Gott, es ist lieb, dass du unsere Stimme hörst

Gottesdienst am Küchentisch. Am Sonntag Quasimodogeniti 11. April 2021


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Von Kathrin Oxen

Wo zwei oder drei versammelt sind, da ist Jesus Christus mitten unter ihnen. Gott sei Dank. Das heißt: Auch, wenn derzeit nicht wie gewohnt Gottesdienste stattfinden, wird überall auf der Welt weiter gebetet, gesungen, hört Gott zu und ist nah. Wir möchten Ihnen hier ein paar Anregungen geben, wie Sie diese Zeit gestalten können.

Was man braucht: Mindestens eine Person. Eine Kerze. Eine Bibel. Vielleicht ein Gesangbuch. Ein kleiner Tipp: Es fällt leichter, wenn man sich einen festen Zeitpunkt setzt. Zum Beispiel am Sonntagmorgen.

Zu Beginn: Kerze anzünden

Eine*r:
Die Glocken läuten und laden ein zum Gebet. Jesus sagt: „Wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, da bin ich mitten unter ihnen.“ – Wir sind versammelt. An unterschiedlichen Orten, zu unterschiedlichen Zeiten, miteinander verbunden über alle Entfernung. Im Namen Gottes, des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes.

Alle:
Amen.

Gebet zum Eingang

Eine*r:
Gott, wir danken dir,
dass du uns neues Leben schenkst.
Wir erfahren die Macht der Auferstehung,
wenn jemand unsere Einsamkeit sieht und
uns behutsam aus ihr heraushilft,
wenn sich der eiserne Ring von der Brust löst
und die Welt wieder bunt wird
und wir aufatmen und singen können.
Gott, du reißt die Stricke des Todes entzwei.
Du schenkst uns neue Lebenskraft.
Auf dich richtet sich unsere Hoffnung.
Amen.

(nach einem Gebet von Sylvia Bukowski zu Psalm 116)

Psalmgebet Psalm 116

Eine*r:
Das ist mir lieb,
dass der HERR meine Stimme
und mein Flehen hört.
Denn er neigte sein Ohr zu mir;
darum will ich mein Leben lang ihn anrufen.

Alle:
Stricke des Todes hatten mich umfangen,
des Totenreichs Schrecken hatten mich getroffen;
ich kam in Jammer und Not.

Eine*r:
Aber ich rief an den Namen des HERRN:
Ach, HERR, errette mich!
Der HERR ist gnädig und gerecht,
und unser Gott ist barmherzig.

Alle:
Der HERR behütet die Unmündigen;
wenn ich schwach bin, so hilft er mir.
Sei nun wieder zufrieden, meine Seele;
denn der HERR tut dir Gutes.

Eine*r:
Denn du hast meine Seele vom Tode errettet,
mein Auge von den Tränen,
meinen Fuß vom Gleiten.

Alle:
Ich werde wandeln vor dem HERRN
im Lande der Lebendigen.

Heute kann gesungen werden:
EG 108 Mit Freuden zart oder
EG 117 Der schöne Ostertag

Eine*r liest das Evangelium für den Sonntag: Johannes 20, 19-29
Eine*r liest die Predigt zu Johannes 21, 1-14

Glaubensbekenntnis (nach Dietrich Bonhoeffer)

Ich glaube, dass Gott aus allem, auch aus dem Bösesten, Gutes entstehen lassen kann und will. Dafür braucht er Menschen, die sich alle Dinge zum Besten dienen lassen. Ich glaube, dass Gott uns in jeder Notlage soviel Widerstandskraft geben will, wie wir brauchen. Aber er gibt sie nicht im Voraus, damit wir uns nicht auf uns selbst, sondern allein auf ihn verlassen. In solchem Glauben müsste alle Angst vor der Zukunft überwunden sein. Ich glaube, dass auch unsere Fehler und Irrtümer nicht vergeblich sind, und dass es Gott nicht schwerer ist, mit ihnen fertig zu werden, als mit unseren vermeintlichen Guttaten. Ich glaube, dass Gott kein zeitloses Schicksal ist, sondern dass er auf aufrichtige Gebete und verantwortliche Taten wartet und antwortet.

Fürbittengebet

Gott, es ist uns lieb,
dass du unsere Stimmen und unser Flehen hörst.
Du neigst uns dein Ohr zu,
darum rufen wir zu dir,
unser Leben lang.
Zu dir rufen die Kleinen,
die Kinder, denen vieles fehlt,
ihr kleiner Alltag in Schule und Kita,
ihre Freundinnen und Freunde, ihre Großeltern.
Wir bitten dich besonders für die Kinder und Jugendlichen,
die in schwierigen Verhältnissen leben müssen,
bei uns und in den Slums und den Lagern,
für die vielen, um die sich keiner sorgt und kümmert,
für ihren Jammer und ihre Not.
Zu dir rufen in diesem Tagen die Großen,
die Erwachsenen, die mit den müden Augen,
auf denen Last und Verantwortung ruht.
Wir bitten dich für die Menschen
in unserer Regierung und in den Behörden,
für alle, die für die Kranken da sind
und sich um die Schwachen kümmern.
Du behütest die Unmündigen, Gott,
und hilfst denen, die schwach sind
und du bist für die da, die es dir nachtun.
Zu dir rufen in diesen Tagen die Alten,
denen immer noch Besuche und Nähe fehlen.
Wir bitten dich besonders für die,
die nicht mehr verstehen können, was ihnen geschieht,
für die Verwirrten und für die Sterbenden
Errette du ihre Seelen vom Tode,
ihre Augen von den Tränen,
ihren Fuß vom Gleiten.
Umhülle du sie mit deiner Liebe.
Sei bei denen, die um sie trauern.
Gott, es ist uns lieb, dass du unsere Stimmen und unser Flehen hörst.
Es werden andere Tage kommen.
Dein Licht scheint uns.
Wir werden wieder wandeln
im Land der Lebendigen.
Lass uns darauf vertrauen.
Amen.

Vater unser

Segen

Alle öffnen die Hände. Eine*r oder alle gemeinsam sagen:

Gott, segne uns und behüte uns.
Lass dein Angesicht leuchten über uns und sei uns gnädig.
Erhebe dein Angesicht auf uns und gib uns Frieden.
Amen.

Hier könnte man gut noch ein Lied singen,
z.B. EG 170 Komm Herr, segne uns
oder EG 171 Bewahre uns, Gott

Kerze auspusten

Nehmen Sie sich ein bisschen Zeit nach dem Gottesdienst. Widerstehen Sie der Versuchung, sofort zur Tagesordnung überzugehen. Vielleicht ist jetzt gerade eine gute Gelegenheit, weiter über das zu sprechen, was Sie bewegt.


Kathrin Oxen
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Vorgetragen beim "Wissenschaftlichen Symposion der EKD zum Reformprozess" - nominiert für den Predigtpreis.
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