24. August 2025
Lebensmächtiger und barmherziger Gott, / du hast dich mit dem jüdischen Volk auf ewig verbündet, / begleitest es durch alle Zeiten, / lehrst es Gerechtigkeit und Güte, / bist sein Trost in Verfolgung und Schmerz, / und Quelle von Hoffnung auf Erlösung. //
Wir danken dir, / dass du uns die Augen öffnest / für deine Treue zu Israel / und für das Viele, das uns verbindet. / Wir lernen aus der jüdischen Weisheit, / und haben begonnen, Jesus, den Juden, / neu zu verstehen. / Nach jahrhundertelanger Feindschaft / erkennen wir uns endlich als Geschwister / im Glauben und Hoffen. //
Auch deshalb lässt uns nicht kalt, / was jüdischen Menschen widerfährt: / wenn sie in unserem Land angegriffen werden, / mit giftigen Worten und mit körperlichen Attacken, / wenn ihre Friedhöfe geschändet werden, / und ihre Synagogen Polizeischutz brauchen. //
Wir nehmen Anteil an dem, was in Israel geschieht, / dem kleinen Land mit so vielen Feinden, / und können nur ahnen, / was das Massaker des 7. Oktobers ausgelöst hat, / dort und in der weltweiten jüdischen Gemeinschaft: / wieviel Trauer um die Toten, / wieviel alte Angst vor Vernichtung, wieviel Wut, / und wieviel unerträgliches Bangen / um das Leben der Geiseln. //
Die harte Antwort Israels / hat nun so viel Leid in Gaza geschaffen, / so viel Zerstörung, soviel Verzweiflung, / soviel neuen Hass. //
Unser Herz schlägt für die zahlreichen Israelis, / die Woche für Woche auf die Straße gehen / für die Befreiung der Geiseln, / und für das Ende dieses Krieges, / der auch Israel mit in den Abgrund reißt. / Schaff diesen Menschen Gehör bei den Mächtigen / und erhalte ihnen die Widerstandskraft. //
Erbarme dich der Familien in Gaza, / die so viel verloren haben, / die keine sichere Bleibe mehr haben, / die ihre Kinder nicht schützen können / und ihr Leben riskieren, / wenn sie um Nahrung anstehen. / Ihr Schmerz schreit doch zu dir in den Himmel / und fordert Hilfe, auch von uns. //
Gott, gebiete du all denen Einhalt, / die immer weiter zu Hass aufrufen / und Gewalt ausüben, / sei es gegen Menschen in Israel, / oder gegen Menschen in Gaza / und im Westjordanland. / Schaff in ihnen ein mitfühlendes Herz / und gib ihnen einen neuen, friedlichen Geist. //
Stärke die Tapferen auf beiden Seiten, / die sich immer noch weigern, / Feinde zu sein, / und die nicht aufhören, / an Versöhnung zu glauben. / Breite deinen Frieden aus, / wie du versprochen hast, / über Israel und seine Nachbarn / und über alle Völker unserer zerrissenen Welt. // Amen
Sylvia Bukowski, Wuppertal