Gebet
Tagesaktuelles Gebet
Donald Baillie, Edinburgh (1887-1954)
Gott des Himmels und der Erden / und um Jesus Christus willen auch für uns / Vater und Mutter im Himmel / / barmherzig und gnädig bist Du, / geduldig und von großer Güte. / / Das stimmt, jedenfalls wird es kaum einen unter uns geben, / der nicht von dieser Erfahrung erzählen könnte.
Wir danken dir für deine Geduld / in der du auch uns immer wieder zur Umkehr rufst. / / Wie oft lassen wir uns dann doch lieber von Geld, Macht und Gewohnheit / von den Wegen abbringen, auf die Du uns führen möchtest, / auf die Wege, die aus der Knechtschaft in die Freiheit der Kinder Gottes führen.
Wir beten für die Menschen, die unsere Solidarität in Wort und Tat brauchen. / für die Geflüchteten, die hier eine neue Heimat suchen, / für die in ihrer Existenz bedrohten, die nicht wissen wovon sie ihre Miete zahlen sollen, / für den Maurer, der die Kelle hinlegt und für den Bäcker, der den Ofen nicht mehr anmacht / für die Sängerin, die nicht mehr auf die Bühne kommt / und den Puppenspieler, der kein Publikum mehr hat. / für den Juden, der seine Kippa öffentlich lieber nicht trägt / und die Muslima, die dafür kämpft, ihr Kopftuch zu tragen. / und wir beten für die, die den Aufstand gegen den Tyrannen wagen / in Minsk und Omsk, in Damaskus und all den anderen Städten und Staaten.
Wir hören deinen Ruf zur Umkehr / und bitten um deinen Geist / und Kraft aus deiner Kraft / damit wir die Kurve bekommen und auf deine Wege zurückfinden. / / Rede unüberhörbar so mit uns, dass wir verstehen und aufbrechen. / Sprich das Wort, das erlöst und befreit. / / Segne uns Herr. / Amen.
Gerhard von der Heyden, Ronsdorf
Jürgen Kaiser, Berlin
Gudrun Kuhn, Nürnberg
RefLit
Gott, Vater, Sohn, Heiliger Geist, / wir schwanken. Wir sind hin-und hergerissen. / Wie lange noch Corona? Wird es bald einen Impfstoff geben? / Oder ist da der Wunsch der Vater des Gedankens? / Wie schauen in die USA. Wir hören und lesen und verstehen nicht. / Wie ist das möglich? Ein Blender und Lügner an der Spitze der Weltmacht. / Oder gehört derlei inzwischen dazu im Westen wie im Osten? / Wir schauen auf Europa. Wir sehen, wie schwer es ist, zusammen zu bleiben. / Einst gab es die Versöhnung über den Gräbern. Jetzt gibt es den Kleinkrieg / der Eigeninteressen. Passen die einfach nicht zusammen: Macht und Vernunft? / War das schon immer so: in der Antike, im Mittelalter, in der Neuzeit? / Ist so der Mensch? Müssen wir uns also gar nicht aufregen? Müssten wir vielmehr dankbar sein für kleinste Spuren, Splitterund Mosaiksteinchen von Menschlichkeit und Miteinander? / Ist nicht mehr zu erwarten? / Wir erwarten mehr. Und wir fühlen uns verbunden mit denen, die mutig sind. Die auftreten gegen Tyrannei und Gewaltherrschaft und deren Furchtlosigkeit uns beeindruckt. Sei Du bei ihnen. / Ja, wir erwarten mehr. Und wir spüren zugleich: Es muss ein Wunder geschehen. Geist von Deinem Geist muss die Ungeister vertreiben. Die Kraft Deiner Vorsehung muss auch die zu Werkzeugen des Friedens machen, die das gar nicht wollen. Die Angst muss wieder die Seiten wechseln. / Erhöre uns. Um Deiner Barmherzigkeit willen. Um der Nachwachsenden willen, aus deren Munde Du Dir Lob bereiten mögest. Darum bitten wir Dich. / Amen.
Klaus Bröhenhorst, Hildesheim
Gott, bitte glaube mir mein Entsetzen über das, was in dem Flüchtlingslager Moria in Griechenland passiert ist. Menschen, die schon eh gezwungen waren, unter schlimmsten Umständen zu leben, haben nun noch ihr letztes Hab und Gut verloren. Und noch immer hilft ihnen niemand. Lass meine Betroffenheit nicht nur vorübergehend und verlogen sein, sondern halte mich an, etwas zu tun.
Gott, bremse mich nicht in meiner Wut über die Art von Politik, die ihre taktischen Schachzüge auf dem Rücken dieser Menschen austrägt und unbarmherzig den Tod von Geflüchteten in Kauf nimmt. Lass mich nicht überdrüssig werden, sondern ermutigend für die, die eine andere Politik durchsetzen wollen.
Gott, sei mir gnädig und lass es mir doch nicht einfach durchgehen, dass ich monatelang andere Themen wichtiger fand und nichts unternommen habe – nicht einmal das wenige, das vielleicht möglich gewesen wäre. Lass mich mutig gegen die Stellung beziehen, die immer noch meinen, dass keine Hilfe nötig wäre.
Gott, mach mich aufrichtig dankbar für die Menschen, die sich seit Jahren um Geflüchtete kümmern – sei es auf Rettungsschiffen, in den Auffanglagern und bei der Integration. Gib ihnen den Mut weiterzumachen und mir die Großzügigkeit, sie wenigstens materiell dabei zu unterstützen.
Gott, mach uns Menschen klar, dass wir füreinander da sein müssen. Mach dem Taktieren ein Ende und ebenso dem Hass und der Hartherzigkeit, von denen überall zu lesen und zu hören ist. Bestärke die Barmherzigkeit und die Menschenfreundlichkeit in uns allen. Wir brauchen dich, wir bitten dich, wir hoffen auf deine Hilfe. Amen.
Georg Rieger, Nürnberg
Jürgen Kaiser, Berlin
aus "Was Kinder von Gott erwarten", Autorin Regine Schindler, Verlag Kaufmann
Georg Rieger, Nürnberg
Robert E. Speer, U.S.A. 1943
Erhabener Gott, / du liebst die Armen und wohnst im Elend, / da, wo die meisten von uns nicht hingehen, / weil uns die Hässlichkeit der Armut abstößt: / der Dreck, der Gestank, / die Verrohung des Umgangs. / Wir sehen oft nicht die Tapferkeit derer, / die mit wenigem auskommen müssen. / Wir würdigen nicht, / wie großherzig und hilfsbereit sie trotzdem oft sind, / und ihre Lebensleistung stößt bei uns auf wenig Beachtung. / / Gott, lass du uns nicht verrohen! / Lehre uns, genau hinzusehen / und uns anrühren zu lassen, / von schweren Schicksalen. / Verbinde uns mit den Bedürftigen / in solidarischem Respekt / und in gerechtem Teilen.
Sylvia Bukowski, Wuppertal
5. September 2020
Gott, du Schöpfer und Bewahrer
der Jahreszeiten!
Der Wechsel des Lichts und der Temperaturen
ist eines Deiner Geheimnisse,
die mich auf Trapp halten.
In diesen Tag wird es herbstlich,
schon bald dunkel,
nachts richtig kalt.
Die Blätter beginnen sich zu verfärben.
Früh ist es manchmal nebelig.
Das wirkt sich auch auf mein Gemüt aus.
Die Stimmung verfinstert sich.
Der Alltag wird zäh.
Ich sehe alles wie durch einen Schleier.
Schlimme Nachrichten
berühren mich noch mehr als sonst.
Die immer dreisteren Versuche,
die Demokratie zu zerstören,
machen mir Angst.
Die Viren und der Herbst
lassen nichts Gutes hoffen.
Gott, ich brauche die Sonnenstrahlen
deiner Liebe in diesen Tagen,
die mir das Herz wärmen
und mich lebensmutig machen.
Nimm mich an die Hand
und lass mich das Nötige tun!
Erhelle meine Gedanken,
so dass ich die guten Dinge sehe.
Tröste mein Gemüt,
du Gott der Jahres- und aller Zeiten!
Georg Rieger, Nürnberg
Gott, du hast uns geschaffen / und zu deinem Volk berufen aus allen Teilen der Erde. / Wir danken dir für die Gemeinschaft, / die du über alle Grenzen hinweg wachsen lässt: / Lass sie Frucht bringen für alle Menschen. / Wir rufen: Herr, erbarme dich.
Gott Abrahams und Saras, / wir sehnen uns nach Gerechtigkeit. / Wir Christen und Christinnen, / Kirchen und Gemeinden in unserem Land / wollen beitragen zum Leben in unserer Gesellschaft, / damit wir gerecht miteinander teilen, / damit es Arbeit, Nahrung, Gesundheit und Wohnung / für alle gibt. / Wir bitten dich um deinen Beistand / und rufen: Herr, erbarme dich.
Jesus Christus, von Maria geboren, Mensch wie wir, / wir nennen dich den Fürsten des Friedens. / Du bist unser Friede und willst Frieden unter den Völkern. / In deiner Nachfolge wollen wir Frieden halten / und Frieden stiften in einer zerrissenen Welt. / Wir rufen: Herr, erbarme dich.
Heiliger Geist, du Mutter der Gläubigen, / die ganze Schöpfung durchdringt dein Atem. / Du lehrst uns die Ehrfurcht vor allem Leben, / rufst uns zur Liebe durch das Evangelium. / Lass uns nicht länger leben, als käme nach uns die Sintflut. / Gib uns den Mut, umzukehren zu einer Lebensweise, / die deine Schöpfung bewahrt und Leben für alle erhält. / Wir rufen: Herr, erbarme dich.
RefLit
Meike Waechter, Berlin
Georg Rieger, Nürnberg
Jürgen Kaiser, Berlin
Gebet zu Lied EG 440
Ja, treib aus, o Licht, all Finsternis. So viel Dunkles und Schweres bedrückt uns. / Unrecht ist es, dass Bedürftige viel mehr unter den Folgen der Pandemie leiden müssen als Wohlhabende. Unrecht ist es, dass die reichen Länder über ihren eigenen Sorgen das Leid der Menschen auf der Flucht und das Leid der Menschen in Kriegsgebieten beinahe vergessen haben. Unrecht ist es, dass in der ganzen Welt Minderheiten und Andersdenkende verfolgt werden. / So viel Dunkles und Schweres bedrückt uns. / Wie viele unter uns mag es geben, die von Krankheit oder Existenzsorgen betroffen sind. Und wir wissen es gar nicht oder kümmern uns zu wenig darum. / Wir fühlen uns oft von dir getrennt. / Wir stehn oft nicht fest im Glauben. Unsere Zuversicht ist oft wie verloschen. / Du musst viele Lichter in uns anzünden. / AMEN
Gudrun Kuhn, Nürnberg
Karl Barth (1886-1968)
29. August 2020
Die Unterbrechung des Alltagstrotts wurde unterbrochen.
Urlaub.
Doch nun laufen wir weiter,
vorsichtig staksend, mutig über Hürden springend
oder einfach nur in Schlangenlinien humpelnd.
Ein Hindernislauf mit ungewissem Kurs und Ziel.
Beängstigend ist auch die Kulisse der Weltpolitik
mit den Drohgebärden machtbesessener Männer.
Das Leben drängt in manchen Augenblicken ins lächerlich Absurde.
Doch ich finde Halt.
Orientierung.
Geborgenheit.
Trost und Ermutigung.
Es ist mehr als Urlaub,
wenn ich zu Dir, Gott, komme,
zu Dir, Gott bete,
auf Dein Wort höre.
Es ist mehr als die Unterbrechung des Alltags
- ob Trott oder Hindernislauf -,
wenn Du Dich mir in Liebe offenbarst,
Glauben in mir weckst
und die Hoffnung auf eine Welt,
in der nichts mehr bedrohlich erscheint
oder lächerlich,
sondern voller Frieden,
für den es sich zu leben lohnt!
Amen!
Simon Froben, Bayreuth
Meike Waechter, Berlin
aus "Was Kinder von Gott erwarten", Autorin Regine Schindler, Verlag Kaufmann
Gudrun Kuhn, Nürnberg
Jürgen Kaiser, Berlin
Du freundlicher Gott, / wir danken dir. / In aller Not hilft deine Gnade. / In aller Angst tröstet dein Wort. / In aller Verzweiflung schenkst du Mut und Zuversicht.
Du starker Gott, / der du mächtig bist / über alle Herrscher und Gewalten / im Himmel und auf Erden, / wir bitten dich: / lass uns allein dir vertrauen; / gib Mut zu Versöhnung und Frieden; / erleuchte, die in deinem Namen reden.
Du barmherziger Gott, / der du die Schwachheit kennst, / den Tod und das Leiden, / wir bitten dich: / für die Einsamen und Alten, / für die Kranken und Sterbenden, / für die Arbeitslosen und die Hungernden, / für die Gefangenen, / für die von Krieg und Katastrophen Bedrohten, / für diese Erde und alle Kreatur: / erhalte das Leben, / errette aus Leiden, / sei gnädig im Sterben.
Du, ewiger Gott, / warst vor aller Zeit, / und du wirst bleiben, / wenn unsere Namen vergessen sind. / Dich loben wir. / Dir danken wir. / Dich beten wir an: / den Vater und den Sohn und den Heiligen Geist, / Gott jetzt und immerdar / und von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.
RefLit
