Wochenrückblick
8. Mai 2021
Lieber Gott, wir merken gerade, wie unangenehm es sein kann, in die Zielgerade einzulaufen. Große Anstrengung und Belastung liegen hinter uns. Jetzt ist es noch ein Stück, dann können wir wieder durchatmen – vielleicht sogar ohne Masken.
Die Ungeduld ist groß und wir können die Aufrufe zu Disziplin und Zurückhaltung nicht mehr hören. Und irgendwie liegen die Nerven blank. Es gibt immer neuen Streit, manche Meinungen werden noch radikaler.
Die guten Aussichten lösen gar nicht die Erwartung und Freude aus, die wir uns erhofft haben.
Kannst du uns da raushelfen, Gott? Wir wissen noch nicht einmal, was wir uns von dir erbitten sollen. Ist es Geduld, Verständnis, Gnade?
Wir wollen solidarisch miteinander sein, aber was ist solidarisch in dieser komischen Situation?
Wir wollen geduldig sein, aber was wird uns diese Geduld noch abfordern?
Wir wollen gnädig miteinander sein, verstehen aber manche unserer Mitmenschen einfach nicht mehr.
Lass uns deine Liebe spüren, Gott! Das ist die Quelle für alles, was wir brauchen. Erinnere uns jeden Tag, jede Stunde daran, wie nötig wir Gnade haben. Mach uns mutig, dass wir aus deiner Liebe leben, und gib uns Hoffnung, dass alles wieder mehr ins Gleichgewicht kommt. Amen.
Georg Rieger, Nürnberg