Gebet
Tagesaktuelles Gebet
14. Januar 2023
Ich frage dich Gott
und die Klage schwingt mit
du verzeihst mir
das Mischen
der so ungleichen Töne.
Es ist schwer zu ertragen
was da täglich passiert
und wie es grad läuft
mehr zurück als nach vorn:
Voll Verachtung zu sprechen
soll normal wieder sein,
damit Wahlen gewonnen
und Reihen geschlossen.
Wer Gutes tun will,
eckt an überall;
Argumente verzerren,
die nicht wissen wollen,
was alle längst wissen
Die Sorge um das,
was die Umwelt zerstört,
wollen viele nicht hören
wollen leben als wär‘ nichts
Wie gut ist es, Gott,
dass ich nicht an die Magie
des wechselnden Jahres
sondern an dich
glauben darf.
So ist noch Raum
für den Schimmer,
der Hoffnung gebiert.
Und für mich
Zeit zum demütig werden
vor dir und dem Plan
den du hast.
Georg Rieger, Nürnberg
Marianne Reifers, Luxor, Egypt
Selma Dorn, Jerusalem
RefLit
Ewiger und einziger Gott, / am Beginn des neuen Jahres stehen wir vor Dir.
Dich HERR fragen wir: / wie lange willst Du die Leute noch machen lassen, / die Männer und Frauen, die dich mit ihren Taten verhöhnen? / Wie lange?
Wir bitten dich für dein Volk Israel, / für die, die mitten unter uns leben / trotz all dem Hass, der ihnen entgegenkommt, / den wir viel zu oft achselzuckend hinnehmen. / Und wir bitten dich für dein Volk in Israel. / Bring es zu Recht – Bitte.
Wir richten uns aus auf das, was uns entgegenkommt: / viel Zeit mit all ihren Chancen, Möglichkeiten und Hoffnungen; / und fragen was Du von uns erwartest, / was Du mit uns vorhast / im neuen Jahr.
Gieß deinen Geist über uns aus, / damit wir erwachen, aufstehen und dort zugreifen, / wo Du uns gebrauchen kannst, / damit Neues entsteht, / Hoffnung aufblüht, / unser Denken, Reden und Handeln Frucht bringt, / reiche Ernte.
Der du allein der Ewge heißt / und Anfang, Ziel und Mitte weißt im Fluge unsrer Zeiten: / Bleib du uns gnädig zugewandt / und führe uns an deiner Hand, damit wir sicher schreiten. / vom Alten in das Neue. / AMEN
Gerhard von der Heyden, Ronsdorf
Gott, wie eine Mutter / bietest du uns Geborgenheit, / wenn wir uns klein und hilflos fühlen. / Aber du nimmst uns auch ernst / als erwachsene Frauen und Männer, / mutest uns Verantwortung zu / für unser Leben / und für die Zukunft unserer Erde. / Wir möchten dich nicht enttäuschen, Gott, / aber oft bleiben wir hinter unseren guten Absichten zurück, / nutzen unsere Gaben nicht sinnvoll, / sondern lassen uns von Bequemlichkeit treiben.
Vergib uns, Gott, / und belebe uns zum Handeln in deinem Geist, / dem Geist der Besonnenheit, der Kraft und der Liebe.
Sylvia Bukowski, Wuppertal
Jürgen Kaiser, Berlin
7. Januar 2023
Guter Gott, / Gib Kraft für die Aufgaben, die vor uns liegen. / Gib Trost in den Abschieden, die wir nehmen müssen. / Gib Zuversicht in allen Sorgen, die uns bedrängen. / Gib Hoffnung in Verzweiflung und Not. / Gib Frieden, Gott, gib Frieden! / Gib die Bereitschaft zur Versöhnung. / Gib den Mut des ersten Schrittes. / Gib Freude am Leben wie Kinder sie haben. / Gib Dankbarkeit wie Erfahrung sie lehrt. / Sei Du unser Licht in Dunkelheiten, / lass uns aufbrechen, licht zu werden in diesem Jahr. / Amen!
Simon Froben, Bayreuth
Sylvia Bukowski, Wuppertal
Karl Barth (1886-1968)
Jahre
365 Tage füllen ein Jahr / Ob unser Zählen so wichtig ist wie wir meinen / Ich stelle mir vor / Dass du Gott nicht die Tage zählst / Und nicht Jahreszahlen erinnerst / Sondern die Taten der Liebe / Die unberechenbar geschehen / Die nicht gezählt werden wollen / Sie geschehen und berühren Menschen, Tiere und Pflanzen / Und erfreuen dein göttliches Herz / Weil sie Freude vermehren / Und die Erde bewohnbar machen
Marianne Reifers, Luxor, Egypt
Georg Rieger, Nürnberg
RefLit
Sylvia Bukowski, Wuppertal
Wochenrückblick 31. Dezember 2022
Barmherziger Gott, / das Eine wünschen wir für das beginnende Jahr: / dass wir unsere verlorene Hoffnung wiederfinden - / Hoffnung für den Fortbestand unserer Erde, / Hoffnung für das Ende dieses grausamen Krieges. / Hilf uns, die Hoffnung neu zu buchstabieren:
H wie Himmel – zu dem wir aufschauen, wenn es auf der Erde dunkel wird.
O wie Optimismus – der uns Kraft gibt, das Unmögliche zu wagen.
F wie Freude – die ansteckend ist, wenn wir sie weitergeben.
F wie Friede – der möglich wird, wenn wir etwas für ihn tun.
N wie Nachsicht – mit der alles Verstehen beginnt.
U wie Umdenken – mit dem neue Wege begehbar werden.
N wie Nähe – die dem Missverstehen vorbeugt.
G wie Gemeinschaft – mit der vieles leichter geht.
Gott, Du bist der Grund unserer Hoffnung. / Erfülle uns mit Deinem Frieden. Amen.
Achim Detmers, Hannover
Jürgen Kaiser, Berlin
Weihnachten
Freu dich / Der Himmel ist auf die Welt kommen / Freu dich / Engel sind Hirten geworden / Freu dich / Gott Säugling in einer Futterkrippe bei den Tieren / Wundere dich / Gott klein / Herrscher wird Diener kniet nieder / Wäscht Füsse / Dienst Gottes an Menschen / Wir singen laut / Auch für uns ist der Heiland geboren / Wir müssen ihn nicht selbst gebären / Das hat Maria für uns getan / Dafür danken wir Maria / Die schräge Welt ist im Lot / Halleluja
Marianne Reifers, Luxor, Egypt
Georg Rieger, Nürnberg
Gott – / du hast das Universum und unsere kleine Erde darin geschaffen / du hast dich in Jesus anschaubar gemacht.
Fließ aus den Wolken / Spring aus der Erde / Leucht in die Finsternis / / Mach dich sichtbar / Lass uns deine Spuren erkennen / Auf den umstrittenen politischen Wegen. / Mach dich hörbar / Lass uns deine Stimme vernehmen / Unter den Mitmenschen, die nach Hilfe rufen. / Mach dich fühlbar / Lass uns deinen Trost spüren / In unseren Seelen.
Mach unsere müden Hände wieder stark / und unsere weichen Knie wieder fest. / Gib uns die Gewissheit deiner Nähe. / Nimm uns unsere Angst. / / So viel fernes Leid macht uns traurig und bestürzt. / So viele eigenen Nöte belasten uns. / Komm und lass uns nicht damit alleine! AMEN
Gudrun Kuhn, Nürnberg
Mitten im Dunkel / feiern wir das Licht, / das Jesus in die Welt gebracht hat. / Mitten in schlechten Nachrichten / feiern wir die gute Botschaft / von Gottes Menschenfreundlichkeit. / Mitten im Seufzen der Kreatur / feiern wir die Hoffnung, / dass Leid und Tod nicht das letzte Wort behalten. / Mitten in unseren Abhängigkeiten / feiern wir die Freiheit, / zu der uns Christus befreit hat / durch seine bedingungslose Liebe. / Aller Welt Enden sollen sich in dieser Nacht / freuen an der Herrlichkeit / unseres Gottes!
Großer Gott, / richte unseren Blick / auf das Kind in der Krippe / und lehre uns deine Herrlichkeit sehen / im Unscheinbaren. / Öffne unsere Ohren / für die Worte der Himmelsboten, / die unserer geschundenen Erde / Frieden ansagen. / Füg uns zu denen, / die sich aufmachen, / den Christus zu finden / in Menschengestalt. / Füll unser Herz / mit den Lobgesängen / der heiligen Nacht, / und tauche unser Leben / in dein gnädiges Licht.
Du Gott der Fülle: / in schäbige Armut / wurde dein Sohn hineingeboren, / bedroht war sein Leben / von Anfang an. / Das Los eines Flüchtlings / musste er teilen / schon als kleines Kind. / Fremden war er ausgeliefert / auf Gedeih und Verderb. / Nichts Menschliches ist ihm also fremd. / Aber du schenkst uns die Gewissheit: / nichts kann uns scheiden / von der Macht seiner Liebe, / die Böses mit Gutem überwindet, / die mitten im Elend Hoffnung eröffnet / und die Schatten des Todes vertreibt / aus unseren Herzen / und aus unserer Welt. / Dafür danken wir dir, Gott, / und preisen den Namen deines Sohnes, / voller Lebensfreude / im heiligen Geist.
Sylvia Bukowski, Wuppertal
Ich gebe mich mit Hand und Mund / Dir, dem ich zugehöre, / Und suche, wie ich jedes Pfund / Nach deinem Sinn vermehre. / Lass aber meine Seele nie / Aus deinen treuen Armen, / Und thu nichts andres spät und früh, / Als meiner dich erbarmen.
Liederschatz 2574,4
24. Dezember 2022
Da ist sie nun also wieder da, die Nacht der Nächte. / Und ich bin müde. / Ich bin müde von den Friedensgebeten und Friedenspredigten, die in den Ohren der Kriegstreiber ja doch nicht ankommen. / Ich bin müde von dem Blick auf den Hoffnungsstern, der spürbar nicht über allen scheint. / Ich bin müde von der Sehnsucht nach Gemeinschaft, die auch in dieser Nacht nicht bei jedem Menschen gestillt wird. / Ich bin müde von der Botschaft der Liebe, die in manch verletztem Herzen wie billiger Trost klingt. / Ich bin müde, Gott. / Hilf mir, wach zu bleiben. / Wach in der Nacht der Nächte. / Wach im hier und jetzt. / Wach für die, die mich brauchen. / Wach für das, was ich brauche. / Wach für dich!
Carolin Springer, Leer
Marianne Reifers, Luxor, Egypt
Bleibe bei uns durch die langen Nächte, Herr, und erleuchte uns mit deinen Verheißungen!
Unsere Kerzen sind verbrannt und verglüht, unsere Batterien sind am Ende, wir haben keinen Empfang und kein Internet – wir beten, bis uns die Dunkelheit einschließt. Wir erinnern uns an den früheren Zustand einer aus den Fugen geratenen Welt. An die guten alten Zeiten, als das Wasser immer aus dem Hahn kam, der Lichtschalter in den Zimmern aufleuchtete, die Heizung funktionierte und wir nicht in ängstlicher Sorge aufwachen und zu Bett gehen mussten. Als du meine Hand hieltst, mich beim Namen nanntest, mir Versprechen gabst und mir eine Prüfung versprachst. Danke, dass du uns vorgewarnt hast.
Lange Tage und unbemerkt sind wir voll von Klagen und Spannungen, Herr. Einige von uns sind gestresst, andere haben abnormales Gewicht verloren. Viele erhoffen sich leichten Trost vom Alkohol und rutschen unbemerkt in die Sucht ab. Unsere Ehemänner werden von stiller Verzweiflung in die Selbstzerstörung getrieben, ihre Frauen von Angst. Der Tod erwartet diejenigen, die weder Seelsorger noch Hoffnung haben. Bleib bei uns in den langen Nächten, Herr, finde und führe die Verlorenen, die Verlassenen zurück.
Unsere Kinder sitzen in feuchten, dunklen Kellern unter Luftangriffen. In unseren Kirchen zünden wir Kerzen an, wärmen unsere Hände an ihrer Flamme. Wenn wir singen, schmelzen die Buchstaben vor uns, so singen wir das Vertraute. Mehr aus dem Herzen als aus einem Gesangbuch. Unsere Augen und Seelen sind müde von der Anstrengung, Wir hören leichtgläubig den düsteren Nachrichten zu. Wir glauben Dinge zu wissen, die wir nicht wissen können, wir warten ängstlich auf die ersten Schneeflocken, die fallen. Bleib bei uns durch die langen Nächte, Herr, denn der Winter kommt! Wir warten auf dich, Herr, wie die Wächter auf den Morgen warten, wie die, die im Dunkeln sitzen, auf die ersten Lichtstrahlen. Wir warten darauf, dass du sprichst, dass du handelst, dass du uns leitest.
Wir danken dir, dass deine Verheißungen nichts von ihrer Kraft verloren haben, wir vertrauen auf sie. Wir danken dir, dass wir von unseren Vorfahren Beharrlichkeit gelernt haben und dass wir unsere Nachkommen Beharrlichkeit lehren können. Wir danken dir für die Familien, die zusammengeführt werden, Herr, schenke, dass die Prüfung die Menschen einander näherbringt!
Danke, dass wir Reserven haben, dass unser Haus nicht zerstört ist und dass wir für die Zukunft planen können. Danke, dass in deiner Hand Zeiten und Anlässe sind, die Könige aufrichten und Könige stürzen. Auf dich vertrauen wir, denn du hast Gnade und kannst erlösen – du erlösest von aller Sünde. / / Bleib bei uns durch die langen Nächte, Herr, und die Nacht wird enden, sie wird sicher enden / / Amen
Zoltán Laskot, Reformierten Kirche in der Karpato-Ukraine
Jürgen Kaiser, Berlin
