Gebet
Tagesaktuelles Gebet
Presbyterian Church of Aotearea, Prayers of Thanksgiving, Homepage 10.3.20
13. November 2021
Zweifel gegen die Ohnmacht
Manchmal, Gott, zweifle ich. / An mir selbst / oder auch an Dir. / Das kenne ich. / Das kann ein sehr heilsamer Zweifel sein.
Doch es gibt auch diesen anderen Zweifel, / mir fällt kein besseres Wort dafür ein, / wenn es um meine Mitmenschen geht. / Speziell um die, / für die andere Menschen offenbar keine Mitmenschen sind, / sondern Manövriermasse, / Spielball, / Druckmittel, / Instrument, / Fallnummer, / was auch immer… / … nur kein Mensch. / Mitmensch. / Nächste oder Nächster.
Lass mich, Gott, / meinen Glauben nicht verlieren / an den Menschen in jedem Mitmenschen. / Lass mich die Hoffnung nicht verlieren, / dass Menschen sich verändern können / und mit ihnen auch ganze Ohnmachtsysteme. / Lass mich die Liebe nicht verlieren / gegen alle Zweifel.
Amen!
Simon Froben, Bayreuth
Gott, / deine Liebe, unsere Liebe – wie weit reicht sie? / Bleibt sie bis zum Ende? / Und welches Ende? / Bleib da, wenn Menschen uns verlassen, bleib bei uns bis zum Ende und noch darüber hinaus. / Amen.
Jürgen Kaiser, Berlin
Du bist die Liebe / Du liebst auch mich / So habe ich als Kind gesungen / Nun frage ich mich / Liebe ich dich wirklich? / Gehören zur Liebe nicht immer zwei? / Gott, ich will dich nicht lieben / Weil man das sollte / Ich will dir nicht danken / Weil es sich so gehört / Ich will dich lieben mit meiner Kraft als meine Antwort auf dich / Noch bin ich unsicher / Wie ich dir begegnen soll Hab Geduld mit mir.
Marianne Reifers, Luxor, Egypt
Gott, du weißt um die Unbarmherzigkeit der Sprache. Hüte unsere Zungen, damit wir nicht Menschen verletzen. Gib denen die Reden halten und Nachrichten verfassen den Mut zur Wahrheit und bewahre sie vor Überheblichkeit.
Georg Rieger, Nürnberg
Kathrin Rehmat, Zürich
Gott – du Glanz in der Finsternis / Erweck uns Herz und Mut! // Die Pandemie hat uns in unseren Gewissheiten erschüttert. / Nichts ist mehr wie früher. Trotz Vorsicht und Impfungen. / Da ist die Angst um uns selber, / die Sorge um unsere Lieben / und das Entsetzen, / wenn wir miterleben, / wie manche um ihr Leben ringen / oder der Krankheit erliegen. // Der Tod rückt uns mit den täglichen Meldungen näher. // Wir suchen Halt / und finden uns umgeben von Ratlosigkeit / oder gar von Streit und Hass.
Gott – du Licht vom Licht / Fall auf unser matt Gewissen! // Die internationalen Konferenzen haben außer großen Worten / wenig konkrete Lösungen für das Weltklima / und die globale Gerechtigkeit gebracht. // Die weltweiten Gefahren rücken uns mit den täglichen Meldungen näher. // Wir möchten selbst aktiv werden / und fühlen uns oft wie gelähmt / und von Skepsis und Gleichgültigkeit bedroht.
Gott – bitte begleite uns bei unseren ängstlichen Schritten./ Wir brauchen Halt und Zuversicht, / Fantasie und Mut / und Vertrauen in dich, was auch kommen mag. AMEN
Gudrun Kuhn, Nürnberg
Barrie Shepherd, Presbyterian Church of Aotearea New Zealand
Barmherziger Gott, / nach 40 Jahren erschien in dieser Woche wieder ein Album von ABBA. / Was ist nicht alles passiert, / nachdem der Ton der letzten Platte verklungen war? / Die Sowjets marschierten in Afghanistan ein. / Die Gewerkschaft Solidarność wurde gegründet, / ebenso die Partei der Grünen. / AIDS wurde als Pandemie erkannt. / In Ätiopien hungerten 8 Mio. Menschen. / Der Atomreaktor in Tschernobyl ging in die Luft. / Vom Chemiekonzern Sandoz gelangten Giftstoffe in den Rhein. / Auf dem Platz des himmlischen Friedens fuhren Panzer auf. / In Berlin fiel die Mauer. //
Und jetzt wummern wieder die 70er-Jahre-Dance-Beats, / mal folkig, mal rockig. / Dazu Abbatare auf der Bühne, / als wäre in diesen 40 Jahren nichts passiert. //
Wir wünschten in der Tat, manche Dinge wären nicht passiert, / manche Signale früher erkannt, / manche Entwicklungen eher gestoppt / - damals wie heute. //
MIt ABBA summen wir jetzt "For I know I hear a bittersweet song / In the memories we share" und vielleicht auch "I still have faith in you" / Amen.
Achim Detmers, Hannover
Gudrun Kuhn, Nürnberg
Herr unser Gott! Wir treten noch einmal vor dich mit der herzlichen Bitte, / dich unser anzunehmen, uns also keine Ruhe zu gönnen, bis wir es annehmen, / in dir zur Ruhe zu kommen – gegen uns und für uns zu streiten, / bis dein Friede in unserem Herzen, in unseren Gedanken und Worten, in unserem Sein und Verkehr untereinander zur Geltung / und zu seinem Rechte kommt. Ohne dich können wir gar nichts, / mit dir und in deinem Dienst werden wir alles können. / Amen.
Karl Barth (1886-1968)
Gott, ich bin erst seit fünf Wochen in der Schule. Zuerst hatte ich Angst. Doch jetzt geht es. Danke. Oliver, Köln
aus: Regine Schindler "Was Kinder von Gott erwarten"
Tiere
Du hast die Tiere werden lassen
Sie haben ihren Raum besetzt
Wasser Erde Luft
Wir leben mit den Tieren
Von den Tieren
Und sind doch selber Tiere
Auch wir besetzen den Raum
Alle Räume
Und lassen für die anderen Tiere
Kaum Platz
Wir nehmen alles
Wir geben wenig
Das wollen wir ändern
Wir nehmen uns zurück
Amen
Marianne Reifers, Luxor, Egypt
Lieber Gott, wer merkt schon, wie es den anderen wirklich geht? Dass da Menschen auf der Straße sitzen und nichts zu essen haben und nicht wissen, wohin.
Wer merkt schon, wie es den anderen wirklich geht? Dass da Menschen keine Arbeit finden und keinen Sinn im Leben und keine Freude.
Wer merkt schon, wie es den anderen wirklich geht? Dass da Menschen versuchen, ihre Probleme und Schmerzen in Alkohol zu ersäufen oder mit Drogen zu betäuben.
Wer merkt schon, wie es den anderen wirklich geht? Dass da Menschen ihre Heimat verlassen, um ohne Furcht leben zu können, um sich eine Existenz aufzubauen.
Wer merkt schon, wie es den anderen wirklich geht? Dass da Menschen leben in deiner Welt, die sich noch nie satt gegessen haben, die keinen Frieden kennen.
Wer merkt schon, wie es mir wirklich geht? Dass ich ein Mensch bin, der auch Hilfe braucht, viel Liebe und Worte, die mich aufbauen. Du merkst schon, wie es mir wirklich geht, treuer Gott. Du siehst den Menschen ins Herz und spürst, was in ihrer Seele vorgeht.
Du merkst, wie es uns allen wirklich geht.
RefLit
O God, for your love for us, warm and brooding, which has brought us to birth and opened our eyes to the wonder and beauty of creation, / We give you thanks. // For your love for us, wild and freeing, which has awakened us to the energy of creation: to the sap that flows, the blood that pulses, the heart that sings. / We give you thanks. // For your love for us, compassionate and patient, which has carried us through our pain, wept beside us in our sin, and waited with us in our confusion. / We give you thanks. // For your love for us, strong and challenging, which has called us to risk for you, asked for the best in us, and shown us how to serve. / We give you thanks. // O God we come to celebrate that your Holy Spirit is present deep within us, and at the heart of all life. / Forgive us when we forget your gift of love made known to us in Jesus, and draw us into your presence. / Amen.
Kathy Galloway, Iona Abbey Worship Book, Evening Liturgy
30. Oktober 2021
Gott, so bunt wie die Blätter an den Bäumen sind derzeit meine Gefühle. / Ich mache mir Sorgen um die Menschen, die kein Dach über dem Kopf haben, die auf der Straße leben, die auf der Flucht sind. / Gott, fang du meine Sorgen auf und versorge mich mit Kraft, um zu helfen, zu handeln, zu gestalten.
Ich bin dankbar für all das, was nun abfällt von mir, von uns. / Ich bin dankbar für die Gemeinschaft, die Begegnungen, die Impfungen. / Gott, sieh, wie mein Dank zu dir empor wirbelt. Halte meinen Dank oben, halte mich oben, lass mich tanzen und dich und das Leben feiern.
Manches wird zugedeckt und ist doch da. / Ich bin verärgert und traurig, dass Sexismus, Diskriminierung, Antisemitismus, Hass einfach nicht enden. Und es tut Not, dass wir das nicht verschweigen, nicht übersehen. / Gott, fege du kräftig herum, decke Unrecht auf und schaffe Platz für deine Liebe.
Amen.
Carolin Springer
Jesus, Brot des Lebens, teile dich aus! / Zuerst denen, die hungern als Brot, als Reis, als Hirse, als Milch, und denen, die Durst haben als Wasser. / Dann denen, die nach Gerechtigkeit hungern, und denen, die nach Frieden dürsten. / Teile dich den hungernden Seelen aus als Liebe, den Verzagten als Hoffnung, den Entmutigten als Glaube. / Jesus, Brot des Lebens, sei du in den Kranken, in den Arbeitslosen, in den Einsamen, in den Ängstlichen, in den Traurigen, in den Sterbenden, teile dich ihnen aus und nähre sie mit Glauben. / Jesus, wir fordern keine Wunder von dir, aber wisse: Wir haben auch nichts dagegen. Es liegt ja so vieles an uns und nicht an dir. Aber hilf, dass uns das Wunder gelingt, Gerechtigkeit in der Welt zu säen, damit Friede wächst. / Die Lebenshungrigen sättige, die Lebensmüden mache fröhlich. Gib uns unser tägliches Brot und sei auch unser tägliches Brot, in Wort und Wahrheit und im kleinen Wunder auf unserm Weg. Amen.
Jürgen Kaiser, Berlin
Gott des Himmels und der Erde, / komm zu uns. Öffne den Himmel, komm herab, wie damals als Jakob die Himmelsleiter im Traum sah. / Lass uns ein Stückchen deiner Herrlichkeit sehen, einen Hauch deines Segens spüren, eine Melodie der Loblieder deiner Engel hören. Lass uns erkennen wie wir von dir erkannt werden. / Sei und bleibe bei uns und verlass uns nicht. / Amen
Meike Waechter, Berlin
Ausser dir
Ist keine Macht
Zu der ich beten wollte
Ausser dir ist keine Ohnmacht
Zu der ich Vertrauen hätte
Ob mächtig oder ohnmächtig
Du bist mein Gott
Ich bin dein Mensch
Wie gut
Marianne Reifers, Luxor, Egypt
Georg Rieger, Nürnberg
Gott, du Versöhner und Friedensstifter, / Menschen können so gemein, so rücksichtslos, / so böse sein! / Das macht uns wütend, / und erfüllt uns manchmal / mit Rachegelüsten / und brutalen Fantasien. / Wir lassen uns leicht / vom Bösen anstecken, / und drehen mit an der Spirale / der Gehässigkeiten.
Gott, das soll nicht so bleiben! / Leite uns an, / im Geist deiner Liebe / aus üblen Mustern auszuscheren / und im Denken und Handeln / Böses mit Gutem zu überwinden.
Sylvia Bukowski, Wuppertal
Reinhold Niebuhr, Serenity Prayer 1934.
23. Oktober 2021
Eine Woche Ferien mit dem Kind, herbstlich, sonnig, ländlich. Merkwürdig, wie weit alles weg ist, was mich sonst fordert, beschäftigt, bewegt - nah oder fern./ Aber: "Es ist dir gesagt, Mensch, was gut ist und was der Herr von dir fordert, nämlich Gottes Wort halten und Liebe üben und demütig sein vor deinem Gott."/ So bitte ich dich, meinen treuen Gott, dass ich mich neu an dein Wort und die Satzungen deines Bundes halte, die doch lauter Liebe sind, und dienst-mutig weitergehe, weil du, mein Gott schon lange für mich da bist und mit mir gehst. Amen.// (mit dem Wochenspruch aus Micha 6, 8)
Stefan Maser, Kamp-Lintfort
Gott, / du hörst, wenn ich zu dir bete, du hältst dir die Ohren nicht zu, wenn ich dir sage, was ich von dir haben will. / Ich bitte dich für alle, die betrübt sind: Heitere du sie auf und schick Menschen zu ihnen, die sie aufheitern.
Ich bitte dich für die, die betrübt sind bis an den Tod, für alle, die nicht mehr leben wollen, / führ sie entweder zurück ins Leben, gib ihnen Perspektiven, neue Freunde, einen Halt, oder nimm sie zu dir, / wenn ihr Leben zu Ende ist.
Ich bitte dich für alle, die betrübte Menschen begleiten, für Psychologinnen und Seelsorgerinnen, für Ärzte und Hospizhelferinnen, für Kinder am Sterbebett ihrer Eltern oder Geschwister: Hilf ihnen dazubleiben und zu wachen.
Uns allen nimm die Angst vor dem Tod und vor dem Sterben. / Erinnere uns daran, dass wir dir leben und dir sterben, dass wir dir gehören und dass du bewahren wirst, was dir gehört. /Gott, du hörst, wenn ich zu dir bete, du hältst dir die Ohren nicht zu, wenn ich dir sage, was ich von dir haben will. / Doch nicht wie ich will, sondern dein Wille geschehe. Amen.
Jürgen Kaiser, Berlin
Opfern
Die Pharaonen haben ihren Göttern geopfert / Um sie für sich einzunehmen / Sich ihres Wohlwollens zu versichern / Machen wir das auch? / Wir schmeicheln dir / Nennen dich gut gütig lieb gross grösser / Barmherzig allwissend verzeihend / Um dich für uns einzunehmen?
Du bist vielleicht zornig, enttäuscht, müde, erschöpft, am Ende mit Schöpfen / Davon wollen wir nichts wissen / Es macht uns Angst / Wir lassen nur das zu, was uns frommt
Gott / Ich schlage einen Deal vor / Wir nennen dich Gott / Und du bleibst der du bist wie du bist / Dir vertrauen wir / Wir sind ja auch die wir sind und so wie wir sind / Deine unmöglich geliebten Geschöpfe
Marianne Reifers, Luxor
