29. November 2020
Barmherziger Gott, / es ist Advent, die Zeit der Erwartung. / „Macht hoch die Tür!“, heißt es in einem Adventslied. / Doch viele Türen bleiben in diesem Jahr verschlossen.
Ein anderer Advent, ein anderes Weihnachten erwarten uns: / Ohne die Lichter auf den Weihnachtsmärkten, / ohne die Besuche bei Freunden und Verwandten.
Hilf uns, dass wir nicht einsam werden, / wenn wir unsere Kontakte verlieren. / Sei du mit Deinem Licht um uns, / wenn es dunkel wird in unseren Herzen.
Lass uns in diesem Jahr anders feiern, / weniger gehetzt, weniger lieblos, / mit mehr Wertschätzung für das, was wir haben.
Und lass uns die anderen Themen / und vor allem die Menschen nicht vergessen, / deren Schicksale gerade in den Hintergrund rücken.
Wir wünschen, dass sich unsere Welt ändert, / dass Frieden einkehrt, dass jeder Hoffnung haben kann. / Mach dem Misstrauen, der Verzweiflung und der Aggression ein Ende, / die wir jetzt so viele Jahre erlebt haben.
Wir sehnen uns nach Wahrheit und Gerechtigkeit / aber auch nach Gemütlichkeit und Sicherheit. / Du kannst unsere so unterschiedlichen Wünsche und Träume verstehen. / Bitte sei für uns da.
Georg Rieger / Achim Detmers
Wochenrückblick
28. November 2020
„Thanksgiving“ in den USA. Wofür bin ich dankbar an meinem Platz in der Welt?// Treuer Gott, Vater, Bruder, Trösterin, ich will dir danken// für die Einsichtigen, die ohne viel Lärm das tun, was ziemlich wahrscheinlich nötig ist, um andere Menschen zu schützen;// für die Belastbaren, die erkannt haben, was anderen Menschen jetzt fehlt, und das tun und herbeischaffen, seit Monaten und ohne müde zu werden, die den Kontakt halten über Hindernisse und Gräben;// und für die Folgerichtigen, oft Kinder und Jugendliche, die in einer neuen Lage ihr Verhalten ändern oder was wunderbar Neues anfangen, Hilfe erfinden und andere mitnehmen.// Denn in ihnen sehe ich Spuren deiner Vatertreue und –geduld, deiner selbstlosen Liebe, deiner verändernden Kraft.// So danke ich dir hier an meinem Platz, treuer Gott, Vater, Bruder, Trösterin.// Amen.
Stefan Maser, Hoerstgen
27. November 2020
Ach Gott – wo bist du zu finden? / Zeitlebens sind wir auf der Suche / Auf der Suche nach uns selbst: / Sind wir das geworden, was wir sein können? / Haben wir das Ende unserer Träume schon erreicht? / Haben wir uns selbst oder andere enttäuscht? / / Zeitlebens sind wir auf der Suche / Auf der Suche nach einer lebenswerten Welt: / Sind wir unseren politischen Idealen noch auf der Spur? / Haben wir uns zu sehr in Resignation und Bequemlichkeit verkrochen? / Haben wir die Pflichten gegenüber unseren Mitmenschen vernachlässigt? / / Zeitlebens sind wir auf der Suche / Auf der Suche nach dir: / Was ist aus unserem Kinderglauben geworden? / Was erwarten wir uns noch von dir? / Suchen wir dich überhaupt noch wirklich? / / Ach Gott – wo bist du zu finden?
26. November 2020
God, so much of faith is waiting / like a pregnant woman waiting in hope / like a people under siege, holding out till relief comes / like the soul lost in the darkness, / unable to see even a glimmer of light / yet stumbling through the night because somewhere, / out ahead, day will surely break / God, be with us in our waiting
The Iona Community
25. November 2020
Komm, Gott, Heiliger Geist, / komm, du Geist des Lebens, / komm, du Atem Gottes, / komm, du Tröster der Verzagten, / komm, du Besänftiger der Zornigen, / komm, du Geist der Kraft und der Liebe und der Besonnenheit, / komm und vertreibe die Furcht und die Traurigkeit. / Komm, Gott, Heiliger Geist, und mach uns zu deinen Kindern. Amen.
Jürgen Kaiser, Berlin
24. November 2020
Großer, ewigreicher Gott, / zu Dir kommen wir mit unserer Armut, / an Liebe / an Hoffnung / an Glauben – / und bitten Dich: / schenk uns aus Deiner Fülle. / / Barmherziger Gott, voller Gnade und Wahrheit bist Du. / Und wir kommen zu Dir / mit unserer Hartherzigkeit / mit unsere Angst, / unseren Lebenslügen – / und bitten um Deinen Geist, / der all diese bösen Gespenster vertreibt. / / Liebender Vater von uns allen, / zu Dir kommen wir mit / unserem kleinen Glück / mit unseren Kindern / mit dem Wunder der Liebe, / die wir schenken und empfangen – / und danken Dir für diese guten Gaben. / / Komm Du mit Deinem heiligen Geist nun zu uns. / Segne diese Stunde, / in der wir Dir stille halten / und pflanze Dein Wort in unser Herz, / dass es Frucht bringt / zu Deiner Ehre / und uns allen zum Wohl. / Amen
Jochen Denker, Ronsdorf
23. November 2020
Gott / Du siehst mich. Wie gern ich das glauben möchte. Ich spüre es nicht immer. Wie sehr ich Dich erkennen, Dich sehen möchte - besonders im Ebenbild, das Du in Menschen gelegt hast. Es gelingt nicht immer. Selig sein ohne zu sehen, das ist kein einfacher Weg. Ich übe. Viele üben. Es ist schön - / Es gibt Momente, da spüre ich deinen Blick. Manchmal sehe ich wie Du mich mit den Augen der Nächsten siehst. Es ist nach innen und nach aussen interessant zu schauen. Du weisst das. Möge es heute gelingen.
Kathrin Rehmat, Biel, Schweiz
22. November 2020
Gott, der du uns die Augen öffnest für das Ende Lass uns, wenn wir einen Menschen verloren haben, trauern, aber auch darauf vertrauen, dass das Ende, das du setzt nicht das ist, was wir sehen. Gib uns die Kraft, diesen Unterschied auszuhalten und deinem tröstenden Wort zu vertrauen.
Georg Rieger, Nürnberg
Wochenrückblick
21. November 2020
Gott, Vater, Sohn, Heiliger Geist, / Du bist uns Heimat und Freiheit. / Wir aber verlieren uns immerzu, sind gefangen und gelähmt.
Angesichts dessen, was Menschen in den großen Nöten vergangener Zeiten / erleben mussten, sind es nur kleine Sorgen, die sich groß vor uns aufbauen und / die Schlagzeilen beherrschen. / So sagt es uns unser Verstand. Aber wir spüren anderes. / Wir spüren Zermürbung und Resignation. / Wir fragen: / Wo ist die Wende zum Guten? / Was kommt noch auf uns zu? / Welche Zerreißproben stehen uns bevor?
Schon jetzt ist deutlich, wie sehr die Krise entlarvend wirkt. / Kleingeister werden noch kleiner. / Kurzatmige noch kurzatmiger. / Zerstreute noch zerstreuter. / Was schon immer nur schlecht gelang, missglückt jetzt vollkommen. / Das ist brutal. / Und das wird noch lange so bleiben.
Wir werfen unsere Sorgen auf Dich. / Und wir befehlen Dir die Mühseligen und Beladenen. / Das ist unsere ganze Weisheit.
O, wenn sie doch gelänge: die Umkehr zum Leben. / Aber ob sie gelingt? / Ohne Dich nicht. / Hilf uns zur Demut. / Den Demütigen gibst Du Gnade. / Lass uns das erfahren. / Amen.
Klaus Bröhenhorst, Hildesheim
20. November 2020
Lieber Gott, du weißt, daß mein Bruder Latein studiert und es schwer hat, darum bitte ich dich, daß er nicht durchfällt in der Hauptschule. Und für mich. Ich bitte dich um Verzeihung beim Streit mit meinem Bruder. Amen. (Michele, Winterange)
aus "Was Kinder von Gott erwarten", Autorin Regine Schindler, Verlag Kaufmann
19. November 2020
Gott, unsere Zuflucht, / wir suchen bei dir Trost und Stärkung / in dieser beängstigenden Zeit. / Als die Pandemie über uns kam, / wussten wir nicht, wie uns geschah, / mussten uns an Regeln gewöhnen, / die wir nie für möglich gehalten hatten, / und hofften, es ginge alles bald vorbei. / Aber jetzt ist sie gekommen, / die befürchtete zweite Welle, / schwemmt wieder viele Pläne weg / und verbreitet neue Angst und Ungeduld. / Gott, es ist schwer, sich daran zu gewöhnen, / dass unser Leben so lange von Corona bestimmt ist. / Wir vermissen unsere Unbefangenheit, / die körperliche Nähe zu anderen Menschen, / alles, was uns früher so selbstverständlich schien. / Bei manchen von uns liegen die Nerven blank, / der Umgangston wird rauer, / das Misstrauen wächst. / Wir bitten dich, Gott: / Steh uns bei. / Wir wollen uns nicht unterkriegen lassen von Corona, / uns nicht den Blick vernebeln lassen für das Gute, / das wir immer noch erleben, / wollen nicht blind sein für das Leid vieler anderer Menschen, / das oft viel größer ist als unseres, / wollen nicht schweigend hinnehmen, / dass die Zerstörung der Schöpfung immer weiter geht. / Gott, du kannst alles wenden. / Wir bitten dich, / befrei die Welt von den Schrecken der Pandemie, / und stärke unseren Zusammenhalt / über alle Grenzen hinweg, / damit aus den beklemmenden Erfahrungen / Gutes wachsen kann. / / Amen
Sylvia Bukowski, Wuppertal
18. November 2020
Lieber Vater im Himmel, / manchmal können wir das nicht, / so offen unsere Schuld eingestehen / und um Vergebung bitten. / Manchmal versuchen wir, / uns aus allem herauszureden, / manchmal verdrehen wir lieber Unrecht in Recht, / als zuzugeben, dass wir etwas falsch gemacht haben. / So rechthaberisch und unbußfertig sind wir! / Deshalb bleibt die alte Schuld an uns haften, / und wir erleben nicht die befreiende Kraft der Vergebung. / Herr, bring uns zur Einsicht, / schärfe unser Gewissen / und gib uns Mut, unser Versagen einzugestehen / und um Verzeihung zu bitten. / Herr, erbarme dich über uns. Amen.
RefLit
17. November 2021
Ach Gott – / wie fürchte ich mich davor, dass mein Enkel fragt: Warum beten wir, wenn ‚der liebe Gott‘ doch nicht hilft? / Wie gut kann ich verstehen, dass meine atheistischen Freunde meine theologischen Spitzfindigkeiten nicht mehr hören wollen. / Wie sehne ich mich danach, dass meine Zweifel und Klagen ein Ende finden. / AMEN
Gudrun Kuhn, Nürnberg
16. November 2020
Gott Abrahams, Gott Isaaks, Gott Jakobs, Vater Jesu Christi, / Du bist erschienen dem Mose und dem Elia, hast angerufen die Propheten und gesandt Jesus und die Apostel. Sie alle haben uns von deiner Herrlichkeit erzählt. Dafür sei gepriesen, ewiger Gott. / Erscheine auch uns. / Zeige dich denen mit Macht, die sich um deine Weisungen nicht scheren, weil sie meinen, es kümmere dich nicht. / Lass leuchten deine Gnade über denen, die von Vorwürfen geplagt sind und Schuld fühlen. / Gib dich zu erkennen denen, die an dir oder an sich selbst zweifeln, und denen, die den Sinn ihres Lebens verloren haben. / Geh mit allen, die flüchten müssen, sei neben allen, die Angst haben. Beschirme uns alle vor tödlichen Viren. / Geh auf über uns, Herr, lass deinen Glanz über uns erscheinen und bleibe bei uns, damit wir alle am Ende unseres Lebens froh werden. Amen.
Jürgen Kaiser, Berlin
15. November 2020
zum Volkstrauertag
Gott, / wie sollen wir bestehen, / wenn du kommst, / über uns zu richten? / Wir denken zurück an das Unheil der Kriege, / die von unserem Volk ausgegangen sind, / an das zertretene Glück / und das zerstörte Leben / so vieler Menschen. / Wir versuchen, / der Schuld unseres Volkes ins Auge zu sehen, / sie nicht zu verharmlosen oder wegzureden. / Aber wir trauern auch um unsere Gefallenen / und um die Opfer der Bombennächte. / / Gnädiger Gott, / wir bitten dich: / richte uns mit Barmherzigkeit. / Lass Versöhnung wachsen, / wo Feindschaft war / und Trost einkehren, / wo Menschen noch leiden. / Breite den schönen Glanz deines Friedens aus / über Zion / und über die Völker unserer Welt.
Sylvia Bukowski, Wuppertal
Wochenrückblick
14. November 2020
Gütiger Gott,
es gibt in diesen Tagen
nicht nur Grund zum Klagen,
sondern auch Grund
dankbar zu sein.
Der Verzicht
steht im Rampenlicht.
Aber wir gewinnen auch
wichtige Erkenntnisse
über uns und unser Verhalten.
Wir lernen uns neu kennen,
und auch viele Mitmenschen,
die sich kümmern,
die achtsam sind
und aufmerksam.
So viele Menschen
verhalten sich verantwortungsvoll.
So viele Menschen
jammern nicht,
sondern bleiben gelassen.
So viele Menschen
beeindrucken uns.
Wir danken dir, Gott,
für alles,
was du uns in dieser Zeit schenkst,
für die Momente,
in denen du uns Mut machst.
Danke, Gott! Amen.
Georg Rieger, Nürnberg
13. November 2020
Gnädiger Gott, wir danken dir für deine Gerechtigkeit, die du uns schenkst. Manchmal vergessen wir das und bemühen uns immer besser zu werden, immer mehr zu tun, immer mehr zu erreichen, um dir zu gefallen. Erinnere uns, dass der Gerechte aus Glauben leben wird. Amen
Meike Waechter, Berlin
12. November 2020
Gott, wir möchten uns dir öffnen. Wir sehnen uns danach, dass du in unser Leben trittst und Vieles anders wird bei uns. Sende uns deinen Heiligen Geist, damit wir das rechte Maß finden für Ruhe und Aktion, für Reden und Stille und für die Zeit, die wir brauchen für uns und für dich.
Georg Rieger, Nürnberg
11. November 2020
Tie the strings to my life, my Lord,
Then I am ready to go!
Just a look at the horses-
Rapid! That will do!
Put me in on the firmest side,
So I shall never fall,
For we must ride to the Judgment,
And it´s partly down hill.
But never I mind the bridges,
And never I mind the sea;
Held fast in everlasting race
By my own choice and thee.
Good-by to the life I used to live,
And the world I used to know;
And kiss the hills for me, just once;
Now I am ready to go!
Emily Dickinson (1830-1886)
10. November 2020
Himmlischer Vater, / wir bitten dich: / strahle mit deinem hellen Schein über die Menschen, die wir lieb haben, / und über die Menschen, die uns zu tragen geben. / Dein sind wir im Licht und im Dunkel. / Du segnest unsern Ausgang und Eingang in Ewigkeit. Amen.
Selma Dorn, Leipzig
9. November 2020
Vater im Himmel. Verwandle meine Angst in Vertrauen. Und Zuversicht. Du bist doch bei mir. Dein Stecken und Stab trösten mich, auch wenn ich im finsteren Tal wandern muss. Es wird nicht immer so dunkel bleiben. Dein Licht leuchtet mir den Pfad aus. Du bist mein Begleiter, in meiner Nähe. Schenke mir ein hörendes Herz. Du sprichst zu mir. Heute. Worte, die erlösen und befreien. Du kennst den Weg und du lenkst meine Schritte ins Leben. In die Freiheit der Kinder Gottes. Meine Hoffnung setze ich auf dich. Du meinst es gut mit mir. Amen.
Gerhard von der Heyden, Ronsdorf
8. November 2020
Ewiger Gott, / du hast einen neuen Himmel und eine neue Erde verheißen. / Hilf uns, im Glauben festzubleiben, / in der Liebe zu wachsen / und voller Hoffnung auf dein Kommen warten. / Lass uns schon jetzt deine Herrlichkeit erfahren / durch Jesus Christus, unseren Herrn.
RefLit
Wochenrückblick
7. November 2020
Lebendiger Gott!
Du veränderst mein Leben.
Wie gut, dass es Dich gibt!
Ich möchte nicht verharren
an der Oberfläche der großen Aufregungen fern und nah,
und nicht erstarren
in der Tiefe meiner Ängste und Sorgen.
Ich möchte mich nicht abfinden
mit Krankheit, Unrecht und Leid
und nicht abfinden lassen
mit falschen Versprechungen und Lügen.
Lebendiger Gott,
Du veränderst mein Leben.
Ich kann neu anfangen!
Simon Froben, Bayreuth
6. November 2020
Unser Gott, himmlischer Vater: Oft stehen wir im Wettstreit mit uns selbst. Welchen Ideen sollen wir folgen und wie unsere Kräfte einsetzen? Wem können wir trauen und mit wem zusammen etwas bewegen? Darum bitten wir dich: lass das Licht deiner Liebe in uns leuchten, damit wir erkennen, wo das Ziel ist.
Georg Rieger, Nürnberg
5. November 2020
Herr unser Gott! Unsere Jahre kommen und gehen. Und wir selbst leben und sterben. / Du aber bist und bleibst. Deine Herrschaft und deine Treue, deine Gerechtigkeit / und deine Barmherzigkeit haben keinen Anfang und kein Ende. / Und so bist du der Ursprung und das Ziel auch unseres Lebens. / So bist du der Richter unserer Gedanken, Worte und Taten. / Uns tut leid, daß wir auch heute nur bekennen können, dich bis auf diese Stunde so oft, immer aufs neue, Vergessen, verleugnet, beleidigt zu haben. / Uns erleuchtet und tröstet aber auch heute das Wort, durch das du uns zu erkennen gibst, daß du unser Vater bist, wir deine Kinder sind, weil dein lieber Sohn, Jesus Christus, / für uns ein Mensch geworden, gestorben und auferstanden, unser Bruder ist. / Wir danken dir, daß wir diese frohe Botschaft verkündigen und hören dürfen. Mach du selbst uns frei dazu, das Richtige zu sagen und es auch richtig zu Vernehmen, / damit es dir zur Ehre und uns Allen zum Frieden und zum Heil diene! Amen.
Karl Barth (1886-1968)
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