Gebet
Tagesaktuelles Gebet
Gott, du Atem des Lebens! / Du bist bei uns mit deinem Wort und mit deinem Geist. / Du sprichst zu unseren Herzen und zu unseren Gedanken. / Lass uns ruhig werden. / Lass uns ablegen, was uns zu schwer ist. / Lass uns annehmen, was wir nicht loswerden können. / Richte uns auf, damit wir verstehen, / dass du es gut meinst und gut machst mit uns. / Sei bei uns allen hier in der Gemeinde. / Wir bitten deinen Geist herab / auf unser Predigen, unser Reden, Singen und Beten / und auch auf unser Schweigen. / Gib unseren Gebeten Kraft. / Lass uns erkennen, wie viel Gutes / du uns für unser Leben gibst. Amen.
RefLit
Wo ich wohne, gibt es das noch: das Pilgern über die Felder im Frühsommer. Ich stelle mir vor: Bittgang 2019 – auf geteerten Wegen ohne Flurstreifen für Insekten, die letzten Streuobstbäume längst gefällt, auf den Äckern kein einziges Unkraut dank Glyphosat und in den Nasen der Gestank von Gülle. Und Gott wird angerufen nebst allen Heiligen, seinen Segen auszustreuen. Welchen Segen? Worum sollen wir beten? Dass das Grundwasser wieder steigt und dass es entgiftet wird? Dass der Sommer weniger heiß wird? Dass keine Sturm- und Regenkatastrophen die Ernte zerstören? Dass die EU aufhört, den expansiven Landbau zu fördern? Worum sollen wir beten? Manche Gebete sind eine Verhöhnung Gottes. Er soll wieder in Ordnung bringen, was wir kaputt machen. Aber: der Schöpfer hat uns doch die Welt anvertraut! Er hat die Welt in ihre eigenen Entwicklungen entlassen. Und eine dieser Entwicklungen heißt Demokratie. Uns ist Verantwortung übertragen für die Welt. Verantwortung, die uns richtig und gut handeln lässt, an der wir aber auch scheitern können. Worum also sollen wir beten? Ich meine: nicht für eine ‚Obrigkeit‘ und nicht für ein wunderbares Eingreifen Gottes in die Natur oder die Zustände der Welt! Auch nicht für die anderen können wir beten. Für uns selber müssen wir beten: Um Mut und Fantasie im demokratischen Miteinander. Um Verantwortungsbewusstsein. Gegen Resignation und Angst. Um Hoffnung und Beistand – also um den Heiligen Geist.
Gudrun Kuhn, Nürnberg
We thank you, compassionate God, that you sent your Spirit to encourage those whom Jesus left behind that they might not be alone. Through the comfort of your presence, you empowered them to witness to your love. // Today we also seek the encouragement of your presence. Do not leave us alone, O God, but send your Spirit to us that we may worship and serve you with joy; through Jesus our crucified and risen Savior. Amen.
United Church of Christ, U.S.A. 1986
8. Juni 2019
Gott, wir beten oft für Menschen, die arm dran sind. / Wir beten für uns, wenn es uns schlecht geht. Doch wir tun uns hart, für die zu beten, die wir gewählt haben. Für die Politikerinnen und Politiker haben wir eher Hohn und Spott übrig - zumindest für die, die wir nicht gewählt haben./ Dabei tun sie alle eine Pflicht, die wir selbst scheuen. Sie stehen im Rampenlicht und unter ständiger Beobachtung. Sie müssen sich mit Kritik auseinandersetzen, die manchmal berechtigt ist, oft aber auch unter die Gürtellinie geht./ Was wir dich für das politische Geschäft bitten, bitten wir auch für uns: dass Frauen und Männer respektvoll miteinander umgehen, dass sie ehrlich miteinander sind und an das Wohl aller denken. Dass sie sich von dir getragen fühlen und ihre Ängste überwinden können. / Lass uns kritisch sein aber fair. Die uns in der Politik vertreten, brauchen unsere Unterstützung und sie brauchen dich, so wie wir alle. Amen.
Georg Rieger, Nürnberg
Herr, wir breiten Alles vor dir aus: unsere Sorgen, daß du für uns sorgest - unsere Angst, damit du sie stillest - unsere Hoffnungen und Wünsche damit geschehe, was nicht unser, aber dein gute; Wille ist - unsere Sünden, daß du sie vergebest – unsere Gedanken und Begierden, daß du sie reinigest - unser ganzes Leben in dieser Zeit, / daß du es der Auferstehung alles Fleisches und dem ewigen Leben entgegenführest.
Karl Barth (1886-1968)
unbegreiflicher Gott, Liebhaber des Lebens, / in Christus auch für uns Vater und Mutter im Himmel. / / Du freust dich, wenn wir Dir Danke sagen, / wenn wir dir unsere Lieder singen und deine Nähe suchen. / Und Du nimmst ernst, was uns bewegt, wo wir uns sorgen, / was uns verzweifeln lässt. / Nur deshalb stehen wir vor Dir, weil wir darauf vertrauen, / dass deine Möglichkeiten noch lange nicht erschöpft sind, / wenn wir keinen Weg mehr sehen. / / wir denken an die jungen Frauen und Männer, / die einen Rucksack mit Sprengstoff schultern, / in ein Hotel oder eine Kirche gehen / um möglichst viele mit in den eigenen Tod zu reißen. / Und an diejenigen, die sie dazu überreden und ausbilden. / und bitten dich: / wehre den Mächten und Gewalten des Todes, / leih uns Mut und Kraft aufzustehen und herauszutreten / um deine Liebe und Barmherzigkeit in die Welt zu tragen.
Gerhard von der Heyden, Ronsdorf
O Herr vom Himmel sieh darein – Ich fürchte mich vor dem Ergebnis dieser Europawahl. // So viele National-Egoisten, so viele Gleichgültige, so viele Rassisten und Antisemiten, so viele Politik-Enttäuschte, so viele, die aus der Geschichte nichts lernen wollen. // Ich fürchte mich. // Und ich spüre, dass ich für viele Fehlentwicklungen mit verantwortlich bin. Auch durch Nichtstun kann man Unheil anrichten. // Ich fürchte mich. // Lass uns Wege aus den Krisen finden – O Herr vom Himmel sieh darein! AMEN
Gudrun Kuhn, Nürnberg
Liäbä Gott / Ich wünsche das alli mänschä uf dä wält fride händ / und ich nüme angscht han. / Anja, 9 Jahre
Kinder aus dem kirchlichen Unterricht im 3. Schuljahr, Weisslingen, Schweiz
Komm, heiliger Gott, und steh uns bei. / Verändere unsere Sinne und unser Verhalten / durch die Kraft deiner Liebe, / die in Jesus Christus ist, unserem Herrn.
RefLit
O lord, You gave Your servant John / A vision of the world to come: / A radiant city filled with light, / Where You with us will make Your home; / Where neither grief nor pain shall dwell, / Since former things have passed away, / And where thy need no sun nor moon; / Your glory lights eternal day. // Our cities, Lord, wear shrouds of pain; / Beneath our gleaming towers of wealth / The homeless crouch in rain and snow, / The poor cry out for strength and health. / Youth’s hope is dimmed by ignorance; / Unwilling, workers idled stand; / Indifference walks unheeding by / As hunger stretches out his hand. // Come, Lord, make real John’s vision fair; / Come, dwell with us, make all things new; / We try in vain to save our world / Unless our help shall come from You. / Come, strengthen us to life in love; / Bid hatred, greed, injustice cease. / Your glory all the light we need, / Let all our cities shine forth peace. Amen.
Joy F. Patterson, Wisconsin 1989
»Wie im Himmel, so auf Erden«, / heißt es im Unservater. / Das beten wir und wünschen es so sehr, Gott, / dass der Himmel, / dass dein Reich unter uns / auf Erden sichtbar wird. // »Dein Wille geschehe«, / beten wir und hoffen so sehr, / dass nicht unser Wollen und Meinen / entscheidend ist. // Und doch halten wir Dein Reich auf Distanz, / wollen unseren Willen verwirklicht sehen. / Jedes Land und jedeR für sich. // Und so kommt es, / dass wenige das Klima verändern für alle, / dass wirtschaftliche Abschottung angesagt ist / zum Nachteil der Schwächeren. // Barmherziger Gott, / wenn wir so weitermachen, / wohin führt das? / Wir wollen uns gar nicht ausmalen, / was für einen Himmel, / was für eine Erde / wir dann bekommen. // Umso mehr erbitten wir / Dein Reich, Deine Kraft und Deine Herrlichkeit. //Amen.
AD
Lieber himmlischer Vater! Weil wir hier beieinander sind, um uns dessen zu freuen, / daß dein lieber Sohn für uns ein Mensch und unser Bruder geworden ist, / so bitten wir dich von Herzen: Sag du selber es uns, wie große Gnade, / Wohltat und Hilfe du uns Allen in ihm bereitet hast! / Tu du selber unsere Ohren und unseren Verstand auf, um es zu erfassen, / daß bei ihm Vergebung aller unserer Sünden ist, / Same und Kraft eines neuen Lebens, Trost und Mahnung zum Leben / und zum Sterben, Hoffnung für die ganze Welt! / Scharfe du selber in uns den guten Geist der Freiheit, deinem Sohn, / der zu uns kommt, demütig und tapfer entgegenzugehen! / Das tue heute in der ganzen Christenheit und der ganzen Welt. / Amen.
Karl Barth (1886-1968)
Ewiger, ich lobe deinen heiligen Namen. / Du trägst mir nicht nach, was ich versäumt und vergessen habe, / rechnest mir nicht an, was ich falsch und vergeblich getan habe / und verachtest mich nicht wegen meiner Sünden. / Barmherzig und gnädig bist du, geduldig und von großer Güte. / Israel erkennt dich in deiner Güte und auch ich durch Jesus Christus. / Danke. Amen.
Jürgen Kaiser, Berlin
Sei nun wieder zufrieden, meine Seele. / Gütiger Gott, manchmal muss ich meiner Seele gut zureden und sie beruhigen. / Denn manchmal kann ich es nicht ertragen, dass du mir so fern und weit weg erscheinst. / Manchmal kann ich es nicht ertragen, / dass wir dich, dass wir Jesus Christus oder den heiligen Geist nicht sehen können. / All das Gute, das du getan hast, wird von dem Bösen, / den Ängsten, den vielen Schrecken dieser Welt überlagert. / Gott, wie können wir wieder zu dir finden? / Wie können wir uns beruhigen? / Wie können wir dich wahrnehmen? / Gütiger Gott, komm zu uns mit deinem Segen. Amen
Meike Waechter, Berlin
Lieber Gott / Ich wünsche mir das es Goldi meiner Maus gut get im himel. / Liebe Grüsse / Nadine, 9 Jahre
Kinder aus dem kirchlichen Unterricht im 3. Schuljahr, Weisslingen, Schweiz
Gott unser Vater, / du wartest auf unser Gebet. / Wir aber wissen oft nicht, was wir beten sollen. / Hilf unserer Schwachheit auf durch deinen Geist / und lehre uns beten.
RefLit
Under your law we live, great God, and by your will we govern ourselves. Help us as good citizens to respect neighbors whose views differ from ours, so that without partian anger, we may work out issues that divide us, and elect candidates to serve the common welfare; through Jesus Christ the Lord. Amen.
Presbyterian Church U.S.A 1970
25. Mai 2019
Herr Jesus Christus, / / du bist das Licht der Welt und das Licht für unser Leben. / / Und du hast Lichter in der ganzen Welt, / / denn die Welt ist dir nicht gleichgültig, / / und du lässt sie nicht los. / / Was wären wir in diesen Wochen, / / wenn uns nicht auch Gerechtigkeit, Menschenfreundlichkeit, / / Hilfe und Wahrheit leuchten würden, / / auch dort, wo du nicht erkannt und bekannt wirst? / / Ach Herr, lass es leuchten in diesen Tagen. / / Gerechtigkeit, dass jede und jeder zum Seinen kommt und leben kann, / / gegen schreiende Ungerechtigkeit. / / Menschenfreundlichkeit / / gegen Hass auf andere Gruppen. / / Hilfe gegen ein kaltes und dummes 'wir zuerst'. / / Und Wahrheit / / gegen die Lust an Niederträchtigkeit und Lüge. / / Herr Jesus Christus, du bist das Licht der Welt, / / das Licht, das wir dringend brauchen / / und von dem wir leben. / / Amen.
Stefan Maser, Hoerstgen
Wir bitten dich um Weisheit für die Mächtigen dieser Erde, / die da in deinem Auftrag für Recht und Frieden sorgen sollten - um Nüchternheit / für die, die Tag für Tag unsere Zeitungen schreiben - / um Liebe und Beständigkeit für alle Eltern und Lehrer - um heitere Verträglichkeit in allen Familien und Häusern - um offene, brüderliche Herzen und Hände für die Armen / und Verlassenen - um Erleichterung und Geduld für die Kranken - um die Hoffnung / des ewigen Lebens für die Sterbenden. / Und wir danken dir, daß wir das Alles vor dir ausbreiten dürfen: vor dir, / der du ja viel besser weißt als wir, was wir brauchen und was deiner schwachen Kirche und der armen verwirrten Welt zum Besten dient - vor dir, der du helfen kannst und / willst, weit hinaus über unser Bitten und Verstehen. Wir sind in deiner Hand. / Wir beugen uns unter dein Gericht und wir rühmen deine Gnade. Amen.
Karl Barth (1886-1968)
HERR, mein Fels und mein Erlöser. / Dir wirklich zu vertrauen, gelingt uns selten./ Wir hetzen durch unsere Stunden und Tage und wundern uns, dass uns die Zeit davonrennt. // Wenigstens einmal am Tag wollen wir zur Ruhe kommen bei Dir. / Öffne uns die Augen für das, was wirklich wichtig ist. / Lehre uns deine Stimme von all den anderen zu unterscheiden. / Sprich uns so an, dass wir dich verstehen. // In deiner Kraft, von deinem Geist begleitet gehen wir in diesen Tag. / Bring du selbst zum Blühen, was wir mit Sorgfalt säen. Damit Frucht wächst, die Dir zur Ehre gereicht. / Amen.
Gerhard von der Heyden, Ronsdorf
Ach Gott – Was soll ich tun, wenn die Angst in mir hochsteigt? // Wird Trump uns alle mit hineinreißen in einen Krieg mit dem Iran? Werden uns Bayer/Monsanto und die betrügerische Autoindustrie in eine Wirtschaftskrise treiben? Werden Italiener und Griechen auf die Fehler der Schengen-Regelung mit rechtspopulistischen Wahlentscheidungen reagieren? // Alle eure Sorge werfet auf ihn! predigt man in den Kirchen. // Wieso soll ich erwarten, dass DU alles wieder gut machst, was wir verbockt haben? Wirst DU nicht unsere Gebete an unsere Adresse zurückschicken? // Was soll ich tun, wenn die Angst in mir hochsteigt?
AMEN
Gudrun Kuhn, Nürnberg
Danke Gott, dass ich lebe. Danke Gott, dass ich gesund bin. Danke Gott, dass ich lachen und weinen kann. Amen. Thomas, Neuß (2. Kl.)
aus "Was Kinder von Gott erwarten", Autorin Regine Schindler, Verlag Kaufmann
Du wunderbarer Gott, / wir singen dir aus Dank für deine Güte, / aus Freude an diesem Tag / und aus Lust, miteinander in Einklang zu kommen. / Wir singen dein Lob in glücklichen Zeiten, / wir klammern uns an den Trost der Lieder, / wenn unser Herz schwer ist. / Wir protestieren mit dem Lob deiner Barmherzigkeit / gegen die Unbarmherzigkeit in unserer Welt. / Gott, höre unseren Gesang und alles, / was wir mit in die Töne legen. / Gott, sei uns gnädig. Amen.
RefLit
Great God, whose will is peace for all the earth, / Sung forth in joy at Christ our Savior’s birth, / Now we too sing the news with sparkling mirth. // Turn us around to paths of love and peace, / Reshape our minds that petty strife may cease. / And songs will soar and harmony increase. // Destroy our trust in weapon, bomb and sword, / Renew our faith in tools of true accord. / Call us again to Christ, our living Lord. // Peacemakers! Blessed by Christ’s inviting word, / Children of God, let everywhere be heard / The sounds of peace and justice not deferred. // Almighty One, your way is our shalom. / trusting your light, we pilgrim people roam. / Bring us, at last, to our eternal home. / Amen.
Jane Parker Huber, Indiana 1987
18. Mai 2019
Gott, Vater, Sohn, Heiliger Geist, wir haben das Paradies verloren und finden nicht mehr dahin zurück. Deshalb taugen so viele Glücksversprechen nicht. Deshalb kommen wir immer weiter von dem Ziel. / Wir wissen da keine Lösung. Wir sind nicht klüger als andere. Aber wir wissen um Dich. Und darum klagen wir zu Dir - bestürzt über das, was Leben zerstört und Weiterleben gefährdet. / Warum wirken Gesetze trotz langer Beratung so, als seien sie mit heißer Nadel gestrickt? Schaden mehr als sie nützen? Machen alles nur noch komplizierter? / Warum wird so vieles übers Knie gebrochen? Mit Mehrheit durchgesetzt? Oft gegen Sinn und Verstand. Nur dem eigenen Namen, der eigenen Partei, dem eigenen Volk und dem Ringen um Macht verpflichtet? / Warum reichen oft Schlagwörter, Reizwörter, Begriffe, um die Themen des Tages und der Woche zu bestimmen und die Debatten zu prägen? Das sind doch alles Nebenwelten, die da aufgebaut werden. Beanspruchen. Helfen nicht weiter. Und sind in einem halben Jahr schon nicht mehr aktuell. / Warum gefallen sich so viele darin, mit dem Feuer zu spielen? / So viele herrenlose Gewalten, die uns beherrschen. Und wir sind dabei. Sind darein verstrickt. Und sehen die, die uns brauchen. Und können deren Blicken nicht standhalten. / Wie soll es nur weitergehen? Wir wissen es nicht. Aber wir wissen um Dich. Und wir bitten Dich, dass wir auch jenseits von Eden Werkzeuge Deines Friedens sind. Dass Du uns gebrauchen mögest trotz allem. Dass Weisheit einzieht in den Irrsinn. Und wir dazu beitragen. Dazu segne uns. / Amen.
Klaus Bröhenhorst, Hildesheim
