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18. August 2020

Großer Gott, Vater und Mutter im Himmel,  / Bruder und Trösterin. Immer noch reichlich verstört stehen wir vor Dir,  / angesichts der Heillosigkeit unserer Welt und unserer Existenz. / Wir würden gerne wieder gemeinsam die Lieder zu deinem Lob anstimmen,  / das geht aber gerade wohl immer noch nicht.  

Unter der strahlenden Sonne und dem azurblauen Himmel,  / den blühenden Blumen und sattgrünen Wäldern  / lauert eine unsichtbare und unheimliche Macht.  / und wir erkennen deutlich den Riss in allem,  / nichts ist heil, nichts ist selbstverständlich,  / verletzlich sind wir alle, versehrt wohl die meisten von uns.

Wir beten für die Menschen mit Macht und Einfluss,  / dass sie sich dessen bewusst sind und demütig bleiben  / und Maß und Mitte nicht verlieren.  / / Wir beten für die, die - jetzt noch ungeschützter - häuslicher Gewalt ausgesetzt sind,  / für die Kranken, zuhause und in den Krankenhäusern,  / die Alten und Einsamen, zuhause und in den Heimen,  / und für diejenigen, die bei ihnen bleiben,   / trotz der Warnungen vor zu viel menschlicher Nähe.

Wir beten für die Verfolgten und Flüchtenden,  / auf der Flucht, oder in den Gefängnissen,  / weil sie Dich nicht verleugnen wollen,  / oder die Mächtigen nicht einfach machen lassen wollen,  / oder weil Krieg und Tod sie vertreiben.

Wir beten für dein Volk Israel, das immer noch verstreut über die ganze Welt lebt,  / aber auch in Israel; und in Deutschland.  / Tu unseren Mund auf und lass uns zur Tat schreiten,  / wenn wir Häme, Hass und Gewaltandrohung wahrnehmen.

Öffne uns die Augen für all die Götzen,  / denen auch wir unsere Opfer bringen.  / Dieses Virus hat uns in Gefangenschaft genommen,  / macht aber auch Dinge sichtbar, die vorher im Dunkeln lagen.  / / Trost finden wir nur bei Dir.  / Neuer Lebensmut erwacht, weil du uns entgegenkommst,  / der Auferstandene steht uns zur Seite  / und dein Geist leitet uns auf den Weg in die Freiheit,  / die nur Du geben kannst.

Du hast den Tod besiegt, ihm die Macht über unser Leben genommen.  / Eine kleine Weile wird dieses Virus noch toben,  / aber wir werden dich gemeinsam wieder loben  / und dir die Lieder singen, die deine Liebe zu uns Menschen preist.  / Amen


Gerhard von der Heyden, Ronsdorf