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Wochenrückblick

Gott, Vater, Sohn, Heiliger Geist, / Hab Dank, dass wir glauben dürfen: wir sind nicht allein. / Du hörst uns. Du hörst alle, die zu Dir rufen. / Du hörst das Seufzen der Kreatur. / Auch wir selbst seufzen. / Denn zu Klugem sind wir nicht in der Lage. //

Es geschieht so vieles. / Und dies so viele ist zu viel für unsere Seele. / Wir haben das Gefühl: der Irrsinn ist überall. / Bösartige und Wirrköpfe sind an den Hebeln der Macht. / Und was die Bewahrung der Natur angeht, hieß es bereits vor Jahren, / es sei fünf vor zwölf. / Es muss also inzwischen schon viel später sein. //

Dennoch kommt es zu keiner wirklichen Umkehr. / Eine wirkliche Umkehr hieße ja: Zumutung. / Das Unbequeme zumuten. / Aber unsere Art des Zusammenlebens gibt das nicht her. / Denn wer wiedergewählt werden will, braucht eine Mehrheit. / Und Mehrheiten scheuen das Unbequeme. // 

So wird er immer stabiler: / der Kreislauf des Verderbens – / befeuert von der Überzeugung, / dass nicht wahr sein kann, was nicht wahr sein darf, / und am Laufen gehalten durch das Tiki-Taka der Meinungen, / die heute ausgesprochen und morgen schon vergessen sind. //

Da kommt uns ein Einzelschicksal ganz recht: der Tod von Laura Dahlmeier. / Die lässt sich ehrlich betrauern. / Ihr Geschick geht uns nahe, / während anderes in der Routine der Nachrichten schon begraben ist, / noch bevor wir es hören, / wenn wir es überhaupt noch hören wollen: / der Krieg in der Ukraine und die Zerstörung des Gaza-Streifens. //

Die Vision eines guten Endes ist uns ferngerückt. / Die Angst vor einem bösen Ende ist uns nahe. / Nein, zu Klugem sind wir nicht in der Lage. / Auch nicht zu klugem Flehen. / Aber wir seufzen. / Und wir bitten Dich, dass Du unser Seufzen erhörst / und Dich erbarmst über uns und / über alle, die im Elend sind. / Amen.


Klaus Bröhenhorst