Gebet
Tagesaktuelles Gebet
Lieber Gott, ich danke dir für die lieben Eltern, für die Rinder und Kühe auf dem Feld, für die schönen Blumen. Für Essen und Trinken danke ich schon lange. Alexander, Erbach (3. Kl.)
aus "Was Kinder von Gott erwarten", Autorin Regine Schindler, Verlag Kaufmann
Ach Gott – / / Hör unser Schweigen. / Wir wissen nichts zu sagen angesichts der schrecklichen Bilder von den Unwetterkatastrophen / Wir wissen nichts zu sagen zu den vielen Fragen. / Wie ungleich sind Glück und Unglück verteilt / Wir wissen nicht, was wir beten können. / Hör unser Schweigen. / / Ach Gott – / Hör unser Schweigen. / Wir sind zerrissen zwischen Selbstanklagen und Vorwürfen. / Wir fürchten, dass die Anstrengungen, den Klimawandel noch aufzuhalten oder auszugleichen, viel zu spät kommen. / Wir haben Angst. / Wir wissen nicht, was wir beten sollen. / Hör unser Schweigen. / / Ach Gott – / / Hörst du unser Schweigen?
Gudrun Kuhn, Nürnberg
Du / im Duft der weissen Rosen im Topf auf meinem Balkon lobsinge ich dir. / Im Duft des Rosmarinstrauches gedenke ich der Myrrhe im Evangelium. / Im Duft der weiten Welt rauchen die Kamine und vergessen Deine Schöpfung. / Lass bitte den grausamen Wettbewerb unter Menschen für immer vergehen. / Lehre uns das Spiel und die Barmherzigkeit von Grund auf neu.
Kathrin Rehmat, Zürich
Gott,
zu dir kann ich kommen
wo immer ich bin
du hast ein Ohr für mich
Zeit für mich
ein Herz für mich
Gott, ich bin verzweifelt
Ich liege hier in einer Halle
Eingerichtet für Leute wie mich
Sie geben mir Decken
Sie bringen Wasser
Sie versorgen mich. Doch:
Ich habe keinen Ort mehr
Ich habe kein Haus mehr
Keinen Garten
Alles hat die Flut weggerissen
So, als ob es keinen Wert hätte
Mein Leben trudelte den Bach hinunter
Ich habe alles verloren, verstehst du das
Sie hätten mich nicht retten sollen aus den Fluten
Sie hätten mich mit allem untergehen lassen sollen
Denn mein Leben ist untergegangen.
Was soll ich hier
Wo sind meine Menschen? Meine Tiere?
Meine Blumen? Meine Erdäpfel?
Ich halte das nicht aus, Gott
Du verstehst schon
Lass mich fluchen wie Hiob
Womit habe ich das verdient
Wofür diese Strafe
Lass mich sinken ins Vergessen
Eingehen ins Dunkel
Und falls du ein wenig Mut findest
Für eine Mutlose wie mich
Eile her
Es eilt ich bin am Ende
Gott, hältst du mich am Ende?
Amen.
Marianne Reifers, Luxor Egypt
Christ came treading into our marketplaces, our temples, our homes – even into our private person – / Teaching in the temple / Preaching by the sea / Questioning religious customs / Breaking the ceremonial law / Righting injustices / Healing the sick / Being joyful in the company of friends / Calling the children / Chiding good church members / Caring for unimportant people / Seeking out the sinners. // Christ came humbling himself, / Came loving the poor, the hungry, the lonely. / Christ came loving – / This Lord of Life, / This living, loving Lord. // O Lord, open our eyes to see the Pharisee within us. / Open our ears that we might hear the prophecy / Of the possibility of change. / Open the church doors that we might follow / Our living, loving Lord / Out into the marketplace. / Amen.
Ann Weems, The Lord of Life 1980
31. Juli 2021
Vor zwei Wochen in Schrecken über die Flutkatastrophe und Angst um ganz nah dabei wohnende Angehörige und Freunde. / Vor einer Woche Begegnung mit erschöpften und tief verstörten Menschen, Opfern und Helfer*innen. Und das Schreckliche, das eine Familie der Gemeinde getroffen hat und so viele von uns mit. / Und diese Woche mit unseren Kindern in den Ferien, mit allen kleinen Freuden und Herrlichkeiten des Sommers. // Gibt es da einen Ausgleich, eine „work-life-balance“? Nein, die gibt es nicht. // Aber es gibt dein Wort, mein Gott, Vater, Bruder, Trösterin. Dein Wort, das mich mit den anderen tröstet, unterfängt, unterbaut, entlastet, ermutigt, erfreut - und wieder ausrüstet und sanft, aber deutlich zu den anderen zurückschickt. // Mein Gott, schenk mir immer wieder dein Wort. Das bitte ich durch Jesus. Amen.
Stefan Maser, Kamp-Lintfort
Du Gott im Himmel und auf Erden / Wir brauchen dich / Das Schweigen der unendlichen Räume des Alls ängstigt uns / Die Brüchigkeit überlieferter Glaubenslehren macht uns unsicher / Die Vergeblichkeit menschlicher Bemühungen drückt uns nieder / Die unsichere Zukunft unserer Kinder und Enkel beunruhigt uns sehr / Wir bitten dich / Bleib uns nicht so ferne / Lass uns deine Wirksamkeit spüren, damit wir hoffen und glauben können.
Du Gott im Himmel und auf Erden / Wir brauchen dich / Höre unsere Empörung / über die Gleichgültigkeit gegenüber den Schwachen / über den Sieg der Profitgier / über die ungerecht verteilten Lebenschancen auf der Erde / Höre unsere Klagen / über Krankheit und Beschwerden wir Alten / über Konkurrenzdruck und Zukunftsangst wir Jungen / über Verluste und Einsamkeit / über Lebensüberdruss und Todesangst / Wir bitten dich / Lass uns deine Wirksamkeit spüren / damit wir hoffen und lieben nicht verlernen.
Du Gott im Himmel und auf Erden / Wir brauchen dich / Lenke unsere Aufmerksamkeit dorthin, wo man uns braucht / Nimm Verzagtheit und Resignation von uns / Gib uns Phantasie und Durchhaltevermögen / Lass uns vertrauensvoll und verantwortungsbereit unseren Weg gehen. Sei nahe allen / denen, die dich anrufen und denen, die dich nicht anrufen.
Gudrun Kuhn, Nürnberg
Gott, du weißt um die Ungerechtigkeiten – auch die, die wir gar nicht sehen. / Gib uns das richtige Verständnis von deiner Gerechtigkeit, die mehr ist als man mit Geld ausgleichen kann. / Lass uns die Welt mit anderen Augen sehen, als eine Gemeinschaft und nicht als konkurrierende Länder und Kulturen.
Georg Rieger, Nürnberg
Du Gott des Lichts, wir preisen dich,
der du der Morgen bist und der Abend,
der Anfang und das Ende der Welt.
Wir danken dir für die Ruhe der Nacht
und das Licht eines neuen Tages.
Von dir kommt alles, was geschieht.
Du lebendige Kraft,
gib deine Kraft uns, damit wir erwachen.
Du alles umfassende Weisheit,
lehre uns verstehen, wohin unser Weg führen soll.
Du schaffst Freude in den Traurigen,
Trost in den Schwermütigen,
Klarheit in den Verwirrten,
Lebenskraft in den Schwachen.
Schaffe Licht auch in uns
in der Frühe deines Tages. Amen.
RefLit
Ewiger Gott, / Herr der Zeit, Gott vor allem Anfang, nach jedem Ende, / Gott im Hier und Jetzt, Herr von Tod und Leben. / Halte die Zeit in deiner Hand, halte sie fest, dass sie dir – wenigstens dir - nicht zerrinnt, deine Ewigkeit. / Wir säen tausend Tränen auf das Feld der Welt. Und du sagst, wir werden Freude ernten, hundertfach? / Davon lass mich träumen, ewiger Gott, / dahin lass mich lachen, lieber Gott, davon lass mich reden, / heiliger Gott, durch unsern Herrn Jesus Christus, deinen Sohn, / der mit dir und dem Heiligen Geist lebt und waltet von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.
Jürgen Kaiser, Berlin
Ewige/r / Dein Sommer flirrt und ich in ihm, / durch heisse, dicht besetzte Tage. / Zum Glück bist du bist da, / stärkst mir den Rücken, birgst mich – / im Schatten deiner Flügel – / Schickst Wind um durchzuhalten, / loslassen zu lernen und eben – / damit wir einander hier auf Erden gegenseitig schützen, stärken, beistehen. / Du kennst meine Schwächen und schenkst mir Mut zu ihnen. / So ist alles ein Werden zu Dir hin im Wechselspiel von Straucheln und Gelingen. / Zum Glück lachst Du gelegentlich mit. Und kennst die bitteren Tränen.
Kathrin Rehmat, Zürich
O Lord, you love us! / Why aren’t the bells pealing? / The victory’s won! / Why aren’t the drums beating? / And you forgave us! / Why aren’t the harps resounding / to your good news music? / Why aren’t the feet stomping / and the doves flying / and the bands marching / and the fingers snapping / and the tongues praising / and the trumpets blaring / and the choirs singing / and the cymbals clashing / and the children laughing?
Ann Weems, Good News Music 1980
24. Juli 2021
Gott, Vater, Sohn, Heiliger Geist, / vor Dir denken wir an die, die Hilfe brauchen.
Deine Hilfe. / Unsere Hilfe. / / Wir selbst brauchen auch Hilfe. Hilfe zum Standhalten. / Denn wir spüren, wie sehr uns die Ereignisse überrennen. / / Jetzt weise sein – das wär´s. / / Weise darin, die zu unterstützen, die in den Hochwasserfluten alles verloren haben. / Und dabei ihnen nicht zu nahe zu treten. / Weise darin, die politischen Ränkespiele in die Pflicht zu nehmen, um die menschlichen Tragödien zu lindern. In Syrien. In Afghanistan. / Weise darin, das Naheliegende nicht zu übersehen hier bei uns: Die Frau, die schon lange niemand mehr besucht hat. Die Familie, die eine böse Nachricht getroffen hat. Der Schüler, der sitzen geblieben ist.
Hilf uns zu zeigen, dass wir an Dich glauben und nicht an den Mammon. / / Hilf uns, dass wir stark machen, was nicht mit Geld zu bezahlen ist: Gute Nachbarschaft; denen zuhören, die ihr Herz ausschütten wollen; Zeit haben für die, denen langweilig ist; die Traurigen trösten; die Übermütigen zurechtweisen; jedem sagen, dass das letzte Hemd keine Taschen hat und dass auch Diktatoren, Folterer und Menschenschinder sterben werden. / Alle werden vor Deinem Richterstuhl erscheinen. / Alle. Wir auch. / / Lass das den Ernst unseres Lebens sein, unsere Freude und die Kraft zum Standhalten. / Amen.
Klaus Bröhenhorst, Hildesheim
RefLit
Du Gott Israels,
Herr der Welt,
durch deinen Sohn
hast du uns dein Haus geöffnet,
und weist uns ein
in deine Regeln des Zusammenlebens.
Aber es fällt uns oft schwer zu ertragen,
dass wir dich nicht für uns allein haben,
dass noch andere zu dir gehören
mit älteren Rechten,
dazu auch Menschen,
die ganz anders sind als wir,
und die uns mit ihrer Fremdheit verstören.
Wir stehen deiner Freundlichkeit oft im Weg,
schließen uns gegen andere ab
und stoßen sie mit unserem Gehabe
auch ungewollt manchmal vor den Kopf.
Gott, hilf, dass wir im Geist deiner Liebe
mit allen zusammenfinden,
die du zu dir eingeladen hast
mach unsere Gemeinschaft
offen und gastfrei für viele Neue.
Segne dein Weltenhaus mit Frieden.
Sylvia Bukowski, Wuppertal
Gerhard Tersteegen (1697-1769)
Gerhard von der Heyden, Ronsdorf
Gott, du Gnädiger, in kleinen Dingen wie in großen ist es nicht unterschiedlich: Wir können uns darauf verlassen, dass du unsere Fehler verstehst und unsere Boshaftigkeit durchschaust. Gerechtigkeit bedeutet bei dir, dass du uns die Augen öffnest.
Georg Rieger, Nürnberg
Be silent. / Be still. / Alone, / Empty / Before your God. / Say nothing. / Ask nothing. / Be silent. / Be still. / Let your God / Look upon you. / That is all. / God knows. / And understands. / God loves you with / An enormous love, / Wanting only to / Look upon you / With love // Quiet. / Still. / Be. // Let your God / Love you.
Edwina Gateley, There Was No Path So I Trod 1996
17. Juli 2021
Gott, wir sind bestürzt über die Todesopfer und die Schäden, die die Wassermassen angerichtet haben. Die Angehörigen haben unser Mitleid. Die Helferinnen und Helfer unsere Bewunderung. / Gerne möchten wir mehr als nur Mitleid zeigen. Doch für die meisten von uns ist die Katastrophe weit weg. Andernorts scheint die Sonne und alles ist friedlich. Wir machen uns Gedanken über die Ursachen und sehen sogar, dass wir mit unser aller Verhalten zum Klimawandel beitragen. / Doch alles Sortieren unserer Gedanken ist gleichzeitig unangemessen angesichts der chaotischen Zustände und des Leids, von dem wir sehen und hören. / Deshalb bitten wir dich um Orientierung, Gott! Lass uns das finden, was wir beitragen können. Mach uns mutig, wenn es darum geht, Ignoranz zu widerstehen. Bewahre uns aber auch vor Besserwisserei! / Schenke uns den Zusammenhalt, dass wir miteinander reden können und die Probleme gemeinsam angehen. Wir haben gerade sehr das Gefühl, dass das ohne deine Hilfe nicht geht. Amen.
Georg Rieger, Nürnberg
Kathrin Rehmat, Zürich
Light
Shining God
even the darkness is not dark to you
shine in our darkness, light of our lives
When we walk in the grey gloom of confusion
when pain drains all the colour out of live
when we are paralysed by the darkness of fear
shine in our darkness
The Iona Community
Jürgen Kaiser, Berlin
Gott, du siehst mich./ Siehst du auch den kranken Mann unter der Brücke? Siehst du auch die einsame Frau auf dem Friedhof? Siehst du auch das schreiende Kind inmitten der Trümmer? Sieh hin! Sieh genau hin!/ Sieh das Elend und die Not, die Angst und den Schmerz und hilf! Amen
Meike Waechter, Berlin
Geheimnisvoller,
unbegreiflicher
ewiger Gott,
wir sehen Dich nicht
und doch umgibt uns Deine Gegenwart
wie die Luft, die wir atmen,
die Wärme der Sonne,
das Licht des Tages.
Wir sehen Dich nicht
Und doch hältst Du unser Leben,
wie die Liebe der Mutter
die Treue des Vaters,
die Geduld eines guten Freundes.
Wir loben Deinen Namen
Du bist da für uns
barmherzig und gnädig
und mit Deinem Wort
erleuchtest Du unsere Wege.
Großer Gott,
wir malen kleine Karos
und Du entwirfst ein Kaleidoskop
an Farben und Formen
Wir machen alles billig, käuflich und belanglos
Du verleihst jedem Deiner Geschöpfe
Würde, Leben und Einmaligkeit.
Vergib uns unsere Achtlosigkeit
Löse uns von Sehnsucht, alles im Griff zu haben.
Erlöse uns von der Gewalt,
die selbstgemachte Götzen über uns haben.
Dein Wort bleibt in Ewigkeit
Ihm wollen wir unser Vertrauen schenken.
Wir glauben, Herr,
hilf unserem Unglauben auf.
Amen
Jochen Denker, Ronsdorf
