barmherzig miteinander, / nachsichtig mit Fehlern, / geduldig mit Schwächen, / großherzig, einander Schuld zu vergeben. //
Und, Gott, mach uns barmherzig / auch mit uns selber, / dass wir unsere Grenzen erkennen, / und uns nicht ständig überfordern, / dass wir loskommen, / vom dauernden Grübeln über unsere Mängel / und fremde Hilfe annehmen können. / dass wir unser Glück genießen, / Gelungenes feiern / und uns freuen an unserem Leben. / Gott, unser Vater, erbarme dich.
Sylvia Bukowski, Wuppertal
Großer Gott! // Wenn Milliarden Dollar für Hilfsgüter / für die Ärmsten der Welt / eingespart werden, / damit die Reichsten ihre Gier durch Steuersenkungen befriedigen, / dann hoffe ich auf Deine Gerechtigkeit. // Wenn Menschen, / die der Verfolgung und dem Krieg entkommen konnten, / von ihrer Familie getrennt bleiben müssen / und andere ohne Rechtsverfahren schon an den Grenzen zurückgewiesen werden, / dann hoffe ich auf Deine Barmherzigkeit. //
Wenn hunderte Drohnen Nacht für Nacht / scheinbar wahllos Städte angreifen, / Wohnhäuser, Schulen, Krankenhäuser, / um Menschen zu verletzen und zu töten, / dann hoffe ich auf Deine Menschlichkeit. // Wenn wieder ein Tag anbricht, / an dem ich leidlich gesund / und ohne größere Sorgen / durch mein friedliches Leben gehen kann, / dann lass das Feuer meiner Hoffnung nicht verglühen, / sondern nähre es in der Bereitschaft, / für Deine Gerechtigkeit, Barmherzigkeit und Menschlichkeit / selbst einzustehen. / Amen!
Simon Froben, Bayreuth
Catherine MacMillan
Annegret Lambers
Du Ewige/r forderst es heraus: / Ich denke an dich, und daran dir zu gefallen. / In der Weise wie du mir gefällst, / unerreichbar und annäherungswürdig / wie nichts Anderes. / Am Morgen und am Abend, / beim Blick in die Weite des Landes, / wenn ich die Berge in der Ferne betrachte / und meine Augen über die Auffaltung der Alpen schweifen, / wenn ich in die Augen meiner Freundin sehe, / die weint um ihren Sohn / und um alles / was in ihrem Leben nicht so wurde, / wie sie es gehofft hatte. //
Komm bitte, / halte dein Versprechen: / Wisch die Tränen ab, / weck die erkaltete Liebe, / lass die Schönheit der Schöpfung / in allen Farben und Zeiten / leuchten und Gerechtigkeit erfahren. / Amen
Kathrin Rehmat, Zürich
