Gebet
Tagesaktuelles Gebet
23. Juli 2022
Schöpferischer Gott!
Die Erde brennt. / Was Du gut gemacht hast, / wird in Hitze und Hass / zerstört und verbrannt / durch die Gier und die Achtlosigkeit von Menschen. / Was Du gut gemacht hast, / wissen wir nicht gut zu erhalten.
So bewahre uns davor, / die Schuld bei Dir zu suchen / und schütze uns / vor Mutlosigkeit und Resignation. / Es ist an uns, / Unmenschlichkeit und Terror / beim Namen zu nennen / und unablässig den Frieden zu suchen. / Es ist an uns, / unser Leben zu erneuern / für mehr Gerechtigkeit in unserer Zeit / und über die Generationen hinweg.
Dafür hast Du uns Lebenskraft gegeben, / darin wirst Du uns immer neu stärken, / damit die brennenden Schmerzen gelindert werden / und gut erhalten bleiben kann, / was Du gut geschaffen hast. / Amen!
Simon Froben, Bayreuth
Barmherziger Gott, / wechselvoll ist unser Leben, / unser Glück können wir nicht für immer festhalten, / der Schmerz reißt uns manchmal den Boden weg; / aber es gibt auch die Erfahrung von Trost und Hilfe, / von menschlicher Solidarität und Freundschaft / und von deiner Treue, Gott.
Lass uns das nicht vergessen, / damit wir nicht verzweifeln in schweren Zeiten / und damit wir nicht versäumen, anderen beizustehen / und ihnen von dir zu erzählen, / wenn sie darauf warten.
In Freude und unter Tränen vertrauen wir deiner Gegenwart / und hoffen auf deine heilsame Zukunft. / Herr, erbarme dich über uns. Amen.
RefLit
Marianne Reifers, Luxor, Egypt
Sylvia Bukowski, Wuppertal
Jürgen Kaiser, Berlin
Barmherziger Gott, Vater und Mutter im Himmel auch für uns, / durch Jesus Christus, deinen Sohn, unseren Bruder.
In deiner Nähe werden die Menschen gesund, / wo dein Geist weht, leben wir auf. / Dein heilsames Wort stellt unsere Welt auf den Kopf, / und alle Mächte und Gewalten, die Herrschaft über unser Leben haben wollen / und viel zu oft auch haben, / müssen sich geschlagen geben.
Woher sollte Hoffnung für unsere Welt kommen, / wenn wir dir das nicht auch heute noch so zutrauen? / Die Mächte und Gewalten unserer Tage sind verkeilt ineinander. / Kein Ausweg ist zu erkennen. / Wie von Dämonen besessen jagen mächtige Männer die Welt auf den Abgrund zu.
Eile uns zur Hilfe, HERR / öffne uns Ohren, Augen und Herz für dein heilsames Wort. / Die vom Tod bedrohten sollen wieder aufatmen, / das Leben soll wieder blühen, / die Trümmer verräumt und neuer Lebensraum geschaffen werden.
Trümmer beseitigen damit neuer Lebensraum entstehen kann, / ist an so vielen Orten notwendig, dass uns ganz schwindelig ist: / In Norditalien wird das Wasser rationiert, / im Ahrtal sind die Verwüstungen durch Wasserfluten vor einem Jahr noch lange nicht beseitigt, / in Teilen Afrikas drohen Hungersnöte und / wir fürchten einen Winter, in dem unsere Wohnung nur noch spärlich geheizt werden, / ansteckende Krankheiten machen ein Leben in Gemeinschaft schwierig, / oder verhindern es ganz, / wir ringen um die Zukunft deiner Kirche, / hier am Ort, in unserer Stadt, in unserem Land.
Wenn es wahr ist, dass in deiner Gegenwart Lahme gehen, Blinde sehen, / dass alles das, was uns am Leben in Fülle hindert, überwunden wird, / dann komm in unsere Nähe HERR / vertreib die Resignation, lass Hoffnung wachsen. / Führe uns auf die Wege, die ins Leben führen. / Bitte.
Wir trauen Dir alles zu, / Du bist der Gott der rettet, / bei Dir suchen wir unser Heil. / Nirgendwo sonst. / Amen
Gerhard von der Heyden, Ronsdorf
Des Lebens abgestecktes Ziel / Mag kurz sein oder lang: / So ist es an sich selbst nicht viel / Und nur ein Uebergang. // Wer aber jeden Lebenstag, / Solang’ es heute heisst, / Dem Herrn der Tage opfern mag, / Der ist ein sel’ger Geist.
Liederschatz 1565,8-9
Bitten
Du Gott / Wir dürfen dich um alles bitten / Lieber Gott bitte / Du hast ein Ohr für uns / Du hast ein Auge auf uns / Du tust deine milde Hand auf / Und sättigst alles was da lebt / Aber du verwöhnst uns nicht / Du nimmst uns das Leben nicht ab / Du nimmst uns das Lernen nicht ab / Du wohnst im Allerheiligen / Wir haben keine Ahnung weshalb du gibst oder nimmst / Uns bleibt das Vertrauen in dich / Und die Freude am Gelingen der Liebe wenn wir sie wagen trotz aller Zweifel und Zweiflern / Wir schaffen das mit dir
Marianne Reifers, Luxor, Egypt
Kathrin Rehmat, Zürich
Georg Rieger, Nürnberg
aus: Regine Schindler "Was Kinder von Gott erwarten"
RefLit
Liederschatz 1543,11
Carolin Springer, Leer
Barmherziger Gott, / du handelst nicht mit uns nach unserer Sünde / sondern überwindest das Böse mit Gutem. / Du vergiltst uns nicht nach unserer Missetat, / sondern schenkst uns neue Anfänge. / Mach uns auch miteinander barmherzig, / nachsichtig mit Fehlern, / geduldig mit Schwerfälligen, / großherzig, einander Schuld zu vergeben.
Lehre uns, / auch mit uns selbst barmherzig zu werden, / dass wir unsere Grenzen erkennen, / und uns nicht überfordern; / dass wir loskommen / vom ständigen Grübeln über unsere Mängel. / Befreie uns dazu, / glücklich zu sein über Erfolge, / und um Hilfe zu bitten, / für unsere Schwächen. / Schenk uns Freude an unserem Leben, / auch wenn darin vieles nicht perfekt ist. / Gott, unser Vater, / umgib uns mit deiner Liebe.
Sylvia Bukowski, Wuppertal
Nichts
Ich will nichts von dir Gott
Ich bin da
Du musst nichts für mich
Ich muss nichts für dich
Wir sind da
Es tut gut einfach zu sein
Durchsichtig still
Einfach da zu sein
Ich atme
Die Luft kommt von dir
Danke
Marianne Reifers, Luxor, Egypt
Kathrin Rehmat, Zürich
Jürgen Kaiser, Berlin
Gott, unsere Hoffnung - / Wir wollen nichts schönreden. / Wir sind nicht für alles Unrecht, das um uns herum geschieht, verantwortlich, / aber es bleibt genug, was unser Gewissen bewegen muss.
Gott, unsere Hoffnung – / Wir wollen nichts schönreden. / Wir müssen nicht an die Hölle glauben, / aber wir spüren doch genau, / dass wir unsere Verantwortung / nicht zusammen mit den alten Bildern abstreifen können.
Gott, unsere Hoffnung – / Wir wollen nichts schönreden. / Wir müssen uns nicht ängstigen und wir müssen niemandem Angst machen, / aber wir dürfen den Ernst deiner Weisungen deswegen nicht missachten.
Sei uns ein gnädiger Richter, / wenn wir in Selbstvorwürfe oder in Selbstmitleid verfallen, / wenn wir selbstgerecht sind gegenüber anderen, / wenn wir hinter unseren Gaben und Möglichkeiten zurückbleiben, / wenn wir an deiner Gerechtigkeit zweifeln oder an deiner Strenge verzweifeln.
Schenke uns deinen Trost / Und hilf uns, andere zu trösten, ohne sie zu vertrösten. / AMEN
Gudrun Kuhn, Nürnberg
Selig sind die geistlich Armen! / Sie finden leichtlich dein Erbarmen: / Das Land der Himmel bleibet ihr, / Wenn die Satten und die Reichen / Und Selbstgerechten ferne weichen / Von deines Königreiches Zier. / Ach mach uns Arme reich, / Doch deiner Armut gleich. / Gieb uns, Jesu, / Den reichen Mut, / Dem irdisch Gut / Recht weh, und Armut sanfte thut.
Liederschatz 1538,3
Ewiger, treuer und langmütiger Gott, ich bin's so satt und so müde davon:/ die niederdrückenden Nachrichten aus Kriegs-, und Hungergebieten und Armutslagen, die nicht abreißen,/ die winzig kleinen Fortschritte der Politik bei den drängendsten Problemen,/ die Traurigkeit meiner ukrainischen Hausgenossinnen, für die wir keine Worte haben, allein weil die Kenntnis der Sprache des anderen fehlt.// Gott, Vater, Sohn, Trösterin, belebe mich wieder zu neuem Glauben, Hoffen und Lieben durch einen wohltuenden Gottesdienst am Sonntag, in dem mir deine Gnade leuchtet,/ durch dein Wort in vielerlei Gestalt während der Woche,/ durch deine guten Gaben in Freundschaft und Lachen, mutigem Handeln und unbekümmerter Hilfe und Nähe.// Du bist doch der Eine und Ewige, der helfen kann und will und wird!// Amen.
Stefan Maser, Kamp-Lintfort
Sylvia Bukowski, Wuppertal
Kathrin Rehmat, Zürich
Einen Krieg kann niemand gewinnen, er kann nur beendet werden. / Wer sich Krieg wünscht, wer wünscht, er möge in den Krieg ziehen dürfen, glaubt, er könne ein Held werden. Blut wird an ihm kleben, Tod wird ihn verfolgen. / Wer Instrumente und Maschinen für den Krieg ausdenkt und herstellt, stiehlt der Zukunft den Atem, noch bevor sie da ist. / Was für ein Geist herrscht in einer Wirtschaft, die immer perfidere Arten des Tötens und Verreckens austüftelt? / Wer glaubt, er könne mit einem Krieg seine Vergangenheit wieder aufleben lassen, glaubt nicht an Gott.
Gott / Wir legen dir die Kriege der Welt vor / Die Menschen gemachte Not / Das Leid / Die erlittenen Verbrechen / Die abgetrennten Glieder von versehrten Körpern / Die verletzten Nerven / Die traumatisierten Seelen / Die geschundenen Gewässer Äcker Wälder / Die sinnlos verendeten Tiere / Missbrauchte Kinder / Das vorzeitige Ende von werdendem Leben / Die alten Menschen und ihre zerbombten Tage / Das Zerstörte was einst so wertvoll schien in Kultur und Wissen / Wir legen uns selber an dein Herz wie schutzlose Vögel welche die Orientierung verloren haben / Dieses Kriegen muss ein Ende finden / Du Gott und wir Menschen müssen einen Anfang finden dem Leben zu liebe / Amen
Marianne Reifers, Luxor
Catherine McMillan, Schweiz
