Gebet
Tagesaktuelles Gebet
Meike Waechter, Berlin
Almighty God, / your ascended Son has sent us into the world / to preach the good news of your kingdom: / inspire us with your Spirit / and fill our hearts with the fire of your love, / that all who hear your Word / may be drawn to you, / through Jesus Christ our Lord. / Amen.
Church of England, Prayer 2005, Prayer after Ascension until Pentecost
28. August 2021
Kabul / Unser Leben steht auf dem Spiel. / Es ist brutal. / Vielleicht erreichen wir den Flughafen und einen Platz im Flugzeug / Vielleicht kommen wir um oder ein paar von uns / Das geht nicht auf / Das ist nicht fair / Der herzkranke Vater ist am Ende / Und die Mutter kann nicht alle und alles schleppen / Warum gelingt es den einen und andere werden auseinander gerissen / Warum fliegen die einen in sicherer Obhut / Und die andern verzweifeln ohne Hilfe am Boden / Unsere Heimat ist uns feind geworden / Wir wissen nicht mehr an wen wir uns wenden könnten / Gott hört uns nicht / So bitter allein sind wir / Amen.
Marianne Reifers, Luxor Egypt
Allgütiger Gott,
manchmal ist es zum Verzweifeln.
Da wird uns alles zu viel.
Wir machen uns Sorgen um uns selbst
um unsere Lieben,
um die Zukunft unserer Welt
Wir beten und rufen zu Dir.
Wie oft haben wir das getan?
Und Du hüllst Dich in Schweigen.
Beten wir falsch?
Beten wir das Falsche?
Sind wir die Falschen, die zu Dir rufen?
Doch woher nähmen wir das Recht,
mit Dir ins Gericht zu gehen?
Aber ist es doch die Hoffnung,
die Du in unser Herz gegeben hast,
die uns zu Dir rufen lässt!
Es ist doch Dein Wort,
dass uns mehr verheißt
als wir heute sehen!
Wir trauen Deinem Wort mehr
als unserer Erfahrung,
wenn wir zu Dir kommen
und beharrlich bitten,
dass Du erscheinst,
dass Du hilfst,
dass Du unsere Hoffnung ansiehst
und aus dem Funken,
der uns manchmal nur noch bleibt,
ein neues Feuer schlägst.
Zu Deiner Ehre soll das geschehen
und zu unserem Heil.
Amen.
Jochen Denker, Ronsdorf
Der Zauber des Anfangs ist im Buch von Dir und den menschlichen Geschichten mit Dir so beschrieben, dass ich vertraue, auch heute vielleicht einfach wieder neu anfangen zu können. Mit Dir, mit Deiner Hilfe, dank Dir, weil Du mich leben wollen lässt, zart wie ein Blümchen, das durch Asphalt hindurch aufbricht.
Kathrin Rehmat, Zürich
Wegsehen
Absehen
Übersehen
Bedürfnisse nicht stillen
Hungrig und durstig bleiben
Aufsehen
Sehen
Frei atmen
Sieh du hin
Sieh du nicht weg
Nimm uns wahr
Wir bedürfen deiner
Deiner Zuwendung
Um uns selber zu werden
Amen
Marianne Reifers, Luxor Egypt
HERR, mein Fels und mein Erlöser. Dir wirklich zu vertrauen, gelingt uns selten. Wir hetzen durch unsere Stunden und Tage und wundern uns, dass uns die Zeit davonrennt. Wenigstens einmal am Tag wollen wir zur Ruhe kommen bei Dir. Öffne uns die Augen für das, was wirklich wichtig ist. Lehre uns deine Stimme von all den anderen zu unterscheiden. Sprich uns so an, dass wir dich verstehen. In deiner Kraft, von deinem Geist begleitet gehen wir in diesen Tag. Bring du selbst zum Blühen, was wir mit Sorgfalt säen. Damit Frucht wächst, die Dir zur Ehre gereicht. Amen.
Gerhard von der Heyden, Ronsdorf
Gudrun Kuhn, Nürnberg
May we be innkeepers ready to find a place for our Lord, / May we be wise enough to follow a star. / May we be shepherds open to the possibility of miracles. / O Lord, may we find a kneeling place in the stable! // O come, O come, Emmanuel! / Enter here, / Enter now, / Find in us the angel’s alleluia! / Amen.
Ann Weems, Gifts 1980
21. August 2021
In dieser Woche, Gott,
klage ich Dir Leid.
Die Bilder und Berichte aus Afghanistan
durchstoßen den Panzer meiner Selbstgewissheit.
Ich kann die Verzweiflung der Menschen nicht abschütteln.
Männer, die ihr Leben an einem Flugzeug festklammern
Frauen und Kinder auf der hoffnungslosen Suche nach Schutz.
Ich kann mich ihrer Angst nicht verschließen.
Die Gefängnisse stehen offen,
die Bevölkerung ist eingesperrt.
Alle sind der Willkür des religiösen Fanatismus ausgeliefert.
Ich kann mich meiner Scham nicht erwehren.
Die Preisgabe der Schutzbedürftigen vor Ort
und die Abschiebungen der nach Europa Geflüchteten – bis zuletzt! -
offenbaren ein barbarisches System politischen Kalküls,
dem Hilfesuchende Fremde bleiben.
In dieser Woche, Gott,
klage ich Dir Leid.
Ich frage Dich nicht „Warum?“
Diese Frage bleibt uns Menschen
und unserer Selbstgewissheit.
Amen!
Simon Froben, Bayreuth
bei dir finden wir Hilfe.
Du hältst uns fest,
damit wir nicht ins Bodenlose fallen.
Du wachst darüber,
dass unsere Hoffnung nicht verdorrt.
Doch wie oft vergessen wir dich:
meinen, wir müssten uns immer nur selber helfen,
oder lassen uns Auswege einreden,
die weiter in die Irre führen.
Das geschieht, weil wir Angst haben.
Es fällt uns schwer,
den neuen Wegen zu trauen,
auf die du uns rufst.
Darum bitten wir dich:
Stärke unser Vertrauen zu dir
und hilf uns, deinem guten Wort zu folgen.
Herr, erbarme dich über uns. Amen.
RefLit
Gebet zu 1. Könige 19
Gott – du bist lebendig und machst lebendig. / Lass uns deine Nähe spüren. / Wir suchen dich in Sturm und Feuer und Erdbeben. / So sehr wünschen wir uns, dass du kommst und dreinschlägst, / dass du Ungerechtigkeit und Menschenhass und tödlichen Streit beseitigst. / Wir erzählen von dir als Bezwinger des Chaos. / So sehr wünschen wir uns, dass du kommst und aufräumst, / dass du Dürre und Flut und Pandemien beendest / Wir feiern dich in unseren alten Liedern als König. / So sehr wünschen wir uns, dass du kommst und alles neu machst. / Aber du kommst nicht, wie wir es uns wünschen. / Lass uns deine Nähe im Säuseln des Windhauchs nicht überhören. / Lass uns als friedfertige Prophetinnen und Propheten wirken / An dem Ort, an den du uns hinstellst. / Bewahre uns vor Resignation und Verbitterung. / Gib uns gute Ideen und mutige Antriebe. / Hilf uns es zu ertragen, wenn unser Alltag mühselig und unser Einfluss schwach wird. / Sei und bleibe unser Trost im Leben und im Sterben. / AMEN
Gudrun Kuhn, Nürnberg
Du, mein Freund Gott. Ich danke dir für alle Menschen und Tiere dieser Welt. Mache sie glücklich. Bitte schenke ihnen eine gute Ernte. Ich bitte dich um Regen und Sonne. Mache, daß es allen Tieren und Menschen gut geht. Amen.
Simone, Simmersdorf
aus "Was Kinder von Gott erwarten", Autorin Regine Schindler, Verlag Kaufmann
Jürgen Kaiser, Berlin
Allwissender Gott,
du lässt dich nicht täuschen
von den schönen Fassaden,
die wir voreinander aufrichten:
Nach außen geben wir uns gern bescheiden,
aber insgeheim sehen wir auf viele herab,
dünken uns moralisch besser,
glauben zu wissen,
was andere tun oder lassen sollten.
Vielleicht merken wir selbst gar nicht,
wie überheblich wir manchmal sind!
Aber du, Gott,
entlarvst auch den verborgenen Hochmut.
Du widerstehst jeder Scheinheiligkeit.
Wir bitten dich:
Reinige uns gnädig
von eitler Selbsttäuschung
und gib uns den Mut
zu echter Demut
und zu einem gesundem Stolz.
Sylvia Bukowski, Wuppertal
This is your day, God. / I will use it to honor you. / I will stand here and inhale your air. / I will feel the sunlight on my face. / I will sing your songs. / I will praise your name. / I will remember you in all things, God. / When the sun goes down today, I will remember you. / I will thank you for the gift of living another week. / Thank you for my family and my friends. / Thank you for your patience. / Thank you for the faith you put in me even when I let you down. / Thank you for your kindness. / Thank you for your peace that’s beyond my understanding. / Thank you for your self-control. / Thank you for the joy you’ve given me. / Thank you for your love, God. / I am your servant. / Amen.
Presbyterian Church, Fredericksburg VA, Homepage 10.3.20
Barmherziger Gott, / nach 1 ½ Jahren Corona-Krise sind wir der Nachrichten müde. / Und ein Ende ist weiter nicht in Sicht; / der Sommer schafft kurz Zeit zum Atemholen. / Wie wird unsere Welt nach dem Sommer sein? / Vierte Welle, dritte Impfung, weitere Erschöpfungen? / Lauter Fragezeichen versperren uns den Blick nach vorne. / Und wie mag es erst in anderen Ländern sein? //
Treuer Gott, / Du siehst sehr vieles, was wir nicht sehen. / Du weißt vieles, was wir nicht wissen. / Du denkst viele Dinge, an die wir noch nie gedacht haben. / Das zu beten, tröstet und erschüttert uns. / Wie klein ist doch unsere Welt, um die wir uns kümmern, / und wie groß die Welt, die Deinen Beistand braucht. //
Gnädiger Gott, / bleibt mit Deiner Sorge bei denen, / die in eine leere Zukunft blicken, / die nicht wissen, wohin mit ihren Fragen, / die nach Zeichen der Hoffnung suchen. / Denn Du allein bist die Hoffnung für unsere aus den Fugen geratene Welt. // Amen.
Achim Detmers, Hannover
Karl Barth (1886-1968)
Jürgen Kaiser, Berlin
Wunschgott
Ich wünsche dich erhaben
Ich wünsche dich lieb
Ich wünsche dich mächtig, das Unrecht rächend
Ich wünsche dich verzeihend, befreiend
Ich wünsche, dass du bist, da bist, hilfst
Wer bist du wirklich
Gott
Wie bist du wirklich
Bist du wirklich
Wie wirkst du
Wem soll ich glauben
Dem der dich wünscht
Oder der, die dich glaubt
Und wenn Gott nicht wirklich ist
Sondern im Wunsch aufsteht
Kann Gott nicht gleichwohl wirken
Wenn ich ihn glaube
Gott, ich glaube
Dass du mich nie verlässt
Und bis nach dem Tod bei mir bleibst
Dass du nach dem Untergang wieder aufgehst.
Amen
Marianne Reifers, Luxor Egypt
Gudrun Kuhn, Nürnberg
RefLit
Oh revealing God, / as we stand transfixed in an unexpected place, / crumpled and surprised to find ourselves here, / invited, yet uncertain on the threshold, / help us to recognise our gorgeous Lord Jesus. / Drawn in, may we kneel in wonder. / May we go away changed. / May we draw others to the stable too. / Amen.
Diocese of Canterbury, Novena 2018, May 17, Lk 2,8.13-18.20
7. August 2021
Gott, das Wetter macht uns zu schaffen. / Zu lange haben wir es uns schön geredet. / War es doch auch eher gemäßigt bei uns. / Aber gemäßigt ist es schon längst nicht mehr. Das Maß ist voll. / / Wir machen dem Wetter zu schaffen. / Und in der letzten Zeit wird es nun auch für uns schmerzlich spürbar. / Zu große Regenmassen rissen unsere sicheren Fundamente ein, verschlangen Häuser, Menschen, Tiere. / Und nicht weit von uns, da brennt derzeit die Erde; unerträgliche Hitze raubt Kräfte und Leben. / / Wir fühlen die Not, werden berührt von den Schicksalen der Menschen und spüren schwer den Druck der Erkenntnis: Das Maß ist voll! Schon längst. / / Gott, hilf. / Mache uns wetterfühlig, wandlungsfähig, weitsichtig und zum Handeln bereit. / Jetzt, bitte. / Amen.
Carolin Springer, Berlin
Barmherziger Gott, dein Wort ist meines Fußes Leuchte und ein Licht auf meinem Weg. Dafür danke ich Dir. Wenn Du dich bitten lässt: Gib mir eine Ahnung davon, wohin dieser Weg mich führen soll. Es ist schön, wenn man ein Ziel vor Augen hat. Das Land in dem Milch und Honig fließen hast Du deinem Volk als Ziel für die weite und beschwerliche Reise versprochen. Ich bin auf dem Weg, im Vertrauen darauf, dass es dein Weg für mich ist. Das Alte zerrt noch an mir, Du wirst mir Kraft geben und deinen Geist, der mir die Augen öffnet und Vertrauen einflößt immer mit deinen Möglichkeiten zu rechnen, die mein Vermögen weit übersteigen. Amen.
Gerhard von der Heyden, Ronsdorf
