Gebet
Tagesaktuelles Gebet
Sei nun wieder zufrieden, meine Seele. Gütiger Gott, manchmal muss ich meiner Seele gut zureden und sie beruhigen. Denn manchmal kann ich es nicht ertragen, dass du mir so fern und weit weg erscheinst. Manchmal kann ich es nicht ertragen, dass wir dich, dass wir Jesus Christus oder den heiligen Geist nicht sehen können. All das Gute, das du getan hast, wird von dem Bösen, den Ängsten, den vielen Schrecken dieser Welt überlagert. / Gott, wie können wir wieder zu dir finden? Wie können wir uns beruhigen? Wie können wir dich wahrnehmen? / Gütiger Gott, komm zu uns mit deinem Segen. Amen
Meike Waechter, Berlin
Marianne Reifers, Luxor Egypt
Georg Rieger, Nürnberg
Gudrun Kuhn, Nürnberg
RefLit
The great Bishop of our souls, Jesus our Lord, so strengthen and assist your troubled hearts with the mighty comfort of the Holy Spirit, that neither earthly tyrants, nor worldly torments, may have power to drive you from the hope and expectation of that kingdom, which for the elect was prepared from the beginning, by our heavenly Father, to whom be all praise and honour, now and ever.
John Knox, in: Biblia Work, Netz am 12.3.20
18. September 2021
Müde bin ich geh zur Ruh / Schließe beide Äuglein zu. / Ach Gott, diese Worte, die ich schon so oft am Abend sang und sprach, / diese Worte sind heute mein Bußgebet. / Gott, ich bin schwach, bin müde von schlechten Nachrichten und / bewegenden Bildern, fühle mich überfordert von dem, was ich tun muss, / ändern kann, helfen soll.... / Will meine Ruh, meine Augen schließen und in meinen weichen Kissen in / eine pastellige Traumwelt versinken. / Gott, hör mein Bußgebet: Ich bin müde und schließe meine Augen. / Du Gott bist wach, du hältst aus. / Stärke mich, rüttle mich wach, öffne mir mein Herz, dass ich sehe, / was du siehst, dass ich mitleide, bete, mahne, helfe, gebe, aushalte. / Und hoffe. Auf Frieden in den Herzen, Frieden in der Welt. AMEN.
Carolin Springer, Berlin
Gott, / wir beten zu dir und du hörst, was wir beten und bitten. Und dann hörst du auch, dass unser Beten manchmal nur ein Stammeln oder Jammern, ein Seufzen oder Zagen ist. Lege unsere Worte bitte nicht auf die Goldwaage. Verwirf nicht unsere Gebete, wenn sie schlecht sind. Sie kommen doch von Herzen. Hilf uns beten, bring uns bei, mit dir zu reden, ehrlich und offen, wie mit einem Freund. Amen.
Jürgen Kaiser, Berlin
Gott, woher wir kommen
und wohin wir gehen,
beides ist ein Stück des Wegs,
den du bereitet hast für uns.
Wir danken dir
und bitten dich,
gib Demut dafür, was wir müssen,
und Frohmut dafür, was wir dürfen,
und stärke uns mit deinem Geist
durch Jesus Christus. Amen.
Walter Wickihalder, Winterthur, Schweiz
Vater unser, ich möchte alle meine Freundinnen behalten. Im 6. oder 5. Schuljahr müssen wir umziehen, weil wir unser Haus nur gemietet haben. Ich möchte so gern meine Freundinnen behalten. Jetzt möchte ich mich für die Tage bedanken. Janika, Nordhorn (3. Kl.)
aus "Was Kinder von Gott erwarten", Autorin Regine Schindler, Verlag Kaufmann
RefLit
Der du am Kreuz erstickt bist
Jesus Judenkönig
Du warst im Ringen um dein Leben allein
Für dich gab es keinen Retter
Gott Hoffnung hatte sich aufgelöst
Dann floss Wasser und Blut aus deiner Seite
Du warst tot
Niemand wagte mehr zu hoffen
Auch die Frauen nicht
Gott Hoffnung lag mit dir im Grab versenkt
Der Ruf: Da ist sie, auferstanden!
Kam unverhofft aus Frauenmund
War so neu wie ein neues Universum
Hat alle durchgeschüttelt
Auf die Beine gestellt
Da stehen wir
Mit offenem Mund
Jesus Lebenskraft
Ein Leben mit Hoffnung
Kabul
Denken wir es an
Marianne Reifers, Luxor Egypt
Grey waters, vast as an area of prayer / that one enters. Daily over a period of years / I have let my eye rest on them. / Was I waiting for something? Nothing / but that continuous waving that is without meaning / occurred. Ah, but a rare bird is / rare. It is when one is not looking / at times one is not there that it comes. / You must wear your eyes out / as others their knees. I became the hermit / of the rocks, habited with the wind / and the mist. There were days, / so beautiful the emptiness / it might have filled, its absence / was as its presence; not to be told / any more, so single my mind / after its long fast, my watching from praying.
R. S. Thomas, Sea Watching 1975
11. September 2021
Hauptversammlung des Reformierten Bundes, das ist sonst: woanders sein, mit anderen als sonst zusammen sein, anderes hören und tun. Diesmal kommt es mitten hinein in Wohnung, Arbeitswoche und Familien zwischen Emden und Israel. / Aber im Gottesdienst läuft ein Band durch alle Bildschirmbildchen, auch durch meins. / Treuer Gott, schenk uns immer wieder die Verbundenheit der Menschen, der Gemeinden, der Solidarität, der Ziele und der Zusagen, die du uns gegeben hast - und die Chancen zum Teilen. / Amen.
Stefan Maser, Hoerstgen
Catherine McMillan, Dübendorf, Schweiz
Jürgen Kaiser, Berlin
Vater im Himmel / um deines Sohnes, dem Christus Jesus, willen auch für uns – Vater und Mutter im Himmel / und anwesend hier und jetzt in deinem Geist
Mit irgendwas zwischen erschrecken und entsetzen hören und sehen wir die Nachrichten / über brennende Wälder und Dörfer, selbst in Sibirien fressen sich die Brände durchs Land. / Kurz vorher, diesmal ganz in unserer Nähe: / Regenmengen, die den Tod bringen. / Wir bitten dich für die Menschen, die mit den Folgen weiterleben müssen. / Aber woher sollen Kraft und Hoffnung kommen? / Wie soll das gehen: aus dem Tod ins Leben?
Nichts war und ist uns mehr heilig, / die Quellen nicht, die Bäume nicht, die Berge nicht und die Menschen auch nicht. / Deine ganze Schöpfung ist entheiligt und heilloser Raubgier vorgeworfen zum Fraß.
Jetzt klagen wir über Feuerstürme und Wasserfluten, / in denen Menschen ersticken und ertrinken / und die alles mitnehmen und vernichten, was das Leben bisher ausmachte und grundierte.
Was muss noch geschehen, bis wir vor deinem Zorn in die Knie gehen? / Was muss noch geschehen, damit uns Augen und Ohren aufgehen / und wir erkennen wozu du uns geschaffen hast: / „das zu tun, was gut und richtig ist“?
(Epheser 2,10, angeregt durch ein Gedicht von Kurt Marti)
Gerhard von der Heyden, Ronsdorf
Ach Gott –
wie schwer ist es doch
unser Denken und Handeln
im Sinne des Kreuzes auszurichten
wo müssen wir uns von Vorurteilen und Vorbehalten lösen
und Verständnis für Andersdenkende zeigen?
wo müssen wir klar und mutig gegen
falsches Reden und Tun aufstehen?
Sei du mit uns.
Wie schwer ist es doch
unseren Glauben
im Sinne des Kreuzes zu leben
wie finden wir das Vertrauen,
dass deine Kraft in der Schwachheit mächtig ist?
wir wünschen uns doch so sehr,
dass das Leid auf der Welt ein Ende findet.
Sei du mit uns
Ach Gott –
Mach uns fähig zu helfen
und uns helfen zu lassen.
Führe uns dahin, wo wir gebraucht werden
Und mach, dass wir zu gebrauchen sind.
Tröste uns,
damit wir andere trösten können.
Und wenn uns am allerbängsten
Wird um das Herze sein,
So reiß uns aus den Ängsten
Kraft deiner Angst und Pein.
AMEN
Gudrun Kuhn, Nürnberg
Marianne Reifers, Luxor Egypt
Let us, with a gladsome mind, / Praise the Lord, for he is kind: // For his mercies aye endure, / Ever faithful, ever sure. // Let us blaze his name abroad, / For of gods he is the God: // He, with all-commanding might, / Filled the new-made world with light: // All things living he doth feed, / His full hand supplies their need: // He his chosen race did bless / In the wasteful wilderness: // Let us then with gladsome mind / Praise the Lord, for he is kind.
John Milton, All Praise to God 1623
4. September 2021
Gott, Vater, Sohn, Heiliger Geist, / Du bist der Wirkliche. / Wir aber werkeln nur. / Darum wissen wir nicht, was gilt. / Uns umspült veröffentlichte Meinung, die wahr zu sein beansprucht / und die doch nur kurzatmig aktuell ist. / Die Not von gestern – heute schon vergessen. / Das Leben in den Hochwassergebieten, die Menschen in Afghanistan, / das Elend im Sudan, im Jemen, in Syrien – verschwunden im Nachrichtenbrei, in dem die Currywurst bei VW, die Demos der Impfverweigerer, / die Rede von Joe Biden und der Einstand von Hansi Flick als / Bundestrainer gleichberechtigt miteinander verrührt sind. / Uns entgleiten die Maßstäbe. / Gewählt wird, wer sich gut darstellt und wer das Glück hat, nicht niederge- / schrieben zu werden. / Wehe dem, der nicht Liebling der Medien ist. / Was gilt? Und wem können wir trauen? / Wir können Dir trauen. Und dafür danken wir Dir. / Darum befehlen wir Dir an: Die schon wieder Vergessenen. Die Übersehenen. / Die, die nicht Schlagzeilen machen. / Sei Du bei ihnen. Und segne alle, die ihnen zu helfen verstehen. / Und wir befehlen Dir unser Land an. Das Land der Dichter und Denker träumt gern. / Gib uns Menschen mit Wirklichkeitssinn. / Amen.
Klaus Bröhenhorst, Hildesheim
Die Wut
Sie überflutete mich wieder
Ich will das nicht
Sie riss mich mit
Und ich schlug das Kind
Heftig
Aus kleinem Anlass
Ich erschrak über mich selber
Bin ich das
Besessen von Wut
Bereit zur Gewalt
Gott ich schäme mich
Und ich hasse die Hand
Die zugeschlagen hat
Meine Hand
Kann ich mir verzeihen
Darf ich mir verzeihen
Sag du ein Wort
Mach meine Seele gesund.
Amen
Marianne Reifers, Luxor Egypt
Jesus, dein Weg ist nicht einzuholen. Meine Nachfolge wie ein Mosaiksteinchen. Ziemlich fehlbar. Ohne die anderen Steinchen des Gesamtbildes kaum sichtbar. Als Teil wird es tragend. Dein Leib – an den ich mich beim teilen erinnere. Und der mich erinnert, an das Ganze Leben, das geheimnisvolle, uneinholbare – das du verschenkst in Fülle.
Kathrin Rehmat, Zürich
Gudrun Kuhn, Nürnberg
Barmherziger Gott,
wir vergleichen uns oft mit anderen
und haben Angst,
selbst zu kurz zu kommen.
Wir brauchen immer mehr von allem,
und kennen kaum noch ein Genug.
Nur selten gelingt es uns,
unseren Geiz zu überwinden,
und spontan großzügig zu sein.
Barmherziger Gott,
du sparst nicht mit Erbarmen.
Befrei uns mit Liebe
aus der ständigen Sorge
um uns selbst.
Fülle unsere ängstliche Seele
reichlich mit Vertrauen zu dir,
und öffne uns Herz und Hand
für die, die uns brauchen.
Sylvia Bukowski, Wuppertal
