Gebet
Tagesaktuelles Gebet
Sylvia Bukowski, Wuppertal
Annegret Lambers, Osterwald
RefLit
Kathrin Rehmat, Zürich
Georg Rieger, Nürnberg
Freund, entreisse mich dem allen, / Was nicht in dein Reich gehört; / Lass mich zu der Freistatt wallen, / Wo mich kein Geräusche stört!
Liederschatz 1816,4
1. Oktober 2022
Da ist sie wieder. / Die Zeit, in der alles abfällt. / Zumindest von den Bäumen. / Gott, ich wünschte, auch für unsere Seelen wäre es die Zeit, in der alles abfällt. / Wie erleichternd wäre es, wir könnten die Angst vor dem Winter abwerfen. / Wie befreiend wäre es, die Sorge vor der Kälte in Haus, Herz, Gesellschaft würde einfach davon geweht. / Kannst du nicht ein wenig an uns rütteln?
Carolin Springer, Leer
Unbegreiflicher Gott, um deines Sohnes Jesus Christus willen bist Du auch für uns Vater und Mutter im Himmel. Danke Herr, für Nahrung und Wohnung, für Menschen, die uns lieb haben, für all den Segen von Dir, der uns oft so selbstverständlich entgegenkommt. Wir möchten so gerne nach deinem Willen leben und schaffen es doch nicht. Öffne uns für dein leises Reden im Alltag und schaff uns Zeiten, in den wir zu deinen Füßen sitzen und dir zuhören. Dein heiliger Geist wird uns leiten, dass wir heute auf deinen Wegen gehen. Das, was uns hindert legen wir bei Dir ab. Die Last, die wir kaum noch tragen können und das, wo wir keinen Weg mehr sehen. Teile das Meer vor unseren Füßen, Herr, und gib uns Kraft und Mut aufzubrechen. Amen.
Gerhard von der Heyden, Ronsdorf
Wir verstehen vieles nicht
Gott / Wir verstehen uns selber nicht / Reaktionen unserer Kinder verstehen wir nicht / Wir verstehen unsere Mitmenschen nicht / Wir missverstehen dich / Wir machen aus dir so etwas wie Künstliche Intelligenz / Die das regeln soll was wir nicht verstehen / Du bist aber nicht künstlich / Du bist keine Erfindung die das Leben erleichtern soll / Du bist des Lebens Kern / Du bist der Liebe Kern / Du wärmst uns und stärkst uns für Taten / In welchen du dich erkennst / So erkennen wir uns selbst / Und erfahren / Dass du bist
Marianne Reifers, Luxor, Egypt
Lord Jesus, you told great stories / they helped people make sense of their lives / they revealed God in Ordinary things / they encouraged and changed people.
Make us more ready to share our stories / give us words where we are tongue-tied / confidence to know our stories matter / tact to know the right place to tell them. / Also, most importantly, make us ready to listen.
The Iona Community
Kathrin Rehmat, Zürich
Jürgen Kaiser, Berlin
Mein Friedefürst, vermähle dich / Mit meinen innern Sinnen; / Beherrsche mehr als königlich / Mein sämtliches Beginnen! / So werd’ ich dir je mehr vereint, / Je mehr dein Licht ins Herze scheint.
Liederschatz 1813,6
24. September 2022
Die Woche einer Beerdigung, wie es vielleicht nie eine gab. Was für Leben im Dienst durch den Wandel der Zeiten! Was für eine Achtung, was für eine Anteilnahme weltweit!/ Andere Tote und Begrabene in derselben Woche, gestorben nach ihrem Leben mit und für andere, wie viele durch Hunger, Krieg und Gewalt,/ in engen Grenzen, nur im eigenen Kreis wahrgenommen oder ganz unbeachtet geblieben. // Gott, Quell und treuer Grund meines Lebens, lehre mich bedenken, dass auch ich sterben muss. Aber bis dahin lass mich dankbar leben mit meinen Möglichkeiten und Grenzen, dem Profil, Gesicht, Charakter und Zuschnitt, mit denen du mein Leben kostbar, unverwechselbar und einmalig gemacht hast. / Und hilf mir, zu dienen und nützlich zu sein, so wie du´s für mich gemeint hast. // Das bitte ich durch Jesus Christus. Amen.
Stefan Maser, Kamp-Lintfort
Sylvia Bukowski, Wuppertal
Gerhard von der Heyden, Ronsdorf
Aufrecht
Freie Menschen gehen aufrecht / Gedemütigte taumeln den Blick nach innen gerichtet als möchten sie verschwinden / Du gingst aufrecht auf dieser Erde mit offenen Sinnen auf Menschen zu / Du liessest dich ansprechen als Rabbi Jesus / Du hast viele angesprochen / Du hast gebückten Frauen zum aufrechten Gang verholfen mit Wirkung bis in die Gegenwart / Wir Buckligen und Gedemütigten alle wir danken dir / Wir wollen einander aufrichten aufrecht begegnen / Wir wollen niemanden demütigen und kein Leben entwürdigen / Wir alle die wir uns auf dieser Erde bewegen lernen Rücksicht, weil wir Rücksicht erfahren / Wir schauen uns an und ahnen was dich ausmacht / Gott /
Marianne Reifers, Luxor, Egypt
Gott – du immer gleich / Fels und Burg und Hort / Zuversicht unserer Vorfahren / lass uns nicht einknicken / nimm uns an der Hand / stell uns auf sicheren Boden.
Gott – du immer anders / Wolke und Feuer und Brausen / Zuversicht unserer Vorfahren / lass uns nicht erstarren / zwinge uns umzukehren / führe uns ins Unbekannte.
Gott – du alles in allem / wir haben so viel zu bewältigen / wir brauchen deinen Geist, / der uns sehend macht.
Nimm uns und anderen die Schuppen von den Augen. / Zeige uns und anderen die Möglichkeiten einer Kehrtwende. / Schenke uns Menschen, die uns bei der Verwandlung helfen. / Gib uns die Zuversicht, anderen eine Verwandlung zuzutrauen.
Im Vertrauen auf dich / sind wir bereit zwiefach aufzubrechen / aus der Aufgeregtheit in die Besonnenheit / aus der Bequemlichkeit ins Ungewisse. / AMEN
Gudrun Kuhn, Nürnberg
RefLit
Ich hab’ es an mir wahrgenommen, / Zu deiner Stunde ist’s geschehn; / Da bin ich meinem Feind entkommen, / Da hab ich in dein Licht gesehn; / Da ward als köstliches Geschmeide / Mir angelegt das Heilsgewand, / Und meinem Geist als Kindschaftspfand / Von dir beschert des Geistes Freude.
Liederschatz 1805,3
17. September 2022
Gott, Vater, Sohn, Heiliger Geist, / vorbei der Sommer. / Vorbei die Ferien. / Vorbei das Draußen-Sein im T-Shirt. / Vorbei die Parkplatzsuche ohne Mühe. / Alle wieder da. / Aber alle auch beschwert: / Was wird demnächst ein Brot kosten? / Und bei wem wird es zu kaufen sein? / Wie warm wird es in den Wohnungen sein? / Und wie sollen es die über den Winter schaffen, / bei denen es immer schon knapp war? / Wir spüren, dass die fetten Jahre vorbei sind und / dass die mageren kommen. / Und dass es ungeheuer schwierig ist, diesen mageren / Jahren mit Wirklichkeitssinn zu begegnen. / Da schauen wir lieber nach England. / Denen dort geht es nicht besser. Aber sie hatten / die Queen. Und jetzt haben sie einen neuen König. / So etwas hält zusammen. / Was hält uns zusammen? / Gib Wirklichkeitssinn, der in der Ehrfurcht vor Dir gegründet ist. / Werde vielen groß als weiter Raum und feste Burg, / als Halt in Not und als Gebot der Stunde. / Und bleibe bei uns in den mageren Jahren. / Damit auch die einst vorbei sind. / Amen.
Klaus Bröhenhorst, Hildesheim
Gott – deine Treue ist alle Morgen frisch und neu / aber wir haben Angst vor wieder aufflammender Gewalt: / einen heißen Herbst künden uns die Demokratiefeinde an.
Zahlreiche sind unzugänglich für Argumente / Manche sind voller Hass gegen Andersdenkende / Die meisten sind ohne Bereitschaft zu Kompromissen / Viele sind für unabhängige Informationen nicht erreichbar / Einige sind ohne Scheu vor Unrecht.
Gott – deine Treue ist alle Morgen frisch und neu / aber wir fürchten uns vor Veränderung und Verzicht: / einen verlustreichen Winter künden uns die Regierenden an.
Zahlreiche finden sich nicht zurecht im Wirrwarr der Ratschläge / Manche wissen nicht, wie sie ihre Existenz sichern können / Die meisten klammern sich an verlorene Gewissheiten / Viele sind in Sorge um die Menschen im Krieg / Einige ziehen sich in ihre Ängste zurück.
Gott – mach uns frisch und neu. / Gib der verdorrten Hoffnung wieder Wasser. / Wir haben es dringend nötig. / / AMEN
Gudrun Kuhn, Nürnberg
Marianne Reifers, Luxor, Egypt
Erhabener Gott, / du liebst die Armen und wohnst im Elend, / da, wo die meisten von uns nicht hingehen, / weil uns die Hässlichkeit der Armut abstößt: / der Dreck, der Gestank, / die Verrohung des Umgangs. / Wir sehen oft nicht die Tapferkeit derer, / die mit wenigem auskommen müssen. / Wir würdigen nicht, / wie großherzig und hilfsbereit sie trotzdem oft sind, / und ihre Lebensleistung stößt bei uns auf wenig Beachtung.
Gott, lass du uns nicht verrohen! / Lehre uns, genau hinzusehen / und uns anrühren zu lassen, / von schweren Schicksalen. / Verbinde uns mit den Bedürftigen / in solidarischem Respekt / und in gerechtem Teilen.
Sylvia Bukowski, Wuppertal
Jürgen Kaiser, Berlin
